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    Was in den Staaten schon länger zum guten Ton gehört, schwappt halt auch langsam zu uns rüber: man bespricht seine Seelenqualen mit einem Profi. So ganz unsinnig finde ich persönlich dies auch nicht – immerhin fressen damit weniger Menschen Dinge in sich rein und nehmen sich im schlimmsten Fall das Leben ...

    Unsinnig ist Therapie nicht - aber im Gegensatz zu den Staaten ist der Zugang hier deutlich schwieriger (Wartezeiten!) und aufgr. Antrags- und Gutachterverfahren auch auf real Kranke beschränkt. Und Therapie "open end" nicht möglich. 10 Jahre und mehr beim selben Therapeuten wie in den USA gibt es hier nicht. Doch, ggf. für gutverdienende Reiche, die selber zahlen.

    Also in Kliniken, wo ich war, war das Verhältnis von Männern und Frauen eher in der Waage.


    Ansonsten gehen Frauen vermutlich eher zum Arzt, Männer bekämpfen die Symptome erstmal mit Alkohol und Drogen, bevor sie dann in der Klinik landen. Meine Theorie. Obwohl es das natürlich auch bei Frauen gibt.


    Ansonsten sind Frauen auch durch die Hormone anfällig - z.B. Depressionen nach der Geburt. Ich merke Hormonschwankungen auch sehr stark, daher nehme ich dauerhaft die Pille, um dem zu entgehen. Wenn man eh schon depressiv ist, ist man froh über alle Schwankungen, die man ausschalten kann. Ich zumindest.

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    Seltsamerweise scheinen ganz viele Frauen besonders depressiv bzw. anfällig dafür zu sein. Woher kommt das denn ? [...]

    Es gibt viele psychische Erkrankungen. Einige betreffen mehr Männer, andere mehr Frauen. Um in eine Depression zu rutschen, muss man meiner Meinung nach schon sehr sensibel und empfindsam sein. Dinge die eine sensible Person unglaublich mitnimmt, sind für einen unsensiblen Mensch nur ein "Ach das hat noch keinem geschadet"...


    Grade Frauen sind im Vergleich zu Männern oft sensibler und nehmen sich vieles mehr zu Herzen. Daher auch die höhere Anfälligkeit für Depressionen.


    Zum Beispiel finden sich bei narzisstischen oder psychopathischen Störungen in der Mehrheit Männer.

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    Frauen haben bei ALLEN psychischen Erkrankungen ein deutlich höheres Erkrankungsrisiko. Ausnahme Schizophrenie, da liegt die Rate bei 1%; Männer und Frauen identisch.

    Was fällt denn da alles darunter? Ich meine mich zu erinnern, dass es bei Männern generell mehr Extremausprägungen von vielem gibt, also mehr Genies, aber auch mehr Psychopathen. Reinv om Gefühl her hätte ich da doch deutlich mehr Männer vermutet; oder fällt das eher unter Persönlichkeitstypus als unter Krankheit?


    Ansonsten schließe ich mich der Mehrheit hier an - mit einer ausreichend dysbalancierten Hirnchemie kannst du alles haben, ganz ohne Jahrzehnte der Lebenserfahrung...

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    @ mnef

    Ich meinte die

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    Teenager, die schaurig-schön in ihrer Emo-Phase aufgehen oder jeden normalen Schreck zur Panikattacke ihres Lebens hochstilisieren und das alles ein bisschen ausschlachten.

    Die sind nicht ernsthaft psychisch erkrankt. Bin langsam schon selber ganz verwirrt %:|


    Mir ist sehr bewusst, dass es viele Teenager gab und gibt, die dringend psychologische Hilfe brauchen.


    Ich weiß, nicht zuletzt durch eigene Erfahrung, dass sich pychische Erkrankungen chronifizieren, wenn sie nicht behandelt werden und es wäre so wichtig, Kindern und Teens mit psychischen Problemen in ein gutes konstruktives und selbstbestimmtes Leben zu helfen.


    Das geht sicher in jedem Alter, aber in diesem Alter werden so viele Weichen gestellt, wisst ihr was ich meine?

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    Auch wenn viele da anderer Ansicht sind, unter den Teenagern (12-16 circa) ist es tatsächlich Mode psychisch krank zu sein. Da werden auf die eigene Facebook oder Instagram-Seite die endlosen Diagnosen in die Selbstbeschreibung geschrieben und in den Kommentaren wird disskutiert, wer mehr Medikamente und Selbstmordversuche hinter sich hat. Jeden Tag Bilder von Selbstverletzungen und Sachen wie "1 like = 1 cut auf dem Arm". Ich war fassungslos. Und wenn einem die Diagnosen ausgehen, werden sich über Nacht schnell neue ausgedacht + theatralische (gefakte!) Heulvideos.

    Wie kommst du an solche Profile? Ich habe auch einige Kids von Freunden im Facebook, von dir beschriebene Situationen kenne ich da jedoch nicht.


    Sehr wohl aber das Ritzen und Hilfeschreie aus meiner Jugend. Das ist allerdings so ziemlich nie aus purer Lust zu schocken.

    Man sollte ja niemandem etwas Schlechtes wünschen aber manchmal wünsche ich diesen Personen, die psychische Erkrankung nicht ernst nehmen und als Modediagnose ansehen, dass es sie selbst mal einfach nur ganz kurz, vielleicht nur zwei Wochen trifft, damit sie wissen, wie es sich damit lebt. Zwei Wochen ist nichts, im Gegensatz zu Erkrankungen, die man schon seit Kindheit oder Jugend mit sich herumschleppt.