• irreversible Psychose

    Hallo was genau bedeutet irreversible Psychose und ist sie behandelbar?
  • 68 Antworten
    Zitat

    Oder meinst du das besonders in Bezug auf Schizophrenie?

    Ja, schon wirklich nur in ganz schweren Fällen, wo dauerhafte Medikation notwendig ist und die Leute ansonsten wirklich aggressiv und gefährlich werden, und ich dachte auch eigentlich vor allem an eine bessere Vernetzung. Liegt aber auch daran, dass ich die Polizei da als recht wenig hilfreich empfunden habe, weil der, mit dem ich nach dem Vorfall gesprochen habe, sagte: "Na ja, hm, also, eigentlich ist ja bis auf den Schreck nix passiert." Bei jemandem mit einem akuten Schub sehe ich aber eben eine ganz deutliche Eskalationsgefahr, und er kann sich ja in dem Moment nicht mehr selbst ausbremsen, da muss was von außen kommen - insofern geht es ja auch nicht um eine Anzeige einer anderen person, sondern um das Anzeigen einer mindestens abklärungsbedürftigen Situation.
    Wäre allerdings auch schon mit geschulteren Pinöppeln bei der Polizei machbar. Ich habe damals mehrere andere Leute sehr dringend darum gebeten, auch bei der Polizei vorbeizugehen, einige haben es gemacht, und dann sahen sie irgendwann wohl doch Handlungsbedarf.

    Zitat

    Die Behandlung auf geschützten/psychiatrischen Stationen dient in allererster Linie dazu, den Patienten überhaupt therapiefähig zu machen, indem man eine funktionierende Medikation findet.

    Dem widerspreche ich ja gar nicht. Ich war schließlich auch von vielen psychotischen Patienten umgeben, da hab ich das eindeutig auch so gesehen.

    Zitat

    Ja, schon wirklich nur in ganz schweren Fällen, wo dauerhafte Medikation notwendig ist und die Leute ansonsten wirklich aggressiv und gefährlich werden, und ich dachte auch eigentlich vor allem an eine bessere Vernetzung.

    Ich muss sagen, den Gedanken finde ich ziemlich interessant, aber halt richtig schwer umsetzbar, auch bzgl. der Schweigepflicht. Man muss niemandem eine psychische Erkrankung angeben.


    Sind die Polizisten bei Dir einfach wieder gefahren? :-o


    Also zumindest zur genaueren Abklärung hätte da gehandelt werden müssen, weil am Ende passiert halt doch mehr als nur der Schreck.


    Das hätte ich echt nicht gedacht.

    Zitat

    Sind die Polizisten bei Dir einfach wieder gefahren? :-o


    Also zumindest zur genaueren Abklärung hätte da gehandelt werden müssen, weil am Ende passiert halt doch mehr als nur der Schreck.


    Das hätte ich echt nicht gedacht.

    Die waren ja nicht da, ich bin hingegangen. Und der Typ, mit dem ich geredet habe, war wirklich sehr ungerührt. Ich habe ihm auch gesagt, dass ich den Typen kenne, und zwar als etwas unsicheren, aber ansonsten ganz normal wirkenden Menschen, mit dem ich mich ab und zu mal unterhalten habe (früher hatte er noch einen Hund und einen Partner, der Partner ist aber mitsamt Hund dann über alle Berge), und dass sein jetziges Verhalten gerade im Kontrast dazu, wie ich ihn davor erlebt habe, ganz klar die Frage aufwirft, ob er unter paranoider Schizophrenie leidet und seine Medikamente nicht nimmt. Und dass ich weiß, wo er wohnt, und möchte, dass das zeitnah abgeklärt wird. Er hat gesagt, jaja, sei sicher ein großer Schreck gewesen, und wenn Frauen gerade ein Baby geboren hätten, also, das wäre bei seiner Frau auch so gewesen, also dann seien sie ja auch ein bisschen empfindlich, ich solle mich mal ausschlafen, im Grunde sei doch nichts passiert. Ich hatte nicht den Eindruck, dass ich da auch nur einen Millimeter weiterkomme, und ich hatte auch keine Lust, darum zu bitten, mit jemand anderem sprechen zu dürfen, wenn derjenige dann schon so "Ach, ne hysterische Frischlingsmutter" ins Gespräch geht und gegebenenfalls aus Loyalität zu dem Kollegen sozusagen diesen "Filter" übernimmt, gerade bei Polizisten ist meiner Erfahrung nach diese Neigung nicht niedrig. Also bin ich gegangen und habe noch andere Leute "hingeschickt" - ich hatte direkt danach mit der Betreiberin eines kleinen Ladens um die Ecke geredet, und die sagte, ja, sie sei auch schon von ihm beschimpft worden, und eine dort aus dem Haus mache sich auch Sorgen. Wir haben mehrere Leute angesprochen (ich habe zwei Nachbarn von ihm abgepasst - gut, dass er mich dabei nicht erwischt hat, da hab ich ja tatsächlich sein Haus "bespitzelt"), und es sind dann am selben Tag noch zwei oder drei Leute zur Polizei gegangen und haben ebenfalls darum gebeten, dass was unternommen wird. Und am Tag drauf war er nicht mehr da und ist auch nicht mehr wiedergekommen. Was ein sehr eigenartiges Gefühl ist, übrigens. Ich hoffe, dass es ihm einigermaßen gut geht. Muss aber zugeben, dass ich ziemlich froh bin, dass er nicht mehr hier in der Gegend wohnt.

    @ Dé.liée

    Zitat

    Dem widerspreche ich ja gar nicht. Ich war schließlich auch von vielen psychotischen Patienten umgeben, da hab ich das eindeutig auch so gesehen.

    Dann ist ja gut.


    Ich glaube sofort, dass da manche... sagen wir mal "medikamentös unter die Räder" kommen. Das sollte nicht vorkommen, passiert aber. Mir übrigens auch. Wut und Misstrauen kann ich daher gut verstehen. Mit der erlebten Situation habe ich im Großen und Ganzen meinen Frieden gemacht. Das Angebot geschützter Stationen wird leider noch häufig falsch eingeschätzt. Daher auch der schlechte Ruf.

    @ Shojo

    Zitat

    Ja, schon wirklich nur in ganz schweren Fällen, wo dauerhafte Medikation notwendig ist und die Leute ansonsten wirklich aggressiv und gefährlich werden, und ich dachte auch eigentlich vor allem an eine bessere Vernetzung.

    Oh, das ist extrem schwierig. Die einen quasi präventiv zu schützen, zumindest soweit notwenig, ohne die andere Seite dadurch in ihren Rechten zu beschneiden. ":/ Ich halte das für beinahe unmöglich.


    Patienten, die bereits beim eigenmächtigen Absetzen der Medikamente erwischt wurden, sollte auferlegt werden können, dass Medikamente künftig für den Zeitraum X regelmäßig als Depotspritze verabreicht werden.

    Shojo, so hart das für ihn gewesen sein muss, kann er froh sein, dass nicht alle weggeschaut haben. Da hast du Dir ziemlich viel Mühe gegeben, ihm zu helfen. Da hätte SO viel passieren können. Ihm und anderen.

    Zitat

    Ich glaube sofort, dass da manche... sagen wir mal "medikamentös unter die Räder" kommen. Das sollte nicht vorkommen, passiert aber. Mir übrigens auch. Wut und Misstrauen kann ich daher gut verstehen. Mit der erlebten Situation habe ich im Großen und Ganzen meinen Frieden gemacht. Das Angebot geschützter Stationen wird leider noch häufig falsch eingeschätzt. Daher auch der schlechte Ruf.

    Mir macht das einfach nur Angst, wie ausgeliefert man da ist, aber das ist ja wieder ein ganz anderes Thema. Das habe ich zum Teil bis heute noch nicht verarbeitet, was da an Gefühlen und Emotionen hoch kam durch die Art und Weise wie ich behandelt wurde. Ich hüte mich davor, freiwillig dahin zu gehen, egal, wie heftig mich die Krisen einholen. Liegt aber auch daran, dass ich weiß, dass meine momentane Medikation nicht die richtige ist und ich auch weiß, wie ich wirke, wenn es mir richtig schlecht geht (halt nach Erzählungen von Therapeuten). Deshalb ja die Frage, ob das schwer zu erkennen ist.

    Zitat

    Patienten, die bereits beim eigenmächtigen Absetzen der Medikamente erwischt wurden, sollte auferlegt werden können, dass Medikamente künftig für den Zeitraum X regelmäßig als Depotspritze verabreicht werden.

    Puh. Ich glaube, diesen Kampf fühlen viele Schizophrene. Ich hab das schon des Öfteren mitbekommen, dass solche Testereien veranstaltet wurden, "weil gerade gehts mir doch gut, ich hab keine Symptome mehr" . Aus demselben Grund, aus dem so viele psychisch Kranke ständig versuchen ihre Medikamente selbstständig abzusetzen.


    Kann man Menschen zwingen, Medikamente zu nehmen? ":/

    Zitat

    Kann man Menschen zwingen, Medikamente zu nehmen? ":/

    Ja, spätestens halt auf einer geschützten Station. Und wenn eine Psychose aufblüht, landet man früher oder später dort.


    Bestenfalls erklärt sich der Patient, wenn es ihm gerade gut genug geht das entscheiden zu können, freiwillig dazu bereit.


    (Sanfter!) Zwang sollte erst dann eingesetzt werden, wenn der Patient bereits dafür bekannt ist, eigenmächtig seine Medikamente abzusetzen. Anwendung finden sollte das System außerdem nur bei Erkrankungen, bei denen klar ist, dass es langfristig definitiv nicht ohne Medikamente geht, wie eben Psychosen.

    Wusste ich gar nicht. Ich dachte, selbst auf einer Geschlossenen kann man nicht gezwungen werden... also dort zu sein, ja, aber was man da macht.

    Zitat

    Anwendung finden sollte das System außerdem nur bei Erkrankungen, bei denen klar ist, dass es langfristig definitiv nicht ohne Medikamente geht, wie eben Psychosen.

    Sowieso.

    Zitat

    Shojo, so hart das für ihn gewesen sein muss, kann er froh sein, dass nicht alle weggeschaut haben. Da hast du Dir ziemlich viel Mühe gegeben, ihm zu helfen. Da hätte SO viel passieren können. Ihm und anderen.

    Um ehrlich zu sein, ging es mir null um ihn. Das war ungefähr ein halbes Jahr, glaub ich, nachdem diese blöde Kuh/arme Sau schräg gegenüber versucht hat, das Haus anzuzünden, und ich war dauernd mit Hund und Baby draußen und habe mich für meine Verhältnisse ungeheuer wehrlos gefühlt, weil das Baby ja meist an mir festgeschnallt war. Ich habe mehrere Szenarien durchgespielt, wie ich reagiere, wenn er mich wirklich angreift, und die Prognose mit vor den Bauch geschnalltem Baby war denkbar ungünstig, ich hätte den Lütten ja nicht mal rasch weglegen können, damit wenigstens ihm wahrscheinlich nix passiert. Also hat mich eine sehr nachdrückliche Entschlossenheit gepackt, diese in meinen Augen sehr direkte und nicht zu unterschätzende Bedrohung auszuschalten. Klingt kalt und war auch so. Er hat mich als Mensch erst deutlich später wieder interessiert. Dass es im Ergebnis für ihn auch besser so war, weil die Situation echt nicht tragbar war, ist natürlich sehr gut, aber ich kanns nicht als mein Hauptinteresse vorschützen. Insofern hatte der Polizist zum Teil sogar durchaus recht, ich war ganz und gar im Babyschutzmodus.

    Zitat

    Puh. Ich glaube, diesen Kampf fühlen viele Schizophrene. Ich hab das schon des Öfteren mitbekommen, dass solche Testereien veranstaltet wurden, "weil gerade gehts mir doch gut, ich hab keine Symptome mehr" . Aus demselben Grund, aus dem so viele psychisch Kranke ständig versuchen ihre Medikamente selbstständig abzusetzen.

    Ich verstehe das leider gottverdammt gut. Auch bei Manisch-Depressiven zum Beispiel, überhaupt bei jedem, der Medikamente nimmt, die seine Persönlichkeit anfassen und ihn auch körperlich beeinträchtigen, und das voraussichtlich lebenslang. Das ist eine echt scheißgruselige, schreckliche Vorstellung.

    Zitat

    Liegt aber auch daran, dass ich weiß, dass meine momentane Medikation nicht die richtige ist und ich auch weiß, wie ich wirke, wenn es mir richtig schlecht geht (halt nach Erzählungen von Therapeuten). Deshalb ja die Frage, ob das schwer zu erkennen ist.

    Wird da nie gefilmt? Ich glaube, ich würde in der Situation "gerne" Beweismaterial in Form von Videos haben, um bei ungetrübtem Verstand mit eigenen Augen sehen zu können, wovon wir da eigentlich genau reden.

    Das war ehrlich ;-D . Aber verständlich.

    Zitat

    Wird da nie gefilmt? Ich glaube, ich würde in der Situation "gerne" Beweismaterial in Form von Videos haben, um bei ungetrübtem Verstand mit eigenen Augen sehen zu können, wovon wir da eigentlich genau reden.

    Auf der Geschlossenen oder was meinst du?


    So allgemein ist man komplett von dem abhängig, was Deine für Dich zuständigen Ärzten sich denken. So wars zumindest bei mir. Ich musste regelrecht kämpfen, dass die mich gehen lassen und dass ich eben nicht (mehr) suizidal bin oder sonst was. Da müssen die einem dann auch erst einmal glauben und je nach Arzt ist das mehr oder weniger schwer, überzeugend zu sein.


    Genau so schnell kommt man da ja auch hin, wenn man Pech hat auch zu Unrecht. Gut, ich habs regelrecht provoziert aus Hilflosigkeit und Verzweiflung (war schon ein Hilfeschrei), aber als die Entscheidung vom Team getroffen wurde, gabs da nichts mehr dran zu rütteln. Ich wollte nämlich dann nach dem auslösenden Vorfall doch noch diskutieren, ob wir das denn nicht doch lieber sein lassen können.


    So ganz am Schluss, da hätte ich mich schon gern "gesehen". Da klaffen die Wahrnehmungen nämlich ganz weit auseinander. Als ich wieder zurück in der normalen Klinik war, wurde nochmal mit mir über den Vorfall gesprochen und ich hab das weitaus weniger schlimm wahrgenommen. Schon schlimm und ernst, aber im Vergleich zu dem, was die Ärzte sich in dem Moment gedacht haben (eben suizidal, psychotisch, etc.; die hatten sogar Angst, dass ich nochmal durchdrehe oder weglaufe, dabei fand ich mich echt ziemlich brav) war das ein Witz.


    Wäre allein schon interessant gewesen.


    Ich glaube, viel mehr als gedacht haben mit ihrer Wahrnehmung Probleme und merken einen Ticken zu spät, wenn sie zu weit gehen. Da würde man bestimmt allerhand über sich lernen, aber ich weiß nicht, inwieweit das grenzverletzend wäre, wenn man da gefilmt werden würde?

    Zitat

    Ich verstehe das leider gottverdammt gut. Auch bei Manisch-Depressiven zum Beispiel, überhaupt bei jedem, der Medikamente nimmt, die seine Persönlichkeit anfassen und ihn auch körperlich beeinträchtigen, und das voraussichtlich lebenslang. Das ist eine echt scheißgruselige, schreckliche Vorstellung.

    Schon. Man muss zwar die positiven Seiten in den Vordergrund stellen, aber ich glaube, man stellt sich dann öfter man die Frage, ob man noch man selbst ist... ich versteh zu gut, dass Menschen ihre Medikamente irgendwann weglassen. Das ist immer die kleine Hoffnung, ob es nicht doch auch ohne geht...

    Ich hatte dich ja am Telefon und mir hast du den Kram mit den Nähten auch erzählt. Und ich was du vorher so von dir gegeben hast war auch nicht gerade ein Traum. Also, ich weiss nicht ob du dich noch erinnerst, aber wir haben auf der Geschloßenen ja auch fast jeden Tag telefoniert, wenn nicht sogar jeden. Und ich kann die Einschätzung schon am Telefon nachvollziehen. ;-)


    Ansonsten würde es ja nur was nützen die Leute mit Psychosen zu registrieren, wenn dann regelmäßig jemand überprüfen würde ob die Medikamente genommen werden. Ansonsten hilft das auch nichts, weil die Wohnung im Zweifelsfalle halt dann brennt und es erst dann auffällt.

    Zitat

    Wusste ich gar nicht. Ich dachte, selbst auf einer Geschlossenen kann man nicht gezwungen werden... also dort zu sein, ja, aber was man da macht.

    Bei Zwangseinweisung denke ich schon. Allerdings kann man gegen seinen Willen nur 2 oder 3 Tage festgehalten werden. Darüber hinaus braucht es einen richterlichen Beschluss.


    Ich war damals freiwillig dort mit der Angabe, dass ich nicht mehr für meine und die Sicherheit anderer garantieren kann. Als ich (freiwillig) wieder gind, hätte man mich im schlimmsten Fall, glaube ich, aber auch noch festhalten können. Alles in Allem eine Erfahrung, die ich nicht mehr machen möchte.

    ":/ Siehste, Wahrnehmungen sind komplett verschieden. Ich war SO überzeugt, ungerecht behandelt worden zu sein >:( ;-)


    Und verdammt, jetzt motze ich seit Ewigkeiten im Zimmer vor mich hin und bin auch noch im Unrecht ;-D :-p .


    Ich erinner mich an das Gespräch im Wald, nach meiner Missetat und bevor ichs den Ärzten in der Klinik gebeichtet habe. Und danach, glaub ich nochmal, als ich erzählt hab, dass ich verlegt werde.


    Und ab da ist alles so ziemlich vorbei. Ich erinner mich bruchstückhaft an den Krankenwagen und wie ich von Leuten umzingelt mitten in der Nacht rausgeleitet und wieder reingeleitet wurde.


    Danach erst wieder Bruchstücke vom Arztgespräch am nächsten Tag (halt angeregt durch den Bericht) und dann ab Tag 3 oder so.


    Ich habe anscheinend mit mehreren telefoniert und auch Besuch gehabt. An den erinnere ich mich aber auch nur, weil mir danach noch erzählt wurde, wie sehr ich da einen an der Klatsche hatte und wie beängstigend das für andere war.


    *

    Zitat

    Ansonsten würde es ja nur was nützen die Leute mit Psychosen zu registrieren, wenn dann regelmäßig jemand überprüfen würde ob die Medikamente genommen werden. Ansonsten hilft das auch nichts, weil die Wohnung im Zweifelsfalle halt dann brennt und es erst dann auffällt.

    Ja, schon. Ich seh das aber immer noch kritisch mit der Medikamenteneinnahme. Wäre es nicht theoretisch viel einfacher, wenn man grundsätzlich diese Depotspritzen nehmen würde, damit es gar nicht zu solchen Experimenten kommen kann?


    Aber beschränkt das nicht echt die persönliche Freiheit?


    Und welche Psychose ist schwer genug, da reingenommen zu werden? Klar, so Kurzzeitaussetzer nicht, aber bei den vielen verschiedenen Formen, die kommen und gehen. Steckt man dann einmal in dieser Kartei drin und würde nicht mehr raus kommen? Ich glaube echt, das alles wäre nicht mit der Schweigepflicht vereinbar ??ich muss gruseligerweise die ganze Zeit vergleichend an eine Sexualstraftäterkartei denken??

    Zitat

    Ich verstehe das leider gottverdammt gut. Auch bei Manisch-Depressiven zum Beispiel, überhaupt bei jedem, der Medikamente nimmt, die seine Persönlichkeit anfassen und ihn auch körperlich beeinträchtigen, und das voraussichtlich lebenslang. Das ist eine echt scheißgruselige, schreckliche Vorstellung.

    Wenn ich Kopfschmerzen habe und eine Kopfschmerztablette nehme, ist der Kopfschmerz weg, aber ich war und bin immer noch ich. Genauso funktioniert das bei bipolarer Störung, nur halt Gaga statt Kopfschmerz. Ich bin nicht mein manisches oder depressives Verhalten. Das ist die Krankheit, nicht ich. Körperlich beeinträchtigt bin ich persönlich nicht, aber es gibt natürlich auch hier Leute die Pech haben. Genauso wie bei Blutdrucksenkern oder was weiß ich.

    Zitat

    Ansonsten würde es ja nur was nützen die Leute mit Psychosen zu registrieren, wenn dann regelmäßig jemand überprüfen würde ob die Medikamente genommen werden. Ansonsten hilft das auch nichts, weil die Wohnung im Zweifelsfalle halt dann brennt und es erst dann auffällt.

    Das fände ich scheißgruselig und schrecklich. Da denke ich gleich unwillkürlich ans Dritte Reich.