Keine Lust mehr ...

    Vorwarnung:


    Dieser Thread hat kein konkretes Ziel und wer mit ihm nichts anfangen kann, möge bitte einfach wegklicken.


    Es geht mir um ein bestimmtes Gefühl, dass sich mit "keine Lust mehr" zusammenfassen lässt. Z. B. bei mir keine Lust mehr, sich mit bestimmten Themen und Persönlichkeiten auseinanderzusetzen. Je nachdem auch generell keine Lust mehr, sich mit anderen auszutauschen und zu kommunizieren, weil es sich sinnlos anfühlt (das vergeht aber wieder irgendwann). Manchmal auch: Generell dem Sterben nicht abgeneigt sein - aber ich bin nicht suizidal.


    Das ist soweit auch nichts Besonders oder Schlimmes (wenn es nicht gerade zum Dauerzustand wird), aber ich frage mich, ob das eine Art Resignation ist oder depressive Verstimmung oder einfach eine ganz normale Unzufriedenheit (mit sozialem Rückzug).


    Es würde mir insofern helfen, wenn ihr mir sagt, ob ihr dieses Empfinden von euch selbst kennt?

  • 60 Antworten

    Ich weiß gar nicht, wie oft ich in den vergangenen Jahren von anderen Leuten den Spruch gehört habe:" Ich würde niemals Selbstmord machen, aber ich hätte nichts dagegen wenn ich jetzt tot umfallen würde."


    Oft noch mit dem Hinweis, :" Ich hätte viel zu viel Angst, dass der Suizid misslingt und ich dann ein Pflegefall werde."


    Sich von anderen fernhalten, bzw. sich nicht mit anderen auseinandersetzen wollen deutet auf einenRückzug von anderen Leuten hin. Und das kann ein Hinweis auf eine vorliegende Depression sein.


    Ich würde davon ausgehen, dass fast jeder psychisch Kranke diese Empfindungen kennt.

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    Na Ja, wenn es nicht der zentrale Punkt des Lebens wird, finde ich das nicht so tragisch. Kenne ich von mir selbst auch sehr gut, dass ich Tage habe, an denen ich keine Lust habe, mit anderen Menschen zu interagieren, keine Lust habe, zur Arbeit zu gehen (Ich liebe meinen Beruf!) keine Lust habe, als Mama und Ehefrau zu funktionieren, obwohl ich auch das mit Leib und Seele bin. An solchen Tagen erledigt man das nötigste und lässt dieses Gefühl zu, dann geht es auch wieder weg!

    Danke für eure Antworten.

    @ Plüschbiest

    Zitat

    Ich weiß gar nicht, wie oft ich in den vergangenen Jahren von anderen Leuten den Spruch gehört habe:" Ich würde niemals Selbstmord machen, aber ich hätte nichts dagegen wenn ich jetzt tot umfallen würde."

    Echt die sagen das so direkt?! Sind sie denn ernsthaft suizidal? ... Die Leute, die ich kannte und die versucht haben sich umzubringen bzw. sich umgebracht haben, haben meines Wissens nach vorher nichts gesagt. Aber das ist zig Jahre her und war so im Alter von 14, 15 Jahren. Darunter eine Freundin. Vielleicht ist das da anders bei Teenagern.


    Ich denke aber nicht, dass ich suizidal bin; ich habe als Kind irgendwann mit 5/6 Jahren und später insgesamt zweimal im größeren Abstand aus jeweils gegebenen Anlass sehr intensiv darüber nachgedacht, mich umzubringen, aber u. a. weil ich trotz Taufe etc. nicht an die im Gottesdienst gepriesene christliche Vorstellung vom Leben nach dem Tod geglaubt habe und mir damals bereits klar war, dass das eine finale Angelegenheit ist, habe ich das nicht konkret versucht bzw. das kurz vorher gelassen. Das zieht man entweder durch oder lässt es - und man denkt vorher darüber nach, was man tut. Insofern finde ich das in gewisser Hinsicht "beeindruckend" (das ist nicht ganz der treffende Begriff dafür), wenn jemand das wirklich durchzieht. Das ist irgendwie mutig und konsequent - mir ist natürlich klar, dass man dafür idR sehr verzweifelt oder sonstwie neben der Spur sein muss und die Leute das nicht tun, weil es ihnen so gut geht.


    Ich weiß seitdem bzw. bin ich mir sehr sicher, dass ich nicht zu denen gehöre, die das durchziehen (möchten), also lasse ich es. Mal abgesehen davon, dass ich auch keinen Grund habe; im Gegenteil: Ich mag mein Leben im Grunde. Also die Gefahr, dass ich mich umbringe, besteht definitiv nicht. Meine Schilddrüse ist auch gut eingestellt - Depressionen (echte Depressionen) sind es nicht. Ein "depressives Gefühl" bzw. das Empfinden dabei ist auch etwas anders als nur "keine Lust mehr", würde ich sagen, wenn ich das so mit den damaligen Gefühlen oder mit dem Zustand während der unerkannten Schilddrüsenunterfunktion vergleiche.

    Zitat

    Oft noch mit dem Hinweis, :" Ich hätte viel zu viel Angst, dass der Suizid misslingt und ich dann ein Pflegefall werde."

    Das ist eine sehr berechtigte Sorge. Wenn man mehrere Methoden kombiniert und harte Methoden wählt, sollte sich das Risiko das zu überleben aber gegen Null bewegen. Das Problem dürfte sein, sich zu den harten Methoden zu überwinden und dass man als Normalsterblicher nicht alle harten Möglichkeiten zur Verfügung stehen hat (zB hat nicht jeder Zugriff auf Schusswaffen bspw. als Dienstwaffe), schätze ich mal, aber keine Ahnung. Wenn man sich umbedingt umbringen möchte, findet man da bestimmt einen Weg, der möglichst das Überlebensrisiko - und damit auch die Gefahr als Pflegefall zu enden - minimiert. Es gibt da ja durchaus so sichere, wie vom technischen Aufwand her simple Möglichkeiten, die fast jedem offenstehen.

    Zitat

    Sich von anderen fernhalten, bzw. sich nicht mit anderen auseinandersetzen wollen deutet auf einenRückzug von anderen Leuten hin.

    Bei mir ist das auch Teil meines normalen Verhalten, bin nicht so gesellig bzw. nur manchmal. Und je länger ich allein bin, desto weniger Lust habe ich auf soziale Kontakte; das liegt an meinen schizoiden Persönlichkeitsanteilen und an Introversion, sprich ich brauche das Alleinesein, um mich zu erholen. Deshalb ist eine Neigung zum sozialen Rückzug bei mir wahrscheinlich einfach das Normale; das lässt sich bei mir nicht sinnvoll von einem Krankheitssymptom abgrenzen (anders als bei Menschen, die normalerweise gesellig und keine Einzelgänger sind usw.).

    Zitat

    Ich würde davon ausgehen, dass fast jeder psychisch Kranke diese Empfindungen kennt.

    Stimmt, in die Richtung habe ich gar nicht gedacht.

    @ Vampy77

    Zitat

    An solchen Tagen erledigt man das nötigste und lässt dieses Gefühl zu, dann geht es auch wieder weg!

    Ja, ich denke auch, dass sich das einfach durch Zeitablauf wieder erledigt. Mich wundert nur, dass es immer wieder auftaucht. Wenn auch in größeren zeitlichen Abständen. Könnte aber auch einfach sein, dass da jeweils verschiedene Sachen zusammenkommen, die dann im Ergebnis dieses Empfinden auslösen.

    Zitat

    Generell dem Sterben nicht abgeneigt sein - aber ich bin nicht suizidal.

    Geht mir genauso. Ist ein eindeutiges Zeichen für Depressionen. Bei mir ist es oft so, dass ich mir wünsche, den nächsten Morgen einfach nicht mehr aufzuwachen. Mir direkt etwas antun würde ich jedoch nie. Und ich habe durchaus Spaß am Leben. Meistens.

    Ich kenne was du beschreibst nur zu gut. Ich habe das Gefühl dass ich meist einfach nur stumpf funktioniere. Als würde ich mein Leben als Film ansehen. Wirklich was fühlen tu ich nicht, außer Resignation. Gelegentlich fühle ich eine unglaubliche Enttäuschung und/oder Trauer und manchmal etwas Wut. Aber keine Ahnung wann ich das letzte Mal so richtig aus tiefstem Herzen gelacht oder geweint habe. Wann ich das letzte Mal wirklich aufgeregt oder vorfreudig war.


    Ich hab auch keine Lust mehr jeden Tag den Haushalt zu machen, hab keine Lust mehr nur irgendwie mit meinen Eltern zu sprechen, im Nachtdienst irgendwas Produktives zu machen, wenn die Aufgaben erledigt sind dann sitze ich einfach nur rum und starr die Wand an. Ich fühle mich nicht immer so, aber verfall ohne Vorwarnung oft in so eine Stimmung. Ich glaube, dass dies eine Depression ist zumindest eine depressive Verstimmung. Das Positive an so einer Stumpfheit ist, dass ich mich auch nicht gestresst fühle, obwohl ich eigentlich sehr viel um die Ohren habe.

    Lieber Polarfuchs,


    ich reihe mich mal mit ein.


    Letzte Nacht gab es rund 7 Gründe, inkl. Lärmbelästigung (die ist allnächtlich), warum ich nicht schlafen konnte. Große Seelenqualen aus Erlebnisse der Vergangenheit nahmen mich ein und ich hatte extrakt dieselben Gedanken, die Du jetzt in diesem Faden geschrieben hast.


    Ich überlegte, warum ich überhaupt lebe, warum leben andere? Und wie schaffen die es, durchzuhalten? Jeden Tag auf die Arbeit, irgendwelche Gespräche führen, den Lebenspartner ertragen...das alles scheinen viele Leute so toll zu finden, dass sie es täglich wiederholen und es nicht leid werden.


    Wohl bekloppt so zu denken, aber ich kann derzeit gar nichts von allem...Arbeit würde mir noch am besten gefallen, aber bitte ohne Menschen. Die möchte ich ganz weg haben.


    Kann die nicht mehr ertragen...nur online noch hier und da.


    Wofür bloß alles? Man quält sich so durch und am Ende steht der Tod. Oder es werden einem Leute durch Tod genommen. Dann denke ich immer...wie kann das nur sein? Die waren doch da, wie können die nun weg sein? Ok, sachlich verstehe ich das natürlich aber emotional nicht.


    Naja, wollte nur sagen, dass ich Dich verstehen kann und die letzten Monate auch keinen cm mehr klar komme, auch wegen meiner Wohnsituation, aus der ich nicht raus komme.


    Bin pausenlos kurz vorm Absaufen, schwimme und schwimme und muß panisch aufpassen, dass der Kopf über Wasser bleibt.


    Vorm Sterben habe ich leider Angst, somit wäre Suizid nichts für mich, auch gegen das Todumfallen hätte ich was. Dann ist das Ganze noch blöder...denn wenn man schon nicht leben kann, sollte man wenigstens sterben können. Wenn das dann auch nicht geht, ist es echt übel. Andererseits aber auch wieder gut.


    Naja, will Dich nicht dichtlabern, wollte nur mein Verständnis ausdrücken. @:)

    @ Schwarz666

    Zitat

    Geht mir genauso. Ist ein eindeutiges Zeichen für Depressionen.

    Hätte ich eigentlich auch gesagt, aber ich denke nicht, dass es wirklich schon die Krankheit ist bei mir. So wie viele mal nicht gut drauf sind. Bei denen, die ich kennengelernt habe und die diagnostizierte Depressionen hatten, war das mehr als ein nur mal nicht gut drauf sein. Es ist auch gerade kein Dauerzustand bei mir und hängt vielleicht auch damit zusammen, dass ich von meiner Weltsicht her den Tod nicht nur negativ sehe (allerdings auch nicht gerade positiv, aber das Sterben gehört eben zum Leben und im gewissen Sinne schafft der Tod auch Ordnung; bei schweren Krankheiten kann der Tod auch eine Art Erlösung sein - das kenne ich von nahen Angehörigen mit jeweils unheilbar tödlich verlaufenden Erkrankungen oder bei Menschen, die zu Lebzeiten chronisch unzufrieden waren und ihr Umfeld terrorisiert haben, die versterben - da ist man als Angehöriger dann erleichtert, weil es dann plötzlich angenehm ruhig und still ist auch in "Beisein" dieser Person im Abschiedsraum; ging mir jedenfalls so).


    Komisch finde ich eigentlich nur die Beerdigungsrituale, weil ich nicht gläubig bin, aber ich denke das bedeutet den meisten Menschen viel.

    Zitat

    Bei mir ist es oft so, dass ich mir wünsche, den nächsten Morgen einfach nicht mehr aufzuwachen. Mir direkt etwas antun würde ich jedoch nie. Und ich habe durchaus Spaß am Leben. Meistens.

    So wirklich als ernstgemeinter Wunsch bei dir? Oder eher als ein "Es ist mir egal, ob ich morgen aufwache oder nicht"-Gedanke?


    Als richtigen Wunsch kenne ich das zwar auch, aber seitdem die Schilddrüse eingestellt worden ist, ist das bei mir weg. zusammen mit diesem Benebelt-Sein-Gefühl, dem Abdriften usw.. Seitdem kenne ich paradoxerweise den umgekehrten Fall: Das Empfinden, dass gerade weil alles gut ist, es in Ordnung wäre, just in dem Moment zu sterben. Das hatte dann aber etwas damit zu tun, mit sich komplett im Reinen zu sein. Eigentlich etwas sehr positives. Das ist aber sehr selten und auch nicht das Empfinden, was ich eingangs meinte.


    Aktuell ist es einfach ein Nicht-Abgeneigtsein, kein direkter Wunsch und auch nicht andersherum, dass das absolut stimmig wäre, gerade weil die Lebensbilanz sehr zufrieden ausfällt (s.o).

    @ Nougat-Choco

    Zitat

    Ich fühle mich nicht immer so, aber verfall ohne Vorwarnung oft in so eine Stimmung. Ich glaube, dass dies eine Depression ist zumindest eine depressive Verstimmung.

    Für mich liest sich das bei dir so - und auch ziemlich selbst-entfremded von dir. Das hat dieser Funktionsmodus, den du beschreibst, vermutlich so an sich, wenn er zu lange anhält. Auch dieser völlige Interessensverlust.


    Das kenne ich übrigens leider auch (v. a. in Kombination mit Müdigkeit & Antriebslosigkeit & Benebelt-Sein), aber ich finde das schwierig bei anderen dazu etwas zu sagen, weil das alles bei mir in sehr kurzer Zeit (nach Jahren) weg war, nachdem die Schilddrüsenerkrankung erkannt und behandelt worden ist. Vorher hatte ich im Laufe der Jahre gedacht, dass das einfach normal so ist bei mir. Auch weil mir das vom Arzt durch die Blume so gesagt worden ist und die Schilddrüsenerkrankung erst nach sehr vielen Jahren erkannt worden ist und ihren Anfang irgendwann in der Pubertät genommen hat und damals als Teenager zwar eine Unterfunktion festgestellt worden ist samt kleiner Schilddrüse, aber das irgendwie auf die Pubertät geschoben wurde und es irgendwann hieß, dass die Unterfunktion weder weg wäre (Medikamente habe ich nie bekommen). Ich hätte da rückblickend betrachtet hartnäckiger hinterher sein sollen, wußte es aber nicht besser und habe es ähnlich wie mein Umfeld gesehen. Es gibt ja gerade für Müdigkeit diverse Erklärungen, zumal wenn man ziwschendurch auch mal bessere Phasen hat.


    Durch diesen jetzt möglichen Vorher-Nachher-Vergleich weiß ich, dass das ein deutlicher Unterschied ist und man sich viel lebendiger fühlt bzw. überhaupt lebendig. Aber ich kenne es eben auch so, dass man in dem Zustand/Modus, den du von dir beschreibst (soweit ich ihn kenne) man darauf keinen Zugriff hat und auch die eigentlich richtigen eigenen (vagen) Erkenntnisse/Ahnungen alle wieder so vernebelt werden, weshalb man dann weiter in diesem Sumpf rumläuft und ab und zu registriert, dass der Boden nass & matschig ist.

    Zitat

    Das Positive an so einer Stumpfheit ist, dass ich mich auch nicht gestresst fühle, obwohl ich eigentlich sehr viel um die Ohren habe.

    Stimmt, nur klingt es bei dir andererseits auch nicht nach einem erfüllenden, glücklichen Zustand. Kurz gesagt danach, dass irgendwas in deinem Leben schiefläuft und eigentlich geändert werden "müsste". Aber ich will dir da auch nicht reinreden.

    @ _Surferin

    Zitat

    Ich überlegte, warum ich überhaupt lebe, warum leben andere? Und wie schaffen die es, durchzuhalten? Jeden Tag auf die Arbeit, irgendwelche Gespräche führen, den Lebenspartner ertragen...das alles scheinen viele Leute so toll zu finden, dass sie es täglich wiederholen und es nicht leid werden.

    Mit dem Sinn des Lebens habe ich persönlich nie ein Problem gehabt; für mich ist der Sinn des Lebens das Dasein an sich und wie man das gestaltet, muss jeder selbst im Rahmen seiner Möglichkeiten wissen, da gibt es kein Soll für mich (man kann aber natürlich auch trotz dessen, dass man einen Sinn im Leben sieht, keine Lust mehr darauf haben).


    Den Sinn des Lebens für sich in Frage zu stellen, kann einen auch weiterbringen, aber wenn es eher rein pessimistisch ist, würde ich das auch als Symptom einer depressiven Verstimmung oder Depression sehen. Gleiches bzgl. des Hinterfragens der typischen Lebensweise hierzulande und die Feststellung, dass man damit nichts oder nur wenig anfangen kann (Lebenspartner suchen, small talk, Arbeit ... s. o.). ... Manchmal ist man ja auch wirklich anders(artig) und dann ist die Welt der anderen zur eigenen sehr fremd und man stößt auf Unverständnis.

    Zitat

    Wohl bekloppt so zu denken, aber ich kann derzeit gar nichts von allem...Arbeit würde mir noch am besten gefallen, aber bitte ohne Menschen. Die möchte ich ganz weg haben.


    Kann die nicht mehr ertragen...nur online noch hier und da.

    Ha ja, diese "Aversion" gegen Menschen kann ich sehr gut nachvollziehen und manchmal träume ich davon, wirklich an einem menschenleeren Ort zu leben. Aber ich glaube, das würde mich dann doch nicht wirklich dauerhaft glücklich machen; so an sich mag ich manche Menschen ja (sehr) und bin eher Humanist. Und durch dauerhaften sozialen Rückzug verlernt man auch nur seine sozialen Kompetenzen und nette Kontakte, deshalb bemühe ich mich, dieser Seite nicht zu sehr nachzugeben (kann ich ja schon wegen der Arbeit nicht, leider oder zum Glück). Auf der anderen Seite brauche ich das Alleinsein auf jeden Fall, um gesund zu bleiben und um für mich sorgen zu können.

    Zitat

    Wofür bloß alles? Man quält sich so durch und am Ende steht der Tod.

    Der Weg ist das Ziel, denke ich. Aber ich müsste lügen, dass ich deinen Gedanken nie hätte. Der Tod als feststehendes Ziel nivelliert vieles eigentlich. Wobei ich das manchmal auch tröstlich finde. Insofern ist der Tod sehr gerecht. Er macht keine Ausnahme und Status etc. ist ihm egal. Wie ich schon sagte: Er schafft Ordnung.

    Zitat

    Letzte Nacht gab es rund 7 Gründe, inkl. Lärmbelästigung (die ist allnächtlich), warum ich nicht schlafen konnte. Große Seelenqualen aus Erlebnisse der Vergangenheit nahmen mich ein und ich hatte extrakt dieselben Gedanken, die Du jetzt in diesem Faden geschrieben hast. (...)


    Naja, wollte nur sagen, dass ich Dich verstehen kann und die letzten Monate auch keinen cm mehr klar komme, auch wegen meiner Wohnsituation, aus der ich nicht raus komme.


    Bin pausenlos kurz vorm Absaufen, schwimme und schwimme und muß panisch aufpassen, dass der Kopf über Wasser bleibt.

    Klingt sehr gehetzt/abgekämpft und stressig. Vielleicht geht es dir besser, wenn die äußeren Umstände bei dir nicht mehr so energiefressend sind - wäre dir zu wünschen.

    Zitat

    Es geht mir um ein bestimmtes Gefühl, dass sich mit "keine Lust mehr" zusammenfassen lässt.

    Zitat

    ob ihr dieses Empfinden von euch selbst kennt?

    Zitat

    weil es sich sinnlos anfühlt (das vergeht aber wieder irgendwann)

    Kenne ich sicherlich auch. Bei meinem Chef z.B. das ich ihn satt habe. Ich merke, wenn ich erschöpft bin dieses "sinnlos" Gefühl. Wenn ich wieder fit bin dann bin ich wirklich wieder fest entschlossen bei uns in der Abteilung aufzuräumen. Bei anderen Dingen ist es ähnlich, die kann ich nur dann richtig anpacken wenn ich einen kraftvollen Tag habe.

    Zitat

    " Ich würde niemals Selbstmord machen, aber ich hätte nichts dagegen wenn ich jetzt tot umfallen würde."

    Ich weiss nicht mehr, wo ich das gelesen habe. Aber da stand, wenn jeder ein Knopf am Körper hätte, der ihn einfach und schmerzfrei ausschalten würde, wären wir alle tot. Ein solcher Gedanke ist ziemlich normal mMn, solange er nicht übergeht in genauere Pläne oder gar Vorbereitungen.

    Zitat

    Hätte ich eigentlich auch gesagt, aber ich denke nicht, dass es wirklich schon die Krankheit ist bei mir. So wie viele mal nicht gut drauf sind. Bei denen, die ich kennengelernt habe und die diagnostizierte Depressionen hatten, war das mehr als ein nur mal nicht gut drauf sein. Es ist auch gerade kein Dauerzustand bei mir [...]

    Kannst du benennen, wann das Gefühl da ist und wann nicht? Also meinst du, es ist abhängig von äusseren Umständen? Die sich dann vielleicht auch eruieren lassen?


    Ich kenne auch beides. Stimmung der Lustlosigkeit und Müdigkeit und null Motivation und kein Gefühl der Euphorie. Aber auch wochenlange Depressionen, bei denen ich nach dem Aufwachen erstmal geheult habe und sich das dann durchgezogen hat. Bei mir war es immer so, dass ich regelrecht erleichtert war, wenn es ein Grund gab zur Traurigkeit. Das fand ich dann irgendwie stimmig und das konnte mich auf seltsame Weise sogar wieder erheitern. Während das andere einfach unberechenbar war.


    Bei dieser Lustlosigkeit vermisse ich vorallem immer das Gefühl der Euphorie und der Vorfreude. Weil da irgendwie kein Lichtblick ist. Alles was noch kommt erscheint einfach nur anstrengend. Auch bei dir?


    Vielleicht jetzt zu banal, aber Musik hilft mir manchmal wenigstens temporär wieder so was wie Freude zu entwickeln. Hast du das schon probiert?

    Man kann ja auch mal die gegenteilige Frage stellen - warum und wozu man eigentlich Lust haben sollte.


    "Intentionalität" und "Motivation" sind wissenschaftlich recht große Rätsel, soweit ich weiss.


    Und man landet da auch gleich bei der Frage nach dem "Sinn des Lebens". Je älter ich werde, umso sinnloser kommt mir alles vor, und ich mir immer abgeklärter. Wenn ich 20jährige von ihren Plänen reden höre denke ich "ja macht ihr nur mal, solange ihr noch naiv von dem überzeugt seid, was ihr da tut und redet. Ihr werdet schon sehen".


    Am Ende (oder kurz davor) bleibt dann nur noch der Wunsch nach dem möglichst schmerzarmen vor-sich-hin-vegetieren.


    Ich denke, man sollte das hier beschriebene nicht zu sehr pathologisieren.


    Allerdings kommt es mir manchmal so vor, als wäre es ein Teil der "offiziellen Definition eines psychisch gesunden Menschen"; dass man wieder besseren Wissens trotzdem Motivation und gute Laune haben solle.


    Ich stelle interessanterweise allerdings auch fest, dass ich manchmal gute Laune haben aufgrund völlig banaler Dinge (was mir dann auch jeweils völlig klar ist). Große Philopsophie und Psychologie hilft nicht weiter, aber ein nettes Telefonat oder ein leckerer Happen Sushi eventuell schon.


    Mir ist auch aufgefallen, dass diese ganzen fatalistischen und grüblerischen Gedanken nur dann kommen, wenn ich unzufrieden bin (was zwar auch fast immer der Fall ist, aber halt nur fast). Wenn ich "gut drauf" bin, laut Serotoninspiegel alles ok ist, dann finde ich auch die Sinnlosigkeit ok.


    Ich finde, das passt thematisch auch ganz gut zu einem eigenen Faden von mir


    http://www.med1.de/Forum/Cafe/742148/

    @ ABC01

    Zitat

    Bei meinem Chef z.B. das ich ihn satt habe. Ich merke, wenn ich erschöpft bin dieses "sinnlos" Gefühl. Wenn ich wieder fit bin dann bin ich wirklich wieder fest entschlossen bei uns in der Abteilung aufzuräumen. Bei anderen Dingen ist es ähnlich, die kann ich nur dann richtig anpacken wenn ich einen kraftvollen Tag habe.

    Ist das bei dir nur bei Müdigkeit? ... Von mir kenne ich das einmal so, dass es wirklich einfach davon kommt, dass meine Energiereserven (körperlich/geistig) leer sind und dann reicht es auch einfach, eine Pause zu machen und ist spätestens mit einmal Schlafen wieder weg. Und sofern sich das auf Mensche bezieht: Die eine Weile nicht sehen und hören müssen. Wobei ich die natürlich auch besser zu ertragen finde, wenn ich ausgeruht bin.


    Aber ich kenne das auch so, dass das "keine Lust"-Gefühl Tage anhält (vielleicht nicht komplett 24 h an jedem Tag, aber es dominiert die Zeit) und irgendwann ist es dann einfach weg und ich verstehe das rückblickend nicht mehr (oder denke da eben meistens gar nicht weiter drüber nach; aus den Augen, aus dem Sinn). Vielleicht ist das einfach dieser komische Biorhythmus, über den wir uns mal unterhalten haben.


    Aber regelmäßig ist das bei mir nicht - bei dir war das soweit ich mich erinnere recht regelmäßig mit den "müden und den energievollen Tagen". Und mein Eindruck ist, dass es irgendwie schon mit äußeren Faktoren verknüpft ist, wenn auch nicht direkt und evtl. einfach als Auslöser für etwas, das eh schon da gewesen ist. Ich mag an diesem "keine Lust"-Zustand nicht, dass es bei mir einfach am Ende immer auf Selbstsabotage hinausläuft und mich hinterher (wenn das wieder weg ist) die vergeudete Zeit und vergeudete Möglichkeiten stören. Ich weiß das irgendwo auch schon mittlerweile in diesem keine-Lust-Zustand, dass das hinterher so ist, aber das ändert nichts an dem keine-Lust-Zustand.

    @ Elith

    Zitat

    Ich weiss nicht mehr, wo ich das gelesen habe. Aber da stand, wenn jeder ein Knopf am Körper hätte, der ihn einfach und schmerzfrei ausschalten würde, wären wir alle tot.

    50% in dem Fall vermutlich alleine schon deshalb, weil sie der Neugier nicht widerstehen konnten, mal auf den Knopf zu drücken, um zu sehen, was passiert.

    Zitat

    Bei dieser Lustlosigkeit vermisse ich vorallem immer das Gefühl der Euphorie und der Vorfreude. Weil da irgendwie kein Lichtblick ist. Alles was noch kommt erscheint einfach nur anstrengend. Auch bei dir?

    Ich vermisse in diesem Zustand am meisten, dass ich nicht (wirklich) funktioniere und privat die einfachsten Dinge stunden- bis tagelang aufschiebe, obwohl absehbar ist, dass ich das bereuen werde, und ich stattdessen auch nichts Sinnvolles mache in meiner Freizeit und teilweise sogar das Sporttraining im Verein "verpasse", weil ich mich nicht rechtzeitig aufraffen konnte und stattdessen die Uhr angestarrt habe und darüber nachgedacht habe, zum Training zu gehen, und darüber nicht mehr ins Handeln gekommen bin. Normalerweise fällt das Denken und Handeln bei mir nicht so auseinander, auch wenn ich immer schon eine "verträumte" Art gehabt habe je nachdem, wie sehr der schizoide Stil gerade im Vordergrund ist. Zu weit weg in Gedanken bzw. mehr in so einer Art Beobachtermodus sein statt voll identifiziert mit einem selbst/dem eigenen Dasein, trifft das gut.


    Dabei weiß ich eigentlich, wie man sich motiviert und dass es mich eigentlich zufrieden macht, (diese) Aufgaben zu erledigen. Aber gefühlt hat das in dem Moment irgendwie einfach nichts mit meinem Leben/mit mir zu tun. Ich schätze, dass da der schizoide Stil sehr stark im Vordergrund ist. Für die Aufgabenerfüllung eignet sich der zwanghafte Stil deutlich besser und normalerweise ist der bei mir auch mehr im Vordergrund (gerade auch beruflich). Aber ich weiß nicht, warum das wechselt und das bewusst "zu wechseln" ist schwierig. Musik mag ich z. B. sehr, aber die triggert den schizoiden Stil sehr leicht. Deshalb kann Musik dann kontraproduktiv sein und den schizoden Stil erst recht aufrechterhalten.

    Zitat

    Kannst du benennen, wann das Gefühl da ist und wann nicht? Also meinst du, es ist abhängig von äusseren Umständen? Die sich dann vielleicht auch eruieren lassen?

    Außer das Musik das eher befördert (weil sie das In-Sich-Selbst-Versinken fördert), ebenso wie geistige/körperliche Müdigkeit das befördern kann, wüßte ich keinen konkreten äußeren Faktor. Ich vermutet aber schon, dass auch äußere Umstände da als eine von mehreren Ursachen hinzukommen können (als mildernder oder verstärkender Faktor). Aber ich bin generell nicht so emotional und mein Gefühlsleben reagiert oft (sehr) zeitverzögert auf irgendetwas. ... Das weiß ich aber vorher auch nie, ob und was da gefühlsmäßig als Echo kommt.

    Zitat

    Ich kenne auch beides. Stimmung der Lustlosigkeit und Müdigkeit und null Motivation und kein Gefühl der Euphorie. Aber auch wochenlange Depressionen, bei denen ich nach dem Aufwachen erstmal geheult habe und sich das dann durchgezogen hat. Bei mir war es immer so, dass ich regelrecht erleichtert war, wenn es ein Grund gab zur Traurigkeit. Das fand ich dann irgendwie stimmig und das konnte mich auf seltsame Weise sogar wieder erheitern. Während das andere einfach unberechenbar war.

    Die Abgrenzung zur Depression ist die Traurigkeit oder? ... Das mit den starken Traurigkeitsanfällen ist mir nämlich auch bei meinen Freundinnen mit diagnostizierten Depressionen aufgefallen. "Stimmung der Lustlosigkeit und Müdigkeit und null Motivation und kein Gefühl der Euphorie" <= das war hingegen etwas, was wir gemeinsam hatten.


    Traurig bin ich sehr selten - ich weiß nicht mehr, vor wie vielen Monaten oder Jahren dass das letzte Mal gewesen ist.

    @ rr2017

    Zitat

    Man kann ja auch mal die gegenteilige Frage stellen - warum und wozu man eigentlich Lust haben sollte.

    Oh das ist ganz bestimmt ein super-spannendes Thema für alle, die auch Philosophie mögen und darüber können Wissenschaftler wahrscheinlich ganze Abhandlungen schreiben. (Mich kann man damit jagen. Ähnlich wie mit der "Sinn des Lebens"-Frage. Nachdenken statt einfach tun und sein, mache ich nämlich schon genug.)

    Zitat

    Wenn ich 20jährige von ihren Plänen reden höre denke ich "ja macht ihr nur mal, solange ihr noch naiv von dem überzeugt seid, was ihr da tut und redet. Ihr werdet schon sehen".

    Mir geht es da anders; ich finde das seltsam bis interessant, dass diese 20-Jährigen überhaupt Lebenspläne haben und eine positive Sicht auf die Zukunft haben und Zukunftspläne machen; selbst bei solchen Dingen, die sich nicht planen lassen. Das könnte ich bis heute nicht. Für mich ist nur gewiss, dass die Zukunft und das Leben nicht planbar ist. Es kommt eh anders, als man denkt. Und ursprünglich bin ich nicht davon ausgegangen, überhaupt länger als die nächsten 2, 3 Jahre oder so planen zu müssen.

    Zitat

    Am Ende (oder kurz davor) bleibt dann nur noch der Wunsch nach dem möglichst schmerzarmen vor-sich-hin-vegetieren.

    Meinst du, wenn man im hohen Alter bettlägerig o. ä. wird und praktisch nichts mehr kann oder warum hast du diese Vorstellung mit dem vor-sich-hinvegetieren?


    (Meine Großmütter waren schon früh so drauf und haben trotz relativ guter Gesundheit jahrzehntelang wie scheintot gelebt mit dem Argument, dass sie eh am Ende ihres Lebens angelangt wären (mit 50 schon, obwohl sie dann u. a. 90 geworden sind und erst 1-2 Jahre vor dem Tod gesundheitliche Probleme hatten). Das fand ich als Kind bereits schlimm diese Einstellung und so möchte ich nie alt werden. Meine Wunschvorstellung wäre ja, auch als Rentnerin noch an Konsole oder PC mit Kumpels/Freundinnen oder anderen Gleichgesinnten zu zocken. ... Ist vielleicht nicht realistisch, aber irgendeine Beschäftigung werde ich mir auf jeden Fall suchen und in meiner Patientenverfügung den Zustand des vor-sich-hinvegetierens größtmöglich unterbinden.

    Zitat

    Allerdings kommt es mir manchmal so vor, als wäre es ein Teil der "offiziellen Definition eines psychisch gesunden Menschen"; dass man wieder besseren Wissens trotzdem Motivation und gute Laune haben solle.

    Ha, interessante Erkenntnis. Da ist was dran. Laut Wissenschaftlern gehört zu einem gesunden Menschen auch, dass er sich ein bisschen überschätzt von seinem Können her und positiv verklärt sieht. Depressive sollen da bzgl. der Umwelt einen objektiveren Blick haben (der allerdings wiederum stark negativ verzerrt ist in vielen anderen Bereichen, zum Bsp. beim Blick auf sich selbst). Ist aber nur was, was ich mal aufgeschnappt habe.

    Zitat

    Ich stelle interessanterweise allerdings auch fest, dass ich manchmal gute Laune haben aufgrund völlig banaler Dinge (was mir dann auch jeweils völlig klar ist). Große Philopsophie und Psychologie hilft nicht weiter, aber ein nettes Telefonat oder ein leckerer Happen Sushi eventuell schon.

    Das ist bei mir auch so.

    Zitat

    Mir ist auch aufgefallen, dass diese ganzen fatalistischen und grüblerischen Gedanken nur dann kommen, wenn ich unzufrieden bin (was zwar auch fast immer der Fall ist, aber halt nur fast). Wenn ich "gut drauf" bin, laut Serotoninspiegel alles ok ist, dann finde ich auch die Sinnlosigkeit ok.

    Mhm irgendeine Art von Unzufriedenheit könnte evtl. auch bei mir dahinterstecken, aber das ist es nicht alleine, denke ich. Die größte Unzufriedenheit entsteht bei mir ja erst durch diesen Zustand.


    Kann auch sein, dass das einfach rein körperliche Ursachen hat (Stichwort Biorhythmus), aber ich weiß es auch nicht. Dass die Schilddrüse und andere etwaige Mängel bei mir das auch als ein Faktor auslösen und verstärken können, weiß ich. Aber ich habe das auch bei guter Einstellung und obwohl keine etwaigen Nährstoffmängel bestehen dürften.


    Deinen Thread lese ich mir die Tage durch.

    rr2017

    Ich kann einen Großteil deines Beitrages unterschreiben, empfinde recht ähnlich. :)z Im Bezug auf die 20jährigen denke ich aber ein wenig anders, ich beneide sie eher um ihre Unbefangenheit. Eigentlich wünsche ich mir wieder so voller Pläne zu sein wie damals. Habe mir gerade vor kurzem mal den Text von Walking on the Milky Way durchgelesen, der Sänger singt genau zu diesem Thema, ich fand es traurig und faszinierend zu gleich.

    _Polarfuchs_

    Ich kenne dieses Gefühl auch gut, aber ich weiss bei mir was es auslöst: irgendetwas läuft dann im meinem Leben nicht so, wie es mich glücklich macht/ausfüllt/gefällt oder sowas in der Art. Und ich weiss dann auch jedes mal was es ist, nur das Problem zu lösen ist nicht immer so einfach.