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    Meinst du nicht, dass deine Essstörung nur ein Symptom der Borderlineerkrankung ist? Das ist ja auch in hohem Maße selbstschädigend. Ich habe zumindest auch Borderliner kennengelernt, deren Essstörung mit in die DBT eingeflossen ist. Ich glaube nicht, dass du das so trennen kannst. Ich habe eher die Befürchtung, wenn du in die Essklinik gehst und diese nicht auf Borderline spezialisiert ist bzw. die Borderlineerkrankung außen vor lässt... Naja wie soll ich sagen... Du schaffst es vielleicht dann deine Essstörung etwas besser in den Griff zu bekommen, greifst dann aber zu anderen schädigenden Methoden um dir selbst zu schaden... SVV z.B.

    Dazu kann ich nur sagen, dass ich in einer Spezialklinik für Essstörungen (SchönKlinik Roseneck) war und es mir nichts gebracht hat. Weil ja, da wird sehr stark auf das Essen geachtet, es gibt sehr strenge Regeln und wers nicht hinkriegt, der fliegt. Ich hatte Glück und habe gekämpft, dass ich noch eine Chance bekomme und bleiben darf. Von da an habe ich gegessen und gegessen und zugenommen, weil ich dachte, dass die wissen, was sie tun.


    Bei mir muss man die Essstörung und die BPS zwar irgendwie getrennt betrachten, aber gleichzeitig auch gemeinsam. Und da wurde die BPS nicht stark genug beachtet. Es gab zwar eine Fertigkeiten-Gruppe (sowas wie Skills) und eine Achtsamkeitsgruppe, aber mir hat das nicht gereicht.


    Ich hatte zwar schön zugenommen und war nur noch ganz knapp im UG, aber ich kam wieder nach Hause und der Selbsthass war stärker denn je und da ich ja jetzt schließlich in meinen Augen fett war, war ich noch mehr der Überzeugung, dass ich jetzt gar nichts mehr habe. Letztendlich habe ich alles bzw. sogar noch mehr wieder abgenommen, bin ziemlich in die Drogen gerutscht und hab jetzt nur noch mehr Ärger als vor der Klinik. Mein Gewicht ging zwar wieder etwas hoch, nachdem ich mich versucht habe zusammenzureißen (auch wegen dem Studium), aber eigentlich geht es mir damit hundeelend, ich verletze mich immer noch, würde am allerliebsten wieder Drogen nehmen und essen will ich schon mal gar nicht.


    Der Klinikaufenthalt hat mir nur in der Linie was gebracht, dass ich weiß, was hätte anders laufen müssen. Das beziehe ich nicht nur auf die Klinik, sondern auch darauf, dass ich hätte anders handeln müssen dort. Ich war verzweifelt, habe gekämpft, dass man mir hilft, aber irgendwann resigniert oder hatte vor vielen Dingen noch zu viel Angst. Wäre ich offener und mutiger gewesen, hätte ich definitiv mehr mitnehmen können. So mussten wir uns da eben gaaaaanz langsam weiterhangeln, weil ich so labil war und somit kamen die allerwichtigsten Themen (weiß ich aber auch erst im Nachhinein) gar nicht zur Sprache und es war deshalb mehr oder weniger vorprogrammiert, dass alles wieder von vorne anfängt.


    Ich will die Klinik sicher nicht schlecht reden, aber ich für mich selbst weiß jetzt, dass MIR eine reine Essklinik definitiv nicht hilft, sondern im Gegenteil, mir eher schadet. ??ich war schon kurz nach meiner Entlassung stark suizidgefährdet und habe massenweise Drogen in mich reingeschaufelt, dass es eigentlich ein Wunder ist, dass mein Körper noch nicht aufgegeben hat, aber ich war eben einfach hoffnungslos und verzweifelt??

    Bei mir wurde in Berlin (Charité) die Essstörung & die BPS zusammen behandelt und es war wahnsinnig anstrengend diese Doppelbelastung. Schwerpunkt lag bei mir bei der BPS, aber wir hatten Beobachtung beim Essen, mussten Essprotokoll führen & hatten 1 mal in der Woche Essgruppe. Natürlich nur die Essgestörten. Also ich fand es echt schwierig, das zusammen zu behandeln.

    Wie gesagt, ich rede nur von mir. Ich denke, da kommt es auch viel auf die Hintergründe der Essstörung an und meine sind eben so, dass eine alleinige Behandlung dieser absolut nicht sinnvoll ist, weil sich dann nur alles immer wieder und ständig im Kreis dreht.


    Ginge es nach mir, würde ich die Essstörung am Liebsten gar nicht mitbehandeln lassen. Kurz beobachten, dass das UG nicht gefährlich wird, aber das wäre es dann auch schon.


    In der Klinik war es eben so, dass JEDER bestimmte Mengen essen musste, egal, ob dick, dünn, bulimisch, anorektisch, etc.


    Und mit der Gewichtszunahme wurden meine Symptome der BPS nur extrem verstärkt und letztendlich saß ich heulend vorm Chefarzt (ich weine nie) und hab gebettelt, dass sie mich bitte nicht nach Hause schicken dürfen, weil ich dann ganz bestimmt sterben werde, weil ich so nicht leben könnte und keine Kraft mehr habe. Hat übrigens nicht geklappt, ich sollte eine Woche später entlassen werden und vor lauter Wut habe ich mich direkt am Folgetag selbst entlassen und gesagt, dass diese eine Woche sowieso nur unnötig ist, weil sich in der nichts ändern wird und ich so wenigsten nicht noch mehr zunehme, was ich alles wieder abnehmen muss, damit ich mich nicht umbringe :=o .

    In der Klinik wo ich evtl hingehe müssen auch alle gleich viel essen. Das macht mir einerseits Angst, andererseits aber finde ich es gut, somit gibt es keinen "Neid" auf andere, die weniger essen dürfen.


    Ich lass mich mal überraschen, was die zum Thema Borderline so zu bieten haben! :)z

    Juley, jetzt mal ehrlich, denkst du, wenn du weiterhin jahrelang jammerst, wird sich irgendetwas ändern?


    Mit drücken vor dieser und jener Therapie kommst du nie weiter. Es gibt immer Dinge, die man nicht gerne macht. Ich z.B. habe eine sehr stark ausgeprägte Oralphobie. Gehe demnächst dennoch zum Zahnarzt, meiner Gesundheit zu liebe.


    Weshalb ist dir deine Gesundheit so wenig wert? Wenn du weiterleiden möchtest, dann mache es, aber für dich alleine. Oder lasse dir helfen. Spreche über deine Ängste, es werden dich viele hier unterstützen und dir beistehen, da bin ich sicher. Wenn du aber so weitermachst, werden sich mehr und mehr Leute aus deinem Faden zurückziehen und dann?


    Mache die Traumatherapie und lasse dir endlich helfen. Viel Kraft. :)*


    Mehr kann und möchte ich nicht schreiben. Habe das Gefühl, du nimmst es sowieso nicht an. Jammern ist viel einfacher, nicht wahr. Und das schreiben mit den Sternchen ist auch gut für andere, die damit getriggert werden.


    Bitte mache etwas für dich, so kann es definitiv nicht weitergehen.

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    Mache die Traumatherapie und lasse dir endlich helfen. Viel Kraft.

    Danke @:)


    Erst aber muss ich in die Essklinik (falls die mich überhaupt nehmen) und was gegen das SVV unternehmen. In meinem jetzigen Zustand kann ich Traumathera vergessen... Ok kommt drauf an welche Form davon man macht. Gibt ja unterschiedliche Formen davon.


    Heute gehts endlich mal wieder zum Frauennotruf. Leider nicht zu meiner Beraterin sondern zu einer Vertretung. Aber ich kenne die Vertretung schon. Wird also hoffentlich nicht so schlimm werden.

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    Siehst du, du arbeitest. Das kann ich seit 2008 nicht mehr.


    Mir geht es ja nicht durchgehend so superschlecht und ich zwinge mich einfach dazu, etwas zu machen. Sonst würde ich durchdrehen.

    Naja ist ja nicht so, dass mir die Arbeit leicht fällt, bin am überlegen ob ich mich krank schreiben soll oder Benzos nehmen soll um die Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Aber manchmal ist es ok, ohne arbeit würde es mir schlechter gehen, dann würde ich gar nichts mehr machen und hätte Existensängste, also muss ich arbeiten.