Kann man Selbstliebe und Selbstrespekt lernen?

    Hallo zusammen,


    Meine Frage steht schon oben.


    Es ist so, dass ich seid ein paar Tagen nach einem sechs wöchigen Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik zuhause bin. Die Zeit hat mir gut getan, allerdings habe ich keine großen Fortschritte gemacht. (Probleme mit meinen Kindern, ausgefallene Therapien, Krankheit etc.).


    Am besten war dort für mich, dass es eine feste Struktur gab, ich mich nicht um Essen etc kümmern musste und immer Leute zum reden hatte.


    Ich frage mich aber, warum ich mir immer noch nicht wert bin, meinen Körper und meinen Geist zu achten und zu pflegen. Dort waren teilweise Leute denen viel schlimmere Dinge geschehen sind als mir und trotzdem waren sie viel weiter als ich. Klar vergleichen ist nicht so gut, aber empfinde es so.


    Ich will LEBEN, habe aber Angst zu sterben, weil ich es mir nicht wert bin Gefühle zu zulassen. Nein und Stopp zu sagen. Ich ersticke meine Gefühle sofort mit Essen. Ich will das nicht mehr. Ich will mich angucken können und mich nicht einfach nur hässlich finden. Ich kann mich nicht mal jeden Tag im Spiegel angucken.


    Wie lernt man sich selbst zu lieben und zu achten?

  • 13 Antworten

    Am besten im Rahmen einer Psychotherapie. Eine Reha ist nur die Anfang. Sie liegt quasi die Bausteine.


    Bei mir war es auch in die Reha sehr verschieden - war in der psychologische Neurologie. Manche mit relativ Kleinigkeiten hatten schwere Angststörungen, andere mit schwere Erkrankungen waren super gut drauf. Es ist sehr individuell, wie man auf Situationen reagiert und sie verarbeitet. Daher kann man nicht vergleichen.

    Ich glaube fest daran, dass man lernen kann sich zu mögen aber dies ist ein langer Weg. Ich denke die Ursache von Selbsthass ist oft, dass man von seiner Umgebung (oft Eltern) schlecht behandelt wurde und dies übernommen. Heißt man behandelt sich (hauptsächlich gedanklich) selbst schlecht. Wenn man dies viele Jahre so praktiziert hat, kann man nur schwer davon los kommen. Man muss sich immer und immer wieder ermahnen und ausbessern wenn man mit sich selbst wieder zu streng ist und sich auch eingestehen mal einen Fehler zu machen.

    Therapie mache ich schon seid Jahren. Allerdings stand da am Anfang meine Angst und jetzt mein Gewicht im Fokus.


    Ja deswegen meinte ich man darf das nicht vergleichen.


    Ich mag mich nicht. Ich mag es nicht mir Gutes zu tun bzw. weiß ich nicht was gut für mich ist. Ich esse rund um die Uhr, habe schweres Übergewicht, aber ändere nichts. Ich hasse es mich zu pflegen, sehe es einfach als ein Muss an.


    Meine Kindheit war von täglicher psychischer und physischer Gewalt geprägt. In der Schule wurde ich gemobbt. Trotzdem will ich das so nicht mehr.


    Ich will mich mögen, stolz sein auf alles was ich geschafft habe. Und

    Ich kann es dir zu einem Teil nachfühlen. In Wahrheit hast du schon einiges geschafft worauf du stolz sein kannst. Du bist immer noch da! Und du versuchst dein Bestes, mehr kann niemand verlangen. Ich weiß wie es ist in der Schule gemobbt zu werden und auch Zuhause keinen Rückhalt zu haben, wenn man sich fühlt als wäre man ganz alleine auf der Welt. Anstelle mit jemandem darüber zu reden habe ich mich zurück gezogen und getan als wäre alles in Ordnung. Weil ich mich dafür geschämt habe, ich dachte ich wäre daran schuld das alle so zu mir sind. Daran wäre ich fast kaputt gegangen aber nur fast! :-q.


    Wichtig ist am Ende nur was du von dir denkst und nicht die Anderen! Ich wünsche dir alles Gute. Wichtig ist niemals auf zu geben.

    Dies ist eine sehr berechtigte Frage.


    Bzw. die Erkenntnis wie wichtig Respekt und Liebe ist. Dies besonders sich selbst gegenüber.


    Ich frage mich: Wie soll ich anderen Liebe und Respekt entgegenbringen, wenn ich es mir selbst nicht zu teil werden lasse. Wenn ich kein Selbstwertgefühl pflege.


    Zur Ermunterung... ja man kann "Selbstliebe" vielleicht aber eher Selbstakzeptanz, und Selbstrespekt lernen. Eher Selbstakzeptanz, weil ich denke "Liebe" kann man nicht steuern, sie entsteht, sie wächst...


    Selbstakzeptanz und Respekt, wie auch viele andere Dinge im Leben, im Sein, sind PROZESSE, wie so vieles. Wie lang oder kurz der Prozess bei dir ist bzw. sein kann, ist relativ und bedeutet damit:


    Es hängt von all deinen persönlichen Gegebenheiten sowie dem eigenen willen zur Verbesserung ab. Sowie von dem Ausmaß von Fremdbestimmung zu Selbstbestimmung.


    Wer stetig Fremdbestimmt ist, hat einen mangelhaften Respekt vor sich selbst.


    Wer sich selbst nicht liebt, steht nur mangelhaft für seine eigenen Bedürfnisse ein.


    Empfinde ich so.


    Wie man merkt ist das eine recht komplexe Sache mit der Psyche und mit der Liebe sowieso ;-)


    Da gibt es mal wieder keine Anleitung, keinen vorgefertigten Plan. Es sind Verkettungen verschiedenster Vorkommen die zu Umstand X führen.


    Aber hier, bist du selbst am Mischpult und stellst ein.


    Einer meiner Leitsätze ist: So wie du etwas einstellst, so läuft es auch.


    Eine entscheidende Erkenntnis ist, denke ich:


    Wenn du dich selbst nicht magst, kannst du dich auch nicht lieben…


    wer diesen Zwiespalt kennt, wird verstehen.


    Bewusst sollte einem sein, wenn man sich Jahrelang "eingebläut" hat wie wenig Wert man sich ist und das nichts so läuft wie man es sich vorstellt, ist diese Denkweise nicht einfach mal so umzudrehen. Und es stellen sich die Fragen:


    War ich zu sehr Fremdbestimmt statt Selbstbestimmt?


    Wie gehe ich selbst mit mir um?


    Ertrage ich mehr Leid als ich Freude erfahre?


    Wo ist meine Zuversicht?!


    Wo ist der Glaube an meine Fähigkeiten?! Letztlich an mich?!


    Wie geübt bin ich… z.B. darin mich zu loben… oder mich runter zu machen?


    Auch Desinteresse im allgemeinen als "Faulheit" verschrien ist übbar. Also wenn du recht geübt darin bist dich zu vernachlässigen, wirst du es aus Gewohnheit schon oft oder eher tun.


    Umgekehrt natürlich genauso, wer geübt in Fleiß ist, dem fällt es leichter Dinge umzusetzen.


    Ist so.


    (Manche Menschen sind gar nicht so toll wie sie denken bzw. wie man denkt. Sie haben meist nur den Vorteil, sehr geübt in etwas zu sein ohne es selbst bewusst zu wissen.)


    Geduld. Es wird wohl kaum gelingen innerhalb von ein paar Monaten, gar Wochen, diesen Gedankenstrom umzukehren. Er sollte langsam und, ja jetzt kommt die Herausforderung, LIEBEVOLL sich selbst gegenüber umgelenkt werden. Das geht.


    Eine Quintessenz ist... DAS ÜBEN.


    Ich empfinde, dass ich sehr geübt darin bin, mich selbst zu verurteilen... mich zu unterdrücken, mich nicht wertzuschätzen… nicht die Sachen umzusetzen die mir gut tun… man man man.


    Ergo was tue ich wenn ich mich schlecht fühle?! Ich tue in meinen Automatismus verfallen und das alte Lied spielen, nämlich genau DAS was ich eigentlich gar nicht will... mich wieder unterdrücken, mich verurteilen, mich alles andere aber nicht wertschätzen… damit mit auch wieder nicht selbst respektieren.


    Meine Vorgehensweise...


    Übe, deine Aufmerksamkeit dahin zu lenken, zu registrieren, wann du dich verurteilst. Nimm es bewusst war und steuere gegen. Also wenn du das bemerkst, lass es "einfach". Danach wenn du das sein lassen der Verurteilung beherrscht, kannst du anfangen zu üben dir selbst zu verzeihen, dich zu schätzen, zu loben, zu fördern in denken von positiven Gedanken.


    Wie gesagt: So wie du etwas einstellst so läuft es auch!


    Ist die Einstellung schlecht, läuft es schlecht und natürlich umgekehrt.


    Ist die Einstellung gut, läuft es gut.


    Also überprüfe deine Einstellung "zu dir selbst". Deine Gedanken generieren dein Handeln.


    Und damit ebenfalls deinen Umgang mit dir selbst. Dein Interesse an deinem eigenen Wohlbefinden wächst mit jedem positiven Gedanken.


    Ich bin kein Psychologe oder Psychotherapeut. Nur jemand der sich die gleiche Frage stellte. Des weiteren, auch wenn es mittlerweile viele Texte und Videos zur Selbstwertstabilisierung im Internet gibt, können diese zwar helfen aber die persönliche Betreuung und ein dich stärkendes und unterstützendes Umfeld nicht ersetzen. Wie z. B. Stabilität und Kraft für das Üben zuführen.


    Von daher natürlich die Empfehlung, sich einem Spezialisten anzuvertrauen und mit dem entsprechenden "gewusst wie" eine verbesserte Vorgehensweise für diesen Selbst-Warhnehmungs- und Selbst-Schätzenlernen-Prozess zu entwickeln. Des weiteren bietet professionelle Hilfe den Vorteil, das diese Menschen geschult dafür sind eine Menge Last abzunehmen, durch Gespräche, welche Freunde und Familie nur überschaubar aufnehmen bzw. verkraften können.


    Konstruktive bzw. professionelle Rückmeldung zu den Fortschritten erhalten, besprechen und dies immer wieder.


    Weil eine verbesserte, feinfühligere Wahrnehmung der eigenen Leistung und Fortschritte bedingt, dass man auch mehr Respekt für sich selbst empfindet. Dieser Respekt ist wiederum wichtig für deine Selbstakzeptanz. Und wer akzeptiert wird, hat auch die Chance geliebt zu werden. Würde ich mal behaupten :)


    Ergänzung: Wichtige Stichpunkte bzw. Faktoren in diesem Kontext sind:


    Übung


    Wahrnehmung


    Erwartungen,


    Wertschätzung,


    Umfeld,


    Stabilität,


    Stress- bzw. Überforderung (Minimierung dieser und damit Abbau von negativen Druck),


    Struktur und Rhythmus,


    eine gute Versorgung (Ernährung) ist sehr sehr wichtig,


    Sport bzw. Ertüchtigung ist immer gut. (beim Sport erarbeitest du dir selbst gegenüber Respekt. Du leistet etwas, Leistung generiert Respekt und etwas erarbeitetes macht Stolz)


    die kleinen Dinge wahrnehmen und schätzen lernen.


    Das Erkennen, sowie Bewusstmachen deiner Fortschritte (seien sie auch noch so klein)


    sich selbst Verzeihen können, statt sich zu Verurteilen


    (besonders für die Perfektionisten, diese neigen dazu sich besonders viel abzuverlangen und diese Erwartung ist meist überfordernd)


    Selbstverurteilung das Gegenteil nämlich von Selbstwertschätzung.


    Die Devise also: Gehe geduldig und liebevoll mit dir selbst um.


    Ich wünsche viel Kraft und Zuversicht.


    Beste Grüße

    Um deine weitere Feststellung evtl. zu beantworten:


    Da merke ich wie Tiefgreifend diese Frage bzw. dieses Thema ist... das ich das Bedürfnis einer Ergänzung habe.


    Man sagt, der Zeitraum bis das Menschliche Gehirn etwas als Standard akzeptiert bzw. als normal im Alltag integriert, bedarf es einer Zeit von ca. 3 Monaten (also ca.).


    Man muss also drei Monate lang etwas tun, damit es so bleibt. 6 Wochen warst du auf Klinik...


    Du siehst, in einem gewissen Rahmen funktioniert es... was ist danach?!


    "Warum ich mir immer noch nichts Wert bin",


    Weil dieser Prozess etwas, etwas mehr Geduld bedarf. Erkenntnisse und weiterer Übung. Ist das Üben zu "schwer", weichst du ab, fällst du zurück, dann brauchst du Unterstützung.


    Aber: Wer will, der kann!


    Genesungsprozesse im Psychischen Bereich lassen sich nur sehr sehr schwer vergleichen.


    Die Last die jemand trägt, ist relativ. Für den Einen kann das Gleiche leicht, für den anderen schwer sein.


    Auch wenn ein Mensch als Bsp. nur EIN gravierendes Problem hat, aber sonst alles in Ordnung ist (wie gesagt Beispiel) dann braucht bzw. kann dieser Mensch all seine Kraft auf dieses Eine lenken und damit recht effektiv bearbeiten und zu einer zügigen Verbesserung kommen.


    Ein Mensch der dagegen 30 Baustellen quasi gleichzeitig bearbeitet... und das über Jahre...


    Außerdem spielt die Erfahrung und der empfundene oder sogar reale Härtegrad ebenfalls eine Rolle. (Ein normaler Sandstein lässt sich schneller bearbeiten als Granit. Sozusagen ;-)


    Vergleiche also nicht, man sollte wirklich unterscheiden zwischen Dingen die kurzzeitig sind und Dingen die langzeitig sind. Selbstwertdefizite sind sehr langzeitig entstanden.


    Wie lernt man sich selbst zu lieben und zu achten?


    Tja, möglicherweise einfach in dem du es tust und übst.


    Akzeptanz, Verzeihen, Gedult, keine Verurteilung... (wer sagt das das einfache wäre?!)


    Meist haben die Dinge die zu einfach sind keinen Wert.


    Und gerade weil es nicht einfach ist, sollte deine persönliche Wertschätzung für jeden Erfolg in dieser Richtung da sein und wahrgenommen werden. DAS kannst du achten. Der Rest kommt kommt schon, solange du zuversichtlich bleibst.


    Du hast ja bereits einige Erkenntnisse mitgebracht und bereits Erfahrungen gesammelt. Nutze sie, setz sie ein, die Erfahrung. Mache besser, was du besser kannst!

    Danke dir DerMitDemChaosTanzt, ich werde mir deine Antwort nachher im Computer nochmal in Ruhe durchlesen. Dein Geschriebenes berührt mich aber jetzt schon sehr. :-)


    Schöner Nick übrigens.


    Vielleicht bin ich schon mitten im Prozess und merke es nur nicht. Gestern zumindest war dann doch ein guter Tag. Ich hab mich gesund ernährt, viel getrunken und war lange spazieren. Ich hab mit meinen Kindern Spaß gehabt und wieder eine Bewerbung geschrieben. Und abends als ich nicht schlafen konnte hab ich meditiert. Meditationen mag ich. Die tun mir sehr gut und bringen mich runter.

    ja das kann man auf vielen wegen und durch viele kleine schritte lernen, nicht von heute auf morgen aber immer besser , mit guten hilfreichen büchern gelang mir sehr viel ( favorites: "Glückskekse für ihre gestresste seele " oder l.hay ) und mit dem annehmen der eigenen gefühle ( " am besten mal robert betz , besonders die meditationen auf youtube googeln ) es hängt sooo viel am annhemn und damit erlösen der eigegen verdrängten gefühle =) alles alles gute

    Robert Betz, der alte Eso-Sekten-Fritze ... . Mit einer zerkratzten Seele würde ich nicht der Schlange lauschen, die Geld verdienen will mit ihren Schafen, aber wer sich da etwas Konstruktives für sich rausziehen kann ... .

    Zitat

    Ich will mich mögen, stolz sein auf alles was ich geschafft habe.

    Hast du das jemals zu irgendeinem Zeitpunkt in deinem Leben empfunden?