• Ich will "frei" sein

    Hallo liebes Forum! Ich habe schon seit vielen Jahren immer den Drang nach Freiheit! Ich meine, ich mach in meinem Leben nichts anderes als mich in die Schule zu quälen, Hausaufgaben zu machen und am Computer zu hocken. Irgendwann werde ich studieren müssen um einen Job zu finden, um wieder "Leistung zu erbringen" aber ich weiß nicht wie ich das noch…
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    mond+sterne schrieb:

    Deine Philosophie ist es offensichtlich, immer wieder die gleichen Fragen zu stellen, sich nicht wirklich die Mühe zu machen, nach Antworten zu suchen, statt dessen das Leben als Wartesaal für den Tod zu betrachten.

    Und deine Philosophie scheint es zu sein wahllos Vermutungen über Leute anzustellen :=o

    Nur ein schlechter Philosoph gibt sich mit seinen Theorien zufrieden und verschwendet keinen Gedanken daran selbst sein eigenes Konzept anzuzweifeln.


    Aber hey, bevor es Zoff gibt, können wir uns bitte alle einigen, dass es hier kein "Richtig" und kein "Falsch" gibt, dass wir als Menschen immer nur beurteilen können, dass wir immer nur Meinungen haben können, dass jede Meinung gleich gestellt ist, dass jeder ein Recht hat über die Meinungen anderer zu urteilen, da schließlich jeder seine eigene Moral hat?

    Zunächst einmal: ich hatte Dir lediglich zugestimmt. Du hattest geschrieben, mit (deiner) Philosophie dreht man sich nur im Kreis. Ich bin da ganz Deiner Meinung.

    Wobei man den zitierten Satz auch anders interpretieren kann. Vielleicht hast Du auch aus Enttäuschung etwas geschrieben, wovon Du nicht wirklich überzeugt bist.

    Leiriope schrieb:

    Nichts macht mir eigentlich "wirklich" Spaß, aber ich habe mich damit abgefunden und nenne es "mein melancholisches Grundgerüst".

    erstmal ist es aus meiner sicht vollkommen normal, dass man in deinem alter so drauf ist. ich meine, als ich so alt war wie du, hatte ich grade mal mehr schlecht als recht mein abi in der tasche und musste mich damit auseinander setzen, was ich studieren wollen würde.

    das heutige schulsystem und der wegfall von zivi und wehrdienst nötigen die jungen leute ja iwie dazu, mit 21 oder 22 schon am bachelor zu sitzen und mit spätestens 24 dann den master in der tasche zu haben und beruflich fest im sattel zu sitzen.


    wie gesagt, ich kenne es zum glück noch etwas lockerer. ich durfte in meiner schulzeit noch entdecken, was mir spass machte. vielleicht fehlt dir einfach diese zeit - nun könntest du sie ja nachholen und diversen interessen mal testweise nachgehen und gucken, ob was dabei ist, was dich anspricht.


    ansonsten lese ich aus deinem anderen faden (der, in dem du in dein leben zurück möchtest) heraus, dass du ein bisschen sehr passiv wirkst. dir geht es schlecht (ob das nun wirklich so war oder dir angedichtet wurde ist ja erstmal wurscht) und deine eltern müssen herumtelefonieren, anstatt dass du dir da jemanden suchst und das führt dann natürlich dazu, dass das halbe dorf es weiss. du umgibst dich mit menschen, die dich in watte packen, damit dir jaaaa nix passiert, weil du ja so krank/schwach/unterernährt bist und wunderst dich dann, dass dein ganzes umfeld dich so behandelt wie ein rohes ei.


    umgib dich doch auch mal mit anderen leuten, die dir mehr zutrauen, die dich als selbstständigen erwachsenen menschen sehen. dafür musst du dann natürlich auch selbst was tun, dich selbst um dein leben und deine probleme lösen - aber dadurch kann dir dann auch selbstbewusstsein erwachsen.


    für mich klingt es ein bisschen so, als wärst du jemand, der extreme angst hat, seine wohlfühlzone zu verlassen. es könnte ja sein, dass irgendwas doofes passiert oder dass man wieder auf die ein oder andere art traumatisiert wird.

    die wohlfühlzone ist aber eine illusion. sie ist das "ich schaffe eh nix und versuch es besser gar nicht erst"-mantra, mit dem viele zu kämpfen haben, das man aber von zeit zu zeit überwinden sollte. sonst arrangiert man sich irgendwann mit der langeweile und das ist dann doch auch doof.

    mond+sterne schrieb:

    Zunächst einmal: ich hatte Dir lediglich zugestimmt. Du hattest geschrieben, mit (deiner) Philosophie dreht man sich nur im Kreis. Ich bin da ganz Deiner Meinung.

    Tut mir leid, ich wollte nicht so geladen reagieren. Heute ist einfach nicht mein Tag :-|. Vielleicht sind es die Hormone aber bei mir sind gerade Heulkrampf, Aggresion und Motivation im ständigen Wechsel 8-(d


    anfangmitfreude schrieb:

    wie gesagt, ich kenne es zum glück noch etwas lockerer. ich durfte in meiner schulzeit noch entdecken, was mir spass machte. vielleicht fehlt dir einfach diese zeit - nun könntest du sie ja nachholen und diversen interessen mal testweise nachgehen und gucken, ob was dabei ist, was dich anspricht.

    Wenn das so einfach wäre 8-( Alle sagen immer ich könne mir doch einmal ein Jahr Pause gönnen... mal was anderes tun. Jetzt habe ich schon ein halbes Jahr nicht mehr studiert und dieses halbe Jahr war das schlimmste in meinem ganzen Leben. Ich konnte nichts machen vor lauter Panikattacken und Frust. Ich weiß ja selber wie dumm das ist und ich hasse mich im Nachhinein auch so dafür. Es war einfach verschwendete Zeit (Und ja, so etwas wie verschwendete Zeit gibt es nicht und man lernt aus Fehlern, aber irgendwie fühlt es sich so verschwendet an.)

    anfangmitfreude schrieb:

    ansonsten lese ich aus deinem anderen faden (der, in dem du in dein leben zurück möchtest) heraus, dass du ein bisschen sehr passiv wirkst. dir geht es schlecht (ob das nun wirklich so war oder dir angedichtet wurde ist ja erstmal wurscht) und deine eltern müssen herumtelefonieren, anstatt dass du dir da jemanden suchst und das führt dann natürlich dazu, dass das halbe dorf es weiss. du umgibst dich mit menschen, die dich in watte packen, damit dir jaaaa nix passiert, weil du ja so krank/schwach/unterernährt bist und wunderst dich dann, dass dein ganzes umfeld dich so behandelt wie ein rohes ei.

    Wie gesagt... ich war gerade dabei erwachsen zu werden, selbständig zu werden, Dinge zu regeln und dann hat man mir irgendwie auf einmal den Boden unter den Füßen weggerissen (bzw. eigentlich bin ich es ja selbst schuld). Ich brauche halt irgendwie etwas länger zum erwachsen werden (liegt wahrscheinlich am protektiven Elternhaus) Ich komm heute selbst nicht darauf klar, dass ich so bin wie ich bin :-|. Selbsthass ist auch keine Lösung.


    Ich habe halt auch sonst keine Freunde und das merkwürdige ist, dass ich gar nicht weiß ob ich welche haben will. Weil irgendwie schon, aber irgendwie stoß ich Leute dann doch immer wieder ab ":/Aber das ist ein anderes Thema.


    Aber hey, let's take a look into the present and take action for tomorrow. Ich kann jetzt was tun, damit sich etwas ändert. Jetzt mache ich Pläne und ich teile sie euch mit, damit mir die Motivation nicht wieder flöten geht.

    Was ich überlegt habe, ist aufjedenfall nach Weihnachten es nocheinmal mit Psychotherapie zu versuchen, bzw. im Notfall doch mal Langzeit-Psychopharmaka auszuprobieren (Etwas was meine Eltern für unklug halten - und ich eigentlich auch, aber ich muss meine eigene Erfahrung damit machen und wenn ich meine, dass ich es nötig habe, why not?). Außerdem will ich schauen, dass ich mir einen Job über die Weihnachtsferien suche. Morgen möchte ich mein Handy mal wieder anschalten (Hatte es jetzt über 2 Monate aus, weil wegen Angst und Frustriertheit das "tolle" Leben anderer zu beglotzen, bzw. ka. es strengt mich irgendwie an.) Außerdem will ich meine Fassade wieder aufsetzen, nicht mehr vor meinen Eltern weinen, ihnen nicht mehr von meinen Problemen zu berichten (Wozu gibt es Internet-Foren? ;-)). Und ich will wieder Weihnachtslieder hören... So blöd das klingt, aber alles was mit Weihnachten zu tun hat ist dieses Jahr irgendwie wie ein Finger in der Wunde, weil es mich irgendwie daran erinnert, dass nichts so läuft wie geplant. Aber ab morgen werde ich versuchen das ganze abzublocken, bzw. wenn ich frustriert und verzweifelt bin nicht wieder gleich einen Nervenzusammenbruch zu bekommen... ich habe ja noch das Atosil und wenn ich denke, dass es nötig wird es zu nehmen, werde ich meine Eltern nicht vorher fragen.


    Das ist alles ein bisschen viel, was ich mir vorgenommen habe, aber ich versuche wieder an den Punkt anzuknüpfen, an dem ich vor dem Sommer war. Und ich weiß, dass es wahrscheinlich nicht von heute auf Morgen klappt und es ein schleichender Prozess ist. Ich will versuchen mich damit abzufinden, dass das Leben nicht nach Plan läuft. Und das womit ich mich nicht abfinden kann, kann ich ja dann evtl. durch Psychotherapie in den Griff bekommen. Wo ich dann auch MEINE Themen anspreche und das was mir auf dem Herzen liegt und mich nicht beduseln lasse von den Meinungen und Überzeugungen anderer.


    Klingt das nach 'nem Plan? 8-)

    Leiriope schrieb:

    Wenn das so einfach wäre 8-( Alle sagen immer ich könne mir doch einmal ein Jahr Pause gönnen... mal was anderes tun. Jetzt habe ich schon ein halbes Jahr nicht mehr studiert und dieses halbe Jahr war das schlimmste in meinem ganzen Leben. Ich konnte nichts machen vor lauter Panikattacken und Frust. Ich weiß ja selber wie dumm das ist und ich hasse mich im Nachhinein auch so dafür.

    dass dir der boden unter den füssen weg gezogen wird ist natürlich schlimm. aber sieh es mal so: dass kann jedem passieren und es passiert jedem mal. klar ist ein erster instinkt dann immer, sich bei den eltern zurück zu ziehen, denn die wissen ja irgendwie, wie man das leben meistert und kümmern sich. sinnvoll auf lange sicht wäre es aber, damit auch mal selbst klar zu kommen. die schlimme zeit selbst zu überstehen, damit man danach weiss, dass man im leben auch mal harte zeiten überstehen kann - ganz ohne fremde hilfe.


    und panikattacken und frust können, wenn sie dich vom leben deines lebens abhalten - auch ein stück weit prokastinierend sein. du könntest dich ja in nem verein anmelden, freunde finden oder meinetwegen auch nur stricken oder töpfern lernen - aber dann hast du panik und hältst dich selbst davon ab. am nächsten tag könntest du dann wieder irgendwas machen, aber da bist du dann genervt, weil du am tag davor diese doofe panikattacke hattest. ich will damit nur sagen, dass deine panikattacken jemandem, der sein leben nicht leben möchte doch sehr gelegen kommen können. du selbst musst es auch wollen und dann wirst du eben die panikattacken auch mal überwinden und den frust beiseite schieben müssen.


    dabei kann dir aber nichts und niemand "von aussen" helfen, denn da musst du erstmal an deiner eigenen einstellung arbeiten.


    Leiriope schrieb:

    Wie gesagt... ich war gerade dabei erwachsen zu werden, selbständig zu werden, Dinge zu regeln und dann hat man mir irgendwie auf einmal den Boden unter den Füßen weggerissen (bzw. eigentlich bin ich es ja selbst schuld). Ich brauche halt irgendwie etwas länger zum erwachsen werden (liegt wahrscheinlich am protektiven Elternhaus) Ich komm heute selbst nicht darauf klar, dass ich so bin wie ich bin :-| . Selbsthass ist auch keine Lösung.

    selbsthass zeigt dir aber doch was gutes an: nämlich dass du grade ein leben führst, wie du es nicht führen möchtest. und indirekt zeigt es dir doch auch an, was für ein leben du führen möchtest.

    und dass du länger zum erwachsenwerden brauchst kommt doch irgendwie allen ausser dir gelegen: deine protektiven eltern haben noch länger eine unfähige und schwache tochter, auf die sie mit dem finger zeigen und um die sie sich kümmern können. auf dass das ganze dorf für ewig sehe, was für tolle eltern sie doch sind, dass sie sich für ihr kindchen selbst dann noch den arsch aufreissen, wenn es über 20 ist und probleme hat, bei denen es eigtl. gar keine hilfe benötigen würde.


    Leiriope schrieb:

    Ich habe halt auch sonst keine Freunde und das merkwürdige ist, dass ich gar nicht weiß ob ich welche haben will. Weil irgendwie schon, aber irgendwie stoß ich Leute dann doch immer wieder ab ":/ Aber das ist ein anderes Thema.

    man muss ja nicht gleich eine armee von freunden haben, jeden abend mit 50 leuten feiern gehen und ein extrem kommunikativer mensch sein. aber menschen sind nunmal soziale wesen. manchmal haben wir probleme oder schwierigkeiten oder gefühle oder wollen einfach so, dass uns mal jemand zuhört. klar, so ein forum hier kann auch ganz nett sein, aber es tut auch gut, mal in echt von jemandem in den arm genommen zu werden, der das nicht nur tut, weil man miteinander verwandt ist.

    aber wenn du in ein leben rein kommst, das für dich lebenswert ist, dann wird das auch von alleine - wenn du weniger auf deine eltern fixiert bist, bist du offener für andere menschen und wenn du in deinem leben tätigkeiten und hobbies findest, die dir spass machen findest du dadurch auch andere menschen.

    klar kann med1 auch mal ein guter anlaufpunkt für andere menschen sein. aber hier geht es dann letzten endes doch wieder nur um deine probleme. schöner ist es doch, wenn man sich mit jemandem über die musik unterhalten kann, die man mag oder über das pc-spiel, was man grade spielt oder über die hobbies oder über sonst was, was einen ausmacht - und dann dafür anerkennung findet.



    Leiriope schrieb:

    Klingt das nach 'nem Plan?

    psychotherapie ist erstmal nicht schlecht. aber ich frage mich, was da deine zielsetzung sein wird? ich meine, du möchtest da jemanden, um dich letzten endes auszuheulen, wenn ich das recht verstehe. dann zahlt die kasse dir das, du gehst hin und nach XY sitzungen ist alles wieder vorbei und du stehst genau da, wo du jetzt auch stehst.

    ich fände es besser, wenn du dir ein sinnvolles ziel ausdenken würdest. das könntest du mit dem therapeuten dann ja noch klarer erarbeiten. psychologen durchgehen eine jahrelange ausbildung und freie plätze sind sehr gesucht. da dann einen zu belegen, weil man mal ein bisschen über gott und die welt quatschen möchte ist nicht grade förderlich. er/sie wird dich nur begleiten können auf deinem weg zu einem ziel, das du selbst festlegen musst.


    deine idee, über weihnachten zu jobben finde ich allerdings gut. klar, im idealfall würde ich dir raten, mal für 1-2 wochen weg zu fahren, zu freunden. einfach, um nicht auch noch über weihnachten zuhause zu sitzen und auch mal mit anderen menschen zu tun zu haben.

    aber da das nicht gehen wird, ist ein ferienjob doch eine gute sache, um mal raus zu kommen. :)^

    anfangmitfreude schrieb:

    auf lange sicht wäre es aber, damit auch mal selbst klar zu kommen. die schlimme zeit selbst zu überstehen, damit man danach weiss, dass man im leben auch mal harte zeiten überstehen kann - ganz ohne fremde hilfe.

    Mir ging es schon oft schlecht und ich hattte oft Krisen und bin da selber wieder rausgekommen, dieses mal ist es das erste mal, dass meine Eltern überhaupt mitbekommen haben, dass es mir eigentlich nie so wirklich gut geht und versucht haben etwas zu ändern. Aber ich denke ich habe daraus gelernt, dass auch meine Eltern mir in Krisensituationen nicht wirklich helfen können.

    anfangmitfreude schrieb:

    jemandem, der sein leben nicht leben möchte doch sehr gelegen kommen können. du selbst musst es auch wollen und dann wirst du eben die panikattacken auch mal überwinden und den frust beiseite schieben müssen

    Die Panikattacken halten mich ja nicht nur ab Dinge zu tun. Ich habe auch erst seit diesem Sommer Panikattacken. Es ist mehr so, dass ich körperlich davon beeinträchtigt werde und verschiedene Situaten dann nicht meistern kann. Vielen Sachen (Nicht allen) stelle ich mich ja selber. Ich bekomme z.B. seit dem Sommer immer Panikattacken wenn ich einkaufen gehe, das hat mich trotzdem nur selten davon abgehalten einkaufen zu gehen, weil ich immer gedacht habe, wenn ich mich der Situation stelle, wird es vielleicht besser, es ist nur irgendiwe noch nicht besser geworden. Und die Lösung dafür ist natürlich herauszufinden, was mich am Einkaufen so stresst, und das weiß ich ja selbst: Die Reize überfluten mich irgendwie und ich stehe dann da, weil ich nicht mehr weiß, was ich kaufen soll, ob ich überhaupt etwas kaufen sollte. Am ende gehe ich dann immer entweder ohne etwas zu kaufen mit der festen Überzeugung, dass Materielles eh keine wahre Freude bringt oder ich kaufe in einem Adrenalinschuss einfach irgendwas um es schnell hinter mir zu haben...


    anfangmitfreude schrieb:

    psychotherapie ist erstmal nicht schlecht. aber ich frage mich, was da deine zielsetzung sein wird? ich meine, du möchtest da jemanden, um dich letzten endes auszuheulen, wenn ich das recht verstehe. dann zahlt die kasse dir das, du gehst hin und nach XY sitzungen ist alles wieder vorbei und du stehst genau da, wo du jetzt auch stehst.

    Ich weiß auch noch nicht so recht, was ich von einer Psychotherapie erwarte. Ich weiß nicht, ob es mir helfen kann. Da divergieren Hoffnung und realitätsnahe Erwartung. Meine realitätsbezogene Erwartung sagt mir, dass ein Psychotherapeut mir auch nur indem Sinne helfen kann, als dass er mit mir meine Probleme erörtert, den Auslöser dafür sucht, und mich dann motiviert etwas zu ändern. Ich glaube eigentlich dass ich selbst ganz gut darin bin meine Probleme und deren Auslöser zu erfassen. Eigentlich weiß ich selbst, was ich ändern muss. Die Hoffnung sagt mir, dass Psychotherapie mir doch irgendwie noch anders helfen kann. Viele Leute machen eine Psychotherapie und sagen, dass es das Beste ist, was Sie je gemacht habe. Als ich nach meinem letzten Nervenzusammenbruch in der Notfallambulanz der Psychiatrie gelandet bin, hat mir der Arzt dort auch geraten mir sowohl einen ambulanten Psychiater als auch einen Psychotherapeuten zu suchen mit den Worten, dass er jedem in jeder Lebenslage nur empfehlen kann eine Psychotherapie zu machen. Ich meine ich kann es ja mal versuchen. Wenn ich merke, dass es mir nicht hilft, kann ich immer noch auf den Psychiater zurück kommen... Vielleicht hilft mir Psychotherapie auch dabei motiviert zu bleiben. So ein Weichei wie ich braucht Strenge und Disziplin um den Allerwertesten hochzubekommen. Besser wäre natürlich, wenn das aus einem selbst käme, aber Blumen brauchen Zeit zum wachsen und man kann versuchen Sie zu düngen, weil der Nährboden Ihr nicht das mitgebracht hat, dass sie braucht um zu gedeihen. Ob der Dünger dann auch wirklich wirkt, oder die Blume nur noch mehr eingehen lässt, ist dann wohl Sache des Schicksals. Muss die Blume sich schuldig fühlen, wenn der Dünger an sie verschwendet wurde, der doch einer anderen Pflanze weitaus mehr geholfen hätte? Ich weiß jedoch, dass ich ein Lebewesen der aktiven Fauna bin. Als Mensch ist man mit Moral gesegnet oder belastet. Ob ich mich dann schuldig fühle muss ich mit meinem Gewissen vereinbaren können.


    Aber was ist schon Wahrheit, was ist schon Schicksal. Wir werden es nie erfahren können und können uns nur daran aufhalten. Wir können uns dazu entscheiden unsere Reise zu planen und Erwartungen zu haben, oder wir laufen einfach drauf los ohne es überhaupt erst als Reise zu bezeichnen die ein Ziel und Erwartungen vorraussetzt.

    Oh je, das was du schreibst hat sehr sehr viel Ähnlichkeit mit mir, deine Gefühle, deine Gedanken, und offensichtlich auch dein Verhalten. Sowie das Gefühl, irgendwie verzögert Erwachsen zu werden.


    Wirklich geholfen, mich nicht so ziellos und 'wartend' zu fühlen (denn das ist ja das eigentliche Problem) haben über die ganzen Jahre zwei Dinge:

    - Antidepressiva

    - und, so unglaubwürdig es klingen mag : Programmieren


    Ich habe nicht alles im Detail gelesen, aber du machst schon eine Psychotherapie, oder? Weisst du deine Diagnose?

    Bei mir wurde damals (ich bin mittlerweile 33, die Therapie wurde mit ca 18 - 20 Jahren bei mir gemacht) eine Art chronische Depression diagnostiziert. Nach einigen erfolglosen Versuchen mit Medikamenten war Moclobemid das erste Mittel was eine Wirkung zeigte. Diese war aber auch nur begrenzt und so wurde ich auf Jatrosom eingestellt. Dieses nehme ich niedrigdosiert immer noch, aber komme damit sehr gut zurecht, keinerlei Einschränkung. Über die Jahre habe ich die Dosis immer weiter runtergeschraubt und bin nun bei 10mg (entsprechend einer Tablette) am Tag.

    Vielleicht ja ein Anreiz, denn dieses Medikament (Wirkstoff : Tranylcypromin) wird nicht oft und nicht gerne verschrieben, da es einige Wechselwirkungen hat und man ein bisschen vorsichtig mit bestimmten Lebensmitteln sein sollte. Ich hatte allerdings keine echten Einschränkungen. Einzig bei Rotwein merke ich Kopfschmerzen bei mehr als zwei Gläsern. Ansonsten, solange alles in Maßen ist: Null Probleme. Ein Bekannter nahm das Medikament ebenfalls viele viele Jahre und auch er hatte keinerlei Einschränkungen oder Nebenwirkungen.

    Mit diesem habe ich mich das erste Mal besser gefühlt.


    Naja, dann kamen bei mir trotzdem einige chaotische Jahre, ich war immer noch ziellos, wusste nicht so recht was ich mit mir und meinem Leben anstellen sollte, bis ich vor nur ein paar Jahren (da war ich Ende 20) durch Zufall auf ein paar Computernerds gestoßen bin und das erste Mal überaupt detaillierter mit Programmierung in Berührung kam. Voila, irgendwie tut es gut :-) Klingt als wäre es eine neue Art der Mediation aber bei mir hat es tatsächlich meinem Leben nochmal eine ganz neue Richtung geben, eine neue Perspektive. Man kann so viel damit machen...und, wenn man jemanden hat mit dem man sich austauschen kann und gerade am Anfang ein wenig Hilfestellung bekommen macht es wirklich wirklich Spaß! Auch bei dem Thema Reisen geht es mir wie dir, und auch hier bietet sich gerade im IT Bereich die Möglichkeit Arbeit mit Reisen zu verbinden.


    Ich war nie ein Mensch der sich auch nur annähernd mit Technologie beschäftigt hatte, meine Interessen waren absolut geisteswissenschaftlich-sozial (habe Politikwissenschaften studiert und ein Psychologiestudium beendet), außerdem bin ich sehr naturinteressiert, und habe wirklich durch ausprobieren gemerkt, dass das Spass macht (weil ich mich von einem der Leute dazu anstacheln ließ doch mal was auszuprobieren).

    Hast du dir sowas mal angesehen? Ich war bis dato null damit in Berührung gekommen.


    Vielleicht nochmal eine Idee für dich? Klingt sehr abwegig, aber ein Mensch der recht abwegig denkt benötigt oft ein Pfad abseits ausgetretener Pfade um zu seinem Ziel zu finden. War bei mir zumindest so ;-)

    Mir macht das sehr viel Spaß, und gleichzeitig bringt es einige Freiheiten mit sich, sein Leben zu gestalten.

    Hast du in der Richtung mal geschaut?

    Habe eben auch noch gelesen, dass du unter Panikattacken leidest. Das sind oft ebenfalls Anzeichen von Depressionen.

    Das solltest du wirklich unbedingt behandeln lassen! Depressionen machen es einem unheimlich schwer aus einem Gedankenzirkel auszubrechen und sich auf neues einzustellen, Veränderungen anzugehen, Entscheidungen zu treffen, aktiv zu werden.


    Mach das als erstes! Auch wenn du auf einen Termin warten musst, es lohnt sich! Und, wenigstens für den Anfang, lass dir Medikamente verschreiben. Es ist nicht vorgesehen, dass du sie wie ich jahrelang nehmen musst, aber sie können am Anfang enorm helfen aus dem festgefahrenen Gedankenkreisel auszubrechen und sich smit auf eine Gesprächtherapie wirklich einzulassen. Gerade wenn du diese Gedanken schon jahrelang mit dir rumschleppst.

    flatwhite schrieb:

    Oh je, das was du schreibst hat sehr sehr viel Ähnlichkeit mit mir, deine Gefühle, deine Gedanken, und offensichtlich auch dein Verhalten. Sowie das Gefühl, irgendwie verzögert Erwachsen zu werden

    Yay, Gleichgesinnte ;-)


    flatwhite schrieb:

    Wirklich geholfen, mich nicht so ziellos und 'wartend' zu fühlen (denn das ist ja das eigentliche Problem) haben über die ganzen Jahre zwei Dinge:


    - Antidepressiva

    - und, so unglaubwürdig es klingen mag : Programmieren

    Ich bin den Antidepressiva zurzeit nicht abgeneigt. Aber was du mit dem Programmieren meinst, kann ich vollkommen verstehen. Ich habe meine depressiven Phasen immer nur, wenn ich gerade kein Ziel mehr vor Augen habe und gerade nichts wo mit ich mich auf Dauer beschäftigen kann. Ein Hobby oder eine feste Tätigkeit kann dann dem Ganzen wieder einen neuen Sinn geben, bzw. Ablenken davon, dass man der Welt irgendwie traurig gegenüber gesinnt ist.


    flatwhite schrieb:

    Ich habe nicht alles im Detail gelesen, aber du machst schon eine Psychotherapie, oder? Weisst du deine Diagnose?

    Ich habe Psychotherapie in der psychosomatischen Klinik, in der ich war gehabt. Ich habe da eine ganze Liste von Diagnosen bekommen, aber mit nichts konnte ich mich wirklich identifizieren 8-(. Am ende wollte man mir sogar eine Schizophrenie andichten. Eigentlich ist ja eh alles viel mehr miteinander verbunden, als man das mit dem Auswerten von Fragebögen von bestimmten Verhaltens- und Denkmustern klassifizieren kann. Als ich ambulant in der Psychiatrie war hat man mir gesagt ich hätte eine "Anpassungsstörung", wahrscheinlich schreiben die das bei jedem rein, der gerade mal nur vorbei spaziert und irgendwie nicht mehr klar kommt, aber im groben und Ganzen beschreibt das meine Situation gerade am besten. Vielleicht gerade weil es so allgemein ist.

    flatwhite schrieb:

    Vielleicht ja ein Anreiz, denn dieses Medikament (Wirkstoff : Tranylcypromin) wird nicht oft und nicht gerne verschrieben, da es einige Wechselwirkungen hat und man ein bisschen vorsichtig mit bestimmten Lebensmitteln sein sollte. Ich hatte allerdings keine echten Einschränkungen.

    Hmm. Ich glaube, das wäre nicht das richtige für mich, da ich sowieso schon ein Problem mit Histamin habe, bzw. dann eventuell auch Tyramin, die ständig in mein sympathisches Nervensystem reinhauen. Ich habe definitiv einen Überschuss an Stresshormonen, was bestimmt auch bei meinen Panikattacken mit reinhaut. (Ich war ja schon immer was ängstlich, aber das was seit dem Sommer abgeht ist halt irgendwie nicht mehr normal.)


    flatwhite schrieb:

    Ich war nie ein Mensch der sich auch nur annähernd mit Technologie beschäftigt hatte, meine Interessen waren absolut geisteswissenschaftlich-sozial (habe Politikwissenschaften studiert und ein Psychologiestudium beendet), außerdem bin ich sehr naturinteressiert, und habe wirklich durch ausprobieren gemerkt, dass das Spass macht (weil ich mich von einem der Leute dazu anstacheln ließ doch mal was auszuprobieren).

    Hast du dir sowas mal angesehen? Ich war bis dato null damit in Berührung gekommen.

    Tatsächlich habe ich mich früher als Kind sehr mit Programmieren auseinander gesetzt :-)Ich hatte meinen ersten Computer mit 6 oder 7 und der war mein ein und alles. Ich hab mich früher aber eher mit HTML auseinander gesetzt und wollte Webdesignerin werden und als das dann in der Oberstufe plötzlich alle konnten, hat es mir irgendwie keinen Spaß mehr gemacht und ich hab mir anderer Interessen gesucht.


    Übrigens auch so etwas woran ich irgendwie immer verzage: Ich suche mir ein Hobby und gehe darin sehr schnell auf, muss aber dann irgendwann feststellen, dass während andere länger brauchen um zu dem Punkt zu kommen an dem ich bin, diese dann auch stetig weiter kommen, währendessen ich nun da bleibe und dann gebe ich meistens auf. Daher auch mein dringender Wunsch mein Studium fortzusetzten, damit ich nicht schon wieder aufgebe, nur weil andere mich überholt haben. Aber andererseits frage ich mich, gebe ich so schnell auf, weil mir etwas keinen Spaß mehr macht und das nicht das Richtige für mich ist, oder weil ich frustriert bin über meine eigene Faulheit.

    flatwhite schrieb:

    Mach das als erstes! Auch wenn du auf einen Termin warten musst, es lohnt sich! Und, wenigstens für den Anfang, lass dir Medikamente verschreiben. Es ist nicht vorgesehen, dass du sie wie ich jahrelang nehmen musst, aber sie können am Anfang enorm helfen aus dem festgefahrenen Gedankenkreisel auszubrechen und sich smit auf eine Gesprächtherapie wirklich einzulassen. Gerade wenn du diese Gedanken schon jahrelang mit dir rumschleppst.

    Ich habe heute eine Psychotherapeutin angeschrieben, mit der ich schon im Sommer Kontakt hatte. Wahrscheinlich werde ich das morgen wieder bereuen, aber es ist doch schonmal ein erster Schritt, oder? Medikamente kann man sich schlecht vom Hausarzt verschreiben lassen. Ich glaube nicht das meine Hausärztin mir plötzlich auf meinen Wunsch hin Antidepressiva verschreibt. Ich habe mich neulich mal von einem Psychiater im Bekanntenkreis aufklären lassen und der hat mir erzählt, dass die Gabe von Langzeitantidepressiva bei Leuten in meinem Alter zunächst immer nur stationär erfolgen sollte aufgrund des gesteigerten Antriebs (weil wegen Suizidgefahr).


    Heute war mein Tag übrigens schon ganz okay. Am Morgen wollte ich gar nicht, war wieder endlos verzweifelt, habe mich dann aber aufgerafft, diese E-Mail an die Psychotherapeutin geschrieben, auf die Nachricht eines alten Bekannten geantwortet, der mich vor 2 Monaten angeschrieben hat und ihm erzählt, dass ich nicht geantwortet habe, weil es mir momentan nicht so gut geht (Das habe ich noch nie getan). Dann war ich irgendwie schon wieder verzweifelt, aber dann habe ich Kekse gebacken :-) Die Nacht wird warscheinlich wieder nicht so toll, aber ich habe das Gefühl, dass heute wieder ein Anfang ist (und ja, dass hatte ich schon oft und dann war doch wieder alles blöd) aber wenn ich ja gar nicht erst versuche aus meinem Gedankenkreisen zu kommen ist das ja auch dumm.


    Ich wünsche euch allen einen schönen dritten Advent :)-:)-:)-

    also, mir geht es so: Ich will eigentlich nur noch Weihnachten feiern. Aber es geht mir nicht gut. Ich muss deshalb etwas dafür tun, damit es mir besser geht.


    Da ich ein ähnliches Ziel habe (ich will frei sein), habe ich mich also in die Diskussion eingeklinkt. ob es mir Spaß macht? nein.