Ich habe alles gesagt, was ich zu sagen habe. Ich habe alles getan, was ich zu tun hatte. Ich könnte jetzt also dem Schicksal seinen Lauf lassen. Was spricht dafür? Was spricht dagegen?




    Indem ich diesen Beitrag poste, habe ich mich dagegen entschieden. Nein, ich lasse dem Schicksal nicht seinen Lauf, ich bemühe mich darum, mich dagegen aufzubäumen.


    Macht das Sinn?

    @ LovHus

    Ich gehe eventuell später noch näher auf Deinen Beitrag ein.

    Ja, sein Schicksal gestalten, das finde ich einen ganz guten Ansatz.


    Also, nicht nur ich gestalte mein Schicksal, sondern auch andere. Denn durch Deinen Beitrag hast Du schicksalartig meinen Gedankengang beeinflusst.

    @ LovHus

    Wenn ich es mir überlege, kann ich Deinen letzten Beitrag auch als abschließend betrachten.


    Ok, das Thema Ich-Mich-Dialoge ist von mir aus erstmal abgeschlossen. Man kann es ja jederzeit wieder ausgraben.

    Geht es dann jetzt darum, wie Schicksal gestaltet werden kann?


    Ich frage, weil es einerseits so klingt, als wäre das jetzt ein gutes Thema, andererseits kann jeder Beitrag, der sich mit dieser Frage beschäftigt leicht als "Ratschlag" aufgefasst werden ;-) .

    Zitat

    Geht es dann jetzt darum, wie Schicksal gestaltet werden kann?

    Ja, das wäre eine Möglichkeit. Wie kann man sein Schicksal gestalten? Was bedeutet das?




    Das Problem mit den Ratschlägen sehe ich auch (wenn Du es denn als ein Problem betrachtest ;-)).


    Ich muss zugeben, ich an Deiner Stelle wäre auch ratlos, und wüsste nicht, wie ich sinnvoll mit dieser Situation umgehen könnte.


    Deshalb verstehe ich Dein Problem, und meine auch, es ganz gut nachvollziehen zu können. Aber einen klugen Rat, wie Du es lösen könntest, habe ich nicht.


    :-)

    Ja, ich kann versuchen, mein Schicksal zu gestalten. Ich tue es zum Beispiel jetzt, indem ich hier einen Beitrag poste.


    Ihr könnt dann damit machen, was ihr wollt. Das ist mein Schicksal.


    Aber nicht nur das, was ihr macht, ist mein Schicksal. Auch alles andere, was so rund um mich herum auf dieser Welt passiert, ist mein Schicksal.


    Aber nicht nur das, auch alles, was in der Vergangenheit passiert ist, ist mein Schicksal.


    Man könnte meinen vor dem Hintergrund dieser Welt und der Vergangenheit, könnte ich frei entscheiden, was ich will.


    Aber auch das ist nicht der Fall. Ich entscheide jeweils vor dem Hintergrund meiner persönlichen psychischen Verfassung. Manchmal geht es mir besser, manchmal geht es mir schlechter. Wenn es mir besser geht, habe ich Glück gehabt, wenn es mir schlechter geht habe ich Pech gehabt.


    Aber ganz egal, ob ich Glück gehabt habe, oder ob ich Pech gehabt habe, ich kann mir immer überlegen, was ich draus mache.


    Darin sehe ich meinen Gestaltungsspielraum.

    mond+sterne

    Zitat

    Aber nicht nur das, was ihr macht, ist mein Schicksal. Auch alles andere, was so rund um mich herum auf dieser Welt passiert, ist mein Schicksal.


    Aber nicht nur das, auch alles, was in der Vergangenheit passiert ist, ist mein Schicksal.

    Das, was da "draußen" passiert(e), wird dadurch zu einem Teil deines Schicksals, dass du dich damit in Beziehung setzt. Das meint das Wort "Bedeutung": Was es für dich bedeutet ist dein Schicksal.


    Die Frage nach der Gestaltbarkeit von Schicksal wird damit zu einer Frage der Wählbarkeit von Bedeutungen. Bedeutung entsteht vor dem Hintergrund deiner bisherigen Lebenserfahrungen, ist also nicht Ich- sondern Mich-gemacht.


    Ich denke, der wirksamste (vielleicht einzige) Weg, Schicksal zu gestalten, ist, Erfahrungen zu machen - und auch an sich ranzulassen. Insofern gestaltest du dein Schicksal, indem du hier schreibst und vor allem liest, was andere schreiben. Wobei nur der Teil relevant ist, zu dem du dich auch in Beziehung setzt, egal, ob es dich ärgert oder freut. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass Erfahrungen so verarbeitet werden, dass sie das bereits bestehende Schicksal bestätigen. Das Mich gibt nicht so einfach einmal gemachte und über viele Jahre bestätigte Bedeutungen auf.


    Da ist der Bezug zur Vergangenheit nicht schlecht. Oft schlummern in den Kellern des Mich Erfahrungen, die bereits gemacht, aber nicht gut integriert sind. Die lassen sich wecken und "aufräumen". Das Mich wächst daran und wird klarer, das wird sich auch im Schicksal niederschlagen.

    Ihr seid mein Schicksal, weil ihr schreiben könnt, was ihr wollt.


    Ich kann mein Schicksal jedoch gestalten, denn es hängt auch von mir ab, was ihr schreibt.


    Nur stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, wenn ich versuche, mein Schicksal zu gestalten, indem ich versuche Einfluss darauf zu nehmen, was ihr schreibt.

    @ Lewian

    Zitat

    Ich glaube nicht, dass es ein Schicksal gibt, das anders ist, als das was passiert. Wenn du dich auflehnst, ist das Teil des Schicksals. Woraus folgt, dass du dein Schicksal gestalten kannst.

    Ich habe einen etwas anderen Schicksalsbegriff. Schicksal ist alles, was jenseits meiner Möglichkeiten liegt.


    Ich unterscheide also zwischen den Dingen, die ich machen kann, und den Dingen, die mein Schicksal sind.


    Mein Schicksal zu gestalten, betrachte ich als eins der vielen Dinge, die ich machen kann. Die nächste Frage wäre für mich, was ich noch machen kann, wenn ich mich gerade nicht damit beschäftige, mein Schicksal zu gestalten.

    mond+sterne

    Zitat

    Die nächste Frage wäre für mich, was ich noch machen kann, wenn ich mich gerade nicht damit beschäftige, mein Schicksal zu gestalten.

    Das bringt mich auf eine der seltsamen Paradoxien des Lebens: Du kannst alles mögliche tun und es wird dein Schicksal beeinflussen. Und du kannst versuchen, dein Schicksal zu gestalten, aber das wird es nur besiegeln.


    Paradoxien zu verstehen ist ein guter Anfang, dich zu verstehen.