mond+sterne

    Sich per Ohrfeige Respekt zu verschaffen ist für mich die Karikatur eines Vaters, dessen Kinder ihm über den Kopf gewachsen sind.


    Ich schätze aber, dass die Verzweiflung, Ohnmachts- und Alternativlosigkeitsgefühle echt sind. - Das ist meine Art, respektvoll mit dieser Karikatur umzugehen. Andere würden ausflippen und rufen: "So jemand hat keinen Respekt verdient." So unterschiedlich sind Menschen.

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    Hast Du eine Idee, wie ich mir ihr gegenüber Respekt verschaffen könnte?

    Ganz generell kannst du niemanden in eine Haltung dir gegenüber zwingen/nötigen/manipulieren, die du dir wünschst. Weder Liebe noch Respekt oder auch nur Achtung vor dem Fluss deiner Gedanken. Meine einzige Idee ist, dieses gar nicht erst zu versuchen. Diese Idee ist nicht so negativ, wie sie klingt. Wenn du darauf achtest, dass es dir gut geht in dem, was du äußerst, werden sich mehr Menschen um dich gesellen, die dir gut tun. Das lässt sich als Rat lesen, ist aber nur eine Kausalbeziehung.

    Zitat

    Ich persönlich bin übrigens der Meinung, jeder hat Respekt verdient

    Das halte ich für einen ausgezeichneten Ausgangspunkt. Obwohl du keinen Einfluss darauf hast, ob andere Respekt zeigen, kannst du dennoch dieser Meinung entsprechend jedem und jeder jederzeit Respekt entgegenbringen. Da kann dann einiges passieren. Z.B. könnte dir auffallen, wenn dir Respekt entgegengebracht wird. Oder du merkst, dass es dir leichter fällt, Respektlosigkeiten zu übersehen und nicht selber respektlos zu werden (was sich sicher nicht gut anfühlt). Oder du erkennst Grenzen in deiner Meinung, also wo der Respekt aufhört. Im Moment sieht es so aus, als läge diese Grenze ziemlich eng, nämlich bereits dort, wo jemand es dir gegenüber an dem erwünschten Respekt fehlen lässt. Vielleicht merkst du, dass es respektvolle und weniger respektvolle Varianten gibt, sich Respekt zu verschaffen. Allerdings setzt all dies ein umfangreiches Sozialleben voraus, um all die vielen Erfahrungen zu machen, die die Unterschiede erkennen lassen.

    Schade, ich hatte gute Absichten mit dem was ich schrieb. Aber ich respektiere, dass das bei dir völlig anders angekommen ist. Den Respekt mir gegenüber hast du, den hat grundsätzlich jeder Mensch bei mir. Da braucht es schon eine ganze Menge, diesen gänzlich zu verspielen. Offenbar diskutieren, bzw. kommunizieren wir aber auf so unterschiedlichen Ebenen, dass ich keine Chance hätte zu dir durch zu dringen und umgekehrt. Ich wünsche dir allles Gute!

    @ PradaTeufel

    Ja, das stimmt, wir kommunizieren auf unterschiedlichen Ebenen. Deshalb fühle ich mich von Dir degradiert, auch wenn es nicht in Deiner Absicht liegt.


    Ich wünsche auch Dir alles Gute, und auch wenn Du mir nicht helfen konntest, habe ich zumindest etwas für mich aus unserem Austausch gezogen, weil ich den von mir ausgemachten Graben zwischen den Geschlechtern etwas besser verstehe.


    *:)

    Zitat

    Sich per Ohrfeige Respekt zu verschaffen ist für mich die Karikatur eines Vaters, dessen Kinder ihm über den Kopf gewachsen sind.

    Ja, ok ihr habt Recht, wenn man sich als Mann in unseren modernen Zeiten Respekt verschaffen will, macht man sich nur lächerlich.


    In den 50er Jahren haben sich Männer lächerlich gemacht, wenn sie einen Kinderwagen geschoben haben. Das ist heute nicht mehr so. Warum sollte der Mann von morgen nicht auch die Möglichkeit haben, sich Respekt zu verschaffen, ohne sich lächerlich zu machen?


    Aber ok, wir leben heute. Was nun?

    Zitat

    In den 50er Jahren haben sich Männer lächerlich gemacht, wenn sie einen Kinderwagen geschoben haben.

    Dazu überlege einmal, wo das geografisch war? Wenn die Kaserne der Amerikaner nicht weit entfernt und die mit Kind, Kegel und Kinderwagen zu sehen waren, da schoben die Männer auch mal den Wagen. Und ich besitze Vorkriegs-Bilder mit Kinderwagen schiebenden Männern.

    Mir geht es mit Dir (aug233) jetzt so ähnlich wie vorher mit PradaTeufel. Wir verstehen uns nicht, weil wir auf unterschiedlich Ebenen kommunizieren.


    Also, ich versuche, mit Dir von Mann zu Mann zu reden. Aber es scheint nicht zu klappen, aus Gründen die mir noch nicht so ganz klar sind.


    Wenn Du willst, können wir versuchen, herauszufinden, warum es nicht klappt. Ich belassse es jetzt erstmal dabei, und schreibe noch etwas zu dem Thema, das mich jetzt aktuell beschäftigt, nämlich das Thema Respekt.


    Also, Männer machen sich lächerlich, wenn sie versuchen, sich Respekt zu verschaffen, zumindest wenn sie es auf die Art machen, die mir gerade so vorschwebte. Ich nenne es mal die weibliche Art.


    Deshalb ist mir das Beispiel mit den Kinderwägen eingefallen: Was früher noch lächerlich war, kann später üblich werden.


    Daraus würde sich für spätere Männergenerationen die Frage ableiten, ob sie sich ein Recht erkämpfen wollen, das Frauen heute schon haben.


    Mir kann diese Frage egal sein, weil ich in der heutigen Männergeneration lebe. Deshalb stellt sich mir die Frage, welche Konsequenzen ich für mich ziehe, wenn ich es so hinnehme, wie es ist.


    Ok? Sind wir jetzt auf einer Kommunikationsebene? Wenn nein, warum nicht?


    Wenn ja, prima, dann können wir vernünftig weiter diskutieren.

    mond+sterne, bleiben wir beim unverfänglichen Kinderwagen. Heute schieben hier, weil Spielplatz gleich gegenüber meinem Garten, sowohl die Väter wie die Großväter den Kinderwagen durch die Gegend. Das hat eine Reihe von guten Gründen: während Baby im Kinderwagen beruhigend an frischer Luft durch die Gegend geschaukelt wird kann Mama zu Hause all das tun, was mit Baby im Hintergrund fast unmöglich ist, nämlich den ganz banalen Alltag effektiver abwickeln. Früher gab es die Familiensonntagsspaziergänge, also auch mit Kinderwagen. Ab dem zweiten Kind muss sich einer um den Wagen und einer um das Kind kümmern. Soll das Kind ausschließlich an Vaters Hand hängen, damit Frau den Wagen schieben kann. In einer Gesellschaftsumgebung, die dies "fordert" und eine andere Konstellation nicht zulässt, in der möchte ich nicht leben.


    Auf dem oben erwähnten Spielplatz wird getobt. Wenn es zu arg wird, dann meldet sich ein Nachbar, Schwimmlehrer, Rettungsschwimmer und... ganz lautstark zu Wort und in der Regel hört die Gesellschaft auf ihn. Er macht den Job seit 30 Jahren. Ich bin seit mehr als 30 Jahren aus der Übung, also lasse ich es sein. Wenn es um Menschenleben geht, dann habe ich den gleichen Befehlston drauf wie vor 50 Jahren, da braucht es kein Mikrofon. Ob das Ergebnis als "Respekt" vor meiner Person genannt werden kann, das glaube ich nicht.

    @ aug233

    Mein letzter Beitrag war vielleicht etwas missverständlich, weil nein in diesem Zusammenhang ja bedeutete.


    Ich schreibe deshalb nochmal etwas ausführlicher: Ja, ich glaub auch, wenn Deine Anordnungen im Befehlston befolgt werden, ist es nochmal etwas anderes als Respekt.


    Mit Respekt meine ich in diesem Zusammenhang, einfach nur in Ruhe gelassen zu werden.

    Ich glaube, dass Respekt etwas ist, was man selber geben muss, damit es entsprechend vom anderen zurückkommen kann. Und als erstes muss man sich selbst respektieren. Das merkt dann auch die Person gegenüber und kann bzw wird darauf reagieren.


    Jemanden zu respektieren, der andere oder auch nur sich selbst nicht respektiert, dürfte sehr schwer fallen, wenn man sich nicht gerade dazu zwingen will.

    mond+sterne

    Zitat

    Mit Respekt meine ich in diesem Zusammenhang, einfach nur in Ruhe gelassen zu werden.

    Wie unterscheidest du dann zwischen Respekt und achselzuckender Gleichgültigkeit?


    Bevor ich hierzu weiteres schreibe, möchte ich nachfragen, welche verschiedenen Ebenen du meinst. Ich stehe da gerade auf dem Schlauch. Kannst du sie benennen?

    Na gut. Was charakterisiert dann eine gemeinsame Ebene? Woran würdest du merken, dass zwei, die sich schreiben auf einer gemeinsamen Ebene sind? Oder ist das ein Synonym für "wir verstehen uns"? Oder "wir gehen von gleichen Voraussetzungen aus"?


    Der eine fühlt sich ignoriert, du respektiert, wenn man einfach nur in Ruhe gelassen wird. Das sind natürlich sehr unterschiedliche Erlebnisvoraussetzungen, mit denen man nicht gut zusammen kommt.