LovHus

    Vielleicht hat med1 mittlerweile die Definition geändert, seit ich nicht mehr moderiere. Ist ja viel passiert im letzten Jahr. Ich habe jetzt auch nicht geprüft, ob sich an den Forumsregeln im letzten Jahr etwas geändert hat. Meiner Erfahrung nach zumindest wurden Tagebücher gelöscht, weil sie eben völlig dem widersprachen, was den Austausch anbelangt, vor allem, wenn der TE die Beiträge alle irgendwie abgewürgt hat und mond+sterne will ja scheinbar jetzt gar keinen Austausch mehr. Trost - hätte ich ihn auch nicht so verstanden. Er stimmt ja zu, dass nur er schreiben will und das entspricht nun einemal der Definition von Blog, Tagebuch, er kann ja auch ein Buch schreiben, also die Richtung. Auf der anderen Seite stört es auch nicht, wenn jemand immer wieder in einem Faden "Selbstgespräche" führt - es sind ja mittlerweile Beiträge anderer User vorhanden ;-) . ":/ Also sollte es dann auch kein Problem sein, wenn er hier weiterbloggt. :-)

    Zitat

    - Nutzen für andere Leser/Schreiber (interessant: ist das jetzt eine Wende, so dass es nicht mehr "nur" dein Faden ist und andere sich untereinander über ihre nicht-verstehen-nicht-verstandenwerden-Problematik austauschen können, auch wenn es keinen oder wenig Bezug zu deinen aktuellen Themen hat?


    (LovHus)

    Nein, es ist keine Wende. Ich vertrete die Auffassung, dass die Mitschreiber einen Nutzen aus einer Diskussion ziehen können, wenn sie sich konstruktiv und im Sinne des TE beteiligen. Sie können sich beispielsweise in ihrer Persönlichkeit weiterentwickeln, wenn sie sich im Laufe der Diskussion mit ihrer Rolle als Teilnehmer auseinandersetzen.


    Wenn sie dasselbe Problem haben wie der TE können sie auch versuchen, etwas für sich aus der Diskussion zu ziehen, ohne sich outen zu müssen.


    Das meinte ich mit "gesunden im Schatten der Diskussion".

    mond+sterne

    Zitat

    Nein, es ist keine Wende.

    Ja, Du hast ja geschrieben: Nach weit über einem Jahr bin ich im Grunde genommen immer noch nicht wirklich weiter gekommen.

    Zitat

    Ich vertrete die Auffassung, dass die Mitschreiber einen Nutzen aus einer Diskussion ziehen können, wenn sie sich konstruktiv und im Sinne des TE beteiligen.

    Dafür muss "der Sinn des TE" klar sein, und den hast Du für mich bis heute nicht klar gestellt und auch keine Diskussion zugelassen. Du willst ja eigentlich einen Blog.

    Zitat

    Sie können sich beispielsweise in ihrer Persönlichkeit weiterentwickeln, wenn sie sich im Laufe der Diskussion mit ihrer Rolle als Teilnehmer auseinandersetzen.

    Nein, sorry - in dieser Hinsicht ist dieser Faden aus meiner Sicht völlig ungeeignet. Es gibt keine Diskussion.


    Was gäbe es da Deiner Ansicht nach zu lernen?

    mond+sterne

    Im Angesicht des Schicksals kann es passieren, dass Pläne dem Handeln keine verlässliche Struktur geben. Welche weiteren Alternativen siehst du, mit so einer Situation umzugehen/klarzukommen, außer aufzugeben und achselzuckend die Hände in den Schoß zu legen?


    Meine Vorstellung von einem Schicksal, das Striche durch Rechnungen macht, ist, dass etwas, was vorher noch möglich (und geplant) war, nachher unmöglich geworden ist. Aber dein: "Deshalb schreibe ich den geplanten Beitrag jetzt nicht" klingt, als wäre es durchaus weiterhin möglich, ihn zu schreiben. Dann hat das Schicksal nur eine Planänderung bewirkt.


    Das ist wiederum eine sehr sinnvolle Funktion des Schicksals: Es bewirkt neue Einsichten und damit eine neue Perspektive auf alte Pläne, die diese überflüssig werden lässt. Weniger sinnvoll ist die Planänderung, wenn der Plan gut war, aber etwas am Schicksal geärgert hat und Trotz aufkommen ließ. Wenn also das Schicksal, von dem du schreibst, etwas mit den letzten Beiträgen in diesem Faden zu tun hat, dann macht es keinen "Strich durch die Rechnung", sondern es bleibt in deiner Verantwortung, ob du dich davon beirren lassen willst (wenn nein: Plan bleibt erhalten) oder etwas Positives für dich daraus entnimmst (wenn ja: Plan wird geändert, aber die Änderung ist eine Verbesserung).


    Es gibt auch die umgekehrte, handlungsaktivierende Wirkung des Schicksals: Pläne, die lange in der Schublade liegengeblieben sind, werden nach einem Schicksalsstreich beherzt in Angriff genommen, z.B. weil die Zeit reif geworden ist.


    Hierzu ein beeindruckender Vierzeiler von Rilke:


    Nur manchmal, während wir so schmerzhaft reifen,


    dass wir an diesem beinah sterben, dann:


    Formt sich aus allem, was wir nicht begreifen


    Ein Angesicht und schaut uns strahlend an.

    Zitat

    Im Angesicht des Schicksals kann es passieren, dass Pläne dem Handeln keine verlässliche Struktur geben. Welche weiteren Alternativen siehst du, mit so einer Situation umzugehen/klarzukommen, außer aufzugeben und achselzuckend die Hände in den Schoß zu legen?

    Nun, die Möglichkeit aufzugeben und achselzuckend die Hände in den Schoß zu legen, sehe ich schon mal nicht. Folglich sehe ich auch keine Alternativen.


    :-p


    Hältst Du das für eine Möglichkeit, auf die ich gedankliche Energien verschwenden sollte?


    Ich sah vor langer Zeit die Möglichkeit, mein Anliegen schriftlich zu formulieren und mich damit an professionelle Helfer zu wenden. Sie haben mir in dieser Sache jedoch nicht weiter geholfen.


    Außerdem sehe ich die Möglichkeit, das zu tun, was ich gerade in diesem Forum getan habe. Nämlich das Thema Pläne vs. Schicksal öffentlich anzusprechen.


    Wenn ich Glück habe, wird sich daraus eine fruchtbare Diskussion entwickeln.


    :)*

    Zitat

    Folglich sehe ich auch keine Alternativen.

    Oh, dann habe ich deine Ankündigung den geplanten Beitrag nicht zu schreiben wohl missverstanden.


    Immerhin war der geschriebene Beitrag ja ein Beitrag zum Thema. Und meine Antwort dito. Also ist das Thema angesprochen und die Diskussion eröffnet.

    Zitat

    Wenn ich Glück habe, wird sich daraus eine fruchtbare Diskussion entwickeln.

    Wie ließe sich dem Glück

    auf die Sprünge helfen?

    Es ist nicht mein Anliegen, dem Glück auf die Sprünge zu helfen. Ich nehme dankbar das Glück an, das ich bekomme. Dieses Glück hat einen Nickname: LovHus.


    :-)

    Zitat

    Immerhin war der geschriebene Beitrag ja ein Beitrag zum Thema. Und meine Antwort dito. Also ist das Thema angesprochen und die Diskussion eröffnet.

    Ja, genau.


    :)*

    Oh... :-o |-o .

    Zitat

    Ich sah vor langer Zeit die Möglichkeit, mein Anliegen schriftlich zu formulieren und mich damit an professionelle Helfer zu wenden. Sie haben mir in dieser Sache jedoch nicht weiter geholfen.


    Außerdem sehe ich die Möglichkeit, das zu tun, was ich gerade in diesem Forum getan habe. Nämlich das Thema Pläne vs. Schicksal öffentlich anzusprechen.

    Dann verbinde ich mal Ersteres mit Letzterem.


    Ist dein Anliegen, mit dem du dich an die professionellen Helfer wandtest heute noch gültig? Kommt in deinem Anliegen Schicksal zum Ausdruck oder ist es ein Teilaspekt, der damals eben im Vordergrund stand, aber keinen rechten Bezug zu deinem Leben insgesamt hatte (nur peripher, nicht zentral). Pläne neigen ja dazu, Aspekte herauszugreifen, während Schicksal einen ganzheitlich erfasst.


    Was damals passiert sein könnte: Die professionellen Helfer haben ihre Behandlungspläne an dir umgesetzt, dich aber damit nicht "erreicht", konnten dein Schicksal nicht ansprechen. Ab wann wusstest du, dass die therapeutischen Interventionen unfruchtbar blieben? Woran hast du das erkannt? Kennst du zu diesen beiden Fragen die Sicht der professionellen Helfer? Wart ihr euch in der Einschätzung der Situation einig?

    Ok, ich versuche mich zunächst einmal etwas in Vergangenheitsbewältigung.

    Zitat

    Ist dein Anliegen, mit dem du dich an die professionellen Helfer wandtest heute noch gültig?

    Nein, dieses Anliegen ist nicht mehr gültig (es ging dabei ausschließlich um den Aspekt des Pläne machens. Um die Frage, warum es mir nicht gelingt, selbständig Pläne zu machen und sie umzusetzen ging es nicht). Es ist sehr lange her. Es ist nicht so gelaufen, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich habe versucht, darüber zu reden. Das ist mir jedoch nicht gelungen.

    Zitat

    Was damals passiert sein könnte: Die professionellen Helfer haben ihre Behandlungspläne an dir umgesetzt, dich aber damit nicht "erreicht", konnten dein Schicksal nicht ansprechen.

    Ja, irgendwie so in der Richtung könnte es gewesen sein.

    Zitat

    Ab wann wusstest du, dass die therapeutischen Interventionen unfruchtbar blieben?

    Hinterher. Es gab durchaus immer mal wieder Ansatzpunkte, wo ich sagen würde, es hätte erfolgreich sein können. Nur leider hat sich dann immer wieder herausgestellt, ganz so einfach ist es doch nicht.


    Die definitive Feststellung, dass es nichts gebracht hat, habe ich also erst im Nachhinein gemacht.

    Zitat

    Woran hast du das erkannt?

    Dass es mir immer noch genauso schlecht geht wie früher, und dass ich immer noch in der gleichen Scheiße sitze wie früher.

    Zitat

    Kennst du zu diesen beiden Fragen die Sicht der professionellen Helfer?

    Nein.

    Zitat

    Wart ihr euch in der Einschätzung der Situation einig?

    Die professionellen Helfer haben niemals eine Einschätzung der Situation abgegeben, und auch ich kann die Situation bis heute nicht klar einschätzen.


    Ich bin übrigens ziemlich sauer, weil es nicht möglich ist, mit irgendjemandem darüber zu reden.


    Aber das ist ein anderes Thema.

    Zitat

    Dann verbinde ich mal Ersteres mit Letzterem.

    Wie ist jetzt die Verbindung zu Letzterem?

    Zitat

    Wie ist jetzt die Verbindung zu Letzterem?

    Du hast eine Möglichkeit, die du damals sahst, genannt und nun eine aktuelle Möglichkeit. Die aktuelle Möglichkeit besteht im Ansprechen des Themas Pläne vs. Schicksal. Da fand ich naheliegend, mal anzusehen, was damals planhaft und was schicksalhaft gewesen sein könnte, also "Vergangenheitsbewältigung" durch die Brille der aktuellen Möglichkeit.


    Ich meine, dass man generell sagen kann: Pläne, die am Schicksal vorbeigehen, funktionieren nicht. ??Ich schätze, das ist die fehlende Aussage, die dir die Profis nicht gegeben haben. Oder nicht geben konnten, denn wer an Pläne glaubt und das Planen verkauft, redet nicht über die Konkurrenz vom Schicksal, leugnet es vielleicht sogar.?? Nur: Die Schwierigkeit mit dem Schicksal ist, dass man es nicht kennt, so dass es kaum möglich ist, Pläne vernünftig mit dem Schicksal abzugleichen.


    Doch die gute Nachricht: Es scheint mir so zu sein, dass das "Mich", von dem wir schon gesprochen haben, das Schicksal sehr wohl kennt, vielleicht sogar große Teile des Schicksals erzeugt (so, wie dein Ich Pläne erzeugt). Und Infos des Mich an das Ich gibt es über Körpergefühle, z.B. dem berühmten Bauchgefühl. Pläne zu machen erfordert also den Verstand-Gefühl-Dialog zwischen Ich und Mich. Das ist zwar noch nicht alles, um einen Plan funktionieren zu lassen, aber mal ein wichtiger Schritt. Schätze bereits diesen Schritt hat es damals nicht gegeben. Oder doch?:

    Zitat

    Es gab durchaus immer mal wieder Ansatzpunkte, wo ich sagen würde, es hätte erfolgreich sein können.

    Dazu kann ich jetzt nichts sagen, es sei denn, du lässt uns wissen, um welche Art Ansatzpunkte es ging, wieso du meinst, sie hätten erfolgreich sein können und was der Knackpunkt war, dass sie es nicht wurden.

    Ich versuche mal, meine Planung in der letzten Zeit dieser Diskussion zu reproduzieren.


    Zunächst einmal hatte ich gefragt, welche Themen Euch beschäftigen. Mein Plan war es, anhand dieser Themen den Faden gedanklich zu sortieren und eine klare Linie reinzubringen.


    Ich habe dann einen zweiten Teil des Eingangsbeitrags gepostet, in dem ich auf die Themen eingehen wollte, die Du, LovHus, auf meine Frage hin gepostet hattest.


    Leider ist mir beim Schreiben dieses Beitrags die Puste ausgegangen, und ich bin nicht bei den Themen angekommen.


    Ich habe dann das Thema Pläne vs. Schicksal rausgegriffen, weil ich dachte, es könnte als Fortsetzung der Ich-Mich-Dialoge ganz vielversprechend sein. (Ich hatte das Wort Schicksal dabei im Grunde genommen als ein anderes Wort für "Mich" verstanden. Denn das, was Du Mich nennst, ist nicht unbedingt etwas, das ausschließlich in mir drin ist. Aber ich denke inzwischen, Schicksal ist doch noch wieder etwas anderes als das, was Du mit Mich meinst.)


    Der nächste Plan könnte darin bestehen, mit der Methode des virtuellen Brötchenbackens einen dritten Teil des Eingangsbeitrags zu schreiben, in dem ich auf die Themen eingehe, die in der Diskussion aufgekommen sind.

    @ LovHus

    Zitat

    Infos des Mich an das Ich gibt es über Körpergefühle, z.B. dem berühmten Bauchgefühl. Pläne zu machen erfordert also den Verstand-Gefühl-Dialog zwischen Ich und Mich. Das ist zwar noch nicht alles, um einen Plan funktionieren zu lassen, aber mal ein wichtiger Schritt. Schätze bereits diesen Schritt hat es damals nicht gegeben. Oder doch?

    Nein.

    mond+sterne

    Zitat

    Aber ich denke inzwischen, Schicksal ist doch noch wieder etwas anderes als das, was Du mit Mich meinst.

    Ich habe die Begriffe so verwendet, dass Schicksal das ist, was das "Mich" macht, analog dazu, dass ein Plan das ist, was das "Ich" macht. Der große Unterschied ist, dass sich Schicksale meist erfüllen, während Pläne oft unwirksam bleiben. Ein anderer Unterschied ist, dass ein Plan gewollt wird, während Schicksale Elemente enthalten, die regelrecht Angst machen.


    Das Innen-Außen-Thema ist zwar auch wichtig, aber vielleicht doch eher abgehoben philosophisch. Ich kann das ausführen, aber nur, wenn es dich interessiert.


    Ich bin gespannt auf deinen dritten Teil, wenn du wieder die Puste dazu hast :-D . Ich werde auf jeden Fall den Ich-Mich-Dialog im Hinterkopf behalten. Er ist ja nicht nur ein Diskussionsthema, sondern etwas, das man bei verschiedenen Themen anwenden kann. Und wenn dir das vielversprechend erscheint, kann ich, wenn mir Entsprechendes auffällt, einen Dialog daraus entstehen lassen.

    Zitat

    Nein.

    Wie ich vermutet hatte :°_ . Ich denke, deine Helfer haben schlicht nicht über das für dich notwendige Coachingwissen verfügt.

    Das war Pech, es ist ja relativ neues Wissen, jedenfalls für die Psychologie. "Pech" heißt, es kam ganz von außen. Du hast getan, was dir möglich war, aber es hat nicht gereicht. Schicksal wäre es gewesen, wenn dein "Mich" sich hilflose Helfer ausgesucht hätte, um Veränderungen von dir wegzuhalten. Dann wäre der Therapieversuch und sein Scheitern eine Inszenierung des "Mich" gewesen: Die Inszenierung spielt sich draußen auf der Bühne der Welt ab, der Regisseur ist innen. - Ok, jetzt hat mein Mich doch etwas zu innen-außen geschrieben ;-D .