Introvertiert,Schüchtern,Angstgestört und Depressiv

    Moin,


    ja, der Titel sagt eigentlich schon das meiste. Ich bin introvertiert,extrem schüchtern Frauen gegenüber, hab eine generalisierte Angststörung, eine Sozialphobie und natürlich auch Depressionen.


    Das Problem ist, das ich eine Frau kennengelernt habe, die meine zweite große Liebe war. Ich hatte eine echt schöne Zeit mit ihr, aber zur Beziehung hatte es natürlich nicht gereicht da mir mein psychischer Knax alles ziemlich ruiniert hat. War halt nicht genug Selbstbewusst und habe mich nichts getraut. Ist aber nicht das erste mal.


    Wie kann ich mehr Selbstbewusstsein oder überhaupt Selbstbewusstsein aufbauen?? Wie trainiert man sowas mit meinen Vorraussetzungen ???

  • 19 Antworten

    Ohne Therapie wird es sehr, sehr schwer werden etwas zu ändern.


    Wer hat denn bei dir die Diagnosen gestellt?


    http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/sozphobie.html

    Ich war zuerst wegen psychosmoatischen Symptomen beim Arzt, der hat dann Blutwerte etc. gemessen und meinte ich bin körperlich Gesund. Hat mich dann zur psychatrischen Klinik überwiesen wo dort dann "Vegetative Dystonie" diagnostiziert wurde und gesagt wurde das das schon von alleine weggeht, weil mein Körper im ungleichgewicht ist. Panikattacken etc. gingen dann auch alles zurück, bis nach ca 8 Monaten die ersten Symptome wieder kamen und ich noch zu anderen Ärzten ging, welche dann die Angststörung diagnostizierten. Ob ich eine "eigenständige" Depression habe ist schwer zu sagen, da die wohl eine Begleitserscheinung von der Angststörung sein sollen.


    Eine Therapie ist zeitlich schwierig wegen meiner Ausbildung. Ausserdem kann ich nicht über meine Gefühle reden, bei sowas verkrampfe ich

    So weit mir bekannt ist, muss der Arbeitgeber dich für die Therapiestunden frei stellen.


    Bei ausbleiben der Therapie könnte ansonsten ja eine Arbeitsunfähigkeit entstehen.


    Ruf am besten einmal bei deiner Krankenkasse an und frag nach.

    Ich bin in einem ziemlich großen Betrieb wo man nur sehr schwer reinkommt. Habe Angst das die mich feuern wenn die von meinen psychischen Problemen wissen.

    Nein der Betrieb muss nicht so ein quatsch.


    Wie alt bist du denn? Such dir einen guten Therapeuthen und geh Schritt für Schritt.

    Ich bin jetzt 19. Mein Problem ist wie gesagt, das ich kaum mit dem Therapeuten reden kann und das ich eben erst gegen 17 Uhr Feierabend habe und dann noch ein Stückchen fahren muss

    Degraded, du bestimmst was dir wichtig ist. Wenn Arbeit/Ausbildung wichtiger ist, ist dein gesundheitliches Problem und deine psychische Krankheit dir offenbar nicht wichtig genug. Ich denke auch, dass sich das kombinieren ließe, wer das nur will. Dein Arbeitgeber bekommt keine Diagnosen. Deine Termine können also alles mögliche sein: Zahnarztbesuche, Rücken, Massagen, irgendwas. Aber dein Arbeitgeber bekommt ja auch dein Verhalten mit und wird sich seinen Teil denken. Mal ne Frage: hast du dort auf Arbeit/in der Ausbildung auch Probleme?

    Zitat

    Ausserdem kann ich nicht über meine Gefühle reden, bei sowas verkrampfe ich

    Dann verkrampfst du eben, es wechselt mal kurz auf was anderes oder gibt 2-5 Minuten Stille (fühlen sich elend lang an, aber Therapeuten halten das gut aus), und dann vielleicht zurück zum Gespräch. Im psychotherapeutischen Umfeld gibt's außerdem Wege, deine Gefühle ohne Reden (oder mit weniger Reden) auszudrücken: Musiktherapie, Kommunikative Bewegungstherapie, Kommunikative Gestaltungstherapie, Maltherapie, Tanztherapie, Sporttherapie, Ergotherapie - nur mal als Beispiele. Und da steckt wesentlich mehr dahinter, als es erstmal den Anschein hat. Meist in der Gruppe als Gruppentherapien. Also auch mit Frauen.

    Zitat

    Wie kann ich mehr Selbstbewusstsein oder überhaupt Selbstbewusstsein aufbauen?? Wie trainiert man sowas mit meinen Vorraussetzungen ???

    Indem du vielleicht für dich erkennst, wie sehr beeinträchtigend das Problem für dich ist und irgendwann einsiehst, dass der medizinisch-therapeutische Weg mit diesen Vordiagnosen wohl am meisten Erfolg verspricht.


    Übrigens bei Angststörungen sehr erfolgreich: eine Konfrontationstherapie als Verhaltenstherapie. Jepp, mit Frauen! ;-) Aber schrittweise und mit jedesmal kleinen Erfolgen. Überleg dir schon mal, ob aus deiner Sicht lieber Therapeutin oder Therapeut. Und lieber Einzeltherapie oder Gruppentherapie. Und ob ambulant (also mit Terminen) oder stationär (dann ist man mehrere Wochen in der Klinik). Und würdest du den Therapeuten/in anschauen wollen im Gespräch oder nicht?


    Oder traust du dir selbst was zu, ohne diese therapeutische Begleitung? Dann hätte ich auch noch Vorschläge.


    Übrigens: Hier kannst du doch toll mit den anderen reden!

    Vielleicht wäre ein Klinikaufenthalt eher etwas für dich. Muss ja nicht stationär sein. Geht ja auch Tagesklinik. Da wärst du erst einmal eine Weile krank geschrieben und könntest dich voll und ganz auf die Therapie konzentrieren. Eine ambulante Nachbetreuung wäre natürlich von Vorteil. Da sind aber sehr lange Wartezeiten einzuplanen. Also von heute auf morgen wirst du da eh keinen Platz bekommen.


    Bezüglich der Vereinbarung von Job und Therapie lässt sich sicher eine Lösung finden. Vielleicht kannst du am Tag der Therapie eher gehen und die fehlende Zeit einen anderen Tag nacharbeiten. Das müsste man mit dem Arbeitgeber besprechen. Wenn Therapeutentermin und Arbeit gar nicht vereinbar sind, kannst du dich eigentlich mit einem Attest freistellen lassen. Besprich das mit der Krankenkasse. Die kann dir da sicher auch Tipps geben.

    Zitat

    Ich bin jetzt 19. Mein Problem ist wie gesagt, das ich kaum mit dem Therapeuten reden kann

    Du kannst es ja lernen ;-) Sag dem Therapeuten, dass es dir vermutlich schwer fallen wird dich zu öffnen. Dann weiß er bescheid und wird Schritt für Schritt an dem Problem arbeiten. Irgendwann wirst du dich öffnen können. Es braucht nur Zeit und deinen Willen etwas zu ändern.

    Du bist noch sehr jung mit 19 kannst du noch alles ändern.


    Habe auch jemanden geholfen der soziale Phobie hatte, auch er arbeitet seit 3 Jahren daran aber er hat sich extrem geändert.


    Und das mit dem Betrieb musst du wissen, ich wollte damals nicht das mein Umfeld wusste ich hab Depressionen.


    Leider kommen damit heute viele nicht klar.

    Danke für all die Antworten.

    Zitat

    Wenn Arbeit/Ausbildung wichtiger ist, ist dein gesundheitliches Problem und deine psychische Krankheit dir offenbar nicht wichtig genug. Ich denke auch, dass sich das kombinieren ließe, wer das nur will. Dein Arbeitgeber bekommt keine Diagnosen.Mal ne Frage: hast du dort auf Arbeit/in der Ausbildung auch Probleme?

    Nein,.. so verspitzt bin ich nicht darauf. Aber die Ausbildung ist das einzige was mich irgendwie noch am Wasser hält. Die Ausbildung ist ein 6er im Lotto und ich will auf keinen Fall die Stelle dort verlieren. Die Ausbildung beginnt erst im Februar, allerdings bin ich Anfang Januar schon auf Seminaren bis dahin. Ich glaube also nicht das ich mir während meiner Probezeit jede Woche einmal freinehmen kann :/

    Zitat

    Mal ne Frage: hast du dort auf Arbeit/in der Ausbildung auch Probleme?

    Also die Ausbildung beginnt ja (noch) nicht. Erst Februar wie gesagt, allerdings sind meine Störungen noch nicht so ausgeprägt. Ich kann in der Öffentlichkeit sein, zum Fitnessstudio oder auf Partys gehen. Allerdings ist es immer sehr Anstrengend für mich (an manchen Tagen). Bei Partys bin ich immer in der letzten Minute kurz davor abzusagen, das ich krank o.ä bin. Habe halt die klassischen Gedankengänge von einer Angststörung, geringes Selbstbewusstsein/wertgefühl und bin etwas Selbstzerstörerisch. Ich habe im allgemeinen ein Problem beim Essen mit fremden Leuten bzw. um fremde Leute herum, da ich dann sehr zitterige Hände habe und mich beobachtet fühle. Unter Fremden Leuten bin ich halt im allgemeinen nervös, aber wenn ich mich dazu zwinge klappt es meistens.

    Zitat

    eine Konfrontationstherapie als Verhaltenstherapie.

    Inwiefern Konfrontationstherapie?

    Zitat

    Übrigens bei Angststörungen sehr erfolgreich: eine Konfrontationstherapie als Verhaltenstherapie. Jepp, mit Frauen! ;-) Aber schrittweise und mit jedesmal kleinen Erfolgen. Überleg dir schon mal, ob aus deiner Sicht lieber Therapeutin oder Therapeut. Und lieber Einzeltherapie oder Gruppentherapie. Und ob ambulant (also mit Terminen) oder stationär (dann ist man mehrere Wochen in der Klinik). Und würdest du den Therapeuten/in anschauen wollen im Gespräch oder nicht?

    Uff, auf die ganzen Fragen hätte ich keine Antwort da ich mich nicht damit auskenne und nicht weiß was das beste wäre, wobei ich glaube das ich ein Therapeut bevorzuge über einer Therapeutin,.. Augenkontakt mit dem Therapeuten/in würde ich am liebsten Umgehen um ehrlich zu sein, aber das wäre ja sowieso nicht möglich,.. oder?

    Zitat

    Vielleicht kannst du am Tag der Therapie eher gehen und die fehlende Zeit einen anderen Tag nacharbeiten.

    Weiß halt nicht wie weit ich den Bogen während der Probezeit ausspannen kann. Ist ein reiner Leistungsbetrieb, wenn man einknickt ist man halt raus. Deswegen wäre die Situation das mein Umfeld/mein Arbeitsplatz davon mitbekommen, absolutes worst case Scenario