Kindheitstrauma? Oder bilde ich mir diese Probleme nur ein?

    Hallo Community,


    ich schreibe zum ersten mal in so einem Forum bzw. rede zum ersten mal über dieses Problem.


    Ich bin 21 Jahre alt, habe seit 6 Jahren eine Freundin, mache eine Ausbildung mit fristloser übernahmegarantie und fahre sehr gerne Motorrad. Im Großen und Ganzen sollte ich eigentlich ein ganz zufriedenes Leben haben aber dem ist irgendwie nicht so.


    Was meinem Leben fehlt sind eigentlich Freunde. Ich hatte auch welche mit denen ich Jahrelang sehr gut befreundet war aber diese Leute sind Cannabis abhängig geworden, wie ich damals auch und dadurch hab ich mich oft mit ihnen über Geld und um Cannabis an sich gestritten.


    Ich wurde eigentlich nur ausgenutzt von meinem ex besten Freund (5 Jahre befreundet) weil ich die Bank war und der einzige war der an günstiges und gutes Gras gekommen ist.


    Dieses Cannabis hab ich aus "Freundlichkeit" (da gibt es NICHTS!!freundliches daran drogen zu teilen) mit ihnen geteilt und eigentlich war die Zeit an sich ganz schön. So hab ich es nunmal empfunden.


    Da wir uns immer öfters um Geld usw. gestritten haben haben wir den Kontakt zueinander abgebrochen und ich hab mit dem Cannabis aufgehört 10 Monate sinds jetzt schon. Dieser "Freund" kifft immernoch wie der Weltmeister, sodass ich garnicht erst versuche mich mit ihm zu vertragen. (Ich werde sonst bestimmt wieder anfangen und auch die Vergangenheit kann man nicht löschen)


    Auch habe ich versucht mit ihm über ein Entzug zu reden hatte aber alles keinen Sinn.


    Jetzt hab ich keinen besten(guten) Freund mehr und treffe mich ab und zu mit den anderen Kifferfreunden, die eigentlich auch nur Smoken. Das macht mir aber keinen Spaß mit denen zu "chillen". Wer schonmal nüchtern mit Kiffern war weiß wie öde das sein kann!


    Ich habe 2 Jahre täglich gekifft. 1-2g mit 2-4 Personen. Nicht so exzessiv wie ich in anderen Foren gelesen habe.


    Kommen wir jetzt nun zu meinem Problem.


    Ich bin eine von Natur aus depressive Person. Mit 14 Jahren habe ich schon starke Depressionen gehabt und mich sogar damals geritzt (ich schäme mich extrem dafür). Meistens lag es einfach daran, dass ich keine Freunde hatte und Liebeskummer (jetzt bin ich seit 6 Jahren mit dieser Person zusammen @:) )


    Ich frag mich immer was stimmt nicht mit mir. Wieso rede ich nicht soviel. Wieso bin ich nicht so witzig wie andere. Wieso habe ich nicht soviel humor. Wieso mache ich mir überhaupt gedanken darüber?


    Selbstzweifel steht an der Tagesordnung. Wenn ich mit jemanden ein Gespräch führe habe ich immer im hinterkopf:


    "Ist mein Thema langweilig" "Laber ich schwachsinn" "Will die Person mir überhaupt zuhören" "Sehe ich überhaupt Interessiert aus" usw.


    Dadurch komm ich manchmal völlig durcheinander oder höre der Person nicht zu (ausversehen).


    Manchmal hocke ich zu Hause und frage mich wieso ich mir diesen Stress gebe. Wieso ich mir gedanken über sowas mache aber es überkommt mich einfach und dann bin kurz vorm durchdrehen. Mir schwirren sehr viele Gedanken im Kopf rum und ich bin oft sehr durcheinander.


    Woran liegt das? Ich habe mir das eigene Thesen mal aufgestellt.


    1. Es kann an traumatisches Ereignissen in meiner Kindheit liegen (ich erinnere mich sogut wie an GARNICHTS)


    2. Falls ich mich an was erinnere ist es meistens daran wie ich von meinen Eltern geschlagen werde. Diese Erinnerungen sind sehr bildlich. Ich sehe noch genau vor meinen Augen, wie ich in der Ecke kauer, hinter meiner Oma und meine Mutter versucht auf mich einzuschlagen.


    Oder wie ich wegen eines Verlorernen Schlüssel von meiner Mutter getreten werde.


    3. Meine Mutter hat mich damals sehr oft geschlagen, wenn ich z.B. Schuldaufgaben nicht verstanden habe.


    4. Laut meiner Mutter wurde ich auch als Baby oft Krank und habe geweint und mein Dad hat mich dann auch immer geschlagen.


    Mit 15 habe ich das ganze auch an meinem kleinen Bruder beobachtet. Er hat auch viel gelitten und oft habe ich um ihn geweint und mir gewünscht, dass es ihn nicht so sehr weh tut wie mir.


    Als Kind war ich oft auch das Opfer. Man hat mich herumgeschubst und meist war ich den anderen untergeordnet. Das hat sich aber im Laufe der Zeit verändert. Ich bin z.B.nicht schüchtern wie ich es früher war. Selbstvertrauen habe ich auch zumind. was manche sachen angeht.


    Kann es sein das ich normal bin und mir das ganz nur einrede?


    Meine "Lebenensmotto" seit einigen Jahren ist: Der Tod ist das bessere Leben.


    Aber selbstmord würde ich aufgrund meines Glaubens (Islam) nicht begehen. Religion ist auch der Grund wieso ich nie aufgegeben habe. Ich glaube an einen barmherzigen Gott und hoffe, dass alle Menschen im Paradies landen und es kein Leid und Trauer mehr auf der Welt gibt.


    Ich möchte aber gesagt haben, dass ich nicht sauer auf meine Eltern bin. Wieso sie mich so viel geschlagen haben weiß ich. Meine Mutter war verzweifelt, weil mein Vater Spielsüchtig war und sein ganzen Geld damals verzockt hatte. Sie war sehr unzufrieden und hat wahrsch. ungewollt ihren Frust an mir rausgelassen.


    Ich weiß auch, dass sie es nicht getan hätte, würde sie wissen, dass es solche Folgen haben kann. (Hatte das überhaupt Folgen? Rede ich mir das ganze nur ein? Ich weis es nicht.)


    Irgendwas stimmt nicht mit mir, soviel kann ich sagen. Ich hoffe hier kann mir irgendjemand irgendwie helfen. Falls nicht ist es trotzdem erleichternd für mich, das mal aus der Seele geredet zu haben.


    Man sagt ja ohne das Schlechte gäbe es nicht das Gute. So sehe ich auch meine Lage. Diese Depressionen sind zwar Scheisse aber dadurch kann ich die schönen Momente in meinem Leben mehr genießen. (sie fühlen sich schöner an)


    Sorry dass das so ein langer Text ist und vielen Dank an die, die es sich ganz durchlesen. x:)

  • 60 Antworten

    Ein richtiges Trauma in dem Sinne hast du vermutlich nicht. Ich denke, dass dich deine Kindheit einfach sehr geprägt hat und die Folgen davon sind u. A. eine instabile Lebenssituation und deine Schüchternheit/zu wenig Selbstbewusstsein.


    Du bezeichnest dich selbst als depressiv - woran machst du das fest?

    Also für mich klingt das schon so, als würde deine Kindheit und was du da erlebt hast, dich sehr belasten.


    Du musst große Ängste ausgestanden haben. Von den Eltern geschlagen und getreten werden, das ist schon sehr schlimm. Dann die Ängste um deinen Bruder.


    An deiner Stelle würde ich zu einer Beratungsstelle gehen oder zu einem Therapeuten, also wohin, wo du dir das alles mal so richtig von der Seele reden kannst. Ich bin da recht zuversichtlich, dass es dir danach besser gehen wird und du das Leben mehr genießen wirst können!


    (Hi Swanlake *:).)

    Wegen solcher "Lappalien" so oft geschlagen worden zu sein von den eigenen Eltern, finde ich persönlich schon traumatisch für so ein Kind, das nun einmal abhängig ist von seinen Eltern und derem Wohlwollen. Es würde mich persönlich nicht wundern, wenn das und dein Gesamtumfeld in deiner Familie (z.B. spielsüchtiger Vater, finanzielle Sorgen und Eheprobleme zw. deinen Eltern) sich nachhaltig und negativ auf dich ausgewirkt haben.


    Denke als "Berechtigung" für eine Therapie reicht das auf jeden Fall. Wenn es das ist, worum es dir geht bei deiner Frage.

    Du bist normal.


    NICHT normal war das Verhalten deiner Eltern.


    Nein, ganz bestimmt bildest du dir das nicht ein. Auch wenn es sein kann, daß deine Eltern das jetzt behaupten. Wenn du das Gefühl hast, daß deine Vergangenheit dir irgendwie unwirklich vorkommt, dann kann das daran liegen,


    - daß du dir sehr stark wünschst, es wäre nicht so gewesen (verständlich, man will ja liebe und gute Eltern haben!)


    - daß du schon damals als Kind, wenn du mißhandelt wurdest, ein Stück weit "weggetreten" bist. Das ist eine normale Schutz-Reaktion: Es ist zu schlimm, um es auszuhalten, aber man kann ja nicht weg. Also ist wenigstens die Wahrnehmung so "weit weg" wie möglich.


    Kein Wunder, daß diese Erlebnisse dein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl angegriffen haben. :°(


    Eine Psychotherapie könnte dir helfen, mit

    Du bist normal.


    NICHT normal war das Verhalten deiner Eltern.


    Nein, ganz bestimmt bildest du dir das nicht ein. Auch wenn es sein kann, daß deine Eltern das jetzt behaupten. Wenn du das Gefühl hast, daß deine Vergangenheit dir irgendwie unwirklich vorkommt, dann kann das daran liegen,


    - daß du dir sehr stark wünschst, es wäre nicht so gewesen (verständlich, man will ja liebe und gute Eltern haben!)


    - daß du schon damals als Kind, wenn du mißhandelt wurdest, ein Stück weit "weggetreten" bist. Das ist eine normale Schutz-Reaktion: Es ist zu schlimm, um es auszuhalten, aber man kann ja nicht weg. Also ist wenigstens die Wahrnehmung so "weit weg" wie möglich.


    Kein Wunder, daß diese Erlebnisse dein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl angegriffen haben. :°(


    Eine Psychotherapie könnte dir helfen, mit

    Übrigens:


    Daß du so ein geregeltes und normales Leben führst, bedeutet, daß du ganz schön stark bist! Du bist trotz allem nicht völlig kaputtgegangen.


    Ist dein Bruder noch bei deinen Eltern? Kannst du ihm helfen?

    Und ich kann nirgendwo in meinen Beiträgen "posttraumatische Belastungsstörung" oder "dissoziative Störung" lesen. Keine Ahnung, wie du darauf kommst. Der TE hat jedoch mehrmals seine Zweifel an seinen Erinnerungen angesprochen und ich wollte erklären, wie es dazu kommen kann, da ihn diese Zweifel verwirren und er sich deshalb unnormal vorkommt. Sie sind aber eine von mehreren möglichen normalen Reaktionen. Es gibt keinen Grund anzunehmen, daß er sich diese Erinnerungen einbildet.

    Zitat

    Und ich kann nirgendwo in meinen Beiträgen "posttraumatische Belastungsstörung" oder "dissoziative Störung" lesen.

    Ich auch nicht. ... Dass mit dem "weggetreten sein" bzw. der unwirklichen Erinnerung bedeutet ja nicht gleich, dass man eine dissoziative Störung hätte oder eine PTBS, behaupte ich als Laie. Soweit ich weiß tritt das unter bestimmten Umständen (auch) bei normalen/gesunden Menschen auf. ... Wie du eben erklärt hast, devilindisguise.

    @ swanlake:

    Wie bist Du eigentlich ausgerechnet in Bereich Psychologie hier "hereingeraten"?


    An Deiner/Dein Empathie und Einfühlungsvermögen für andere kann es ja nicht liegen..denn dazu fehlen Dir ja offenbar schon die einfachsten Grundlagen....Viekmehr wird es vermutlich daran liegen, dass Du andere als Projektionsscheiben benutzt.


    Würde Dir empfehlen Dich in Bereichen zu engagieren, wovon Du wirklich Ahnung hast.

    @ divilindisguise:

    :)^ :)=

    Es sind die Vorgänge, an die die TE eine zumindest teilweise bewusste Erinnerung hat...also rein vom Geschehen her, aber die Gefühle dazu fehlen.


    Ausserdem vermute ich "bei den Eltern", das sich da noch ganz andere Dinge zugrtragen haben, an die die TE garkeine Erinnerungen hat.

    Dein Beitrag bestätigt meine Annahme. Du hast weder stichhaltige "Beweise" - noch kannst du vernünftig argumentieren.


    Du solltest lieber vor deiner eigenen Haustüre kehren, bevor du dir anmaßt anderen Menschen Kompetenzen abzusprechen, die du selbst nicht zu haben scheinst.

    Hallo,


    erstmal danke für die ganzen Antworten und das ihr euch das überhaupt durchgelesen habt. :)_


    Wie gesagt erinnere ich mich überhaupt nicht an meine Kindheit bzw an die Etappe meines Lebens wo ich oft verprügelt wurde. Einfach an garnichts. Es hat so in der 6. Klasse auf dem Gymnasium aufgehört mit der Schläge und ab diesem Zeitpunkt an kann ich mich eigentlich an viele Details erinnern.


    Am besten jedoch kann ich mich an Gewaltsituationen erinnern, egal ob von Eltern oder durch kleine Schlägereien mit Kindern/Jugendlichen in meinem alter.


    Ich bin ehrlich gesagt auch eine schüchterne Person. Mit Leuten aus meinem Alter komm ich sehr gut klar oder jüngeren aber vor älteren Leuten hab ich immer großen Respekt. Ich verstelle mich dann meist ohne es zu wollen um nicht schlecht darzustehen.


    Außerdem diskutiere bzw rede ich sehr gerne mit anderen Vätern und versuche was von ihnen zu lernen. Ein Vorbild für mich ist z.B. der Vater meiner Freundin.


    Wir wohnen beide noch bei unseren Eltern und unser Familienklima ist eigentlich ganz ok. Mit meiner Mutter komme ich gut klar, kann ihr alles erzählen aber die Beziehung zu meinem Dad ist etwas verklemmt. Wir haben nie wirklich über private Sachen geredet. Er ist mir eigentlich ziemlich Fremd. Er kennt mich nicht wirklich ich ihn nicht. Hat mich bisher aber auch garnicht gestört.