Innere Leere, keine Gefühle mehr, Depression Partner

    Hallo,


    leider hat mein Freund seit ca. 6 Monaten Depressionen (es ist ein ständiges auf und ab) und empfindet seitdem eine innere Leere. Er weiß nicht ob er mich noch liebt, hat keine Gefühle mehr - weder für sich, noch für mich. Auch sein Hobby erfüllt ihn nicht mehr so wie früher.


    Er leidet unter Schlafstörungen, ständiger Müdigkeit und fühlt sich nur noch leer, traurig und kann sich selbst nicht leiden.


    Mir geht es seitdem auch sehr schlecht, wer hört gerne, dass er nicht mehr richtig geliebt wird und der Partner nichts mehr fühlt? :°(


    Gibt es hier Betroffene die mir von dieser Gefühlslage berichten können? Ist es während einer Depression normal, dass man seine Liebe plötzlich in Frage stellt bzw. nichts mehr empfindet? Mich erschreckt das ganze und ich bin ständig am zweifeln. :-( (Sogar Bilder von unserem Urlaub lösen keine Empfindung mehr bei ihm aus).


    Dieses abwarten, dieser Schwebezustand ob er die Beziehung vielleicht plötzlich beendet.


    Die Frage nach dem "Warum", ob man etwas falsch gemacht hat, ob man selbst der Grund für die Depression ist usw.

  • 8 Antworten
    Zitat

    Er weiß nicht ob er mich noch liebt, hat keine Gefühle mehr - weder für sich, noch für mich.

    Toffifee


    Ich hatte zwar keine Depression (andere Diagnose), aber auch über Jahre keine Gefühle mehr. Ich war innerlich tot, konnte nichts mehr empfinden. Damit will ich dir sagen, dass Du wohl keine Antwort auf deine Frage - ob er dich noch liebt - bekommen kannst. Wenn dein Freund sich seit 6 Monaten in diesem Zustand befindet, kann er keine Antwort darauf geben. Andererseits, wenn er sich dir gegenüber ablehnend verhält, betrachte ich das als Ausdruck seiner derzeitigen Lage. Es könnte sein das er auch das für sich nicht einordnen kann, weil die Gefühle dazu fehlen.


    Nach meiner Erfahrung bleibt dir nur deine eigene unerschütterliche Liebe zu deinem Freund. Wenn Du ihm beistehen willst, solltest Du dir diese Aussagen nicht so zu Herzen nehmen. Du raubst dir damit selbst deine eigene Kraft, die Du unbedingt brauchst, wenn Du deinen Freund unterstützen willst.


    Ganz wichtig für dich finde ich, dass Du dir jetzt nicht die Schuld an seinem Zustand gibst, Du an dir zweifelst. Sonst könntest Du u.U. selbst auf Dauer in eine schwierige Lage geraten.


    Meine Frage wäre noch, ob denn eine Diagnose erstellt wurde und er medikamentös behandelt wird? Befindet er sich in Therapeutischer Behandlung bzw. steht das an? Denn in seinem - von dir beschriebenen Zustand - wird es mMn ohne fachliche Hilfe sehr, sehr schwer sein, aus seiner Depression wieder heraus zu finden.

    Meine bessere Hälfte stellt mir in schwierigen Situationen immer die Frage, ob ich mir "jetzt" ein Leben ohne sie vorstellen könnte. Das hilft mir zum Beispiel. Es ist wichtig zu erfahren, welche Gründe für das veränderte Verhalten seit 6 Monaten vorliegen. Da kannst du dir Gedanken machen und mal versuchen, welche Ereignisse in Frage kommen könnten. Die Schuld bei sich zu suchen macht erst einmal keinen Sinn. Vielmehr solltest du ihn Fragen, ob du ihm helfen kannst! Diese Frage sollte er mit Ja beantworten, sonst wird es für eure Beziehung knifflig.

    Fizzlypuzzly hat schon gefragt, ob dein Freund in ärztlicher und therapeutischer Behandlung ist. Medikamente oder Therapien können keine Wunder vollbringen, vor allem nicht sofort, aber zumindest passiert etwas, es gibt einen Weg und damit auch die Aussicht oder Hoffnung, dass es wieder anders und besser wird. Ich glaube, das ist gerade für den Partner, der zum einen mit dem geliebten Menschen mitleidet und zum anderen in der Beziehung alleine dasteht und damit zu kämpfen hat, ganz elementar.


    Davon abgesehen: Toffifee, hast du denn jemanden, der dir zur Seite steht und in dieser schwierigen Lage für dich da ist?

    Mir ging es wie deinem Freund. Aber die Gefühle sind nicht weg, nur gerade überlagert. Mit einer vernünftigen Therapie kann alles wieder gut werden. Ich bin mir seit meiner Therapie meiner Gefühle sogar deutlicher bewusst, als je zuvor. Mein Mann hat gelitten während meiner Erkrankung, aber er hat mich nie aufgegeben. Er hat quasi für 2 geliebt, bis ich es wieder fühlen konnte.

    Vielen Dank für eure Antworten.


    Es liegt noch keine gesicherte Diagnose vor, er geht jedoch nächste Woche zu seiner Hausärztin um alles abklären zu lassen. Ich überlege ständig was die Ursache sein könnte, er auch. Wir kommen zu keinem Ergebnis und je mehr er seine Gefühle zu ergründen sucht, umso verzweifelter wird er - er findet nichts, nur Leere. Was ich sagen kann:


    Wir wollten bzw. haben an unserer Familienplanung gebastelt. Seine Psyche war zu diesem Zeitpunkt (meiner Meinung nach) noch in Ordnung. Plötzlich gab es in meiner Familie eine Veränderung, mit der ich nicht klar kam. Ich habe geweint und war fertig mit den Nerven... er hat mich aufgebaut war aber gleichzeitig auch etwas wütend und irgendwann bekam er plötzlich eine Art Panikattacke? Ihm wurde plötzlich der Brustkorb eng und es war ihm, als ob er keine Luft mehr bekommen würde. Albträume kamen hinzu... er und ich nahmen es nicht zu ernst. Ich war nur sehr, sehr traurig da er plötzlich unseren Kinderwunsch verschieben wollte. Ich verstand die Welt nicht mehr! Er würde sich JETZT nicht freuen, wenn ich schwanger wäre.


    Plötzlich sah er alles negativ (er ist sonst ein sehr positiver Mensch). Paare die sich trennen, die Kinder meiner Freundin (die er sonst liebt) gingen ihm nicht mehr zu Herzen, sein Hobby machte ihn nicht mehr so glücklich usw.


    Gleichzeitig triebt er sehr viel Sport (so bekommt er den Kopf frei) und nahm 14 Kilo ab.


    Vor drei Tagen gab es wieder einen Auslöser

    und seitdem geht es ihm wieder schlechter.


    Ich sage ständig, dass es doch etwas mit dem Kinderwunsch zu tun haben muss, er plötzlich keine Kinder mehr will, er dadurch aufgewacht ist und merkte, dass ich nicht die Richtige für ihn bin usw.


    Meine Schwester, meine Freundin und meine Mutter stehen mir zum Glück zur Seite.

    Also Vorwürfe bringen euch beide nicht weiter. Eine Depression kann unendlich viele Ursachen haben.

    Zitat

    Ich sage ständig, dass es doch etwas mit dem Kinderwunsch zu tun haben muss, er plötzlich keine Kinder mehr will, er dadurch aufgewacht ist und merkte, dass ich nicht die Richtige für ihn bin usw.

    Das ist das Schlimmste, was du einem Depressivem antun kannst. Anscheinend braucht nicht nur er Hilfe, sondern auch du. Bitte kümmer dich darum.

    Zitat

    Also Vorwürfe bringen euch beide nicht weiter. Eine Depression kann unendlich viele Ursachen haben.

    Zu diesem Zeitpunkt haben weder er noch ich vermutet, dass er unter einer Depression leiden könnte.

    Zitat

    Das ist das Schlimmste, was du einem Depressivem antun kannst. Anscheinend braucht nicht nur er Hilfe, sondern auch du. Bitte kümmer dich darum.

    Ich wollte ihm helfen und habe versucht, seine Gefühle zu sortieren bzw. die Ursache zu finden, damit er wieder klarer sehen kann.