Kann meine Zukunft so aussehen oder mache ich mir was vor?

    Ich weiß gar nicht wo ich genau anfangen soll.


    Mein Partner (Ende 20) und ich (Mitte 20) sind nun schon 8 Jahre zusammen. Wir denken aktuell viel an unsere gemeinsame Zukunft. Wir wollen gerne heiraten (still und heimlich) und hätten gerne ein Kind. Haus wollen wir beide keines. Eine Eigentumswohnung auf dem Land mit Terasse wäre ein Traum, aber wohl nicht realisierbar. Denn jetzt kommt der Grund meines Fadens.


    Ich befürchte, dass wir finanziell unsere Zukunft gar nicht so leisten können, wie wir das gerne hätten. Problem dabei ist, dass wir beide Berufe ausüben die uns sehr Spaß machen – bei ihm ist es fast schon eine Berufung – aber jedoch schlecht bezahlt werden.


    Wir reden gerade viel darüber, jedoch lässt mich die Angst und der Neid auf andere Leute in unserem Alter nicht los. Ich dachte immer, ich verdiene gut Geld nach so einer harten Ausbildung, jedoch ist das leider nicht so, wenn man mitbekommt was andere ungelernt und auch "nur" mit Ausbildung verdienen. Es macht mich neidisch und der Neid frisst mich auf.


    Um zu den Zahlen zu kommen. Ich verdiene aktuell 1500€ netto durchschnittlich. Mein Freund ca. 1100€ netto. Wir verdienen quasi zusammen etwas mehr als andere alleine verdienen. Wenn ich mal in Elternzeit wäre, hätten wir ca. 1500€ zusammen. Würde das überhaupt für 3 Köpfe ausreichen (für die ersten 2 Jahre)?


    Ich möchte eben meinen Kind was bieten können. Dazu ist zu sagen, dass wir beide keine Menschen sind die viel wollen – wir machen sehr gerne Urlaub in Deutschland. Wir kaufen nicht sehr viel Luxusgüter ein. Wir leben einfach mit dem was wir haben und gönnen uns ab und zu was. Alles andere wird weggesparrt.


    Wir sind beide mit wenig Geld aufgewachsen. Deswegen weiß ich, wie es ist, wenn Mama nein sagt – meine musste sehr oft nein sagen. Unsere Mütter waren beide Alleinerziehend mit wenig bis keiner Unterhaltszahlung von den Vätern und je einer Schwester.


    Was ich mir erhoffe durch den Faden?


    Dass mir jemand den Kopf wäscht und sagt, dass es doch reicht?!


    Dass Neid einen nur kaputt macht?


    Ja ist meine vorgestellte Zukunft nur ein Traum?


    Ich weiß es nicht. Luxusprobleme oder so ein Kind gar nicht vorstellbar?

  • 70 Antworten

    Wie viel Geld ausreichend ist, hängt, denke ich, sowohl stark vom Lebensstil ab, als auch von der Gegend, in der man lebt.


    Habt ihr denn schon mal über ein paar Monate ein Haushaltstagebuch geführt? Wie viel gebt ihr momentan durchschnittlich pro Monat aus? Sind da Posten dabei, die ihr ohne größere Probleme eine Zeit lang streichen könntet (Kinobesuche, oder sowas)?

    Zitat

    Wir sind beide mit wenig Geld aufgewachsen. Deswegen weiß ich, wie es ist, wenn Mama nein sagt – meine musste sehr oft nein sagen. Unsere Mütter waren beide Alleinerziehend mit wenig bis keiner Unterhaltszahlung von den Vätern und je einer Schwester.

    Dein Mangeldenken ist damit wahrscheinlich anerzogen.


    Es ist Unsinn, dass man allein durch Sparen zu Eigentum kommt.


    Die Zinsen sind dermaßen günstig, dass euch eine Eigentumswohnung nicht teurer kommt, als eine Mietzahlung. Lasst euch das mal ausrechnen.


    Außerdem gibt es einen Lastenzuschuss vom Wohngeldamt, wenn man wenig Einkommen hat.


    Baukindergeld wird auch gerade wieder eingeführt. Das gibt es auch bei einem Kauf, so weit ich weiß.


    Ich habe mir mit 25 Jahren mein erstes Haus gekauft und habe auch nicht viel verdient.

    Hallo!


    Ich antworte dir einfach mal, obwohl ich sachlich vielleicht gar nicht allzu viel beitragen kann.


    Was ich ganz wichtig finde: ihr beide habt Jobs, die euch gefallen, vielleicht sogar erfüllen, und es macht den Eindruck, dass ihr glücklich seid. Dazu machst du dir Gedanken, statt einfach drauflos zu planen- sind das allein nicht schon die besten Grundlagen, um eure Zukunft zu gestalten?


    Ich kenne Paare, wo der Mann 1.500 verdient und die Frau nicht arbeitet, auch das scheint zu klappen- es ist sicher eine Frage der Planung und der Herangehensweise und natürlich der Prioritäten im Leben.


    Ich bin selbst so groß geworden, dass es gerade in den ersten Jahren finanziell schwierig war, und auch in den Jahren danach war nicht alles immer rosig - trotzdem hatte ich die tollste Kindheit, da ich großartige Eltern hatte, die sich um mich gekümmert haben- mir hat es gefühlt NIE an etwas gefehlt und ich habe gelernt, nie aufzugeben!


    Was ich damit sagen will: du schaffst, was du dir vornimmst! Alles Gute @:)

    Zitat

    Alles andere wird weggesparrt.

    Und welche Summe ist da mittlerweile zusammengekommen?


    Welche laufenden Ausgaben habt ihr? Wäre die aktuelle Wohnung groß genug für drei Leute?


    Was machen denn deine Freunde, welche knapp 2600€ netto verdienen?


    Wieso, denkst du, verdient ihr "so/zu" wenig?

    Zitat

    Habt ihr denn schon mal über ein paar Monate ein Haushaltstagebuch geführt? Wie viel gebt ihr momentan durchschnittlich pro Monat aus? Sind da Posten dabei, die ihr ohne größere Probleme eine Zeit lang streichen könntet (Kinobesuche, oder sowas)?

    Wir hatten für die ersten Monate als wir zusammengezogen waren (ca. vor 2,5 Jahren) eines geführt. Puh pauschal könnte ich das nicht sagen, da müsste man es wieder führen. Kino gehen wir eher selten. Wir gehen einfach gerne mal mit Freunden Bowlen oder Feiern (was ja in den ersten Jahren oder vllt ab dann komplett wegfällt) und wir gehen gerne mal Essen. Ansonsten gehen wir gerne mal in eine Therme oder eben mal in den Urlaub in Deutschland - max. 5-6 Nächte am Stück.

    @ Hanca

    Okay, ja das kann natürlich sein, dass es anerzogen ist. Leider nicht vermeidbar gewesen. Oder besser gesagt, kann man jetzt nicht mehr ändern.


    Ja das kann sein, nur wir wollen beide kein Risiko eingehen - schon gar nicht, wenn wir noch so jung sind. Da sind wir einer Meinung.

    @ diefrauconbo

    Danke für dein Worte @:) sie sind sehr schön und helfen mir weiter! Wenn man verstanden wird, tut es auch sehr gut. Vielen Dank!

    Zitat

    Und welche Summe ist da mittlerweile zusammengekommen?

    Das kann man so nicht sagen. Wir haben verschiedene Posten. Wir sparen für Urlaube, Autoreparatur, neues Auto, Zukunft (Kind/Hochzeit), Umzug, anfallende Kosten (wie z.b. Hausratversicherung) und für unvorhersehbare Kosten (z.b. Waschmaschine kaputt).

    Zitat

    Welche laufenden Ausgaben habt ihr? Wäre die aktuelle Wohnung groß genug für drei Leute?

    Eigentlich nicht viel. Das übliche wie Miete, Telefon/Internet, Handys (25€ für beide), Versicherungen, 1 Auto und Amazon Prime. Ansonsten eben Lebensmittel/Drogerie und Luxus - wie Essen gehen und co.

    Zitat

    Was machen denn deine Freunde, welche knapp 2600€ netto verdienen?

    Erzieher, Altenpflege, Zeitarbeiter (ohne Ausbildung).

    Zitat

    Wieso, denkst du, verdient ihr "so/zu" wenig?

    Wenn ich weiß, was andere in meinem Alter für dessen Leistung bekommen. Es ist Neid, ich weiß das.

    Zitat

    Das kann man so nicht sagen. …

    Komisch, irgendwo sollte da eigentlich eine Zahl auf einem Konto stehen.


    Aber sparen für die Versicherung? Das klingt komisch.


    Zeitarbeit ist aber jetzt nicht wirklich etwas sicheres. Und das kann am Ende auch alles sein. Ansonsten könntet ihr das doch selber so machen?


    Welche Berufe habt ihr denn?


    Zu wenig ist das für ein Kind bestimmt nicht.

    Zitat

    Dass mir jemand den Kopf wäscht und sagt, dass es doch reicht?!

    das kommt immer darauf an, wie überzeugt man an seinen zielen arbeitet.


    ich denke da mal an meine eigene kindheit zurück - meine mutter ist wegen mir zuhause geblieben, mein vater hat auch nicht mehr verdient als dein partner und das trotz studiums. dazu kam noch, dass er jeden tag 2 stunden von meiner mutter zur arbeit gefahren und 2 stunden wieder abgeholt werden musste, weil er noch keinen führerschein hatte.


    urlaub gab es bei uns eigtl. nicht. also ganz, ganz selten mal und auch erst, als ich älter war und als meine mutter auch wieder arbeitete. in den ferien fuhr ich daher dann meist zu den grosseltern. mal 2-4 wochen bei den einen und danach nochmal 2-4 wochen zu den anderen und danach noch ein paar wochen ferien zuhause.


    die grosseltern brachten sich aber ferienmässig auch oft mit ein und fuhren dann "zufällig" in den schulferien weg und boten an, mich mitzunehmen - also konnte ich doch auch mal was von der welt sehen.


    luxus gab es nicht. wenn meine mutter sich mal was gönnen wollte, kaufte sie olivenöl statt normalem rapsöl. allerdings bin ich in einem uralten fachwerkhaus auf dem land gross geworden. als ich mir ein fahrrad wünschte, hab ich es mehrere monate später bekommen. ich konnte eine zeit lang auch judo machen und sowieso war das landleben toll für mich.


    heute bin ich ein bisschen am selben punkt, wie du. ich lebe in der stadt und würde mir eigtl auch wünschen, im laufe meines lebens aufs land zu ziehen und dort dann ein kleines häuschen mein eigen zu nennen.


    aber ich weiss eben aus meiner erfahrung auch, dass das opferbereitschaft erfordert und die bin ich momentan noch nicht bereit zu erbringen. daher weiss ich, dass ich vermutlich noch mindestens 15-20 jahre warten werden muss, bis das klappt.


    ja, und wie sähe die opferbereitschaft im konkreten aus? da führe ich mal ein paar beispiele auf, die mir durch den kopf gehen:


    - urlaub ist ein ganz schöner luxus. heisst nicht, dass man sich nicht erholen sollte. aber man kann eben auch zu verwandten fahren oder mal für ein paar tage couchsurfing bei freunden betreiben. ansonsten kann man eben bei bestimmten websites nach besonders günstigen ferienwohnungen suchen. dann lieber einmal im jahr für 2-4 wochen einen ausgedehnten urlaub dort machen anstatt mehrere kleinere urlaube, die immer wieder neue fahrtkosten verursachen. die meisten leute, die ich kenne und die auf dem land in den eigenen 4 wänden leben verdienen entweder unglaublich gut oder fahren eben so gut wie nie in urlaub. das sind dann leute von der fraktion, die den urlaub, den ich mir alle 2-3 jahre gönne nur zur silbernen oder goldenen hochzeit machen.


    - lebensmittel sind auch so ein faktor. ich merke z.b., ich werfe ganz schön viel weg. :=o man kauft obst oder gemüse und lagert es ggf. nicht richtig und irgendwann ist es reif für die tonne. ebenso bei wurst, käse und co.


    auch da müsste man sparsamer sein. beispielsweise kann man angefangene wurst oder angefangenen käse prima einfrieren. hat meine oma immer gemacht. ansonsten auch nix "besonderes" kaufen. also statt dem superteuren bio-heumilchkäse für 5 euro/100g dann eben nur den block emmentaler für 1,99 euro/200g. in solchen einkaufssituationen müsste man sich dann eben vor augen führen, was man will: will ich mir jeden tag luxuriöse lebensmittel gönnen oder beschränke ich diese auf besondere tage wie weihnachten, ostern oder geburtstage und kann mir dadurch in einigen jahren ein eigenheim gönnen?


    zum thema lebensmittel kommt dann auch noch das einmachen dazu. man kann ein bisschen geld sparen, wenn man in der saison obst und gemüse in grösseren mengen billig kauft und dann eben einkocht und irgendwo ins regal stellt. nur dafür muss man sich eben mit dem einkochen befassen und muss es durchziehen. ;-D


    - technik ist meiner erfahrung nach einer der grössten kostenpunkte. auch und grade beim thema kind. das kind möchte irgendwann einen PC und ein smartphone. kostet jw. geld. internet kann auch geld kosten. dann kommt noch dazu, dass man selbst auch mal einen neuen PC braucht oder ein smartphone und dass man dann vielleicht zu dem fernseher auch noch eine soundbar braucht oder zu dem PC ein surround-system und, und, und.


    bei mir ist es eher der bereich küche - hab da allerlei spielzeuge. letztens hab ich mir erst ne handkaffeemühle geleistet - braucht man ja. ;-D würde ich jetzt auf eine eigene wohnung sparen, würde ich eben auf sowas verzichten. ich weiss noch, was mein vater damals gemacht hat, wenn er sich was gönnen wollte: er hat sich ein paar leere VHS-kassetten gekauft und hat darauf dann irgendwelche filme aus dem fernsehprogramm aufgenommen. das war dann seine filmsammlung, anders als heute, wo man alles als DVD oder BD braucht. ;-D


    - generell sind wünsche heutzutage in unserer gesellschaft so ein thema. ich erinner mich noch an sachen, die ich auftragen musste, nachdem sie schon mein onkel und mein opa getragen hatten. sah zum teil sehr befremdlich aus, aber war eben so. warum soll man eigentlich gute klamotten auch wegwerfen, wenn sie passen und ihren zweck erfüllen?


    ja, aber heute möchte man natürlich regelmässig neue klamotten und da wird das kind in der schule dann auch mal gemobbt, wenn sowas raus kommt und man möchte ja auch nicht im 2nd hand laden einkaufen gehen, weil man könnte ja gesehen werden. aber ganz ehrlich - ich glaube, dass solche kleinigkeiten sich am ende des jahres doch läppern.


    so, und jetzt sagen wir mal du gibst in diesen 4 bereichen von nun ab jeweils 400 euro im jahr weniger aus. heisst, ein urlaub weniger, etwas an lebensmitteln sparen, mal nicht das neueste smartphone kaufen und auch mal auf den ein oder anderen wunsch verzichten - dann hättest du im jahr schon 1600 euro auf der hohen kante.


    machst du das 10 jahre, hättest du 16000 euro. ggf. wäre das schon ausreichend, um mit einer bank über einen kredit für eine kleine eigentumswohnung zu sprechen.


    bei einem haushaltseinkommen von gut 31000 im jahr müsste es doch eigtl. drin sein, auf 1600 im jahr zu verzichten. ich würde sogar noch ein stück weiter gehen und auf 2000 oder sogar 2500 verzichten. aber da müsste man dann evtl. noch schauen, ob man z.b. kurzfristig eine kleinere (günstigere) wohnung findet und dort dann eben mal 10 jahre lebt. oder ob man verträge (internet, handy, versicherungen) kündigen und billiger bekommen kann. oder man verzichtet gleich ganz aufs handy. ein gedanke wäre auch die frage, ob man z.b. ein auto braucht oder ob in eurer jw. stadt die öffis ausreichend ausgebaut sind. wenn man alle anschafffungskosten, nebenkosten und spritkosten zusammenrechnet kann man nämlich mal schnell mehrere tausend euro sparen, wenn man aufs auto verzichtet und stattdessen ein jahresticket für die öffis kauft. um in den urlaub zu fahren oder dann doch mal längere strecken kann man ja immernoch zeitweise ein auto mieten oder nutzt eben auch da bus und bahn, wo es geht.

    Zitat

    Dass Neid einen nur kaputt macht?


    Ja ist meine vorgestellte Zukunft nur ein Traum?

    dein traum ist nicht unmöglich. wie gesagt, bei meinen eltern sah es auch nicht rosig aus und ich bin trotzdem da gewesen. war nicht immer alles super, aber aus mir ist ja auch was geworden. ;-D


    dein neid allerdings ist ein wichtiges thema, denn der kann einen teilweise auch lähmen. du kannst jetzt natürlich anfangen zu sparen und dich mit deinem partner zusammensetzen und feste kostenpläne erstellen und besprechen, wieviel ihr spart und wie ihr das anlegt - was erstmal stressig und anstrengend ist.


    um dem zu entgehen ist neid aber vielleicht ganz hilfreich. leute zu sehen, die mehr geld haben und die sich nur deshalb ein besseres leben leisten können. dann denkt man sich eben, dass es eh nix bringt, weil man wird eh nie so viel verdienen wie die anderen - und schon hat man eine innere rechtfertigung, um dem geplane und der umsetzung aus dem weg zu gehen.


    letzten endes werdet ihr aber irgendwann irgendwas planen müssen. denn wer nicht plant und sich kein ziel setzt, der kommt auch nie irgendwo an. ;-)

    Vergessen:

    Zitat

    Wäre die aktuelle Wohnung groß genug für drei Leute?

    Nein, wir müssen definitiv davor umziehen.

    Zitat

    Komisch, irgendwo sollte da eigentlich eine Zahl auf einem Konto stehen.

    Die ist aber nicht wirklich aussagekräftig. Da immer mal was dazu kommt oder wegfällt.

    Zitat

    Aber sparen für die Versicherung? Das klingt komisch.

    Hausrat/Haftpflicht jährlich - deshalb sparen wir monatlich den Betrag weg. (Jahresbetrag/12)


    Autoversicherung vierteljährlich - das legen wir auch monatlich zurück


    Gleiches gilt für KFZ-Steuer, GEZ usw.

    Zitat

    Zeitarbeit ist aber jetzt nicht wirklich etwas sicheres. Und das kann am Ende auch alles sein. Ansonsten könntet ihr das doch selber so machen?

    Du meinst Zeitarbeit arbeiten? Wie du schon sagst ist eher unsicher und für uns für einen Übergang denkbar.

    Zitat

    Welche Berufe habt ihr denn?

    Medizinischen Beruf und Handwerksberuf. Mehr möchte ich darauf nicht eingehen. Leider nicht viel am Gehalt machbar.

    Zitat

    @ Hanca


    Okay, ja das kann natürlich sein, dass es anerzogen ist. Leider nicht vermeidbar gewesen. Oder besser gesagt, kann man jetzt nicht mehr ändern.

    Alias


    Natürlich kann man ein Mangeldenken noch abstellen und sich ein zielorientiertes Denken und Handeln angewöhnen.


    Wenn ihr denkt "wir haben nicht genug Geld", dann ist es auch so.


    Und zwar nicht, weil ihr tatsächlich zu wenig Geld habt, sondern weil ihr euer Handeln bzw. Nichthandeln so ausrichtet.

    Zitat

    Ja das kann sein, nur wir wollen beide kein Risiko eingehen - schon gar nicht, wenn wir noch so jung sind. Da sind wir einer Meinung.

    Hast du meinen Beitrag überhaupt verstanden?


    Wenn die monatliche Rate für eine Eigentumswohnung genauso hoch ist wie die Miete, wo ist da ein Risiko?


    Selbst wenn ihr beide arbeitslos werden solltet, würde das Jobcenter die monatliche Rate übernehmen genauso wie es eine angemessene Miete übernimmt.


    Mein älterer Sohn hat sich mit 19 Jahren eine Eigentumswohnung gekauft obwohl er nichts gespart hatte und nur einen 1-Jahresvertrag für ein Praktikum hatte.


    Jetzt ist er Mitte 30 und die Wohnung ist in wenigen Jahren abbezahlt.

    Naja, sicher. Deshalb habe ich auch gemeint, dass man seine Ausgaben mal länger notieren sollte, um einen Begriff dafür zu bekommen, was man im Monat durchschnittlich ausgibt.


    Bei uns ist es zB so, dass Strom & Gas in nur 10 Teilbeträgen pro Jahr abgebucht werden. Das kann man aber ganz einfach auf den Monat umrechnen. Versicherungen, Rücklagen für Notwendiges ebenso. Wenn man das länger macht, bekommt man ein Gefühl für die Ausgaben.


    Zum Beispiel Betrag X für Ausgaben, die unbedingt sein müssen + Betrag Y für Dinge, die man sich gönnt, die aber nicht lebensnotwendig sind (Urlaube, Essen gehen etc.) Dann kann man sich ausrechnen, wie viel man im Moment für langfristige Ziele zurücklegt. Und wie viel man zurücklegen könnte, würde man den Gürtel enger schnallen und auf alles nicht lebensnotwendige verzichten.


    Ich notiere mir des Weiteren welche größeren Ausgaben in der nächsten Zeit noch anstehen. Dann kann ich einen Blick auf meinen Kontostand und meine Ersparnisse werfen, davon die zu erwarteten Ausgaben in den nächsten Monaten abziehen, und weiß in etwa wie groß mein finanzieller Polster derzeit ist.


    Habt ihr das nicht im Blick? Man weiß ja normalerweise, ob man jeden Monat am Dispo kratzt, ob man einige hundert Euro oder vielleicht sogar ein paar tausend Euro Rücklagen hat, oder?

    Zitat

    machst du das 10 jahre, hättest du 16000 euro. ggf. wäre das schon ausreichend, um mit einer bank über einen kredit für eine kleine eigentumswohnung zu sprechen.

    anfangmitfreude bei der heutigen Zinslage wäre es völlig verrückt, 10 Jahre für ein Haus zu sparen.


    Die Kreditzinsen liegen bei 1-2,6 %.


    Wer jetzt nicht kauft, sondern 10 Jahre wartet, hat nicht alle Tassen im Schrank.


    ]:D

    Zitat

    Habt ihr das nicht im Blick? Man weiß ja normalerweise, ob man jeden Monat am Dispo kratzt, ob man einige hundert Euro oder vielleicht sogar ein paar tausend Euro Rücklagen hat, oder?

    Danke! Ich dachte schon, dass ich da komisch erzogen wurde. :D

    Ja, momentan liegen die Zinsen so niedrig. Das wird aber voraussichtlich nicht dauerhaft so bleiben. Und selbst wenn ma jetzt für eine größere Summe einen vieljährigen Kredit aufnimmt, heißt das nicht, dass man dauerhaft von den aktuell niedrigen Zinsen profitieren kann. Selbst Kredite, die mit fixen Zinssätzen werben, bieten diese fixen Zinssätze üblicherweise nur für die ersten Jahre oder vielleicht auch Jahrzehnte der Laufzeit. Danach sind die Zinsen üblicherweise variabel. Wenn man jetzt einen Kredit mit einer Laufzeit von 30 Jahren aufnimmt und nur die ersten, sagen wir mal 15 Jahre, fixe Zinsen hat und die Zinsen in 15 Jahren sehr viel höher sind als jetzt, werden viele Menschen, die jetzt einen vermeintlich günstigen Kredit aufgenommen haben, blöd aus der Wäsche schauen.


    Freunde von uns haben für den Hauskauf und die Renovierung ordentlich Kredit aufgenommen. Sie haben aber im Kopf, dass es für sie eng werden könnte, wenn die Zinsen in einigen Jahren steigen könnten / werden.


    Ob man lieber jetzt einen Kredit aufnimmt, oder lieber spart und nur möglichst wenig Kredit aufnimmt und das über eine möglichst kurze Laufzeit, ist persönliche Geschmackssache.


    Wir sind auch von der Sparer-Fraktion und hoffen beim Bauen möglichst ohne Kredit auszukommen.


    Denn selbst wenn man einen Kredit mit günstigen Zinsen aufnimmt, zahlt man, wenn man einen Kredit hat, nicht nur das Wohneigentum ab, sondern auch einen Batzen Geld an die Bank. Wie groß dieser jeweilige Batzen vermutlich sein wird, kann man sich ausrechnen. Üblicherweise ist das über die ganze Laufzeit ein etwa 5-stelliger Betrag.


    Dafür hat man dann Wohneigentum. Aber auch mehr Verpflichtungen, als wenn man zur Miete wohnt. Sobald man ein Haus fertig gebaut hat, können schon die ersten Dinge wieder kaputt gehen. Wasserrohrbrüche oder was auch immer.

    ja, das stimmt natürlich auch. ;-D


    aber dazu müsste man dann evtl. schon einiges unter dach und fach haben. also beispielsweise wissen, wo man wohnen möchte und ob das dann wirklich auf dauer der ort ist, an dem man bleiben und ggf. alt werden möchte.


    zum anderen hast du natürlich recht - die kosten würden sich vermutlich nicht allzu sehr vom mieten unterscheiden und in 10-20 jahren gehörte die ETW der TE und ihrem partner.


    aber - sie scheinen ja jetzt auch nur grade so über die runden zu kommen. und mit kind wird es eben noch etwas unvorhersehbarer.


    hinzu kommen dann auch noch 2 kostenpunkte, die mir da in den kopf kämen: zum einen der umzug. je nachdem, wo die ETW dann wäre, kann "auf dem land" ja auch bedeuten, dass man 30, 40 km weit weg zieht. dann hat man natürlich die entsprechenden umzugskosten.


    der zweite kostenpunkt aus meiner sicht wäre wohl noch die anfallenden kosten beim einzug. will sagen: ich würde mir vielleicht in ein haus oder eine wohnung eine neue küche und ein neues bad hineinbauen lassen - je nachdem, was drin ist. ich müsste evtl. tapezieren, streichen und böden legen usw.


    wenn bei den beiden einer handwerker ist, können sie vielleicht das meiste in eigenregie machen, aber materialkosten sind ja trotzdem ein thema. ":/