Seit kurzem werde ich wieder von dem Kollegen belästigt. Ich fühle mich auch wieder als Kümmerer im Moment. Ich werde auch arbeitsmäßig mit dem letzten Sch... vollgemüllt. Nur, dass es mir heute auffällt.


    Irgendwas muss ich ausstrahlen von wegen die kann man belästigen und für die ist das noch normal. Vielleicht ist es mir bewusst geworden, weil ich am Wochenende wohl das 1.mal im Leben was zurück bekommen habe.


    Ich werde mich beschweren bei dem Kerl und damn bei seinem Chef. Irgendwo und irgendwie muss man anfangen sich für sich einzusetzen ..

    Zitat

    Wenns mir gut geht belästigt er mich gar nicht oder ich schaffs schnell ihn loswerden.


    Wenns mir schlecht geht fühle ich mich schwach...halte still wie das Kind (Parentifizierung)

    Wie "schaffen" es andere Kolleginnen oder Kollegen denn, ihre Arbeit durchzuziehen?


    Das Empfinden, belästigt zu werden, kann sich ändern. Eine Belästigung "auszuhalten" spielt da mit hinein. Der Begriff "Parentifizierung" entstammt der Familientherapie. Möglich wäre aber auch eine Art "Konditionierung"


    Wikipedia sagt dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Konditionierung


    In dem ersten Satz der zitierten Antwort sprichst Du ja veränderte Verhaltensweisen an. Die hängen (offensichtlich) mit Deinem momentanen Befinden zusammen.

    Zitat

    Ich werde mich beschweren bei dem Kerl und damn bei seinem Chef.

    Vor der Beschwerde sehe ich da aber ein sofort einsetzendes Reagieren auf die Belästigung.

    Zitat

    Irgendwo und irgendwie muss man anfangen sich für sich einzusetzen ..

    Wenn Du "irgendwo" ansetzt, wird eher irgendetwas dabei herauskommen. Die Weise, in der Du reagierst, ist auch wichtig. Vielleicht wartest Du auch darauf, dass sich irgendjemand ("man") der Sache annimmt? Es geht doch um Dich! Meinem Verständnis gibt es noch einen (unerkannten) Bereich, in dem Du zu wenig zu Dir stehst. Wäre es möglich, dass Bewertungen oder Kritik "sofort" (auch innerlich) übernommen werden?


    "Sich" (selber) nicht abgrenzen zu können bezeichnet die bestimmte Fertigkeit dazu, lässt sich erlernen. Selbst (für sich) bestimmen, was jetzt "wichtig" ist, ...was in einem bestimmten Zusammenhang (für mich) "richtig" ist, ..."wann" der passende Zeitpunkt für Ablenkungen gegeben ist, ...sind z.B. "Grenzen", die dabei eine Rolle spielen mögen.


    Dabei "muss" ich zeitgleich nicht immer meinen Standpunkt in Worten kund tun. Eine kleine "Pause", um das Gesagte wirken zu lassen, über die Worte nachzudenken, kann "ich" selbst leisten. Dies ist ja auch bereits eine Form der Abgrenzung!


    Ein Blick in die Augen der anderen Person erfüllt da durchaus seinen Zweck (z.B die Botschaft: ich habe Dich wahrgenommen). Damit ist noch keine Zusage an die andere Person gegeben. Erst meine weitere Re-aktion zeigt mehr oder weniger, WIE ich den Kontakt interpretiere bzw gestalte.


    Was sagt dabei mein Mund aus? Ist er geöffnet oder geschlossen? Wie ist die Stellung meiner Mundwinkel? (nach oben/unten, breit oder schmal)


    Wie wirkt meine Stimme? (genervt, gestresst, locker, freundlich, bestimmt, schwach usw)

    Zitat

    Ich habe null Schnittstellen in der Arbeit mit ihm, aber er denkt er müsse trotzdem regelmässig an meinen Arbeitsplatz rennen, mich aus der Arbeit reissen und mit Schwachsinn vollquatschen.

    Hat er vielleicht persönliches Interesse an Dir? (sry, wenn ich das überlesen habe)

    Zitat

    Es geht einfach darum einen penedrant aufdringlichen Kerl loszuwerden der mich nonstop belabert und von der Arbeit abhält.

    "Beziehungsebene" und "Sachebene" stehen über Kreuz. Du kannst einmal über das "Kommunikationsquadrat" nachlesen, gibt es vieles dazu im Netz, Bücher oder auch Schulung. ;-)

    Zitat

    Eigentlich tut jeder den ganzen Tag was er Bock hat. Laut privat telefonieren, Leute bequatschen, lästern...Sollte man sich dem sch... benehmen anpassen? Ach und jammern ist noch beliebt. Überall vorbei und sein Elend los werden...

    Die Lautstärke der Unterhaltung kann natürlich schon dazu führen, abgelenkt zu werden und sich nicht konzentrieren zu können. Der Ansatz, Dich dem Benehmen anzupassen könnte auch bedeuten/bewirken, sich zu sehr verbiegen. Dass "man" Streicheleinheiten braucht, davon bin ich überzeugt. Wie die aussehen ist meiner Meinung so verschieden wie die unterschiedlichen Menschen, mit denen ich jeden Tag zu tun habe.


    Vermutlich "funktionierst" du sehr gut, zeigt sich vielleicht in der (strikt?) angepassten Haltung hin auf die Arbeit. Da stellt sich mir die Frage, wie "oft" Du da ein Lächeln verteilst, wenn sich Deine Blicke mit denen anderer Kolleginnen und Kollegen treffen. :)


    So weit erst einmal von mir


    Viele liebe Grüße an Dich

    Liebe Sunny, ich bin überzeugt, das darfst Du. In dieser Zeile, die Du als Antwort geschrieben hast, ist so vieles, das zum Ausdruck kommt. Zunächst fragst Du nach meiner Meinung, wie ich das sehe. Was aber bedeutet es wirklich, wenn Du als Antwort eine Frage stellt? Ich denke, es ist darin auch ein Selbstvorwurf enthalten. Wieso solltest Du nicht zu Dir (Dir selber) stehen dürfen? Wo stehst Du (in der geistigen Postion) in dem Moment, in dem Du diese Frage stellst?


    Es folgt doch sogleich die Frage nach dem WERT, eine Wertung an Dir selbst, weniger in dem Zusammenhang des liebenswerten Menschen dahinter, als eher unter dem Aspekt des Wertes für andere. Mal provokativ gefragt (ist lieb gemeint): Zum wem möchtest Du denn (noch) stehen, außer zu Dir selbst?


    Vielleicht ist das ein möglicher Knackpunkt. Ich kann verstehen, dass Dich das sehr beschäftigt. Nuuur...


    und das ist, was sich hier für mich darstellt, dass man z.B. auch sehr viel Druck auf sich selber ausüben kann. @:)


    Zusammen mit der beobachteten Wertung an sich ist es etwa möglich, den (persönlichen) Selbst-Wert hinauf- oder herab zu setzen.


    Das ist mir gerade zu Deiner Antwort eingefallen. Vielleicht kannst Du damit etwas anfangen?

    Ergänzung:

    Zitat

    Zusammen mit der beobachteten Wertung an sich ist es etwa möglich, den (persönlichen) Selbst-Wert hinauf- oder herab zu setzen.

    Als Kontrast dazu:


    Zusammen mit der beobachteten Wertung an sich ist es etwa möglich, den (persönlichen Selbst-Wert herauf oder hinab zu setzen.


    Im ersten Satz befinde ich mich in der gedanklichen Position "unten" und im zweiten Satz "oben", wenn ich Umgang mit meinem Selbstwert pflege.

    Also das mit dem, dass ich mich selbst noch immer nicht annehme stimmt leider sehr.Ich denke, wenn ich das mehr tu habe ich viel gewonnen. Gerade beeinträchtigte Menschen ruhen sich ja regelrecht aus auf ihren Defiziten. Ich habe dies ubd das und bin so arm und kann halt nicht anders...


    Woran siehst Du, dass ich viel Druck auf mich selbst ausübe?


    Und wegen dem Abgrenzen fällt mir auf- es ist eine Blockade. Ich habe das Gefühl in so einem Moment still halten zu müssen (wie damals als missbrauchtes Kleinkind). Ich fühle mich dann wie gelähmt ... als könne ich nicvts mehr tun.


    Zick Jahre Therapie und ich konnte das noch nicht auflösen Wie löst man sowas auf?

    Ich weiß nicht ob dir das hilft und ob es ein total blöde Vorschlag ist, aber ich setze ich der Arbeit wenn ich in Ruhe gelassen werden will einfach Kopfhörer auf. Ohne Ton ;-) aber das weiß ja keiner. Dann denken sie ich bin in einer Skype Konferenz oder anderweitig beschäftigt und ich werde deutlich weniger belästigt.

    Zitat

    Findest Du ich darf als Behinderte zu mir stehen? Mich gleichwertig fühlen?

    Es ist immer so ein bisschen die Frage, wie weit dich die Behinderung einschränkt. Es gibt ja auch Behinderungen, die sich überhaupt nicht auf die Arbeit auswirken. Dann kannst du dich auch gleichwertig fühlen. Es liegt an dir, ob du die Behinderung zu einer machst. Wobei ich momentan am Überlegen bin, ob das Wort "behindert" im Kopf nicht auch schon eine Einschränkung darstellt.

    Zitat

    Und wegen dem Abgrenzen fällt mir auf- es ist eine Blockade. Ich habe das Gefühl in so einem Moment still halten zu müssen (wie damals als missbrauchtes Kleinkind). Ich fühle mich dann wie gelähmt ... als könne ich nicvts mehr tun.


    Zick Jahre Therapie und ich konnte das noch nicht auflösen Wie löst man sowas auf?

    Der Totstellreflex ist erstmal ein natürliches Verhalten, wenn es zu brenzlig wird. Wenn die richtigen Knöpfe gedrückt werden, reagiert dein Körper so schnell, dass du nicht mehr darüber nachdenken kannst. Eine Möglichkeit damit umzugehen, wäre das Gefühl zu beobachten, wenn es sich einstellt. In der Situation kann es verdammt schwierig sein, im Nachgang kannst du vielleicht eher schauen, ob die Situation wirklich so gefährlich war.


    Der andere Punkt da herauszukommen, wäre Vergebung gegenüber demjenigen, der dich als Kleinkind missbraucht hat. Ich knabbere gerade auf einer anderen Ebene an diesem Punkt herum. Das erste Gefühl geht jedoch in eine Richtung, dass ich damit einen guten Deckel auf die Vergangenheit bekomme.

    Hallo liebe Sunny


    Woran ich sehe, dass Du viel Druck auf dich ausübst, ist weniger offensichtlich, eher zwischen den Zeilen heraus zu lesen. Ich kann da nur für mich sprechen. Gerade wenn ich über andere Menschen spreche, überlege ich durchaus, ob ich dadurch ausschließlich von mir ausgehe und nicht etwa unbewusst auf andere projiziere - was jedoch keine Garantie darstellt, ob dies nicht doch irgendwie geschieht. ;-)

    Zitat

    Gerade beeinträchtigte Menschen ruhen sich ja regelrecht aus auf ihren Defiziten.

    Hm, ist das nicht vielleicht ein wenig "hart" geurteilt, so verallgemeinert? Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass hinter dieser Aussage sehr vieles an eigener Erfahrung stehen mag, das mit hinein wirkt in diese Festlegung. Ich denke aber, es gibt immer Ausnahmen von der Regel, vor allem wenn es um Mit-Menschen geht, also Menschen als Geschöpfe, die mit anderen in der Gemeinschaft leben, sich den Lebensraum mit anderen teilen.


    Für manch eine oder einen mag das ja zutreffend sein, doch gerade der Begriff "Behinderung" weist auf eine Ausnahme hin, wobei noch unklar ist, ob diese geistiger, körperlicher oder psychischer Richtung ist. Ist auch leicht zu übersehen, ab wann es diese Behinderung gibt, oder?


    Ich betrachte das einmal ein wenig aus meinem Blickwinkel.


    Spreche ich über andere Menschen, dann sagt das meines Erachtens auch etwas über mich aus. Ich habe andere Erfahrungen, bin eine "andere" Person als die, von der/denen ich spreche. Schlicht gesagt, verweist das Personalpronomen auf mich, wenn ich das Wort "ich" schreibe. Das klingt zwar banal, jedoch habe ich das so sehr verinnerlicht, dass es mir meist gar nicht mehr (ständig) bewusst ist, wann ich davon Gebrauch mache.


    Dasselbe kann mir natürlich auch passieren, wenn ich über andere spreche. Dabei unterbleibt hin und wieder eine Hinterfragung, ob das denn auch so stimmt, was ich jetzt so über andere aus-sage. Ich spreche ja dann von (allen) beeinträchtigten Menschen, nicht nur denen, die ich kenne, nein, auch von jenen, die mir unbekannt sind.


    Eigentlich müsste ich also Kenntnis von all diesen Personen besitzen, welche ich da mit einbeziehe. Das kann ich durch die getätigte Aussage zwar in den Raum stellen, die Botschaft, die zwischen den Zeilen mitschwingt, ist, dass ich eine Kategorisierung tätige.


    Deshalb darf ich mir die Frage stellen, ob das wahr ist, was ich da behaupte, ob ich diese Behauptung auch halten kann, wenn sie infrage gestellt wird. Vielleicht tut es das, wer weiß.


    In gewisser Weise bedeutet die Zuordnung eines Wortes eine Trennung etwa von "mir" zu "anderen", dass es da noch etwas (außer mir) gibt, also eine Abgrenzung besteht.


    Mit anderen Worten: zähle ich mich zu einer bestimmten Personengruppe, und tätige eine Aussage über diese Gruppe, dann kann ich das durchaus vornehmen, weil anzunehmen ist, ich würde alle einzelnen Mitglieder dieser Gruppe kennen. Konkreter ausgedrückt:


    Wenn ich eine Behinderung habe und eine allgemeine Aussage über Menschen mit Behinderung mache, dann äu0ere ich ebenso über mich, was ich als Feststellung über "alle" von mir gebe.


    Übersetzt (im Singular): "Ich ruhe mich regelrecht aus auf meinen Defiziten".

    Zitat

    Ich bekomme schon Herzrasen und kann nicht sagen verschwinde! Ich uche dort Ruhe. Und überall bin ich auf kümmern ausgerichtet.

    Zu diesem Zitat nehme ich die Sätze in umgekehrter Reihenfolge, das erscheint mir hier passend.


    Wenn ich mich um alles kümmere, dann wird mich das irgendwann überfordern. Es ist also logisch, sich zu erholen und das Mittel dazu ist Ruhe. Der erste Satz hat es in diesem Zusammenhang in sich!


    Es ist offenbar, dass mir da eine wichtige Fähigkeit fehlt, die Fähigkeit, mich abzugrenzen. Ist es aber wirklich ein Fehlen im eigentlichen Sinne des Wortes - oder kann es auch das Fehlen einer Erlaubnis sein, die ich mir versage?


    Denn: richte ich mich auf das Kümmern hin um andere Menschen aus, oder auch im erweiterten Sinne um das Funktionieren von Abläufen, würde dies bedeuten, dass ich dazu neige, mich selber zu überfordern.


    Was eigentlich in all dem nicht ausgesagt wird, ist die Vernachlässigung derjenigen Person, die diese Leistung für andere erbringt - ob nun gefordert oder auch nicht. Bin ich in einer Gruppe aktiv, in der sich jede und jeder um eine andere Person sorgt, dann ist ja alles in Ordnung. In der Realität habe ich das kaum beobachtet, so ähnlich dann nur in bestimmten Situationen.

    Zitat

    Ich kann nicht fordern..habe dann Angst Anerkennung und sowas zu verlieren bis zur Verlustangst, obwohl (und jetzt wirds richtig krank) ich bei den meisten Menschen froh bin, wenn ich diese los hätte. Und bei den meisten auch nichts zu hjavascript:emoticon('**')olen ist (weil depressiv oder ranvoll mit Problemen).

    Mal angenommen, ich mache alles, was so anliegt an Aufgaben. Es entwickelt sich dann bei meinen Mitmenschen die Ansicht, ich würde jederzeit alles so machen, was anfällt oder an mich herangetragen wird. Mit der Zeit wird eine Gewohnheit daraus, da die häufige und stete Wiederholung zu einer selbstverständlichen Handlung wird bzw. geworden ist.


    Bei all dem ist zu beobachten, dass aus den zur Gewohnheit gewordenen Handlungen sich Erwartungen hinzu gesellen, die ebenfalls zur beliebigen Gewohnheit werden mögen.


    Auch mir selbst erleichtern Gewohnheiten, mich mechanisch oder unbewusst im Alltag zu orientieren -sie erleichtern ebenso die Abstimmung im täglichen Umgang mit meinem sozialen Umfeld, etwa der Einschätzung des Verhaltens. Damit stellen sie eine Entlastung dar, vorausgesetzt, die Inhalte be-lasten mich nicht mehr als sie ent-lasten. Ja klar ist naheliegend, eine s.g. Erholungspause einzulegen, eine gezielte Unterbrechung sogar einlegen zu dürfen, um wieder Energie zu tanken, wieder zu Atem zu kommen.


    Eigentlich verhindert also die Angst, sich konstruktiv abzugrenzen, und der Umgang mit der eigenen Angst scheint ein wichtiger Punkt zu sein, an dem sich ansetzen lässt.


    Die Angst, Anerkennung zu "verlieren", bedeutet demnach zudem, dass ich behaupte, Anerkennung zu besitzen. Klar schmerzen Verluste mehr als Gewinne zu erreichen. Die Würdigung von Leistungen sagt aber nichts über meine Würde als Mensch an sich aus, sondern meiner Leistungsfähigkeit in der Vergangenheit.


    Vor den Anspruch, nun selbst "fordern" zu wollen, kann, soll bzw. muss ich noch immer jene Grenze setzen, die besagt "so weit bis hier, und nicht weiter", will ich meine Leistungsfähigkeit dauerhaft erhalten oder gewährleisten (können). Dies wiederum setzt deren Kenntnis, Beachtung und Pflege voraus, um sie bei Bedarf dann parat zu haben.


    Die in dem Zusammenhang präsente Verlustangst beutet mich selber aus, denn da sie nach vorne gerichtet ist in die Zukunft, verwirft sie meine bisher erbrachte Leistung (in) der Vergangenheit. Natürlich kann ich mich auf meinen bislang erbrachten Leistungen "ausruhen", das Gefühl der Angst besteht jedoch im jetzigen Moment und nicht in der Zukunft wie etwa übermorgen. Meistens kommt es anders als man denkt... ;-)

    Du bist schlau..kannst gut beobachten.


    Ich mache mir unheimlich Druck. Man erkennt mein Verhalten natürlich auf zick Meter Entfernung und sowas wird gern ausgenutzt. Ich schau wirkmich den ganzen Tag, dass ich alles für die anderen schnell und perfekt mache. Natürlich kommt nichts zurück. Wenn ich was brauche muss ich 5x betteln.Traurig.


    Und die Überforderung kommt noch nicht mal von zu viel oder anspruchsvollen Aufgaben. Ich gebe mich zufrieden mit paar Brocken sinnlosen Infos und quäle mich dann durch. Ich entlaste wohl die Kollegen zudem, damit sie ja ihr Wissen behalten, nichts tun müssen und trotzdem alles bekommen.Ich bin dann fix und fertig von der Plagerei. Vom Verstand her interessiert mich gar nicht, ob ich anerkannt, geschätzt oder gemocht werde. Da läuft was ganz krankhaft und massiv ab. Ich sollte bei schlampigen Aufgabenstellungen schlampig arbeiten z.B. oder erst anfangen, wenn ich alle Infos habe. Ich denke so tut man das.Ach Perfektion erwarte ich natürlich auch von mir. VON MIR! Die anderen dürfen mir Chaos hinschmeiße. Ich kümmere mich schon..muss ja die anderen ( gesunden!) schonen.


    Und nein "ich" ruhe mich nicht auf meiner Behinderung aus. Gerade als AUtist müsste ich mich ganz besonders schützen und schonen, weil Chaos, Hektik...all sowas für mich sehr schlimm sind.

    Zitat

    Es scheint eine Genugtuung für ihn zu sein . Was könnte den der Grund sein? Er glotzt auch immer. Mkr würde es helfen sein krankes Hirn zu durchschauen. Es ist als würde er sich nicht abweisen lassen.

    Weshalb würde es Dir helfen, seine Gedanken zu verstehen oder wie Du sagst zu "durchschauen"? Wer feststellt, dass jemand anderes immer einen anglotzt, sagt damit auch, dass die eigenen Blicke dann entsprechend häufig dahin gerichtet sind (erwidert werden), woher diese erkannten (beobachteten) Verhaltensweisen kommen.


    Es ist nicht immer die andere Person, der Verantwortung zugeschrieben werden darf und in diesem Zusammenhang …ebenso wenig durch die eigene Person übernommen werden muss.

    Zitat

    Er platzt oft in mein Zimmer und belabert mich.

    Vielleicht ist es möglich, einen Kompromiss erwirken z.B. wann, wie oft und wie lange Du bereit bist, Dich zu unterhalten, ohne dass Deine Aufgabe darunter leidet? So ganz wird sich der Kontakt vermutlich nicht vermeiden lassen.


    Hinter all dem kann auch eine "Flucht" stehen, z.B. die Störung zu vermeiden oder zu verdrängen, sie als Gefahr zu betrachten, als die sie hier beim Lesen weniger zutreffend erscheinen lässt. Das eigene Empfinden, etwa der Glaube, die momentane Situation - oder auch die Folgen, die daraus entstehen könnten - nicht aushalten zu können, spielt vielleicht auch mit hinein (?).

    Zitat

    . Ich gebe mich zufrieden mit paar Brocken sinnlosen Infos und quäle mich dann durch. Ich entlaste wohl die Kollegen zudem, damit sie ja ihr Wissen behalten, nichts tun müssen und trotzdem alles bekommen.Ich bin dann fix und fertig von der Plagerei.

    Aus diesen "paar Brocken" machst Du etwas, es erfolgt dann in Wirklichkeit Qualität, so verstehe ich Deine Situation. Klar erarbeitest Du Dir Infos, die eigentlich vorhanden wären, und: deren Weitergabe Zeitverlust vermeiden und mögliche (Flüchtigkeits-) Fehler verhindern könnten.


    Eine andere Qualität dabei besitzt die Umkehrung von Verantwortung und Verantwortlichkeit. Die Person, welche die Informationen besitzt, wäre doch eigentlich "verantwortlich" für die inhaltliche Weitergabe und behält mittels Zurückhaltung damit diese VERANTWORTUNG.


    Was jedoch in Wirklichkeit geschieht: "man" übernimmt gefühlt die Verantwortung, wenn man sich Sorgen um die Folgen macht, für die man nicht die Urheberin oder der Urheber ist.


    Folge: Die Kollegen können auch deshalb ihr "Wissen" zurückhalten, weil es für sie keine absehbaren Folgen zeitigt. Würde dies z.B. voraussichtlich/erkennbar zu einer konflikthaften Situation führen, in der sie sich als verantwortlich zur Rede gestellt wiederfinden würden, käme es vermutlich anders als in der gewohnten Weise Gewissheit durch Bereitstellung Deiner Fürsorge erhalten zu dürfen.


    Mit anderen Worten liegt auf Seiten Deiner Kollegen doch das erfahrene "Wissen" in der Waagschale, dass Deine Sorge um einen erfolgreichen Abschluss über das Maß der an Dich gestellten Aufgabe hinaus ...auch die Übernahme der Verantwortung für den Erfolg des Projektes gestellt, in gewissem Sinne gewährleistet ist.


    Kurz: sie können auf Kooperation vertrauen. ;-)


    Weder kannst Du hier, wie Du schreibst, direkt Einfluss auf Deine Kollegen ausüben, noch auf Verständnis hoffen. Indirekt ist es jedoch machbar.

    Zitat

    Ich sollte bei schlampigen Aufgabenstellungen schlampig arbeiten z.B. oder erst anfangen, wenn ich alle Infos habe. Ich denke so tut man das.Ach Perfektion erwarte ich natürlich auch von mir. VON MIR! Die anderen dürfen mir Chaos hinschmeiße

    Jein. Die "anderen" dürfen Dir vielleicht Chaos hinschmeißen, müssen jedoch nicht zwingend erwarten dürfen, dass Du erstens damit zu Recht kommst und zweitens die Verantwortung für die getätigte Abgabe ihrer ("eigentlichen") Verantwortungskompetenz übernimmst.


    So weit ich beim Lesen Deiner Zeilen verstanden habe, wird im Ergebnis die Produktion von Qualität von Dir erwartet. Fehlt eine wichtige Voraussetzung, um Perfektion "leisten" zu können, ist das etwas, was Du unter Umständen im Moment weniger beeinflussen kannst.


    Denn: die vordem erfolgte Zurückhaltung von Informationen halte ich für solch einen Aspekt, den Du offensichtlich nicht beeinflussen konntest, mehr noch, der dir (wohl zumeist bewusst) nicht gewährt wurde. Dafür die Verantwortung zu übernehmen stünde dir also in diesem beruflichen Kontext eigentlich nicht zu, oder?


    Dass Dir unverhandelt mit einer bestimmten Aufgabe, vielleicht auch verbunden mit einer bestimmten (hierarchischen) Stellung, innerhalb eines bestimmten Rahmens eine angemessene Verpflichtung übertragen wurde, wird vermutlich irgendwann zur Überforderung führen dürfen. Dem setzen sich nicht "nur" die Kollegen aus, die hier so agieren.


    Es erscheint nahe liegend, dass sich hier "Vertrauen" aufgebaut hat, Vertrauen, das durch Bestätigung immer wieder erfüllt wurde.


    Ich kann mir gut vorstellen, dass Du für das Verantwortung übernimmst, was von Dir selbst verursacht wurde: jedoch wirst Du wohl möglich zur "Komplizin", wenn sich durch häufige bzw. stete Wiederholung diese zur als selbstverständlich gewordenen Handlungsweise diese wie hier beschrieben "gelernte" Haltung der Kollegen verfestigt.


    Ist auch eine Form der Konditionierung, über deren Inhalt Du mitbestimmen kannst.

    Zitat

    Ich kümmere mich schon..muss ja die anderen ( gesunden!) schonen.

    In gewisser Weise ist dieses "muss" ja bereits ein "Zwang", nicht von außen an einen selbst gerichtet, sondern von innen - vielleicht gefühlt als starker Drang - der sich nach außen in der Beschränkung der eigenen Freiheit äußert.

    Alles hat letztendlich immer wieder mit dem Missbrauch durch die Mutter zu tun. Ich bin seit dem 3. Lebensjahr schwerbehindert und musste mich seither sehr intensiv um die depressive lebensunfähigr Mutter kümmern. Damit zu tun hat, dass der Kollege die gewohnt mütterliche Aufmerksamkeit weiter mittlerweile als Stalker einzufordern versucht. Und dazu gehört, dass ich die Kollegen mit Fürsorge ( Mutterrolle) überhäufte und mich dadurch wieder wie als Kind der komplette Überforderung aussetze.


    Die Kollegen sind alle Älter und länger in der Arbeit und verdienen mehr...


    Ich tus wohl aus Gewohnheit und für Anerkennung.


    Ich arbeite schon recht lange an mir. Ich weiß nicht mehr, ob ich das Muster je auflösen kann. Ich habe doch mehr verdient als Mutter für andere zu sein Ich bin doch selbst krank.

    Zitat

    Ich habe nichts anderes gelernt als stark zu sein für die Probleme anderer.

    Die "Leistung", die Du erbringst, entstand wohl ursächlich auf "Ausbeutung" durch Deine Mutter in einem Alter, in dem Du noch abhängig warst. Da besteht offensichtlich noch immer eine Verbindung.

    Psychoanalyse als "aufdeckende" Therapieform hat Dir geholfen, Konflikte aufzudecken, damit ist aber nicht gesagt, dass der ursächliche Konflikt "verarbeitet" oder noch bestehende Konflikte aufgehoben sind.


    Hast Du das Gefühl, Dein Analytiker versteht, was für einen Schmerz Du besonders im HInblick auf die beschriebenen Verflechtungen empfindest?

    Da in der PA das Phänomen der "Übertragung" eine Rolle einnimmt, ist ein Blick auf Dein Erleben oder den Umgang mit (anderen) Frauen erachtenswert.

    Wie ein männlicher Therapeut auf einen reagiert löst unterschiedliche Erwartungen und Wahrnehmung einer Klientin bzw. eines Klienten etwa bei einer Therapeutin aus.

    Zitat

    Damit zu tun hat, dass der Kollege die gewohnt mütterliche Aufmerksamkeit weiter mittlerweile als Stalker einzufordern versucht. Und dazu gehört, dass ich die Kollegen mit Fürsorge ( Mutterrolle) überhäufte und mich dadurch wieder wie als Kind der komplette Überforderung aussetze.

    Was aber, wenn durch die Übernahme von und Bewältigung der Arbeiten, die eigentlich in den Aufgabenbereich Deiner Kollegen fallen, einiges Zutage tritt, etwa, dass hier bei bestimmten Kollegen Defizite bestehen oder ein offensichtliches Gefälle zwischen Leistung und Qualität der Arbeitnehmer in dem Unternehmen? Ist das so einfach auszuschließen?