Ist das noch normal? Nachbarin nach tot ihres Mannes total komisch geworden.

    Hallo,

    Ich habe eine Nachbarin, die nachdem tot ihres Mannes total komisch geworden ist. Sie mäht fast den ganzen Tag nur Rasen obwohl er auch schon viel zu kurz ist. Sie ist nicht mehr die netteste. Lachen tut sie auch nicht mehr. Als ich ihr zur Entschuldigung Rosen geschenkt hatte, da ich ausversehen eine Vase kaputtgemacht habe, hat sie auch kaum Emotionen gezeigt,. Sie beschwert sich auch öfters über Kinderlärm und schreit Kinder an.

    Sie ist Mitte 40 -50 Jahre alt. Generell sieht sie immer sehr verheult aus, & hört sie auch weinen.Väter haben sie schon angebrüllt, weil sie die Kinder mies angeschrien hat.Und hat keine Kinder, wollte aber immer welche. Sie trägt auch nach 2-3 Jahren noch dunkle Kleidung .



    Was sollen wir tun? Wie kann man ihr helfen?

    Liebe Grüße

    Hallo,


    Ich habe eine Nachbarin, die nachdem tot ihres Mannes total komisch geworden ist. Sie mäht fast den ganzen Tag nur Rasen obwohl er auch schon viel zu kurz ist. Wir hören sie öfters weinen, andauernd beschwert sie sich über Kinderlärm.


    Früher, war sie total lieb zu den Kindern. Jetzt schreit sie sie an. Wir haben auch schon Schüsse gehört, aus dem Haus von unserer Nachbarin. Die Polizei war da, sie wollte sich das Leben nehmen! Ihr Mann ist an einem Unfall gestorben.


    Vorher war sie ein so fröhlicher Mensch. Selbst über Rosen, ihre Lieblingsblumen hat sie sich nicht gefreut. Immer wenn jemand bei ihr klingelt kommt sie raus und schreit direkt;"Was wollt ihr?!" Sie trägt immer noch dunkle Kleidung. Der Mann ist jetzt seit 2-3 Jahren tot. Seitdem hat sie nicht mehr gelacht! Sie terrorisiert seitdem auch die Nachbarn.


    Ihre Familie und Freunde hat sie bereits verloren. Ich mochte sie früher sehr, jetzt ist sie zu allen ein fürchterlicher Mensch geworden. Die ist sehr einsam.


    Ihr Arzt ist auch mein Arzt, vielleicht kann ich es ihm erzählen?


    Was können wir machen? Sie mäht immer den Rasen, und motzt alle an. Gerade die Nachbarskinder.


    Außer Therapie, gibt es sonst noch etwas, was man tun kann?


    Sie tut uns allen echt leid.


    Danke im Voraus!

  • 15 Antworten

    von außen könnt ihr nicht viel machen, die Trauerarbeit liegt nunmal bei ihr.


    ihr könnt ihr höchstens Grenzen zeigen, Kinder angehen geht nicht.


    mit etwas empathie könnt ihr auch zuhören was sie bedrückt, aber ladet euch keine verantwortung auf

    romi_08 schrieb:

    Ich habe eine Nachbarin, die nachdem tot ihres Mannes total komisch geworden ist.

    Ja, das ist bei vielen normal, dass sie trauern.


    romi_08 schrieb:

    Damit sie nicht mehr traurig ist, die Kinder in Ruhe lässt, und keinen Rasen mehr mäht.

    Wann ist ihr Mann gestorben? Wie war eurer Kontakt vorher?

    Unser Kontakt war vorher gut. Der Mann ist seit 2-3 Jahren tot. Sie freut sich auf überhaupt garnichts mehr, noch nicht einmal Rosen. Die sind eigentlich ihre Lieblings Blumen.

    Liebe Romi,


    jeder Mensch trauert anders. Einige finden eine Form von Ritual, wie z.B. das Rasenmähen, das sie ablenkt. Auch wenn es von Außen noch so absurd erscheint (ein Freund von mir hat nach dem Tod seiner Frau immer wieder seine Wände neu gestrichen... jeden Monat eine neue Farbe). Möglicherweise hat deine Nachbarin durch die Einsamkeit und durch die Trauer auch eine Depression entwickelt.


    Wenn dir die Frau am Herzen liegt und wenn euer Kontakt vorher gut war, würde ich einfach mal mit ein paar Plätzchen in der Hand klingeln und sie fragen, ob du ihr helfen kannst. Annehmen muss sie es immer noch von selbst.


    Kinder anschreien geht gar nicht, das ist richtig. Aber vielleicht erträgt sie ja auch einfach das Glück und die Freude der Kinder nicht. Das heißt nicht, dass ich die Anschreierei gut finde. Aber auch das könntest du ansprechen.


    Viele Grüße

    wilker

    Sowas ist immer schwierig und ich finde es toll das du überlegst ob und wie man helfen kann.

    Eine Möglichkeit wäre wenn sie einen festen Hausarzt hat und du weisst wer das ist. Dann kann man den Arzt informieren ( ohne natürlich selber eine Auskunft zu erhalten) Ein guter Arzt macht sich dann Notizen und versucht beim nächsten Besuch der Patientin ganz vorsichtig wo man ansetzen kann.

    Mit einer Trauergruppe, Therapie oder Reha zum Beispiel.

    romi_08  

    Nachbarn würde ich bei einem etwaigen Gespräch auf keinen Fall hinzuziehen. Das käme mir irgendwie unfair vor so à la "alle gegen eine".

    Ihr einen Brief schreiben, um ihr deine Sicht der Dinge darzulegen, wäre eine Möglichkeit. Besser fände ich allerdings schon ein persönliches Gespräch.


    Richtig gut finde ich die Idee von Nessaja68 , den Hausarzt auf die Problematik anzusprechen. Da ihr Hausarzt auch deiner ist, scheint mir das auch überhaupt nicht abwegig. Wäre es ein dir Fremder, fiele das schon schwerer, so meine ich.


    Wie du es ihm sagen sollst? Also am einfachsten ginge es doch, wenn du sowieso einmal vorstellig bei ihm bist. Dann könntest du es doch genauso erläutern, wie du es hier getan hast.

    Dass die Frau deiner Meinung nach Hilfe benötigt, weil sie 2-3 Jahre nach dem Tod ihres Mannes immer noch in ihrer Trauer verharrt. Und auch, dass sie diese an anderen - den Kindern - auslässt.


    Sie ist aber auch eine recht junge Witwe. Kein Wunder, dass es ihr schwerfällt, sich mit seinem Tod abzufinden. Woran ist er denn gestorben? War es ein plötzlicher Unfalltod oder eine Krankheit?

    Die arme Frau. Ich wünsche ihr viel Kraft, den Tod des Mannes zu überwinden. Früher stand man mit so einem Problem nicht allein da. Da gab es entweder Restfamilie, Verwandte, Freunde oder sonstwas. Heute stehen solche Leute oft allein da und haben nur motzende und glotzende Nachbarn hinter Gardinen, die dann irgendwelche Ärzte rufen und dafür noch als Helden gesehen werden. Schade, die arme Frau. Ich hoffe, sie findet ihren Weg und schafft es, wieder ein annehmbares Leben führen zu können.

    quarksalber schrieb:

    Die arme Frau. Ich wünsche ihr viel Kraft, den Tod des Mannes zu überwinden. Früher stand man mit so einem Problem nicht allein da. Da gab es entweder Restfamilie, Verwandte, Freunde oder sonstwas. Heute stehen solche Leute oft allein da und haben nur motzende und glotzende Nachbarn hinter Gardinen, die dann irgendwelche Ärzte rufen und dafür noch als Helden gesehen werden. Schade, die arme Frau. Ich hoffe, sie findet ihren Weg und schafft es, wieder ein annehmbares Leben führen zu können.

    So habe ich das nicht wahrgenommen, was hier geschrieben wurde. Trauer ist schlimm, aber berechtigt einen nicht dazu sich schlecht zu benehmen.

    Der Dame müssen Grenzen aufgezeigt werden.

    Wenn sie Schwierigkeiten mit ihrer Trauerarbeit hat, so kann sie sich entsprechende Hilfe suchen und ihre Freunde usw. ins Boot holen.

    Aber nicht meinen den Nachbarn auf den Senkel zu gehen und dann auch noch Freundlichkeit und Hilfe erwarten.


    Wenn die Kinder angegangen werden ganz klar und deutlich sagen, dass das so nicht geht. Abgrenzen ist hier die Devise.

  • Hyperion

    Hat den Titel des Themas von „Ist das noch normal? HILFE!!!“ zu „Ist das noch normal? Nachbarin nach tot ihres Mannes total komisch geworden.“ geändert.
    Myrmidone schrieb:

    Sie ist aber auch eine recht junge Witwe. Kein Wunder, dass es ihr schwerfällt, sich mit seinem Tod abzufinden. Woran ist er denn gestorben? War es ein plötzlicher Unfalltod oder eine Krankheit?

    Er ist an einem Unfall gestorben. Kann man ihr sonst noch helfen, mit einer Einladung zum Kaffee trinken?

    Weil irgendwie habe ich ein schlechtes Gewissen, da wir unsere Nachbarin R [...] immer sehr laut weinen hören und die vorher immer mit den Kindern gespielt hat. Rosen sind ihre Lieblings Blumen, allerdings hat sie schon mit ihrem Leben abgeschlossen, und freut sich auf überhaupt nichts mehr. Es kam vor ein paar Monaten sogar schon die Polizei weil wir Schüsse aus R[...]'s Haus gehört hatten. Hinterher haben wir erfahren, dass sie sich umbringen wollte. Freunde und Familie hat die nicht mehr.

    Das ist zwar lieb und nett, aber hals dir da keine Aufgabe auf, die du nicht bewältigen kannst.

    Die Frau kann das nur selbst indem sie professionelle Hilfe in Anspruch nimmt.

    Ich könnte mir vorstellen, dass sie eine Einladung zum Kaffee in ihrer jetzigen Gemütsverfassung ausschlagen würde.

    Ich persönlich würde mal versuchen, mit einem gebackenem Kuchen oder auch einfach nur so ohne was in der Hand bei ihr zu klingeln. Da sie aber vermutlich nicht zum Plauschen aufgelegt ist, könnte es natürlich sein, dass du abgewiesen würdest.

    Dann wäre es schwer, ins Gespräch zu kommen.


    Wenn sie nur ein bisschen aufgeschlossen wäre, könnte man sie eventuell einmal im Monat zu einem gemeinsamen Spieleabend oder ähnlichem überreden.

    Wichtig wäre, überhaupt mal die Grundlage für ein Gespräch herzustellen.