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    Ich denke, DanKing hat sich an das Forum gewandt, um ggf. mehr als googelbare Informationen zum Thema und evtl. auch Erfahrungsberichte zu bekommen. Kannst du denn was zum Thema sagen?

    Ich bin nicht der erste User, der einfach nur auf Google verwiesen hat. Wundert mich, dass auf mich direkt der Admin reagiert. Irgendwie....albern.

    Es gibt keine irreversible Psychosen. Außer, wenn überhaupt, wenn sie auf hirnorganische Schädigungen zurückzuführen sind.


    Psychosen sind im allgemeinen gut behandelbar - durch eine Psychotherapie.


    Manchmal kann die Psychotherapie vorübergehend auch durch Medikamente unterstützt unterstützt werden.


    Allerdings stellt eine Psychotherapie ziemlich hohe Anforderungen an den behandelnden Psychotherapeuten.


    Deswegen wird oft nur medikamentös "behandelt". Das ist sogar oft so, leider.


    Medikamente, die antipsychotisch wirken, haben aber sehr oft Nebenwirkungen. Insbesondere wenn sie zu hoch dosiert werden und zu lange eingenommen werden, was leider auch oft geschieht.


    Eine die Psychotherapie begleitende, medikamentöse Behandlung von Psychosen setzt viel Erfahrung voraus.

    Es zieht sich wie ein roter Faden durch dieses Forum und seine Unterabteilungen: da wird mit ein paar schmückenden Worten drumherum eine Frage von zwei Worten in das Forum geworfen und nun gebt mir bitte darauf eine Antwort. Wer sich nicht schriftlich ausdrücken kann, der sollte wenigstens nach ein oder zwei Tagen nochmals erscheinen und fragen, warum keine Antworten kommen oder von selbst etwas mehr zu seiner "Zwei-Worte-Frage" schreiben.


    Die Fraktion mit dem krassen Gegenteil schreibt so viel, dass die eigentliche Frage verschwindet und beschwert sich, wenn jemand auf Einzelheiten eingeht, die nicht die Frage betreffen, mit ihr aber einen Zusammenhang darstellen.

    Wie schon geschrieben wurde: Eigentlich ist keine Psychose irreversibel. Aber eine Grunderkrankung wie Schizophrenie bleibt natürlich und muss lebenslang behandelt werden.


    Ansonsten: Es gibt nicht "die" Psychose, sondern sogar verschiedene Auslöser. Da braucht man schon mehr Infos...!!!

    @ yukumu:

    Deinen Beitrag halte ich medizinisch für bedenklich! Psychosen müssen IMMER medikamentös behandelt werden und auch langfristig geht es ohne Medikamente nicht auf Dauer gut. Das zeigen die vielen vielen Fälle, die ihre Medikamente absetzen, weil es ihnen ja gut geht... Ja, aber es geht eben nur MIT Medikamenten gut.


    Psychotherapie bei Psychosen ist schwierig und wird von wenigen Therapeuten gemacht, das stimmt. Dabei gibt es durchaus wichtige Ansatzpunkte. Aber es geht nur MIT stabiler Medikation!!!


    Ausnahme: Drogeninduzierte Psychosen. Da kann man es ohne Medikamente versuchen, aber dazu muss auf die Droge verzichtet werden.

    Zitat

    Deinen Beitrag halte ich medizinisch für bedenklich! Psychosen müssen IMMER medikamentös behandelt werden und auch langfristig geht es ohne Medikamente nicht auf Dauer gut. Das zeigen die vielen vielen Fälle, die ihre Medikamente absetzen, weil es ihnen ja gut geht... Ja, aber es geht eben nur MIT Medikamenten gut.

    Japp. Wir hatten hier in der Nachbarschaft gleich zwei solcher Fälle - die eine hätte dann, nachdem sie sonst immer "nur" Leute angepöbelt hatte, wenn sie (mal wieder ...) ihre Medikamente nicht genommen hat, fast das Haus angezündet, in dem sie wohnte (zum Glück ist es bei einem kleineren Zimmerbrand geblieben). Der andere ist "Verdammter Spitzel, ich stech dich ab!" zischend auf Passanten losgegangen, unter anderem auf mich, die ich damals ein wenige Wochen altes Baby auf dem Arm hatte. Superschöne Sache, wirklich, ich bin schwer begeistert von Leuten, die die verdammte Medikation da nicht ernst nehmen. %-|


    Sunflower, ist das eine lebenslange Sache? Ich hatte bisher gedacht, dass es solche "lebenslangen" Fälle ebenso gibt wie welche, bei denen man unter ärztlicher Aufsicht irgendwann die Medikamente ausschleichen und dann gegebenenfalls auch weglassen kann. Oder sind das seltene Einzelfälle oder gar ein Irrtum?
    Und: Sind Wochenbettpsychosen eine ähnliche Ausnahme wie drogeninduzierte Psychosen?

    Shojo, heiliger Mist. Sowas ist einfach immer richtig gruselig. ??ich kann mich davon nicht freisprechen, mich fanden andere auch scheiße gruselig, aber ich bin beide Male nicht auf andere los gegangen, aber auf mich??.


    Ich glaube, man muss da schwer unterscheiden.


    Bei mir in der Familie ??damaliger Lebensgefährte meiner Mutter?? gab es einen Fall, da mussten die Medikamente täglich eingenommen werden, lebenslänglich. Sobald er die nicht mehr genommen hat, haben wir es direkt gemerkt. Gut, schizophrene Psychosen halt, aber war alles andere als schön. Oder ungefährlich. Ohne Medikamente ging da gar nichts, da wurde er in irgendeiner Situation von der Polizei aufgegriffen und zwangseingewiesen.


    Ein damaliger Freund von mir hatte eine drogeninduzierte Psychose und wurde auch medikamentös behandelt, musste die dann aber irgendwann nicht mehr nehmen.


    Ich weiß nicht, aber liegt das daran, dass die Psychose ausgelöst wurde, weil durch die Drogen eine Störung im Hirnstoffwechsel (Botenstoffe Noradrenalin, Serotonin und Dopamin) ausgelöst wurde?


    Und würden dann nicht Wochenbettpsychosen zu den depressiven Psychosen zählen, die eben auch durch eine vorübergehende Störung im Transmittersystem?


    Ich hatte zweimal laut Arzt "nur" psychotische Symptome (??einmal durch Drogen (das war richtig unschön und ich wäre beinahe auch halbgeplant hopps gegangen dabei), einmal im Laufe der Depression??) und nach dem ersten Mal habe ich wieder Neuroleptika genommen (vorher niedriger dosiert schon einmal; die werden auch gern gegen Gedankenkreisen eingesetzt), wodurch es besser wurde. Dann hab ich die abgesetzt und alles ging gut und Jahre später dann eben das zweite Mal, danach habe ich wieder welche genommen bis dato. Aber mittlerweile wurde wieder runter dosiert und ich bin jetzt eigentlich wieder nur bei einer Dosis gegen Spannungszustände. Also nicht mehr im antipsychotischen Dosierungsbereich.


    Aber warum das so ist, das würde mich auch mal interessieren. Liegt es daran, dass sich der Hirnstoffwechsel wieder regenerieren kann?

    Zitat

    Shojo, heiliger Mist. Sowas ist einfach immer richtig gruselig. ??ich kann mich davon nicht freisprechen, mich fanden andere auch scheiße gruselig, aber ich bin beide Male nicht auf andere los gegangen, aber auf mich.??.

    Vor allem ists echt saugefährlich, undf es ist insofern schwierig, als man ja nur bedingt weiß, an wen man sich da wenden soll. Die Polizei macht meines Wissens auch nicht zwingend was. Und würde ich wollen, dass Leute mit Psychosen irgendwo registriert werden, sodass man sich dann an die Zentrale wenden kann? Ich bin mir da sehr unsicher, wirklich, sprich: Nein, eigentlich will ich das nicht. So, wie es ist, ists aber auch doof. Na, vermutlich einfach das Lebensrisiko, das Leben immer ist, hm? Wobei ich denke, dass die Polizei da auch schnell überfordert ist und dann wiederum jemand mit schön akut vor sich hinexplodierendem akutem Schub wirklich ganz schlecht mit einer normalen Streife bedient ist.
    Und die Medikamente sind ja auch alles andere als nebenwirkungsfrei. Ist einfach eine ganz unfassbar ätzende Erkrankung, die auch so stark an die eigene Identitätsempfindung rührt. Ich hoffe sehr, Du hast Glück, was die Nebenwirkungen betrifft!

    Hm, an sich wendet man sich da schon an die Polizei oder das Ordnungsamt.


    Bei dem Freund meiner Mama ist er immer über die Polizei zwangseingewiesen worden. ??einmal ist er haargenau nach Navi gefahren und das Navi hat halt jetzt rechts abbiegen gesagt und er ist dann auch genau in dem Moment rechts abgebogen. Zum Glück war da nur ein Feld und nicht eine Wand oder Fußgänger oder so. Die Polizei hat ihn dann direkt auf der Geschlossenen abgeliefert??

    Zitat

    Und würde ich wollen, dass Leute mit Psychosen irgendwo registriert werden, sodass man sich dann an die Zentrale wenden kann?

    Hm, ich glaube, das würde wenig Sinn machen? Psychosen müssen ja nicht immer wiederkehrend auftreten? Und irgendwann ist ja auch das erste Mal, irgendwie kann es doch jeden treffen? Stress, Schlafmangel...


    ich bin mir ziemlich sicher, dass es bei mir noch keine vollends ausgeprägte Psychose war (bei dem Thema diskutiere ich allgemein viel mit Ärzten, weil die Drogen ein düsteres Kapitel sind). Zumindest war mir noch bewusst, dass etwas ganz und gar nicht stimmt, aber das war beängstigend genug. Ich wäre aber wohl froh gewesen, wenn ich professionelle Hilfe bekommen hätte, aber bei mir hats schon viel gebracht, dass ich die Drogen eine Zeit lang nicht mehr genommen habe.


    Ich glaube, diese Einsicht, dass etwas nicht stimmt, ist der Unterschied zu einer Psychose, weshalb ich so protestiere.


    Bei mir benennen es nur nachträglich die Ärzte so beim ersten Fall, da war ich nämlich nicht beim Arzt, sondern so verrückt selbstständig mit meinen Medikamenten herumzuexperimentieren

    . Ja, schreckliche Phase während meiner med1-Abstinenz ;-D .


    Die Polizei kann halt eingreifen, wenn die Person dadurch akut sich selbst oder jemand anderen gefährdet.

    Zitat

    Und die Medikamente sind ja auch alles andere als nebenwirkungsfrei. Ist einfach eine ganz unfassbar ätzende Erkrankung, die auch so stark an die eigene Identitätsempfindung rührt. Ich hoffe sehr, Du hast Glück, was die Nebenwirkungen betrifft!

    Die Medikamente sind teilweise richtig richtig übel. Ich wurde ja so halb psychotisch betitelt (dann wäre es übrigens das dritte Mal, das hab ich voll verdrängt, weil ich aber auch immer Widerworte gebe bei sowas ;-D ), als ich auf die Geschlossene kam, also vor ein paar Wochen. Ansätze wären wohl da gewesen, aber ich wurde eben direkt mit den ganz harten Medikamenten gegen akute Schizophrenie behandelt und auch direkt in der vollen Dröhnung.


    Ich war richtig sauer, aber aufgrund der Nebenwirkungen nicht wirklich handlungsfähig, weil ich voll ausgeknockt war und parallel dazu noch andere Beruhigungsmittel intus hatte.


    Ich hab mittlerweile den Arztbericht davon vor mir liegen und an das meiste, was ich mit den Ärzten kommuniziert habe, kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Ich werde da teilweise wörtlich zitiert und aufgrund der Aussagen wurde das eben so hoch angesetzt ??irgendwas würde mir sagen, dass ich auf mich selbst losgehen und die Nähte rausreißen müsste, etc??.


    Ich finde aber, dass da viel zu schnell mit so harten Medikamenten rum geschmissen wurde, weil ich viel zu schnell den "Stempel" hatte.


    Ich kenne mich damit ja nicht wirklich aus, aber da stelle ich mir schon die Frage, ob das schwer zu erkennen ist und man sich öfter mal irrt und ich deshalb behandelt wurde wie die anderen mit Psychosen oder ob das einfach die leichteste Lösung war.


    Sofort als ich da draußen war, bin ich den Ärzten in der anderen Klinik so lange auf die Nerven gegangen bis das wieder abgesetzt wurde, weil die Nebenwirkungen so heftig waren.


    Ganz viele Nebenwirkungen treten sogar erst nach jahrelangem Konsum auf.


    Das Ausschleichen hat aber Ewigkeiten gedauert, weil meine Dosis eben die Maximaldosis von dem Medikament war und man das so schrittweise machen musste.


    Also entweder hat sich die Geschlossene da bei mir ganz gewaltig geirrt oder ich will mal wieder nicht einsehen, wie ich tatsächlich drauf war, als ich da eingeliefert wurde :=o .


    ??Am Anfang war ich nämlich noch zur Kommunikation fähig, ich hab kurz davor, aber nach dem ersten Ausraster sogar mit danae telefoniert und bis der Krankenwagen da war gings schon bergab und an meinem ersten Tag da eben ganz übel laut dem Bericht.??


    Aber jetzt nehme ich die nicht mehr und das, was ich jetzt nehme, geht soweit klar und ist ein niederpotentes Neuroleptikum und wird eher bei Unruhe und Erregungszuständen eingesetzt

    , nicht, weil irgendwelche Ärzte mich als psychotisch betitelt haben ;-) .


    Das war jetzt aber ziemlich OT |-o .


    Aber daran zeigt sich, wie schwer es wäre, eine solche Registrierungsstelle zu etablieren? Manche sind einmal psychotisch und danach nie wieder, manche werden zu unrecht dafür gehalten, manchen passierts ständig und sie sind tatsächlich teilweise ganz schön gefährlich.


    Wer muss da also registriert werden und wer nicht?


    Oder meinst du das besonders in Bezug auf Schizophrenie?


    Nochmal OT: Ich meine mal gelesen zu haben, dass jeder Rausch, auch durch Alkohol, theoretisch sowas wie eine kleine Psychose ist, weil sich die Wahrnehmung der Realität so weit verändern kann, dass die Kriterien von Psychosen erfüllt sind und ich glaube auch, dass die drogeninduzierten Psychosen dann entstehen, weil man in diesem Rausch "hängenbleibt". Ob das so richtig ist, weiß ich allerdings nicht ;-D .

    Ich habe selbst einige Zeit im Umfeld von psychotisch erkrankten Menschen verbracht und muss sagen, dass ich auf eine Wiederholung dankend verzichten kann.


    Psychosen sind häufig mehr physisch als psychisch bedingt, dadurch erklärt sich auch der Umstand, dass Psychotherapien da kaum helfen können, wenn der Patient nicht zumindest medikametös stabil eingestellt ist.

    Zitat

    Ich finde aber, dass da viel zu schnell mit so harten Medikamenten rum geschmissen wurde, weil ich viel zu schnell den "Stempel" hatte.

    Dazu noch:


    Die Behandlung auf geschützten/psychiatrischen Stationen dient in allererster Linie dazu, den Patienten überhaupt therapiefähig zu machen, indem man eine funktionierende Medikation findet. Erst wenn das gelungen ist, wird der Patient auf eine offene oder halboffene Station verlegt, wo dann tatsächlich ein Psychotherapiekonzept gefahren werden kann. Psychiatrische Stationen können das nicht leisten und es ist auch nicht ihre Aufgabe.