Ich denke einfach die Leute sind sensibler dafür geworden. Als ich eine Jugendliche war, wurde man gesagt man soll sich zusammenreissen. Ich war die einzige die zum Therapeuten geschickt wurde - wegen meiner komisches Verhalten (war bekifft oder auf LSD, habe es aber meiner Eltern nicht zugegeben. Psychologe schaute mir einfach kurz in die Augen und hat gefragt was ich genommen habe). Einige meine Freunden hatten jedoch ausgeprägte psychische Störungen.


    Jetzt kenne ich einige psychisch kranke in meiner Freundeskreis. Die Gründe sind verschieden - Burnout, Depression nach Hirnblutung und danach Schlaganfall, Depression und Alkoholismus durch Überforderung... viel mit das Leben und Stress zu tun.


    Ich denke nicht, dass es Mode ist. Die Stigma psychische Erkrankungen zuzugeben ist einfach inzwischen weg. Durch Seiten wie Facebook sind inzwischen viel mehr Informationen und kurze Aufklärungen verbreitet.

    Zitat

    Also - manchmal kommst Du mir durchaus wie ein Psycho-Onkel vor. Vielleicht weniger die studierte Sorte als die Familienfeiersorte, aber hey, der Unterschied ist ja nur allerhöchstens marginal! ;-D

    @ Loadcell

    [...]

    Ein Teil der heutigen seelischen Erkrankungen kommt direkt durch die Lebensumstände.


    Wer z.B. rund um die Uhr arbeitet und trotzdem noch am Alg2 Tropf hängt UND noch laufend vom Amt genervt wird, kann schnell in eine Depression verfallen.


    Es reicht auch schon Jahrelang in einer Leihfirma zu arbeiten.


    Keine Sicherheit wie lange der Job noch geht, keinerlei Kredit und kein vernünftiger Job in Sicht.


    Generell würde ich sagen das man heute schneller an einer Depression erkranken kann als früher.


    Der andere Aspekt ist natürlich das es früher kaum soziale Medien gab wo jeder sein Leid verbreiten konnte.


    Früher hat man real kommuniziert und Probleme bewältigt.


    Heute starrt man auf das Handy.


    Die Jugend lernt garnicht mehr Probleme selber zu lösen.


    MfG

    Schon der Titel stösst mir sauer auf. TE hat keine Ahnung, wurde aber über Facebook für das Thema sensibilisiert. Wenns nicht so traurig wäre, würde ich jetzt echt einen Lachkrampf kriegen.


    Und auf der ersten Seite bereits Zensierungen. Wäre echt ne Überaschung gewesen, wenn es anders gewesen wäre bei diesem User.


    Ja ich weiss, jedeR hat das Recht hier alles posten zu dürfen. Manchmal wäre es aber gut, einige Threads zu unterbinden. Zumindest dann, wenn ohne eigenes Wissen psychische Probleme mit "in Mode" gekommen thematisiert wird. Damit nicht genug, wird der Thread auch noch unter Psychologie eingestellt.


    Schlimmer gehts nimmer, oder doch :-(


    Damit ist meine Mitwirkung in diesem Thread beendet.

    Zitat

    Es kommt ja niemand auf die Welt und ist von Grund auf depressiv oder lebensmüde.

    Oh doch. Wenn ich mal zurückdenke, war ich schon als Kind depressiv, einen Grund oder Auslöser kann ich nicht erkennen. Erst heute, mit 40, gehe ich das Thema an. Also keineswegs ein kurzfristiger Trend.


    Suizidal war ich übrigens nie, aber oftmals der Wunsch, morgens einfach nicht mehr aufzuwachen. Einfach nicht mehr zu sein.

    … und teilweise werden körperliche Probleme von Ärzten auf die Psyche geschoben. Mir wurde schon mal gesagt, ich würde mir die Schmerzen einbilden. Dabei war es ein (harmloses) körperliches Problem.

    Zitat

    Manchmal muss man sich einfach mal etwa zusammenreißen und nicht gleich wg. jedem Scheiß in Tränen ausbrechen. Im Berufsleben geht das auch nicht. Irgendwann fliegste dann raus, wenn sich die Gelegenheit ergibt.

    Und was ist, wenn man sich nicht zusammenreißen KANN?


    Du denkst sehr eindimensional.


    Ich hatte heulflashs. Auf arbeit. Unterwegs. Beim aufwachen. Beim einschlafen. Beim wocheneinkauf. Beim entspannen. Beim sport.


    Ist garnich mal so cool. Es ist die hölle. Man traut sich kaum noch raus, weil man sich nicht auf den körper verlassen kann.


    Und das mit dem lange krank sein stimmt nur, wenn die arbeit ein Mitgrund ist.


    Ich war 6 Wochen krank + 2 Wochen wegen rückfall. Das zählt jetzt zwar nicht zu husten und schnupfen Länge, aber ist auch nicht ewig. War auch nur so lang am anfang, weil arbeiten in meinem job mit den Nebenwirkungen der ad zu gefährlich war.


    Ich wäre schon froh,wenn man nicht alle über einen kamm scheren würde.


    Wen interessiert denn eine wildfremde person. Fangt doch lieber da an wo ihr wirklich Kontakt habt.


    Und aussagen wie "du musstd och nur " lässt man besser stecken. Fragt dich stattdessen "kann ich dir irgendwie helfen?"


    Übrigens mache ich die hohen soziale Ansprüche für eine ursache heute. Höher schneller besser mehr urlaub mehr coole sachen. Man sieht auf facebook viel und nicht jeder kann da mithalten.


    Ich hab mich dem entzogen und gucke mehr auf mich statt iwelche facebookmenschen.


    Kann ich nur empfehlen.

    Die Diskussion ist doch hanebüchen.


    Da möchte man doch gern den Dieter Nuhr zitieren... wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten.


    Für ernsthaft psychisch erkrankte Menschen ist schon die Formulierung des Threads ein Schlag ins Gesicht.

    Zitat

    Für ernsthaft psychisch erkrankte Menschen ist schon die Formulierung des Threads ein Schlag ins Gesicht.

    Japp. Und davon, dass es kindliche Suizide gibt, hat der TE offenbar auch noch nie gehört. Sehr eindimensionale "Sensibilisierung" (kähähähä) auf Facebook, Respekt!

    Yup, selbst betroffen und sehr schockiert über den Threadtitel. Um mich rum haben plötzlich so viele Menschen Krebs...ist Krebs neuerdings eine Modeerscheinung? So liest sich das für Betroffene... Glaub mir, psychische Erkrankungen sind alles andere als selbst gewählt. Positive Aufmerksam bekommt man in der Regel nicht dafür, sondern eher Reaktionen wie deine. Die Gesellschaft erwartet zudem trotzdem, dass man weiter funktioniert.


    Ich habe viele betroffene Teenager getroffen und mir blutet das Herz, wenn ich darüber nachdenke, was sie in ihrem jungen Alter schon erlebt haben. Oft tragen sie die Folgen der ungelösten Probleme der Eltern aus, sei es durch völlig überhöhte Erwartungen und Lieblosigkeit, sei es durch Misshandlungen, weil sie Ventil für deren Überforderung werden. Unter "Normalos" ist es unendlich einsam, mit so einer Last. Also denke ich, dass soziale Netzwerke zum Teil dafür genutzt werden, um mit Menschen Kontakt aufzunehmen, die einen verstehen und so akzeptieren, wie man ist. In einer Lebensphase in der Identitätsfindung einfach ansteht, kann es dann schon passieren, dass der Faktor, der dazu führt, dass man von den anderen ausgeschlossen wird, zu einem identitätsbildenden Kriterium in sozialen Netzwerken wird. Darüber, wie hilfreich das ist, kann man natürlich streiten. Aber meines Erachtens ist das dann auch eher ein Armutszeugnis für die Gesellschaft drum herum, die da so kategorisiert.


    Ich für meinen Teil stamme aus einer Zeit, in der es so etwas "noch nicht gab". Ein Teenager hat vielleicht mal ein bisschen Weltschmerz und spinnt rum, aber sicher keine Depression. Es hätte mir wahrscheinlich einiges erspart, wenn ich damals schon etwas Hilfe bekommen hätte...

    Das Gute an Diskussionen ist ja, dass man sich mit anderen austauschen und so andere Meinungen, Ideen und Fakten kennenlernen kann. Um dann seine Frage beantwortet zu sehen oder weitere Verständnisfragen stellen zu können oder auch seine Meinung ändern, sein Bild von der Welt modifizieren zu können.


    Es denkt sich allerdings erheblich leichter, wenn man nicht permanent Schläge abwehren muss. Und deshalb bitte ich um mehr Sachlich- und Freundlichkeit. Auch um des Niveaus willen, das uns ja von Facebook unterscheiden soll.

    Ich würde das Ganze differenziert betrachten.


    1. Die Häufigkeit einiger psychischer Erkrankungen nimmt einfach zu. Grundsätzliche Einflussfaktoren sind immer Genetik, Persönlichkeit, Erziehungseinflüsse, Lebensereignisse. Die heutige Welt hat ihre ganz speziellen Anforderungen; oft erlebt als "immer schneller hektischer unsicherer". Es fehlt oft ein "Wir-Gefühl". Im Krieg waren ALLE betroffen. Bei Stellenabbau in der Firma sind auch alle betroffen, aber der Kollege ist immer auch Konkurrent. Solche Dinge gehen nicht spurlos an Menschen vorbei, und manche sind sensibler als andere.


    2. Auch früher gab es Depressionen etc. Es gibt viele alte Menschen, die kriegsbedingt durchaus traumatisiert sind. Aber es gab keine Hilfe, dafür viele Vorurteile. Also sind viele irgendwie zurechtgekommen. Es musst einfach funktionieren.


    3. Und es gibt die Gruppe von Patienten mit best. Diagnosen, die damit durchaus kokettieren. Da passt dann aber die Diagnose zu diesem Kokettieren.


    4. Es gibt mehr Wissen und Hilfe für Erkrankungen. Fundierte Therapien, Medikamente,...


    5. Und wie imemr gilt: Menschen sind Individuen. Jeder reagiert anders. Bsp. der fast tödliche Männerschnupfen vs. die alleinerziehende Mutter, die mit Lungenentzündung noch funktionieren muss.


    6. Ja, es gibt leider auch die Tendenz, zu sehr zu pathologisieren. Wo aus normaler schlechter Laune mit Grund gleich was Depressives wird. "Dank" der ewigen Wartezeiten auf Therapieplätze erledigt sich diese Patientenklientel aber von selber. Aber nur wg. diese Pathologisierungstendenz zu behaupten, dass sich alle anderen Betroffenen anstellen würden (oder nur die Psycho-Onkel verdienen wollen), ist absoluter Hohn für alle echt Betroffenen.


    Und was ist mit den Menschen, die HEUTE als krank gelten und behandelt werden, die aber schon seit 15, 20 oder 30 Jahren mit den Problemen leben? Die als Kind übelst missbraucht wurden, aber erst Jahrzehnte später zusammenbrechen? Die werden HEUTE krank, der Grund liegt aber Ewigkeiten zurück. Wo sortiert man die ein?

    Elisada, bis zu Loadcells Rundumschlag fand ich die Diskussion recht sachlich, ich würde also die Bitte um ein gewisses Diskussionsniveau durchaus weniger allgemein adressieren und dafür ganz besonders an seine Adresse - dass er Diskussionen gern mit Provokationen sprengt, dürfte ja inzwischen hinlänglich bekannt sein.