_Polarfuchs_

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    Oh du weißt immer, was dir dann fehlt?! (Woher weißt du das?)

    Keine Ahnung, ich weiss es einfach. Ich kenne mich ja selbst am besten, weiss was aktuell vorgefallen ist z.B. Oder überhaupt auch länger zurückliegende Dinge, die mich belasten. Ich bin ein starker Kopfmensch, immer am Nachdenken und über Dinge Philosophieren. Ich merk doch wenn mich was belastet. Das merke ich immer sofort, wenn das auslösende Ereignis stattgefunden hat.

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    Das ist schon mal ein großer Vorteil - auch wenn das natürlich noch nicht die Umsetzung der Lösung ist, aber das hilft dir bestimmt beim Finden der Lösung oder?

    Hmmmm. Ja und Nein. Wenn es etwas lösbares ist, ja dann auf jeden Fall. Aber es gibt auch oft Dinge, die nicht einfach so lösbar sind. Wenn mich z.B. ein zurückliegendes Ereignis belastet. Das Ereignis kann man nicht rückgängig machen und auch die Auswirkungen nicht immer. Da hilft nur sich damit zu arrangieren und es halt zu verarbeiten - das klappt auch meist gut, aber dennoch kann ich mich an dieses Ereignis erinnern und wenn ich mal darüber nachdenke (weil mich etwas daran erinnernt hat oder weil meine Gedanken halt dahin abgedriftet sind), kommt es vor, dass entsprechende Gefühle doch wieder hoch kommen. Oder anderes Beispiel: wenn die Lösung des Problems andere Probleme mit sich bringen würde. Und beide Wege (Problem bestehen lassen oder lösen) falsch sind. :-|


    Für mich ist es leicht Probleme zu erkennen, aber sie zu lösen ist nicht immer einfach.

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    Für mich ist es leicht Probleme zu erkennen, aber sie zu lösen ist nicht immer einfach.

    Mir hilft es bei solchen Problemen immer mich zu fragen was ich einer wichtigen freundin in der situation raten würde. Da bin ich nämlich viel rationaler als bei mir selbst.

    @ _Polarfuchs_

    Es gibt das Konzept vom "Bore Out" (quasi eine Todsterbenslangweiligkeit im Leben, z.B. bei Unterforderung im Job). Könnte das zutreffend sein?


    https://de.wikipedia.org/wiki/Boreout-Syndrom

    @ ABC01

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    Das ist es aber nicht was ich mit einem leicht reizbarem Tag meine. Der beginnt schon Morgens so nachdem ich in der Arbeit angetreten bin. Da bin ich einfach empfindlich an so einem Tag. Da braucht es keine stärkeren Gründe.

    Danke für deine Erklärung - jetzt habe ich das verstanden, wie du das meinst. Da denke ich auch, dass man damit nur umgehen kann, wenn man diese komische Stimmung hat und eine Suche nach den Ursachen (falls es die überhaupt so gibt) nicht zielführend ist.

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    Ich konnte danach keinen mehr bestellen. Ein inneres Abwehr- Gefühl wie wenn man sich daran abgegessen hätte. Das war aber bestimmt nicht der Grund. So ähnlich das man etwas nicht mehr packen oder anpacken kann kenne ich dieses "keine Lust" Stimmung.

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    Das kann gut sein. Da meine ich, z.B. die Last die man trägt, das es einem manchmal gewußt wird und man weiss das sich das nicht groß verändern wird und noch viel Kraft kosten wird.

    Das kommt gut hin. Es geht/ging bei der Stimmung, die ich meinte nämlich unter anderem auch darum etwas überdrüssig geworden zu sein, dass man eigentlich ursprgl. mal gerne gemacht hat oder einem so nichts ausgemacht hat oder sogar wichtig fand. Mittlerweile denke ich aber, dass es sinnlos und Zeitverschwendung ist, weil es um Dinge geht, die sich nicht ändern werden in dieser Gesellschaft.

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    berdrehtheit kenne ich vielleicht so wie ein Überfunktion der Schilddrüse. Eine innere Unruhe. Habe ich schon mal erwähnt in einem anderen Faden. Ich springe dann ehr von einem Thema zum anderen und kann nichts richtig anpacken oder mich auf etwas fokusieren. Das ist dann ein energieloser Tag bis es wieder nachlässt. Ehr abends zu.

    ^^ bei mir ist es eine andere Art der Überdrehtheit; schwer zu beschreiben, weil sie sich fast rein innerlich abspielt. Grob gesagt ist es eine Laune, in der ich überlege etwas völlig unvernünftiges zu tun, mir Regeln zuwider sind (mit denen ich sonst kein Problem habe) und ich irgendwie nicht in meiner Mitte bin. Eigentlich bin ich da einfach sehr übermüdet, erschöpft und gleichzeitig sehr erleichtert. Das sorgt für diesen komischen Mix. Da mir in dem Zustand eh die Energie fehlt, etwas von den unvernünftigen und übermütigen Ideen/Impulsen in die Tat umzusetzen bzw. ich das entsprechend als Unsinn einordnen kann, hat es keine negativen Auswirkungen. ... Inhaltlich sind das Impulse wie aus dem Fenster zu springen (weil das irgendwie so eine Art Sog hat durch die Tiefe beim runterschauen, aber nicht in suizidaler Absicht); "Schlägertypen"/Gangs anzupöbeln, in das Löwengehege klettern, die Leitplanken auf der Autobahnbrücke testen und andere unkluge Sachen. Nicht als Wunsch, sondern als eine Art spontane Idee bzw. innerer Impuls. Getan habe ich davon aber nie etwas, denn sonst würde ich hier nicht schreiben. Ich denke auch, dass das eher eine Art Pendel ist, das dann kurz in die entgegengesetzte Richtung ausschlägt (nachdem es stark in die andere Richtung ausgelenkt gewesen ist) und das Teil des Ausbalancierungsprozesses ist. Das Pendel ist nämlich bei mir üblicherweise in der Mitte. Das ist der Normalzustand.

    @ klein_Schlumpfine

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    Aber leicht depressive Phasen haben doch bestimmt die meisten Menschen mal?

    Das deckt sich mit dem, was ich dazu gefunden habe an Informationen.

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    Hatte ich zumindest auch schon. Finde das recht undramatisch. Ich meine, so rein sachlich betrachtet ist der Mehrwert des Seins gegenüber des Nicht-Seins ja nur dann gegeben, wenn das Sein irgendwie zu einem möglichst hohen Prozentteil Spaß macht. Oder?

    Das sehe ich auch so.

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    Keine Lust hab ich aber trotzdem immer noch manchmal. Vor allem morgens um 6. Ich liebe meinen Job und arbeite auch problemlos und motiviert 12-14 Stunden. Aber morgens um 6 hab ich nie Lust. :=o

    Das ist die "keine Lust", bei der Überwindung reicht und man sich nicht völlig sperrt gegen die Tätigkeit. Eine andere Art von keine Lust, würde ich sagen.

    @ Planetenwind

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    Das merke ich immer sofort, wenn das auslösende Ereignis stattgefunden hat.

    Interessant, das ist bei mir teilweise sehr zeitversetzt und ich muss dann erst überlegen, was innerhalb der vorangegengenen Zeitspanne es gewesen ist/sein könnte.


    Wenn man in einen See einen Stein wirft, dauert das ja auch eine Weile, bis der am Grund angelangt ist. So kann man sich das vielleicht vorstellen. ... Es gibt aber auch Ereignisse, auf die ich schneller reagiere, also direkt in der Situation. Aber das ganze Ausmaß merke ich idR erst später.

    Zitat

    Aber es gibt auch oft Dinge, die nicht einfach so lösbar sind. Wenn mich z.B. ein zurückliegendes Ereignis belastet. Das Ereignis kann man nicht rückgängig machen und auch die Auswirkungen nicht immer. Da hilft nur sich damit zu arrangieren und es halt zu verarbeiten - das klappt auch meist gut, aber dennoch kann ich mich an dieses Ereignis erinnern und wenn ich mal darüber nachdenke (weil mich etwas daran erinnernt hat oder weil meine Gedanken halt dahin abgedriftet sind), kommt es vor, dass entsprechende Gefühle doch wieder hoch kommen. Oder anderes Beispiel: wenn die Lösung des Problems andere Probleme mit sich bringen würde. Und beide Wege (Problem bestehen lassen oder lösen) falsch sind. :-|

    Das verstehe ich gut.

    @ Pythonist

    Bore Out? Nein, das ist es nicht. Meine Arbeit mag ich und langweilig ist mir praktisch nie, schon weil ich immer mit etwas beschäftigt bin und mich diverse verschiedene Sachen interessieren - da finde ich es eher schade, dass der Tag nur 24h hat.

    @ _Polarfuchs_

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    eine andere Art der Überdrehtheit

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    in der ich überlege etwas völlig unvernünftiges zu tun,

    Das kenne ich so nicht.


    Was mir noch einfällt ist, wenn man einen recht guten Tag hatte und wesentlich mehr geschafft hatte oder einen größeren Erfolg (ehr Durchbruch) das man sich daran etwas berauschen kann in Gedanken oder der Phantasie. Das ist auch eine Art von innere Überdrehtheit.

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    Was mir noch einfällt ist, wenn man einen recht guten Tag hatte und wesentlich mehr geschafft hatte oder einen größeren Erfolg (ehr Durchbruch) das man sich daran etwas berauschen kann in Gedanken oder der Phantasie. Das ist auch eine Art von innere Überdrehtheit.

    Stimmt, das gibt es auch. Eine Art überdrehte Freude.


    Ich sage an dieser Stelle mal Tschüss, weil ich das Forum verlassen werde.


    Vielen Dank für den Austausch und viel Erfolg bzgl. deines Chefs ;-) ! @:)

    Keine Ahnung. Aber es fühlt sich auch sinnlos an, zu bleiben. Manchmal ist einfach der richtige Moment zu gehen, weil man merkt, das ein Ort nicht mehr der richtige Ort ist (was nicht heißen muss, dass er generell falsch ist). Ich gehe, wenn ich mich irgendwo nicht mehr wohlfühle - und hier fehlen mir zu viele ehemalige User, deren Beiträge & Ansichten ich gerne gelesen habe. Es gibt zwar immer noch genügend interessante, sympathische User hier, aber mir fehlt etwas und das vermisse ich jedesmal, wenn ich hier bin. Also wird meine Lebenslust evtl. verbessert, wenn ich gehe.


    Außerdem ruft die Arktis.

    Ja ist ja auch kein Wunder beim Zustand der Welt. Jeder empfindsame Mensch muss eigentlich verzweifeln, wenn er sich den sinnlosen Wahnsinn der Welt vergegenwärtigt. Die Natur wird in hohen Tempo zerstört. Menschen werden umgebracht, unterdrückt, versklavt, müssen sinnlose Arbeiten verrichten. Millionnen und Abermillionen Tiere werden getötet nur fürs Fleisch. Und wozu? Für die Gier nach Materiellen, das niemand braucht.


    Und wenn man da traurig wird und keine Lust mehr hat, dann hat man "Depressionen" und soll Pillen schlucken oder Therapie machen. Nee, nicht mit mir.

    Ja, anstatt zu deprimieren ob des Übels in der Welt, könnte (und sollte in einer Demokratie) man aufstehen und sich stark machen für die Zukunft der Menschheit in einer lebenswerten Welt.


    Warum ich das nicht mache?


    "Keine Lust" wäre wohl eine etwas arg bescheuerte Antwort auf diese Frage.


    Aber ist bescheuert automatisch auch immer ganz falsch?