• Komme nicht über Geburt hinweg - Wochenbettdepression?

    Ich habe den Beitrag schon gefühlt 100 mal angegangen aber immer wieder verworfen. Ich versuche mal einen Überblick zu geben. Ich bin immer noch unglaublich enttäuscht wie die Geburt meines Sohnes verlief. Der kleine ist jetzt 10 Wochen alt und ich muss immer noch beim kleinsten Gedanken an die Geburt heulen. Ich bin so unglaublich enttäuscht, dass es…
  • 61 Antworten

    Super, dann war das auf jeden Fall die richtige Entscheidung. :)^ Ich hatte das auch gemacht und fand es für mich auch gut.

    Ich hab heute durch Zufall wieder an meinen alten Thread gedacht. Auch wenn er schon ewig her ist, möchte ich erzählen wie es weiter ging.

    Mein Sohn wird im Oktober schon drei und Die Zeit hat tatsächlich viele Wunden geheilt.

    Rückblickend denke ich, dass ich eine Mischung aus ausgeprägterem Baby Blues und Trauma hatte.

    Ich hatte die ersten Monate sehr an der Geburt zu knabbern. Ich habe meinen Sohn zwar immer liebevoll behandelt, aber diese unbeschreibliche Liebe von der immer alle sprechen, kam erst später. Ich kann gar nicht mehr sagen wann es so war. Aber wir haben uns einfach immer besser kennengelernt und die Momente mit schlechten Erinnerungen wurden immer weniger.

    Auch mein akuter Kinderwunsch, mit dem ich mein Trauma verarbeiten wollte, ließ mit der Zeit nach.

    Das hat aber sicher ein halbes Jahr bis Jahr gedauert. Es wurde kontinuierlich besser und mittlerweile empfinde ich genau diese unbeschreibliche Liebe, die ich eigentlich von Anfang an erwartet habe. Am Anfang kam er mir irgendwie fremd vor, ich hatte zwar das Bedürfnis ihn zu beschützen und fand ihn süß, aber MEIN Sohn wurde er erst später.

    Wenn ich ihn heute anschaue, dann empfinde ich einfach nur eine tiefe Liebe und die war am Anfang einfach anders.

    Es gibt immer noch Situationen die mich triggern. Ein bestimmtes Lied, Gerüche, die Fahrstrecke oder das Krankenhaus selbst. Aber ich komme damit klar und es belastet meinen Alltag nicht. In solchen Situationen fließen Tränen, aber dann ist es auch wieder gut und ich kann unseren Alltag genießen.

    Bald steht das Thema zweiter Kinderwunsch an. Ich habe es immer ein wenig hinaus geschoben, weil ich es mittlerweile auch mal genießen konnte, einen Abend mit Freundinnen zu verbringen und diese relativ frisch wieder gewonnene Freiheit nicht schon wieder aufgeben wollte. Trotzdem wollen wir ein zweites Kind und ich mache mir Gedanken zu einer neuen Schwangerschaft. Bin ich nochmal so entspannt wie bei der ersten? Werde ich mehr Ängste haben? Wie wird es mir zum Ende hin gehen? Starte ich einen neuen Versuch für eine natürliche Geburt? Fordere ich damit das Schicksal heraus? Sollte ich nicht lieber einen Kaiserschnitt planen und diesen dann "genießen"? Was mache ich, wenn sich bis zum ET nichts tut? Bestehe ich auf einen Kaiserschnitt, wo doch jeden Tag über Termin das Risiko für Komplikationen steigt?

    Aktuell kann ich die Fragen noch nicht beantworten. Ich will auch nicht den gleichen Fehler nochmal machen und mir alles schön zurecht legen, nur um am Ende wieder die Kontrolle zu verlieren und enttäuscht zu sein.

    Aktuell haben die Fragen noch Zeit und ich bin einfach nur froh, dass die negativen Gefühle in den Hintergrund gerückt sind und ich meinen Sohn so sehr liebe, wie ich es immer gehofft habe.