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    Ich denke wer den ganzen Tag auf Facebook rumhängt ist auch nicht ganz normal im Kopf.

    Mir hat mal jemand gesagt, eine Frau die keine Kinder will, sei nicht ganz richtig im Kopf...suchen wir weiter ?

    Für mich sind psychische Erkranungen genau so wenig eine Modeerscheinung wie eine Lactoseintoleranz z.B., der das ja auch oft nachgesagt wird.


    Ich denke einfach, die Erkrankungen werden bekannter und immer häufiger als genau das akzeptiert, als Krankheit. Man traut sich eher darüber zu reden und findet viele Menschen, denen es auch so geht zum Austausch.


    Meine von kindesbeinen an bestehende Lactoseintoleranz wurde mit mitte 20 diagnostiziert. Was für ein Segen!!! Endlich wußte ich, was mich so gequält hat und was ich dagegen unternehmen kann!


    Meine psychische Erkrankung hat in jungen Jahren niemand ernst genommen, weil ich eben noch so jung war. Ich hätte mir einen langen Leidensweg ersparen können, hätten die Ärzte das damals nicht einfach so abgetan. Immerhin bekam ich mit 20 meine erste Therapie, die schon ein wenig half.


    Ich finde es nach wie vor traurig, wie manche Menschen über psychische Erkrankungen denken. Das meine ich jetzt ganz allgemein und nicht auf spezielle Menschen hier im Faden bezogen. Ich erlebe in meinem Job in dem ich auch oft mit psychisch Erkrankten zu tun habe oft soviel Intoleranz und gefährliches Halbwissen, da kräuseln sich mir die Fussnägel 8-(


    Auf der anderen Seite ist es natürlich auch nicht ungefährlich, da heute vielleicht zu schnell etwas auf die Psyche geschoben wird, was durchaus körperlicher Natur sein könnte... Aber ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass ich auf den Kopf gestellt wurde, bevor der Arzt mir ein Antidepressivum oder eine Überweisung zum Therapeuten in die Hand gedrückt hat. Mag aber leider nicht immer und überall der Fall sein.

    Ich wünsche niemandem, überhaupt in eine solche Situation zu kommen! Ich hab eine stationäre Therapie hinter mi, litt an Depressionen, stand kurz vor dem Suizid. Und ich habe zum Glück noch den Weg gefunden, Hilfe in Anspruch zu nehmen.


    Denn NEIN, es ist keinerlei Modeerscheinung. Ich bin schockiert über den Titel dieses Threads das ist wirklich eine absolute Unverschämtheit.


    Ich habe so viele verschiedene Menschen kennengelernt, deren Geschichte mitbekommen und wie es dazu kam, dass sie erkrankt sind. Und ja, es waren sehr viele 18-25 jährige in Therapie. Dennoch würde ich NIEMALS sagen, dass es modern ist, oder sie sich darüber irgendwie profilieren wollten. Jeder Einzelne von Ihnen hat wirklich Schlimmes durchgemacht - und ein ehemaliger Mitpatient hat sich nach der Therapie das Leben genommen.


    Von daher bitte ich darum, hier nicht abwertend über dieses Thema zu sprechen. Menschen mit psychischen Krankheiten würden Alles dafür geben, diese gerne eintauschen.

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    Beim Beobachten - vor allem in diversen Facebook-Gruppen - konnte ich mich diesem Verdacht auch nicht völlig entziehen, dass es gerade für Teenager "in Mode" gekommen sein muss irgendwie psychisch krank zu sein.

    Ich denke, das gesellschaftliche Bewusstsein über psychische Erkrankungen ist in den letzten Jahren wesentlich gewachsen.


    Natürlich interpretiert der ein oder andere Jugendliche dann zu viel in die eigenen Probleme und diagnostiziert sich selbst Störungen, die so gar nicht vorliegen.


    Ich würde es aber nicht zwangsläufig als Modetrend bezeichnen, denn diese Jugendlichen haben meist tatsächlich Probleme, die sie sehr belasten.


    Meiner Ansicht nach haben die meisten gängigen psychischen Erkrankungen (z. B. Depression, Angst- und Essstörungen) ihren Ursprung ohnehin in der relativen Sorglosigkeit der westlichen Welt, in der man nicht mehr um das nackte Überleben kämpfen muss.

    @ WM 2014

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    Denn NEIN, es ist keinerlei Modeerscheinung. Ich bin schockiert über den Titel dieses Threads das ist wirklich eine absolute Unverschämtheit.

    Ich bin durchaus der Meinung, dass psychische Erkrankungen zwangsläufig eine 'Modeerscheinung' der heutigen Zeit sind, eben durch die Umstände, in denen wir leben.

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    Jeder Einzelne von Ihnen hat wirklich Schlimmes durchgemacht - und ein ehemaliger Mitpatient hat sich nach der Therapie das Leben genommen.

    Was ist objektiv wirklich schlimm? Ich traue mir zu behaupten, dass das Leben der meisten Jugendlichen - im Gegensatz zu dem der Menschen früher - ein Klacks ist.

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    Was ist objektiv wirklich schlimm? Ich traue mir zu behaupten, dass das Leben der meisten Jugendlichen - im Gegensatz zu dem der Menschen früher - ein Klacks ist.

    Und lass mich raten, vorallem im Gegensazt zu deinem Leben.

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    Meiner Ansicht nach haben die meisten gängigen psychischen Erkrankungen (z. B. Depression, Angst- und Essstörungen) ihren Ursprung ohnehin in der relativen Sorglosigkeit der westlichen Welt, in der man nicht mehr um das nackte Überleben kämpfen muss.

    Das sehe ich auch so....

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    Was ist objektiv wirklich schlimm? Ich traue mir zu behaupten, dass das Leben der meisten Jugendlichen - im Gegensatz zu dem der Menschen früher - ein Klacks ist.

    Ob früher, heute oder später - für Betroffene ist es mitnichten ein Klacks. Wenn alle so denken würden, wären wir iwann wahrscheinlich beim bewerten - Jugendlichen geht es zu gut - Frauen sind selbst Schuld - Männer haben es ja wirklich schwer - was wollen denn die Alten noch.


    So kommt das bei mir an {:( .

    @ JessSlytherin

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    Und lass mich raten, vorallem im Gegensazt zu deinem Leben.

    Absolut nicht. Trotz aller Widrigkeiten wurde mir unglaubliches Glück zuteil. Der Großteil meiner Probleme ist ohnehin hausgemacht.



    @ Fizzlypuzzly

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    Ob früher, heute oder später - für Betroffene ist es mitnichten ein Klacks.

    Natürlich ist es das nicht - ich kann aus eigener Erfahrung sprechen.


    Aber woran liegt das? Meiner Meinung nach 'verweichlicht' die Gesellschaft immer mehr. Anstatt Dankbarkeit zu lehren, wird Menschen gepredigt, wie schlecht es ihnen doch eigentlich geht.

    Zitat

    Wenn alle so denken würden, wären wir iwann wahrscheinlich beim bewerten -

    Aber Menschen werten doch immer.

    Zitat

    Jugendlichen geht es zu gut - Frauen sind selbst Schuld - Männer haben es ja wirklich schwer - was wollen denn die Alten noch.

    Ich stimme mit diesen Aussagen überein, auch wenn es dich vielleicht schockieren mag.

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    Was ist objektiv wirklich schlimm? Ich traue mir zu behaupten, dass das Leben der meisten Jugendlichen - im Gegensatz zu dem der Menschen früher - ein Klacks ist.

    Materiell sicher. Aber gefühlsmäßig ?

    Ich glaube auch, dass viele Dinge durch unser heutiges, relativ unnatürliches Leben verursacht wird - das macht es für die Leute halt auch nicht besser. Wenn jemand Krebs kriegt, weil er sein ganzes Leben an einer starkbefahrenen Straße wohnt, würde man ja auch nicht so argumentieren. Wir sind immer das Produkt unserer Umstände.


    Anderseits gibt es auch viele Menschen, denen tatsächlich auch schon früh im Leben Leid angetan wurde und die deswegen als Spätfolge psychische Probleme entwickeln. Das hat halt früher (tm) wenige interessiert, da waren Prügel und Vernachlässigung noch eher alltäglich. Wenn ich mir ansehe, dass nach meinem ganz persönlichen Sample mindestens 50% der Männer meiner Großeltern- und Elterngeneration Alkoholiker sind oder waren, hat s????ich das früher einfach anderes Bahn gebrochen, aber die psychischen Probleme waren sehr wohl trotzdem da.

    @ Silbermondauge

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    Materiell sicher. Aber gefühlsmäßig ?

    Nicht nur materiell. Wir haben insgesamt eine ganz andere Lebensqualität.


    Gefühle können durch Gedanken beeinflusst werden.

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    Ich glaube auch, dass viele Dinge durch unser heutiges, relativ unnatürliches Leben verursacht wird - das macht es für die Leute halt auch nicht besser.

    Wer die Ursache kennt, kann daran arbeiten. :-)

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    Ebenfalls, gesetzt den Fall, dass von mir die Rede ist: Ich glaube mir fehlt einfach die Gabe von mir positiv zu denken oder sowas wie Selbstliebe zu entwickeln. Und wenn ich mir die Gesellschaft anschaue, sehe ich darin auch nichts Erstrebenswertes, dass mir Motivation schenkt mich dahingehend entwickeln zu müssen. Mir erscheint das alles so unglaublich sinnlos. Und je mehr man darüber nachdenkt, desto sinnloser wird es. Und mit "sinnlos" meine ich wörtlich, dass es keinen Sinn für mich ergibt.

    Ich habe da eigentlich viel mehr zu allgemeinen Fadenthemen geschrieben und niemandem im Speziellen, aber du hast dich ja immerhin scheints ein Stück weit angesprochen gefühlt.


    Man muss die Gesellschaft ja nicht toll finden und kann sich selbst auch in Ablehnung zur Gesellschaft definieren. Das macht sogar jeder irgendwie so, je nachdem, welche Themen ihm da wichtig sind. Bloß reicht's dann ja nicht, Verfehlung an Verfehlung an Verfehlung der Gesellschaft zu reihen, irgendwann muss der Schwenk von der Gesellschaft auf sich selbst zurück führen und der Frage, was will ich eigentlich. ??"Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt", sagte Ghandi?? Wenn man das vor dem Sterbebett macht oder sich zumindest bewusst ist, dass man das Leben auch von hinten denken kann, umso besser. Man kann es aber immer nur für sein Leben und nicht für die Leben der anderen. Die Leben der anderen wird man auf dem Sterbebett nämlich auch ganz sicher nicht bereuen.

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    Das ist so, als hätte die Titanic den Eisberg nicht gerammt und dann stehe ich da unten und bohre Löcher in den Rumpf.

    Und was, wenn du die Titanic verpasst hast, willst du deine Löcher dann in die Queen Mary bohren? ":/

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    Wie beeinflusst man seine eigenen Gefühle durch Gedanken?

    Sie meint wahrscheinlich positives Denken. Negative Gedanken, durch positive ersetzen. Aber je nach dem, was für eine psychische Störung man hat und wie stark sie ausgeprägt ist, braucht es Zeit und oftmals Anleitung, die man eben in der Psychotherapie erhält.


    Manche Menschen wissen gar nicht, warum sie bestimmte Gefühle haben. Ängste, Panik, Essstörungen, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, usw. Viele psychische Störungen haben ihren Ursprung in der Kindheit, das ist fest verankert in der Persönlichkeit und im Empfinden der Betroffenen.


    Vor Jahren habe ich mir das Buch, 'sorge dich nicht, lebe', von Dale Carnegie gekauft und dachte, daß ich damit meine Probleme in Griff bekommen würde. Mir hat aber letztendlich eine Psychotherapie und medikamentöse Behandlung geholfen.