Achja und zu keinem zeitpunkt lachte ich mir ins fäustchen.... ich war damals für jede aufmerksamkeit dankbar.


    Aber gleichzeitig drängte mich dieses Verhaltensmuster in eine sackgasse. Denn ich hatte gelernt nur so aufmerksamkeit und positive Reaktionen auf meine person zu bekommen.


    Eine konditionierung, die ganz schön scgeisse für mein leben war.


    Du selbst siehst dich ja in dieser hinsicht in der opferrolle. Ich kann dir also nur empfehlen SELBST aus dieser rolle auszusteigen. Niemand zwingt dich dazu (ausser du selbst, weil du vermutlich auch eine bestätigung daraus ziehst andren zu helfen. Es ist auch für dich wesentlich gesünder positive gefühle auch anders zu erlangen)


    Ich war so zumindwst. Wenn ich helfen konnte fühlte ich mich gut und war enttäuscht, wenn nix zurück kam.


    Diese destruktive verhaltensweise einzustellen war einer meiner wichtigsten schritte aus der depression. Unter andren natürlich.


    Meiner meinung nach solltest du dich hinterfragen, was diese verhaltensweise dir noch gibt ausser Frust und warum du das tust.


    Vielleicht hast du hohe moralische ansprüche an dich und deine umgebung. Vielleicht züchtest du dir ein gepflegtes helfersyndrom.


    Beides ist in übermässigem Maß achädluch für die psychische gesundheit. Mein therapeut meinte damals, weil ich diese eigenschaften so stark ausgeprägt hab, rät er mir von selbsthilfegruppen ab, weil ich distanzierter sein müsse und nich alle probleme der welt lösen kann. Ich solle mit meinen eigenen anfangen.


    War sehr wertvoll diese aussage.


    Nicht in dem moment. In dem moment fand ich die aussage scheisse und übergriffig.


    Aber ein paar jahre später sag ich....er hatte recht und sein tipp hat mein leben verbessert.

    Zitat

    Wie denkt Ihr denn darüber?

    ich denke, dass die zunahme der psychischen krankheiten nicht nur jugendliche betrifft. die menschen werden immer stärker an die grenzen ihrer leistungsfähigkeit und darüber hinaus geführt. das hat nunmal seine folgen.


    allerdings denke ich, dass man grade bei den erkrankungen jugendlicher das wahre ausmass des problems sieht. wir reden hier ja wohlgemerkt nicht vom typischen lehrer oder sozialpädagogen der eben mit 57 oder 61 seinen nervenzusammenbruch hat und sich dann noch ein paar jahre bis zur rente schleppt, wir reden von jungen menschen deren zukunftsaussichten gleich zu lebensbeginn getrübt werden.


    ich glaube auch, dass die jw. betroffenen jugendlichen da gar nicht mal selbst für verantwortlich sind. wenn mama und papa so gut wie nie da sind und sich nicht kümmern, wenn es keine freunde gibt, weil selbst in der schule nur noch leistung gefordert wird, wenn ältere nachbarn oder grosseltern auch keine hilfe sind sondern einfach nicht kapieren wie das leben und die realität für junge menschen heute aussieht, legt das nunmal den grundstein für ein psychisches unwohlsein. so mancher schafft es, da durch zu kommen, aber viele straucheln auch auf ihrem weg und kriegen dann eben mit drogen zu tun oder werden depressiv und krank.


    ich denke mir, in 10 oder 20 oder 30 jahren werden wir dann das ganze ausmass sehen. da sind die jugendlichen dann erwachsen und haben selbst kinder und da haben selbst deren eltern und grosseltern kein leben mehr kennen gelernt, in dem der mensch an sich und seine würde irgendeine bedeutung haben. spätestens da werden wir dann alle krank und dann wird sich da auch gesellschaftlich was ändern müssen.


    wohlgemerkt bin ich kein anhänger von traditionellen familienmodellen. kinder und jugendliche brauchen liebe und zuneigung. ich denke aber, dass es eher zweitrangig ist, ob diese nun von den eltern kommt oder von anderen leuten. im moment haben wir aber ein gesellschaftssystem in dem die frau arbeiten gehen soll und das zugleich in punkto kinderbetreuung und pädagogik darauf ausgelegt ist, dass die mutter zuhause bleibt und sich um die kinder kümmert. das ist nun einige jahrzehnte gut gelaufen, die ersten anzeichen dafür dass das mist ist zeigen sich aber schon seit jahren.


    wenn ein kind ganz ohne essen zur schule geschickt wird, weil die eltern einfach keine zeit oder lust haben was mitzugeben oder schlichtweg asozial sind und es dann in der schule auch nix zu futtern gibt - und das jeden tag! - ja, was soll das kind dann denn noch tun, ausser psychisch krank zu werden? ":/ dazu kommen dann noch aspekte wie mobbing, pubertät und der steigende leistungsdruck.

    Darüber hinaus liegt die steigende Zahl von psychischen Erkrankten in den Industrienationen aber m.E. aber auch an einer anderen Einstellung zum, ja Anspruchshaltung gegenüber dem Leben inklusive der Prämisse, dass das Leben gut zu einem zu sein hat und -


    u.a. dank der (v.a. sozialen) Medien - fixen Vorstellungen darüber, wie ein solches gutes Leben genau aussieht, sowie an einer anderen Selbstwahrnehmung des Individuums, das ausschließlich die eigene Person und die eigenen Wünsche ins Zentrum allen Denken und Handels rückt.


    So haben wir trotz der Globalisierung und des Siegeszugs der sozialen Netzwerke doch tatsächlich weniger wahrhaftige Kommunikation und eine Entfremdung unter den Menschen.

    Wir werden doch überall mit den Gedanken geimpft, dass wir erfolgreich sein sollen. Und dabei sind die Definitionen für Erfolg an festen Werten gekoppelt - gutes Gehalt, Familie mit gesunden, erfolgreichen Kindern, keine Drogen, Haus, Garten, Hund, einmal im Jahr ins Ausland in den Urlaub, tolle Geschenke zu Weihnachten, perfektes - jugendliches Aussehen, Sportlichkeit, Erstwagen, Zweitwagen ... gehe mal in die Läden. Die sind alle genau nach diesen Schemen eingerichtet. Und die Leute scheinen auch zum Großteil genau danach zu funktionieren.


    Und wenn ich dann in die Apotheke schleiche, um meine Schlaftabletten abzuholen, weil ich schlecht schlafen kann und zu ungewöhnlichen Zeiten arbeite, möchte ich auch ganz oft "nur dazu gehören". Ich bekomme Rügen, weil ich um 8 Uhr nicht ans Telefon gehe - das ich manchmal bis 2 oder 3 Uhr arbeite sieht aber keiner. Am Morgen ist mein Kopf leer, abends sprudeln Ideen heraus. Ich bin nicht erfolgreich. Nicht mal normal. Vor allem auch deshalb, weil ich von anderen erwarte, dass sie empathisch sind.

    Zitat

    Und die Leute scheinen auch zum Großteil genau danach zu funktionieren.

    Die Frage ist doch: Wie schafft es eine (vermutliche) Minderheit, die aber im gleichem Umfeld großgeworden ist und noch dort lebt, ihr Leben zufrieden zu leben ohne danach zu funktionieren? Was machen die anders? Nee, "allen wird das eingeimpft" ist mir zu dünn.


    Und weil du deine Empathie in den letzten Beiträgen betont hast: Dann muss man auch mit den Teenagern, die lediglich eine Emo-Phase zelebrieren, Nachsicht zeigen. Das ist entweder ein relativ normaler Entwicklungsprozess oder, wenn doch nicht nur eine Phase, ebenso eine Erkrankung, die nicht als minderwertig abzustempeln ist.

    Zitat

    Ich habe auf diesem Planeten irgendwie nichts verloren ... und jedem, dem ich meine Geschichte erzähle ist ihr irgendwann überdrüssig und irgendwann lernt man leise zu sein.

    Das tut mir richtig weh, das zu lesen. :°_


    Auch weil ich das selber so gut kenne.


    Wenn dein Therapeut dich als nicht aussichtreichen Fall wahrnimmt, der jemand anderen den Platz wegnimmt und dir das auch noch kommuniziert suche dir jemand anderen. Das ist nicht fair. Ich habe auch oft Horrornächte und Tage, durch die ich mich nur noch quäle. Und ich weiß nicht, ob ich noch eine Chance habe, gesunder zu werden.


    Gestern habe ich zufällig über genau dieses Thema mit meiner Therapeutin gesprochen, ob es angesichts der Dimension meiner Schwierigkeiten überhaupt Sinn macht verbunden mit drm Gefühl, dass ich ja schon alt bin ( Ende 40)


    Ich hab sie gefragt, ob es nicht Verschwendung ist, mich zu behandeln. Sie hat gesagt, dass sie auch jemand in meiner Situation mit 80 Jahren behandeln würde. Der Knackpunkt ist der Wunsch etwas für sich zu tun.

    Zitat

    Das mag schon sehr subjektiv sein, aber in dem Alter hätte es mir schlichtweg an Lebenszeit gefehlt, um "richtig" depressiv zu werden oder gar suizidal. Das sind ja oft Prozesse, die über viele Jahre gären und teils von schweren Schicksalen begleitet werden.

    O ja, an Lebenszeit hat es mir auch gefehlt, 1 ganzes Jahr habe ich verloren damit - ich hatte eine handfeste Depression, mit 16.


    Und das "schwere Schicksal" war zum einen Mobbing 2 Klassen vorher, eine körperliche Erkrankung 1 Jahr vorher und zum anderen der Druck, nun endlich wissen zu "müssen" welchen Beruf man ergreifen soll..........


    Ich hatte meine sogenannte "Teeny-Selbstfindungs-Krise", die beinahe im Suizid geendet wäre.


    Ich glaube nicht, dass man sich eine Depression "einbilden" kann. Und in "Mode" gekommen ist es sicher auch nicht, es wird nur mehr thematisiert.


    Und ich selbst hab damals mit niemanden drüber gesprochen, weil ich viel zu viel Angst hatte, nicht ernst genommen zu werden........


    Schlussendlich hat mir die Therapie eines einfühlsamen Therapeuten geholfen, sein Buch zu lesen.

    Zitat

    Das mag schon sehr subjektiv sein

    Ja, ist es - vor allem, für die Leute, die drin stecken und nicht ernst genommen werden.


    Man sollte sich hüten, darüber zu urteilen, ob Kommentare von Jugendlichen "ernst gemeint" sein könnten (die man noch dazu gar nicht kennt) - nur weil sie ja noch "so jung" sind und es eigentlich an "Lebenszeit fehlen" sollte, um die schöne Jugendzeit mit psychischen Krankheiten (oder auch körperlichen) zu "verschwenden".....

    Ich denke ich bin hier raus.


    ^^ auf die beiträge die ich für wichtig erachte (nicht nur meine) gibt es keinerlei reaktionen....


    Aus selbstschutz bin ich hier raus. Denn ich pflege mein helfersyndrom nicht mehr. Und die reaktionen der te frustrieren mich [...]

    Schade Xirain


    Ich fand deine Beiträge hier wertvoll.


    Ich glaube auch nicht, dass sich die TE hier ins Fäustchen lacht.


    Mein Eindruck ist, dass sie sehr unglücklich ust und das Gefühl hat mit ihrer Situation und ihrem Schicksal keinen Raum und keine Emphatie zu finden.


    Vielleicht steckt hinter der Ablehnung der "Emokids" ein Stück Neid, weil die sich (scheinbar) selbstverständlich den Raum nehmen, was Knuffelstern im Moment nicht gut schafft. Wenn das so ist, wäre die Lösung natürlich nicht diese Jugendlichen anzugehen... die nehmen ihr ja nichts weg.


    Knuffelstern ... wäre das nicht eine Möglichkeit? Dich selbst ernst und wichtig zu nehmen und dir immer wieder zu sagen, dass du auch Mitgefühl verdient hast?


    Manchmal hilft da die Arbeit mit positiven Affirmationen.

    Zitat

    reaktionen der te frustrieren mich [...]

    Xirain


    Da sind wir schon zu zweit. Und genau deshalb ist dieser Faden für mich von Beginn an schon zum kotzen. Denn auch ich gehöre zu den Menschen, die von Geburt an schon auf der schwierigen Seite standen. Mit 40 Jahren brach ich dann vollkommen zusammen. Rausgewühlt habe ich mich ohne einen Menschen - ausser der Therapeuten - neben mir zu haben. Auch ich war voller Hass und Verbitterung. All das wollte ich nicht mehr und ich habe es auch geschafft. Darauf bin ich stolz. Denn alles was ich heute sage und tue gehört zu mir, das führte zu meiner Lebendigkeit.


    Und weil ich über Missbrauch, Prügel und Suizidversuchen solange durch die Hölle gegangen bin, kotzt mich dieser Faden so an.




    Knuffelstern genau diese Erfahrungen führen bei mir dazu, dich als Mensch niemals in meine Nähe zu lassen. Du stellst dich als Opfer hin, verletzt aber die UserInnen hier und überschreitest Grenzen ohne jegliches Gefühl und Gedanken an andere zu verschwenden.


    Du eröffnest hier einen Thread und fragst uns, ob psychisch krank sein in Mode gekommen ist und jetzt willst Du uns/mir erzählen, wie schwer Du erkrankt bist?


    [...]

    Hier schreiben überwiegend Frauen. ":/ Das ist schon bedenklich, wenn man gerade auf Partnersuche ist und offenbar 50% (oder mehr ?) aller Frauen irgendein psych. Problem gehabt haben, haben oder haben werden. [...] Da wird einem Angst und Bange. :°(

    Loadcell, an deiner Stelle würde ich mir in erster Linie Sorgen machen, wie hoch (oder vielmehr gering) die Wahrscheinlichkeit ist, mit deinem psychischen Problem (oder wie auch immer man das bezeichnen kann) eine Frau "abzukriegen".

    Also mit dieser Wendung habe ich jetzt ehrlich gesagt nicht gerechnet. Ich verstehe es auch nicht. Soll das jetzt ein Rundumschlag auf alle sein, denen es nach eigenem Empfinden nicht so schlecht geht, wie einem selbst? Das finde ich von sehr zweifelhaftem Nutzen. Und gerade von Betroffenen kann man da mehr Differenzierung erwarten, finde ich. Ich kann Frust, wenn es nicht oder nur langsam besser wird, gut nachvollziehen, wirklich. Aber ihn auf andere projizieren wird nicht helfen.