• Ich vermisse meine Heimatstadt

    Hi, ich komme aus Österreich (Wien) und bin Anfang des Jahres aufgrund der Liebe nach Franken (Nürnberg) gezogen. Ich bin gerade sehr unglücklich hier. Ich vermisse Wien einfach. Letztes Jahr habe ich mir gerade wieder einen Freundeskreis in Wien aufgebaut, zu meiner Familie in Wien habe ich keinen bzw. kaum Kontakt mehr. Hier in D versuche ich beruflich…
  • 137 Antworten

    Die Frage nach der Vernunft stellt Heimweh/Sehnsucht nicht. Das lässt sich nicht rational erklären.


    Klar, ich habe Perspektiven usw., aber eigentlich hätte ich vor dem Umzug auch ähnliche in Wien gehabt. Das Konzept von Werkstudentenjobs gibt es nicht und auch auf einer FH wird nur eine begrenzte Anzahl an Studierenden genommen im Gegensatz zu Deutschland.


    Ich habe auch Angst, dass ich hier total vereinsame. Denn momentan habe ich nur meinen Partner und eben die Kollegen in der Arbeit hier.

    MarieCurie schrieb:

    Mich sträubt es zb mein neues "zuhause" als meine Heimat anzusehen.

    Wird es bei mir nie sein.

    Das dauert ja auch. Ich sehe mittlerweile sowohl hier als in meiner alten Heimat eine Heimat. Das war am Anfang noch nicht so, auch wenn es mir von Anfang an gefallen hat. Ich habe dazwischen mal 10 Jahre in einer anderen Stadt gelebt. Mit der bin ich nie verwachsen. Trotzdem ist es einfach eine Entscheidung und bevor ich in meiner Heimat ohne Aussichten herumsitze, gehe ich dorthin, wo sich mir eine Perspektive bietet. Mein Heimweh kann nie größer sein, als zu überleben und das bedeutet zuallererst einen Job zu haben, der auch gerecht bezahlt wird und da gibt es schon Unterschiede. Am Anfang bin ich auch noch viel öfter in die alte Heimat gefahren. Das hat sich mittlerweile völlig aufgehört. Ich musste mich da auch irgendwann entscheiden, denn dieses hin und her hätte mich aufgerieben. Ich kannte aber genauso Leute, die sehr wohl auf Lebensstandard verzichtet haben und wieder zurückgegangen sind, entweder nach beendetem Studium oder auch mittendrin oder auch ihre Jobs gekündigt haben und wieder zurückgegangen sind. Mein Vater z. B. war den größten Teil seines Lebens unglücklich und zu einem großen Teil aus Heimweh.Das wollte ich auf keinen Fall, deswegen dann meine Entscheidung.


    Alias 974059 schrieb:

    Die Frage nach der Vernunft stellt Heimweh/Sehnsucht nicht. Das lässt sich nicht rational erklären.

    Natürlich lässt es sich erklären und genauso hängt es von einem selbst ab, ob man diese Sehnsucht füttert. Ich habe analysiert, was Sorgen bezüglich des Neustartes sind und was Heimweh ist.

    Alias 974059 schrieb:

    Schnell mal nach Bratislava auf einen Kaffee ist jetzt z.B. nicht mehr drinn.

    Aber ist dir das nicht eingefallen, dass du das immer wieder gerne machst und du das so nicht haben wirst, wenn du nach Nürnberg ziehst? In der Regel weiß man doch, was einem wichtig ist. Gibt es um Nürnberg herum nichts, wo man mal schnell auf einen Kaffee fahren kann? Solche Fragen haben sich mir damals nie gestellt. Weder bin ich die Person, die mal 1,5 Stunden führt, um einen Kaffee zu trinken, noch hätte ich das Geld dafür gehabt. Ich habe auch nie darauf geschaut, was ich da nicht habe, sondern was es für Möglichkeiten gibt. Letztlich hat jede Umgebung ihre schönen Seiten.



    Alias 974059 schrieb:

    Schon, aber wie überbrücke ich Die Zeit, bis ich wieder in die Heimat kann?

    Ich habe solche Sehnsucht und weiß jetzt auch nicht, wie ich 3 Jahre Studium "aushalten" soll.

    Reichen die Anregungen nicht, die es gab?


    Alias 974059 schrieb:

    Ich habe auch Angst, dass ich hier total vereinsame. Denn momentan habe ich nur meinen Partner und eben die Kollegen in der Arbeit hier.

    Und wie kannst du da vereinsamen?

    MarieCurie schrieb:

    Wie lange denn? Ich warte seit etwa 10 Jahren darauf. ;-D

    Oh, bei mir hat sich das so nach ca. 20 Jahren gezeigt. Teilweise schon vorher, aber so ganz, dass ich sage, es ist "meine" Stadt, hat eben schon gedauert.

    @TE:

    In Wien... die Erinnerung beruft sich ja auf die Zeit "vor Corona", somit stets Klassen besser als die neue "Wirklichkeit" mit Homer-Simpson-Zwangs-Maskeraden und anderen Einschränkungen. Vielleicht hilft Dir ein Kurzurlaub in Wien, um Dir das mal rosarot-entbrillen zu koennen.


    Und Du versuchst ja auch, den Stadtwechsel - Wien nach Nürnberg - Dir noch schwerer zu machen ;-), indem Du Dir Nürnberg zusätzlich schlechtredest.


    Eine meiner Lieblingsecken in Nürnberg - Aufseßplatz. Abseits der Touristenstroeme, und dennoch internationales Flair.





    Zitat tiramisu01 :

    "(...) Ich denke, du lässt dich einfach nicht auf Nürnberg ein. Nürnberg ist meine Heimatstadt und absolut niemand, den ich kenne „braucht“, wirklich das Auto. Die Infrastruktur mit U-Bahn, S-Bahn und Bus ist gut, wenn man nicht gerade im hintersten Eck wohnt. (...)"


    N-Holzheim womöglich ;-D.


    Ich sehe auch keine Autonotwendigkeit in N.

    Alias 974059 schrieb:

    Was ich jedoch auch an Wien so liebe, was viele andere Städte nicht haben ist die geografische Nähe anderer Länder.

    Das müsste dir aber doch vor dem Umzug klar gewesen sein und trotzdem bist du nach Nürnberg gezogen?

    Klar, Wien ist nah an anderen Ländern. Es hat aber doch jede Stadt und jede Region ihre Vor- und Nachteile.

    Es klingt für mich jetzt ein bisschen so, als würdest du dich auf die eine Sache versteifen, die es eben nur in Wien gibt und die so ziemlich jede andere Stadt für dich unbewohnbar machen würde.

    Alias 974059 schrieb:

    Ungarn, Tschechien und Slowakei sind in 45 Minuten bis 1,5 Stunden zu erreichen.

    Schnell mal nach Bratislava auf einen Kaffee ist jetzt z.B. nicht mehr drinn.

    Von Nürnberg bist du aber auch relativ schnell in Karlsbad oder Pilsen. Vielleicht keine Distanz, die man jeden Tag fahren würde, aber hin und wieder oder mal am Wochenende sicher was tolles.

    Abgesehen hast du Franken, Schwaben und Bayern direkt vor der Haustüre und könntest ja mal in der Umgebung Nürnbergs nach schönen Städten suchen. Würzburg ist zum Beispiel ganz schön und nen Kaffee trinken kann man da sicherlich auch.

    Alias 974059 schrieb:

    Diese Freiheit und Flexibilität sowie das Lebensgefühl vermisse ich einfach.

    Obwohl ich, als ich nach Nürnberg gezogen bin, froh war, meinen Vermieter in Wien los zu sein, weil der mich ziemlich abgezockt hat.

    Freiheit und Flexibilität sind in Großstädten eher verbreitet, als in kleineren Städten, wie Nürnberg. Wobei es auch in solchen Städten häufig Menschen gibt, die Flexibilität und Freiheit leben. Man muss sie eben nur suchen und finden. Ggf. hilft es auch schon, mal in ein anderes Stadtviertel umzuziehen.

    Grade, weil Großstädte wie Wien eben so ein angenehmes Lebensgefühl bieten, wollen dort viele leben. Die Frage für mich ist dann immer, ob es sinnvoll ist, die ganze Freiheit und Flexibilität zu haben und dafür verdammt viel Miete und die entsprechenden Preise zu zahlen.


    Ich kenne die Medaille von der anderen Seite. Die Stadt, in der ich zuletzt gelebt hatte, hatte rund 200.000 Ew und war ziemlich ab vom Schuß. Freiheit und Flexibilität gab es da nicht allzu viel. So richtig viel unternehmen konnte man auch nicht, wenn man kein Auto hatte.

    In Berlin habe ich die Freiheit und Flexibilität, zahle aber den Preis dafür. Jedes Museum ist doppelt oder drei mal so teuer, wie in meiner alten Heimat, im Restaurant zahle ich auch rund 10-20% mehr, die Miete ist höher und es gibt zwar coole Sachen wie Escape Rooms, Clubs, Theater usw., aber die Preise sind dann doch eben auch entsprechend höher als die Preise in meiner letzten Heimatstadt.


    Ich will damit nur sagen: Du hast aktuell vielleicht nicht die Auswahl, wie in Wien, aber vielleicht hast du die Möglichkeit, doch etwas mehr von den wenigen Dingen zu tun, die du tun kannst, als in Wien, wo du mehr Dinge tun könntest, aber eben zu höheren Preisen?

    Alias 974059 schrieb:

    Langfristig, so habe ich momentan das Gefühl, ist das tatsächlich die Stadt, in der ich leben möchte.

    Das ist ja an und für sich eine gute Entscheidung. hast du das schon mit deinem Partner besprochen? Wirst du dir in Wien in 3-4 Jahren die Miete leisten können?

    Ich frage nur, weil sowas wirklich daneben gehen kann. Ich kenne Wien nur vom Vorbeifahren, aber fände es total cool, dort zu wohnen. Aber meine Sorge währe dann, dass ich mit einem Berufseinstiegsgehalt eventuell doch in einem Stadtteil lande, in dem ich ewig weit vom Bahnhof oder von der Innenstadt weg bin und dann eben doch ne Stunde länger nach Bratislava brauche.

    Und dann fährt man eben doch nicht nach Bratislava und bleibt zuhause und ist in nem unschönen Stadtteil mit eher uncoolen Leuten und ist dann auch nicht wirklich glücklich.


    Alias 974059 schrieb:

    Schon, aber wie überbrücke ich Die Zeit, bis ich wieder in die Heimat kann?

    Ich habe solche Sehnsucht und weiß jetzt auch nicht, wie ich 3 Jahre Studium "aushalten" soll.

    Ich würde dir raten, zumindest am Wochenende mal Tagesausflüge zu machen und die Region zu erkunden. Was hast du davon, in Franken zu wohnen, ohne mal an den Main zu fahren oder einfach die Städte in Bayern, Ba-Wü und ggf. Südhessen zu erkunden?


    Ich denke, deine Hilflosigkeit beruht vielleicht auch einfach darauf, dass Österreich doch sehr auf Wien ausgelegt ist. Ich war mal in Graz und fand die Stadt echt schön, aber ich hatte ansonsten eher den Eindruck, dass dort Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen.

    Nürnberg, Würzburg, Bamberg, Bayreuth oder Rothenburg ob der Tauber haben aus meiner Sicht mindestens genau so viel zu bieten und wären mal eine Sams- oder Sonntägliche Tour dorthin wert. Und sei es nur, zu Bummeln, einen Kaffee zu trinken und sich ein bisschen die Stadt anzugucken.

    Naja, ich finde, die Umgebung Nürnberg-Fürth-Erlangen ließe sich noch um einiges verbessern. Vom Osten Nürnbergs bis nach Großgründlach ist man öffentlich schon sehr lange unterwegs. Musste die Strecke mal fahren und war öffentlich 75 Minuten unterwegs, mit dem Auto geht das in 20-25 Minuten.

    Aber das ist ja nur bloß meine Meinung...

    Auch meine Arbeitskollegen haben/brauchen alle ein Auto, weil sie doch von weit her kommen, teilweise aus Ansbach und Umgebung etc.


    Nach Nürnberg bin ich wegen meines Freundes gekommen. Na gut, teilweise auch, weil ich einen Tapetenwechsel wollte und auch die Studienbedingungen sowie die Berufsperspektiven (auch während des Studiums) sind hier recht gut, was für mich ein Anreiz war.

    Aber ich bemerke, ich bin doch mit Wien sehr verbunden, habe auch einiges "aufgegeben" an sozialen Kontakten, die mir gut getan haben, gerade, weil ich aus einer instabilen Familie komme.


    Mein Freund hatte bis vor ein paar Monaten noch einen Job, an dem er unbedingt festhalten wollte, obwohl die Bedingungen nicht mehr optimal waren. Aber er war sich sicher, dass es besser werden würde.

    Dann kam Corona.

    Es wurde aber nicht besser und somit hat er vor ca. 2 Monaten gekündigt und sich etwas Neues gesucht.

    Seine neue Stelle tritt er am 1. September an.

    Ich hadere manchmal mit mir, warum wir nicht noch ein paar Monate gewartet hätten.

    Dann hätte er nach Wien kommen können.

    Jetzt ist es finanziell einfach nicht drinn.


    Und warum ich einsam bin?

    Weil ich ein geselliger Mensch bin und hier niemanden kenne, mit dem ich etwas in der Freizeit machen kann.

    Und auch Corona hat den Aufbau sozialer Kontakte verhindert, sonst wäre es mir wohl besser gegangen bzw. würde es mir besser gehen.


    Heimat ist halt einfach Heimat.

    Und ich bekomm dieses schreckliche Heimweh einfach nicht weg.

    Es liegt womöglich auch nicht an Nürnberg an sich, auch jede andere Stadt würde ich mit Wien vergleichen.

    Alias 974059 schrieb:

    Und ich bekomm dieses schreckliche Heimweh einfach nicht weg.


    Musst du es denn wegbekommen? Es ist Vergangenheit und wie gesagt, wenn du diese Sehnsucht nicht permanent fütterst, ist sie auch nicht permanent da. Du musst nur offen sein.


    Alias 974059 schrieb:

    Und warum ich einsam bin?

    Weil ich ein geselliger Mensch bin und hier niemanden kenne, mit dem ich etwas in der Freizeit machen kann.

    Und auch Corona hat den Aufbau sozialer Kontakte verhindert, sonst wäre es mir wohl besser gegangen bzw. würde es mir besser gehen.

    Siehst du dich immer noch daran gehindert, Leute kennen zu lernen? Wie viel Prozent deiner Zeit würdest du denn gerne mit Freunden verbringen wollen? Hast du nur Freizeitaktivitäten, die du mit anderen machst oder hast du auch Interessen, die du alleinne verfolgtst und genießt?


    Alias 974059 schrieb:

    Heimat ist halt einfach Heimat.

    Und ich bekomm dieses schreckliche Heimweh einfach nicht weg.

    Es liegt womöglich auch nicht an Nürnberg an sich, auch jede andere Stadt würde ich mit Wien vergleichen.

    Natürlich liegt es nicht an Nürnberg, sondern an deiner Einstellung. Wenn du Wien idealisierst und Nürnberg mit Wien vergleichst, dann kannst du nur zu diesem Schluss kommen. Vorschläge, wie du es angehen könntest, gibt es ja hier schon einige. Ob und was du änderst, hängt ja davon ab, was dir wichtig ist. Ich wäre nur vorsichtig, mir das Heimweh nicht als Ausrede für andere Dinge heranzuziehen. Nicht alles, was nicht so läuft, wie man es sich wünscht, liegt an dem Ort.


    Nope, Wien is auch jetzt nicht anders als vor Corona. Wenn die TE hierherkommt findet sie dasselbe Wien, wie im Jänner...nur wärmer. Hier gibts auch keine Maskenpflicht außer in den Öffis und beim Arzt. Du kannst ins Café, Donauinsel, Museen, Restaurant...Touris hats auch wieder genug. Das einzige was es nicht gibt sind außer-europäische Touris ;)

    gehst du gern in die Natur oder sogar richtig wandern? Könnte dir einige schöne Ziele im Nürnberger Umland sagen. Auch städtische "Natur" gibts hier schöne, Wöhrder See z.B. (wird grad renaturiert aber am unteren Bereich ists schon ziemlich fertig) und überhaupt das ganze Pegnitztal. Schöne Parks gibts auch reichlich. Und direkt neben Nürnberg gibts verdammt viel Wald.


    Hatte übrigens auch mal ne Wienerin zu Besuch die ist mit Nürnberg auch nicht sonderlich warm geworden. Mich hat dafür umgekehrt Wien nicht herrausragend interessiert^^ Städte halt, sind die nicht im Grunde alle gleich.. voll und laut und stinkig?^^ Aber die eine kennt man eben und die andere nicht. Die Menschen hier, naja, sind halt Franken^^ kontaktfreudig sind hier meist nur ein Teil der jüngeren Leute und die Verrückten natürlich ;-DAber man kann auch Glück haben, schon öfter mal mit Leuten von anderswo ins Gespräch gekommen und die erzählen dann so Zeug wie dass die Leute hier ja so nett sind :_DKeine Ahnung wie sowas passieren kann aber offenbar geht's^^ ;-)

    Alias 974059 schrieb:

    Auch meine Arbeitskollegen haben/brauchen alle ein Auto, weil sie doch von weit her kommen, teilweise aus Ansbach und Umgebung etc.

    Vielleicht wäre es also eine Lösung, ihr besorgt euch ein Auto? Habt ihr denn einen Führerschein?

    Wenn ihr im Alltag kein Auto braucht, könntet ihr euch ja auch mal am Wochenende eines Mieten und drauf los fahren. Oder eben du alleine.

    Alias 974059 schrieb:

    Aber ich bemerke, ich bin doch mit Wien sehr verbunden, habe auch einiges "aufgegeben" an sozialen Kontakten, die mir gut getan haben, gerade, weil ich aus einer instabilen Familie komme.

    Hm, aber in wie weit hast du diese Kontakte denn wirklich aufgegeben?

    Sind das Leute, die jetzt nicht mehr mit dir telefonieren oder skypen, weil du weg gezogen bist?

    Oder mal umgekehrt: Wie hätte denn dein Sozialleben im Wien des Lockdowns ausgesehen? Hättest du da nicht genau allein in der Bude gesessen?


    Und selbst, wenn die Cafes geöffnet sind, ist es nochmal was anderes, Freunde zu finden, die dann auch mit einem nen Kaffee trinken wollen.

    Alias 974059 schrieb:

    Es wurde aber nicht besser und somit hat er vor ca. 2 Monaten gekündigt und sich etwas Neues gesucht.

    Seine neue Stelle tritt er am 1. September an.

    Ich hadere manchmal mit mir, warum wir nicht noch ein paar Monate gewartet hätten.

    Dann hätte er nach Wien kommen können.

    Jetzt ist es finanziell einfach nicht drinn.

    Sprecht ihr denn überhaupt miteinander über eure Zukunftsvorstellungen?

    Du ziehst der Liebe halber zu ihm und dann entscheidet er für euch, dass ihr in Nürnberg bleibt?

    Umgekehrt wäre aber auch die Frage, wie realistisch es denn wäre, dass er dann in Wien Arbeit gefunden hätte?


    Alias 974059 schrieb:

    Heimat ist halt einfach Heimat.

    Und ich bekomm dieses schreckliche Heimweh einfach nicht weg.

    Grönemeyer sang mal "Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl". Und ja, Heimat ist aus meiner Sicht das Gefühl, dass man mit einem Ort verbindet. Es ist natürlich am stärksten, wenn man an diesem Ort ist, aber es ist auch nicht weg, wenn man nicht dort ist.

    Ich kann ja auch meine Freundin lieben, wenn sie nicht grade direkt neben mir sitzt. Ja, wenn man seine Heimat vermisst, dann hat man Heimweh, aber irgendwo ist das auch relativ normal.

    Ist denn dein Freund ursprünglich auch ein Wiener? Wenn nicht, wie wäre es denn, wenn er nun nach Wien zu dir gekommen wäre und sich in der Stadt super-unwohl fühlen würde?

    Also ich gehe sehr gerne Wandern bzw. in die Natur. Würde mich auch über Tipps freuen.


    Auto haben wir eines, mein Freund hat den Führerschein, ich nicht. Aber gleich nach dem Umzug habe ich mich für die Fahrschule angemeldet, coronabedingt fanden bis Mai keine Kurse statt und auch durch die Einkommenseinbußen der letzten Monate war ich nicht so flüssig, um mir die Führerscheinausbildung finanzieren zu können.

    Für meinen aktuellen Arbeitsweg bringt mir ein FS nichts, da ich da meist in den Stau kommen würde und ich mit den Öffis zeitlich besser dran bin.


    Ja, es kann natürlich sein, dass mein Freund auch nicht in Wien glücklich geworden wäre.

    Das kann immer sein.

    Aber ich muss auch sagen, dass ich die Jahre zuvor psychisch angeschlagen war und dann im letzten Halbjahr recht froh war, in meiner Gegend in Wien. Ich hatte auch genügend Bekanntschaften, Freundschaften in der Nähe.

    Kontakt halten per Whatsapp & Co. ist nicht das Gleiche und kann dadurch auch nicht ausgeglichen werden, aber ich glaube, das ist klar und muss ich nicht jedem näher erläutern.

    Fakt ist, dass mein Freund auch in Nürnberg nicht die besten Erfahrungen mit Arbeitgebern gemacht hat, war auch mal krankheitsbedingt fast ein Jahr daheim.

    Bei seinem aktuellen Arbeitgeber ist er auch unzufrieden, wird aber im Herbst wechseln.

    Mein Freund selbst ist kein Franke, sondern kommt ursprünglich aus dem Ostblock und ist erst als er 12 Jahre nach D gekommen, nach Bayern an der Grenze zu Ö.

    Aufgrund seines Studiums ist er dann damals nach Nürnberg gezogen.

    Alias

    Alias 974059 schrieb:

    Ungarn, Tschechien und Slowakei sind in 45 Minuten bis 1,5 Stunden zu erreichen.

    Schnell mal nach Bratislava auf einen Kaffee ist jetzt z.B. nicht mehr drinn.

    Diese Freiheit und Flexibilität sowie das Lebensgefühl vermisse ich einfach.

    Warum muss man Hunderte km fahren, um einen Kaffee zu trinken? Es würde für mich eher von Flexibilität zeugen, sich ein Café in Nürnberg bzw. deren Umkreis zu suchen.


    Du vermisst Freiheiten?

    Jetzt mal Corona außen vor, Du hast auch von Nürnberg aus alle Freiheiten, nahezu jeden Punkt auf der Welt aufzusuchen. Wir hatten bis 1990 diese Möglichkeiten nicht. Ich denke nicht, dass Du weißt, was Unfreiheit tatsächlich ist.

    Außerdem, mein Mann ist mit seinen mehr als 60 Jahren immer noch täglich 250 km unterwegs, nur um seinen Job nachzugehen. Wie viele andere auch übriegens.


    Nee, also irgendwie fehlt mir bei so viel Gejammer jegliches Verständnis. Du hast ein echtes Luxusproblem


    Alias 974059 schrieb:

    Ich habe solche Sehnsucht und weiß jetzt auch nicht, wie ich 3 Jahre Studium "aushalten" soll.

    Ja, woanders ist das Gras immer grüner. Dann geh doch zurück.

    Alias 974059 schrieb:

    Ich habe auch Angst, dass ich hier total vereinsame. Denn momentan habe ich nur meinen Partner und eben die Kollegen in der Arbeit hier.

    Unsere Kinder wohnen 500-600 km entfernt. Sie haben inzwischen alle (mehr oder weniger schnell) ein soziales Umfeld aufgebaut - weil sie sich auf die neue Situation eingelassen haben.


    Ist das nichts, einen Parner an der Seite zu haben? Nur um zusammen sein zu können, war uns damals jeder Ort recht gewesen.


    Besprecht ihr grundlegende Themen nicht und findet eine gemeinsame Lösung?

    Zitat

    Nee, also irgendwie fehlt mir bei so viel Gejammer jegliches Verständnis

    man muss hier kühlen kopf bewahren und sich schritt für schritt nach vorne kämpfen.


    im leben trifft man nun mal entscheidungen, ob gut oder schlecht stellt sich erst im nachhinein heraus.


    jetzt in der vergangenheit zu leben, hätte ich bloß.., ist meiner Meinung nach der falsche weg.


    hier gibt es wirklich gute anhaltspunkte, wie man seine freizeit so gestaltet, dass die Seele zufrieden gestellt wird.

    Zitat

    Fakt ist, dass mein Freund auch in Nürnberg nicht die besten Erfahrungen mit Arbeitgebern gemacht hat, war auch mal krankheitsbedingt fast ein Jahr daheim.

    das kann nun überall passieren, in jeder stadt, mir ist nicht klar, worauf du hinaus willst.


    jeder ist seines Glückes Schmied - etwas plump, bringt es aber genau auf den Punkt.


    schau nach vorne und suche nicht nach konstruierten antworten warum nbg schlecht ist


    wünsche dir alles gute @:) auf deinem selbstfindungsweg

    Alias 974059 schrieb:

    Also ich gehe sehr gerne Wandern bzw. in die Natur. Würde mich auch über Tipps freuen.

    Ich kenne mich in Franken nicht so aus, aber wenn man mal googlet, findet man das hier:

    https://www.frankentourismus.de/wandern/

    https://www.frankentourismus.d…/staedteregion-nuernberg/




    Alias 974059 schrieb:

    Auto haben wir eines, mein Freund hat den Führerschein, ich nicht.

    Das ist doch ein Anfang. Dann bitte ihn doch darum, dass ihr euch am WE mal ins Auto setzt und das Land erkundet.

    Grade, wenn ihr beide keine "nativen" Deutschen seid ist es doch wichtig, das Land, in dem man lebt auch ein bisschen zu erkunden.

    Sieh es mal umgekehrt - wenn ich jetzt nach Klagenfurt oder Graz gezogen wäre, aber mir nie das Umland und andere Städte angucken würde, fände ich es dort vermutlich auch auf dauer nicht ganz so doll.


    Hier mal ein paar Inspirationen für euch:


    https://tagestouren-franken.de/

    https://www.viator.com/de-DE/B…s-and-Excursions/d5203-g5

    https://www.tripadvisor.de/Att…es-Baden_Wurttemberg.html

    https://aiseetheworld.de/ausfl…nd-ideen-fuer-kurzurlaub/




    Alias 974059 schrieb:

    Ja, es kann natürlich sein, dass mein Freund auch nicht in Wien glücklich geworden wäre.

    Das kann immer sein.

    Aber ich muss auch sagen, dass ich die Jahre zuvor psychisch angeschlagen war und dann im letzten Halbjahr recht froh war, in meiner Gegend in Wien. Ich hatte auch genügend Bekanntschaften, Freundschaften in der Nähe.

    Das ist nachvollziehbar, dass dir Wien sozusagen als "sichere Höhle" fehlt.

    Aber wie gesagt, Corona hat nun eben dazu geführt, dass du dir in Nürnberg keine Freunde suchen konntest, hätte aber auch in Wien dazu geführt, dass die Freundschaften sich distanziert hätten.

    Wärest du dann lieber in Wien ohne Partner oder mit Partner in Nürnberg?

    Alias 974059 schrieb:

    Aufgrund seines Studiums ist er dann damals nach Nürnberg gezogen.

    Wenn ihr beide nicht ursprünglich aus der Gegend kommt und keine familiäre Verbindung habt, kann ich natürlich verstehen, dass ihr erstmal unzufrieden seid.

    Grade da ist es aber wichtig, die Gegend zu erkunden und nach den Ecken zu suchen, die man irgendwie vielleicht doch lieb gewinnt. Dabei geht es ja nicht mal darum, sich nun irgendwie doch in Nürnberg zu verlieben und dann da bleiben zu wollen, sondern nur darum, dass ihr euch Ecken in der Stadt und der Umgebung raus sucht, zu denen ihr gehen könnt, um am Wochenende oder an einem freien Nachmittag euch zumindest ein kleines bisschen wohl zu fühlen.


    Jetzt Jahre in Nürnberg aushalten zu wollen und ständig zu nörgeln und nur das Negative zu suchen und zu sehen ändert überhaupt nix daran, dass man Jahre in Nürnberg verbringen muss. Es führt nur dazu, dass man sich selbst dabei deutlich unwohler fühlt.