• irreversible Psychose

    Hallo was genau bedeutet irreversible Psychose und ist sie behandelbar?
  • 68 Antworten

    Ich finde auch nicht, dass man da mehr machen sollte. Allerdings wäre es schön wenn die Polizei sowas ernst nimmt. Auch wenn die Frau ein Baby hat. Aber das sollte sie auch und pflichtvergessenheit einiger Beamter sollte nicht zu einschränkungen vieler Kranker führen, finde ich.

    @ Shojo:

    Zitat

    Und: Sind Wochenbettpsychosen eine ähnliche Ausnahme wie drogeninduzierte Psychosen?

    Ja, auf jeden Fall! Da müsste man bei einer erneuten Schwangerschaft diejenige sehr genau im Auge behalten; aber die Wochenbettpsychose zählt ebenso wie die schwere Depression mit psychotischen Symptomen nicht zu den "klassischen" Psychosen, wo man von lebenslänglicher Medikation ausgehen muss. Nicht umsonst werden die "klassischen" pychotischen/schizophrenen Erkrankungen im ICD-10 unter "F2" (Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen) klassifiziert; die Wochenbettgeschichten aber unter "F5" (Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren). Und die drogeninduzierten Sachen unter F1 (Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen).


    Eine klassische Psychose, die scheinbar grundlos kommt (keine Drogen im Spiel, keine Extremsituation wie Schwangerschaft/Entbindung) ist sehr ernst zu nehmen und nur mittels dauerhafter Medikation im Griff zu behalten. Da gibt es natürlich eine riesige Bandbreite von Minimaldosierungen eines einzelnen Medikaments (bspw. ein leichtes, gut verträgliches Neuroleptikum) vs. schwere Fälle, die nur mit starken Neuroleptika und Medikamenten-Kombis in Griff zu bekommen sind. Hinzu kommt, dass man in diesen Fällen ohne Medikation ein weiteres Problem hat: Schizophrenie beeinträchtigt die kognitive Leistungsfähigkeit. Je öfter und länger ein Betroffener ohne Medikamente bleibt, desto massiver sind diese kognitiven Einbußen. Das wird gerne übersehen. Darum ist ja die Schizophrenie ja auch die Erkrankung, wo am häufigsten zwangsmediziert wird (richterliche Anordnung & Einsetzen eines Betreuers) und wo man gerne zu Depopräpraparaten greift (Spritze alle x Wochen). Ja, Neurolepktika (gerade die alten, starken) können unschöne und z.T. irreversible Nebenwirkungen haben. Aber Psychotherapie mit einem akute wahnhaft-psychotischen Patienten ist nicht möglich. Man kann bei ganz milden Restsymptomen unter Medikation mittlerweile mit best. Techniken arbeiten, aber das erfordert eine Mindesteinsicht.


    Ich habe beruflich in dem Kontext auch genug erlebt, um Respekt zu haben. Die Erkrankung KANN sich drastisch äußern (siehe Beispiele Shojo). Was mir da für ein Mindestverständnis geholfen hat: Wir als Gesunde wissen, was wir real aufnehmen und was Gedanken oder Hirngespinste sind. Ein Psychotiker KANN nicht einordnen, was von außen kommt und was seine Gedanken sind; was Blödfug ist den das Gehirn nun mal produziert und was nicht. Wenn man da nicht mehr trennen kann und die eigenen Wahrnehmungen nicht mehr einordnen kann, muss das tierische Angst machen. Und das absurde Verhalten (ich sag' nur: die spezielle Bedeutung von Alufolie) der Betroffenen ist nur ein absurder Versuch, eine Form der gefühlten Kontrolle wiederzuerlangen. Eigentlich maximal tragisch. Für Außenstehende leider nicht nachvollziehbar und befremdlich bis beängstigend. Schizophrenie hat übrigens eine genetische Komponente und ist die einzige psychische Erkrankung, von der Männer und Frauen gleichermaßen betroffen sind. In Großstädten übrigens mit erhöhtem Risiko...


    Aber wie gesagt: Die Frage der/des TE kannn mit so wenig Infos nicht vernünftig beantwortet werden.

    Zitat

    Ein Psychotiker KANN nicht einordnen, was von außen kommt und was seine Gedanken sind; was Blödfug ist den das Gehirn nun mal produziert und was nicht. Wenn man da nicht mehr trennen kann und die eigenen Wahrnehmungen nicht mehr einordnen kann, muss das tierische Angst machen. Und das absurde Verhalten (ich sag' nur: die spezielle Bedeutung von Alufolie) der Betroffenen ist nur ein absurder Versuch, eine Form der gefühlten Kontrolle wiederzuerlangen.

    Du hast mit fast allem recht, was du schreibst, aber ich greife mir mal diesen Absatz raus. Du schreibst das so, als wären das zwei verschiedene Dinge (Außen- und Innensicht), die den Psychotiker folglich verwirren. Das habe ich so nicht erlebt. Wenn man nicht mehr trennen kann, dann ist doch alles eins, und mir persönlich ging es so, dass ich völlig überzeugt war, dass alles was ich erfahre und denke und fühle die Realität ist. Da waren überhaupt keine Versuche, die Kontrolle wiederzuerlangen, weil ich davon ausging, die Kontrolle zu haben. Ich war meiner Meinung nach völlig klar. Im Nachhinein packt man sich natürlich an den Kopf.

    Ähem... genau so meinte ich es auch!

    Zitat

    Wenn man nicht mehr trennen kann, dann ist doch alles eins, und mir persönlich ging es so, dass ich völlig überzeugt war, dass alles was ich erfahre und denke und fühle die Realität ist.

    Du hast es definitiv besser formuliert...!

    Zitat

    Ein Psychotiker KANN nicht einordnen, was von außen kommt und was seine Gedanken sind; was Blödfug ist den das Gehirn nun mal produziert und was nicht. Wenn man da nicht mehr trennen kann und die eigenen Wahrnehmungen nicht mehr einordnen kann, muss das tierische Angst machen.

    Ohja. Es ist schrecklich.


    In meiner Krankengeschichte gab es zwei Mal den Verdacht einer Psychose, dementsprechend drastisch war der letztlich erfolglose Behandlungsversuch. Zugegeben, die Behandler hatten kaum einen Grund zu der Annahme, dass ich nicht unter Psychosen leide. Immer sah ich "Dinge", die nicht da waren, nicht real waren. Statt einer Halluzination handelte es sich jedoch um Flashbacks, die "zum Schutz" (na vielen Dank, liebes Hirn!) durch Bilder überlagert wurden.


    Für mein persönliches Empfinden hat es keinen Unterschied gemacht, wohl aber für den Therapieansatz.


    Menschliche Hirne sind einfach Banane, oder?

    Zitat

    Menschliche Hirne sind einfach Banane, oder?

    Voll.


    Ich bin immer noch für "Jemand pustet drauf und die Psyche funktioniert wieder"! ;-D (grad im anderen Thread diskutiert)

    Zitat

    In meiner Krankengeschichte gab es zwei Mal den Verdacht einer Psychose, dementsprechend drastisch war der letztlich erfolglose Behandlungsversuch. Zugegeben, die Behandler hatten kaum einen Grund zu der Annahme, dass ich nicht unter Psychosen leide. Immer sah ich "Dinge", die nicht da waren, nicht real waren. Statt einer Halluzination handelte es sich jedoch um Flashbacks, die "zum Schutz" (na vielen Dank, liebes Hirn!) durch Bilder überlagert wurden.

    Wie kam das denn raus?


    *


    Da passt wieder meine Frage, ob Psychosen schwer zu erkennen sind, dass es zu Fehltritten kommen kann oder dass das eher seltener der Fall ist.

    Zitat

    Wie kam das denn raus?

    Jahre später als "Idee" einer Amtsärztin, die meinen Betreuer zu einem Termin bei mir begleitete. Sie brachte den Verdacht "PTSD" auf, und das war dann auch später die offizielle Diagnose. Ich bin jetzt (vergleichsweise) erfolgreich medikamentös eingestellt und mache seit gut 2 Jahren eine tiefenpsychologisch fundierte Traumatherapie.

    Zitat

    Da passt wieder meine Frage, ob Psychosen schwer zu erkennen sind, dass es zu Fehltritten kommen kann oder dass das eher seltener der Fall ist.

    Bei den meisten psychischen Krankheiten gibt es Überschneidungen und ähnliche Symptome. "Psychose" ist ja im Grunde nur ein Oberbegriff, unter dem wieder verschiedene Krankheiten zusammengefasst werden. Manche davon sind grundsätzlich schwieriger zu diagnostizieren als andere und wiederum unterschiedlich behandelt werden. Dann kommt es auch noch auf den Schweregrad an.


    Die genaue Art der Psychose und wie sie sich individuell äußert kann durchaus schwer zu diagnostizieren sein, ja. Das ist allerdings meine Laienmeinung. Vielleicht äußert sich Sunflower ja nochmal dazu.

    Zitat

    Vor allem ists echt saugefährlich, und es ist insofern schwierig, als man ja nur bedingt weiß, an wen man sich da wenden soll. Die Polizei macht meines Wissens auch nicht zwingend was.

    Ist auch eine verdammt schwierige Sache. Verhältnismäßig einfach ist es, wenn die Polizei direkt in einer akuten Situation gerufen wird und rechtzeitig kommt, um das Verhalten der Person live mitzuerleben.


    Ich hatte selbst den Fall, dass meine Mutter nach bereits jahrelangen vielfältigen psychischen Problemen schließlich nach mehreren sehr einschneidenden Erlebnissen schleichend immer mehr in einen psychotischen Zustand rutschte. Ich hatte sie dann nach Zureden für mich völlig unerwartet zu einem Termin bei einem ihr von früher bekannten Psychotherapeuten schleppen können, das Ergebnis war, dass sie dort ernsthaftes Misstrauen mir gegenüber äußerte und danach nicht mehr hinging, da sie nach dem Termin auch dem Therapeuten nicht mehr traute. Auch das durch mich initiierte Hilfsangebot des sozialpsychiatrischen Dienstes nahm sie nicht an. Sie war längere Zeit in einer "Grauzone" - es war klar, dass sie ohne Hilfe aus der Situation nicht rauskommt, Hilfe suchen oder annehmen konnte/wollte sie nicht, und für eine Unterbringung in der Psychiatrie reichte es damals noch nicht aus. Ein Geschwister von mir war unter anderem auch einmal bei der Polizei. Letztlich war es so, dass meine Geschwister und ich eine Betreuung anregten, bei der das Verfahren aber auch eine gewisse Zeit dauert und der Ausgang nicht sicher ist, und gleichzeitig - wie bizarr - warteten (und irgendwie auch "hofften") wir, dass sich ihr Zustand vielleicht sehr rasch weiter verschlechtert und es so zu einer eindeutigen Gelegenheit zur sofortigen Unterbringung kommt, ohne dass sie oder andere tatsächlich zu Schaden kommen. Blanker Horror.


    Zu der Frage mit den Medikamenten habe ich bisher - ohne natürlich im Entferntesten den Erfahrungsschatz von Sunflower zu haben - auch erlebt, dass bei "klassischen" Psychosen eine lebenslange Medikation in mehr oder weniger hoher Dosierung notwendig ist.

    Zitat

    Wenn ich Kopfschmerzen habe und eine Kopfschmerztablette nehme, ist der Kopfschmerz weg, aber ich war und bin immer noch ich. Genauso funktioniert das bei bipolarer Störung, nur halt Gaga statt Kopfschmerz.

    Na, da immerhin kenne ich jemanden persönlich, nämlich die Mutter einer Freundin, die sich komplett blass und leer fühlt unter Medikation und nur dann lebendig, wenn sie sie weglässt. Deshalb gehe ich davon aus, dass es nicht so einfach ist, auch wenn es sicher manchmal gut klappt, wenn man Glück hat. Aber schon bei einer "einfachen" Depression gibt es ja mitunter sehr lange Leidenswege bei der richtigen Einstellung, nicht immer mit erfolgreichem Ende.


    Das mit dem "Registrieren" war völliger Unfug, sorry. Mich hats nur so mitgenommen damals, aber letzten Endes wurde ja was unternommen, und es lässt sich dann ja durchaus zuordnen, wenn jemand eingesammelt und überprüft wird.

    Zitat

    Nicht umsonst werden die "klassischen" pychotischen/schizophrenen Erkrankungen im ICD-10 unter "F2" (Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen) klassifiziert; die Wochenbettgeschichten aber unter "F5" (Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren). Und die drogeninduzierten Sachen unter F1 (Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen).

    Ich bin neulich einem ehemaligen Mitschüler von mir begegnet, der gerade frisch aus der Psychiatrie kam und sich beschwert hat, dass sie ihm eine Psychose "unterstellt" hätten, dabei seien es doch nur die Drogen gewesen. Jetzt wäre ich noch neugieriger auf den tatsächlichen Ablauf als vorher schon - so arg klar kam er mir nicht vor, aber auch nicht megalomanisch neben sich.

    Zitat

    Je öfter und länger ein Betroffener ohne Medikamente bleibt, desto massiver sind diese kognitiven Einbußen.

    Also wirklich irreparabler Zerfall, ja? Was passiert denn da im Gehirn, was genau geht da kaputt, weiß man das?

    Zitat

    Psychosen sind im allgemeinen gut behandelbar - durch eine Psychotherapie.


    Manchmal kann die Psychotherapie vorübergehend auch durch Medikamente unterstützt unterstützt werden.

    Hast du hier vielleicht die Psychose mit der Neurose verwechselt? ":/

    Zitat

    Na, da immerhin kenne ich jemanden persönlich, nämlich die Mutter einer Freundin, die sich komplett blass und leer fühlt unter Medikation und nur dann lebendig, wenn sie sie weglässt. Deshalb gehe ich davon aus, dass es nicht so einfach ist, auch wenn es sicher manchmal gut klappt, wenn man Glück hat. Aber schon bei einer "einfachen" Depression gibt es ja mitunter sehr lange Leidenswege bei der richtigen Einstellung, nicht immer mit erfolgreichem Ende.

    Ich hab über 20 Medikamente durch und entweder bin ich ein Mensch, bei dem es nur "wirkt nicht" und "haut mich um" gibt oder ich habe bisher einfach noch nicht das richtige gefunden.


    Das Medikament, von dem ich sprach, was ich gegen akute Psychosen bekommen habe, das war bzgl. Leere ganz schlimm. Als sich die Wirkung voll entfaltet hatte, war ich voll der Roboter. Ich wurde zwischendrin ja kurz ganz nach Hause entlassen, bevor es zurück in die andere Klinik ging und es war so fürchterlich, als ich vor meiner Nichte saß, die ich ewig nicht gesehen hatte und keine Freude empfinden konnte.


    Gerade Neuroleptika, finde ich, machen ganz ganz viel mit einem. Wie eben diese Leere. Klar, die sollen ja auch u.a. eben Anspannungszustände, Schneidedruck und sonst was machen, aber die sedieren halt auch verdammt übel und dann wandelt man nur noch. Ich weiß, dass ich sie gerade brauche und muss dieses Umherwandeln wohl vorerst akzeptieren, aber mein Leben lang will ich das nicht. Ich hab sie neben oben genanntem gegen Gefühls- und Gedankenüberflutungen bekommen, dass ich Gefühle eben nicht an mir auslasse und bei meinem jetzigen (ein niedriger potentes) bin ich aber auch an der Höchstdosis dran. Liegt daran, dass ich schnell Toleranzen entwickel und deshalb musste ich schon so oft wechseln, aber gerade am Anfang helfen die gut bei meiner Indikation, aber höh, dafür sind Gedanken und Gefühle halt komplett weg. Vergeht nach knapp 2 Wochen, wenn ich mich an die Dosierung gewöhne, aber auch nur, bis zur nächsten notwendigen Dosiserhöhung. Was habe ich mit meinen Psychiatern in der Klinik diskutiert %-| . Die sind schier an mir verzweifelt.

    Zitat

    Jetzt wäre ich noch neugieriger auf den tatsächlichen Ablauf als vorher schon - so arg klar kam er mir nicht vor, aber auch nicht megalomanisch neben sich.

    Inwiefern? Also welchen Ablauf genau? Wie man in eine Psychose reinrutscht? Gerade bei Drogen? DAS ist richtig unschön, das fand ich fast noch gruseliger als die Situation, nach der ich verlegt wurde.

    Zitat

    Inwiefern? Also welchen Ablauf genau? Wie man in eine Psychose reinrutscht? Gerade bei Drogen? DAS ist richtig unschön, das fand ich fast noch gruseliger als die Situation, nach der ich verlegt wurde.

    Na, ich meine, was da wirklich gelaufen ist. Ob sie ihn wirklich falsch diagnostiziert haben, wie er meint - so, wie ich es verstanden habe (es war wirklich ein bisschen wirr), waren sie der Meinung, die Drogen kamen nur obendrauf, er war der Meinung, dieser ganze Schub sei ausschließlich von den Drogen hervorgerufen worden. Und vorstellbar ist ja beides - dass er sich da in was verrennt ebenso wie die Möglichkeit, dass da jemand was vermurkst hat.

    Zum ersten konnte man hier an Dé.liée und meiner Unterhaltung ja gerade gut das Problem bei psychotischen Zuständen sehen. Man kann sich hinterher einfach nicht mehr vorstellen das man mal so gaga war und gerade in diesen Überschneidungsgebieten oder wenn sie eine gute Erklärung wie "Drogen" anbietet, ist das vermutlich noch schwerer zu akzeptieren.


    Ich finde es für das Umfeld extrem schwer. Einerseits verstehe ich Leute die nicht immer Medikamente nehmen wollen sehr gut, bei mir ist die Selbstwahrnehmung schon unter Citalopram so gedämpft... Andererseits weiss ich als Tochter eines Mannes der hätte etwas durchnehmen sollen sehr gut wie es ist jemanden zu verlieren. Mir blieb am Ende nur der Kontaktabbruch um in Sicherheit zu sein und das tat sau weh.


    Übrigens ein Grund für mich, mich selbst in fiesen Phasen von den härteren Drogen fern zu halten. Ich hatte angst genetische schlafende Hunde zu wecken und ich wollte wirklich lieber tot sein, also so neben der Spur wie er zeitweise. Und das gilt bis heute. Gibt ja keine Garantie das man da ja wieder ganz runter kommt, je nach Konsum...


    Quacks


    Hattest du nicht eine Freundin die nicht wieder ganz aus der Wochenbettpsychose rausgekommen ist?

    Shojo

    Zitat

    Na, da immerhin kenne ich jemanden persönlich, nämlich die Mutter einer Freundin, die sich komplett blass und leer fühlt unter Medikation und nur dann lebendig, wenn sie sie weglässt. Deshalb gehe ich davon aus, dass es nicht so einfach ist, auch wenn es sicher manchmal gut klappt, wenn man Glück hat. Aber schon bei einer "einfachen" Depression gibt es ja mitunter sehr lange Leidenswege bei der richtigen Einstellung, nicht immer mit erfolgreichem Ende.

    Ich gebe zu, dass ich den Idealfall genannt habe. Es ist sehr schwierig, ja. Bei mir hat es Jahre gedauert und bei den vielen unterschiedlichen Medikamenten war so ca. alles an Nebenwirkungen dabei, was ich mir vorstellen kann (und welche, die ich mir vorher nicht vorstellen konnte). Jetzt bin ich gut eingestellt und fühle mich endlich wieder normal. Nicht sediert oder fremdgesteuert, sondern ganz normal. Das ist für mich ein Segen, ich bin durch die Hölle gegangen. Deswegen kann ich es nicht leiden, wenn jemand Medikamente von vorneherein verteufelt. Das Schlimme ist, dass man überall so viel Negatives lesen kann, dass sich manche Leute weigern, Medikamente zu nehmen, weil sie Angst davor haben, aber sie eigentlich dringend bräuchten. Und dieses Negative lese ich sehr oft von Menschen, die diese Medikamente selbst gar nicht nehmen.


    Was ich eigentlich sagen möchte. Wenn die Mutter sich komplett blass und leer fühlt unter Medikation, dann sind es die falschen Medikamente.