Können Depressionen von selbst heilen

    Hallo,


    ich vermute bei einem sehr nahem Angehörigen eine Depression. Es gestaltet sich als sehr schwierig, mir dieser Persón darüber zu sprechen, da sie sich sehr schnell angegriffen und beleidigt fühlt, wenn ich versuche, das Gespräch in d iese Richtung zu lenken.


    Es besteht also keinerlei Krankheitsseinsicht, keinerlei Motivation sich Hilfe zu holen (Arzt, Thetapheut usw) und dementsprechend keinerlei Maßnahmen, an dem Zustand was zu ändern.

    Angenommen, meine Vermutung wäre richtig,und die Person würde unter einer akuten Depressionsepisode leiden, kann auch ohne Behandlung eine Heilung statt finden?


    Oder ist das eher unwahrscheinlich, bzw dann von einem sehr langem Zeitraun auszugehn?

  • 9 Antworten

    Eine Heilung ist grundsätzlich möglich auch ohne Behandlung.

    Das hängt nach meiner Ansicht davon ab, ob der Betroffene ein Mensch ist, der sein Leben auch wieder anpacken kann.


    Wenn ihm Handlungsstrategien und -möglichkeiten fehlen, kann die Depression auch chronisch werden.

    Danke für Deine Antwort. Der Zustand hält schon seit ein paar Monaten an, ich weiß nicht genau, ob man da schon von chronisch sprechen kann.


    Aber es ist schonmal gut zu wissen, daß es möglich ist.

    Machen sich die Probleme im gesamten Lebensbereich bemerkbar oder hat der Betroffene noch Dinge, die er gerne macht?

    Geht er zur Arbeit, macht er Spaziergänge oder unternimmt er andere Dinge, trifft er Freunde?

    Wenn eine Depression fortschreitet, merkt man das in der Regel daran, dass das Denken immer negativer wird, dass die Menschen antriebslos und lustlos werden, sich immer mehr zurückziehen usw.

    Er geht noch zur Arbeit, ich kann aber nicht beurteilen, wie es momentan konkret dort läuft, zufrieden dort war er nie.


    Ich würde sagen er zieht sich eher zurück. Er hat auch mit verschiedenen Personen gebrochen. Er versucht, bestimmte Aktivitäten aufrecht zu halten, hat aber an nichts mehr Spaß.


    Ich mach mir momentan einfach nur Sorgemm daß es ein Dauerzustand bleibt ohne konkrete Hilfe.

    man sollte depressionen nicht auf die leichte schulter nehmen.


    ich habe es lange Zeit ignoriert bis ich mich im Strudel aus Schlaflosigkeit, grübeln und impotenz :°( wieder fand.


    leider haben sich diese verstärkt und es kamen selbstmordgedanken hinzu, ich glaube ohne medikamentöse Hilfe hätte ich viel länger aus dem Loch gebraucht.


    der Krankheitsverlauf ist nicht bei jedem gleich, aber ich möchte dir auf dem Weg geben, dass es (unbehandelt) deutlich schlechter werden kann :-/

    Ist es möglich, dass du herausfindest, was ihn belastet?

    Das solltest du möglichst geschickt anfangen und erstmal nicht von Depressionen sprechen und auch nicht davon, dass er Hilfe benötigt.


    Man kann ja mit Angehörigen beiläufig darüber sprechen, wie die Arbeit läuft, wie das private Leben läuft, Hobbies und Freunde usw.

    So kannst du dir ein Bild machen, wo die Probleme für ihn liegen.


    Vielleicht braucht er z. B. einen neuen Job und jemandem, der ihm Mut dabei macht.

    Das kann eine depressive Phase schon auflösen, wenn der Job die Ursache ist.

    Wenn du die Probleme kennst und merkst, er kann nichts daran ändern, dann würde ich schon mal darüber sprechen, dass er sich Hilfe suchen kann.


    Manche mögen auch einfach keine Diagnose (Depression), weil das wie ein Stempel wirkt "ich bin doch nicht verrückt".

    Da kann man dann vorschlagen, dass er sich Hilfe holt, um sein Leben mal zu sortieren.

    Auch dafür ist eine Gesprächstherapie gut.

    Es ist leider nicht möglich, etwas Konkretes herauszufinden, weil diese Person es selbst nicht weiß. Sie weiß nicht, was mir ihr los sei. Man kann also keine lösungsorientierten Gespräche führen.


    Sie wirkt auf mich wie Im Tunnel. Und genau das macht es so derart schwierig. Ich kenne diese Person seit 20 Jahren, und nie hab ich auch nur annähernd Ähnliches erlebt, sondern diese Person war immer recht klar, was sie will und bei Problemen und Konflikten sehr lösungsorientiert und erschien mir psychisch bealstbar und stabil. Man kann sagen, sie hats ich auf einmal 180 Grad geändert.

    carolina18 schrieb:

    Es ist leider nicht möglich, etwas Konkretes herauszufinden, weil diese Person es selbst nicht weiß.

    Das macht es schwierig.

    Wenn dein Angehöriger noch nie mit der Arbeit zufrieden war, kann es natürlich sein, dass jetzt irgendwie das Fass voll ist und er eine Sinnkrise hat.


    Man kann niemanden zwingen, eine Therapie zu machen.

    Nur bei einer akuten Selbstgefährdung könnte man einen Arzt einschalten oder einen Krankenwagen rufen.


    Gibt es einen guten Freund, den du mit ins Boot holen könntest? Jemanden, der mal mit ihm spricht?
    Man müsste deinem Angehörigen klarmachen, dass es keine Schande ist, sich Hilfe zu holen um sein Leben mal neu zu sortieren.