Naidee


    Irgendwie kann ich das nicht. Denn mir fallen zu diesem Verhalten nur zwei Möglichkeiten ein: Entweder mein Partner ist ein wenig dämlich und nicht fähig einfachste logische Verknüpfungen zu bilden oder er will das nicht. Ich weiß das mein Partner nicht blöd ist, dass lässt aber nur den unerfreulichen Schluß zu das er mich, meine Ansagen und meine Bedürfnisse nicht ernst genug nimmt um seinen Denkapperat dafür wirklich hochzufahren.


    Will heißen: Jedesmal wenn ich ihn wie einen bockigen Teenie immer wieder um dieselben Handreichungen bitten muss verliere ich ein Stückweit den Respekt vor ihm und bekomme das Gefühl das er mich nicht respektiert. Auf die Dauer ist das für eine Beziehung einfach tödlich, jedenfalls für eine die ich führen möchte. :-/ :-/

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    Die Informationsverarbeitung läuft ja auch den ganzen Tag im Kopf weiter. Das Hirn macht keinen Feierabend.

    Die ohne Rast leben, haben es deutlich schwerer, ihre hochgesteckten Ziele zu erreichen. Es ist ein Irrtum, zu glauben, je mehr und länger man arbeitet, umso besser würde das Ergebnis. Das ist ähnlich wie im Sport- wichtig ist die Balance zwischen Anstrengung und Entspannung- dann kommt es zur Entwicklung- bei zuviel Anspannung kommt es oft zu Erschöpfung, fehlerhafter Entwicklung, zu Schäden, bei zuviel Entspannung ist der Trainingseffekt zu gering ...

    das kommt aber auch stark auf das fach an. promotion oder habil unterscheiden sich in ihrem zeitaufwand und ihrem intellektuellen anspruch teilweise sehr deutlich zwischen verschiedenen disziplinen. nehmen wir mal die biologie:


    klar, eine biologische hypothese aufzustellen, die sinnvoll ist, ein zweckmäßiges experimentelles setup zu entwickeln sowie aus den ergebnissen der studie ein gutes paper zu schreiben – das ist geistig sehr anstrengend und belastend.


    aber während der durchführung der studie im labor ist der intellektuelle anspruch deutlich niedriger. um den output zu maximieren kann es deshalb sehr wohl mehr bringen, auch am samstagabend übermüdet im labor zu stehen anstatt entspannter und konzentrierter zu arbeiten, aber eben pro woche 10 laborstunden weniger zu schaffen. nicht umsonst handeln die klischeehaften beschreibungen des doktorandenlebens mit endlosen "lab hours" überproportional häufig von biologen und chemikern.


    ich bin mir selbst nicht sicher, welche art von belastung schwieriger mit kindern untern einen hut zu bringen ist, aber diese unterschiede sollte man bei der diskussion hier im kopf behalten. habil ist nicht gleich habil. genauso wie natürlich auch kinder unterschiedlich pflegeleicht sind.

    Ich bin schon sehr lange mit meinem Partner zusammen und bin mir sicher, dass er der richtige ist und ich mich nicht trennen möchte. Ich möchte auch mit keinem anderen zusammen sein. Und trotzdem gibt es natürlich viele Reibungspunkte. Und ich könnte auch aus der Haut fahren bei manchen Kommentaren. Und wir haben auch oft Streit, eigentlich wegen Kleinigkeiten, nichts Grundlegendes. Und habe gemerkt, dass ich in vielen Situationen wesentlich besser fahre, wenn ich versuche ganz sachlich zu antworten. Z.B. "Ist es denn wirklich so schlimm?" – "Ja. Sehr schlimm."" statt "Sag mal spinnst Du? Denkst Du, ich mach Dir was vor? Bloß weil ich nicht so ein Theater mache wie Du, wenn Du mal Kopfschmerzen hast? Denkst Du, nur Dir geht's manchmal schlecht? Weißt Du, wie das ist, wenn man nachts 5x aufsteht, um sich ums Baby zu kümmern?" Die zweite Antwort liegt mir auf der Zunge und würde Streit bedeuten, die erste kostet mich etwas Überwindung, aber bringt mir Fürsorge und Verständnis. (Zumindest funktioniert das oft ganz gut.)


    Ich denke, man muss wissen, ob man den Partner grundsätzlich will. Und gucken, was man ändern kann und wo es keinen Zweck hat.


    Und trotzdem krachte bei uns immer mal wieder.

    Das einzig wichtige ist doch, dass du deinem Kind in die Augen schaust und Liebe für es empfindest. Wenn das grad nicht der Fall ist, wenn du deinen Partner anschaust, diese Phasen gibts immer mal. Mal hat man gut, mal hat man schlechte Jahre. Es ist so. Mir haben Ratgeberbücher geholfen, meist von Psychologen geschrieben.


    Klar können wir dir hier auch Tipps geben, aber eigentlich musst du dir selbst bewusst werden, was du geändert haben möchtest. Fehlt dir denn z.B. das paarsein? Dann müsst ihr euch darauf erstmal konzentrieren. Dann macht natürlich ein Beziehungsratgeber Sinn. Muss nicht immer ein teurer Therapeut sein, oft hilft auch schon ein Buch.


    Dein Partner sollte allerdings auch bereit zur beziehungsarbeit sein. Er muss ja das Buch nicht mitlesen, aber wichtige Passagen, wie z.b. Die 10 Grundregeln einer funktionierenden Beziehung kann man schon miteinander besprechen. Dabei wird er seine wünsche äußern und du allerdings auch deine. So habt ihr auch gleich wieder andere Gesprächsthemen als das baby...


    Ich würde bei der beziehungsarbeit beginnen. Wenn da alles wieder Paletti ist, hilft er auch bei der Kindererziehung. Vielleicht hat er ja auch das Gefühl, er kann nichts richtig machen? Vielleicht wurde er so erzogen, dass das frauensache ist? Reden hilft!

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    Wenn aber deshalb nichts paletti ist, weil er nicht mithilft und sich ständig entzieht, beißt sich hier die Katze in den Schwanz.

    dann kann daraus die konsequenz ziehen, z.B.


    - trennung


    - gegebenheiten akzeptieren, sprich, keine erwartungen mehr an den Partner haben und alles so handhaben, als wäre man alleinerziehend


    wenn man immer nur weiter meckert, hilft das ja auch keinem...

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    - gegebenheiten akzeptieren, sprich, keine erwartungen mehr an den Partner haben und alles so handhaben, als wäre man alleinerziehend

    Aber das ist für mich keine Lösung, sondern Resignation. Eine Art erlernte Hilflosigkeit. Und ich habe auch nicht den Eindruck, dass upela nur meckert und nicht handelt. Zum einen, weil der Faden erst ein paar Tage existiert und zum anderen, weil zwischenmenschliche Probleme oft einfach viel komplizierter sind und man in der Paartherapie auch gerne mal ein paar Monate aufwenden kann, um sie aufzudröseln. Einfache Lösungen passen nicht immer auf jedes Problem.

    Barceloneta


    Richtig, sowas braucht halt einfach Zeit. Für mich war stets der Knackpunkt ob ich den Eindruck hatte das mein Partner mit mir gemeinsam an unseren Schweirigkeiten arbeiten wollte oder nicht. Nur weil ich das Gefühl habe wir arbeiten beide daran hat das ganze Kredit bekommen.


    Naidee


    Ich antworte sachlich auf die dumme Frage, aber es ändert nichts am gurndsätzlichen Verhalten. Und wenn man irgendwann resiginiert und alle arbeiten selber macht weil das im Verleich zum ständigen AUffordern des Partners Kräfte spart ist es mit weghören einfach nicht mehr getan.


    Wir haben ne Menge Mist durch und daher weiß ich das er es eigentlich kann und auch deswegen bin ich bereit zu arbeiten und zu kämpfen. Das macht aber auch nur Sinn wenn der andere auch ganz grundsätzlich bereit ist zu arbeiten und zu kämpfen, wie bei Pieffke.

    danae87

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    Natürlich ist das menchliche Gehirn nicht statisch, aber man ist auch nicth beliebig neu programmierbar. Aus einem Mac machst du auch mit noch soviel Software gefummel keinen PC.

    Das klingt mir wie: Ich bin halt so und kann mich nicht ändern. Und ja, so wie Du sagst, gibt es Menschen, die sich nicht neu programmieren können/wollen, aber es gibt genauso welche, die sich je nach Notwendigkeit der Situation neu programmieren. Denn genau darum geht es ja auch hier - das herumschieben der Probleme ändert nichts daran, dass sie da sind. Sicher kann das eine und andere Herumgeschibe Erleichterung bringen, aber wenn jemand an seiner Einstellung hier und da auch herumschraubt, dann gibt es auch von der Seite eine Erleichterung.

    Kleio


    Nein, ich wollte damit sagen das man nicht beliebig seine Interessen und Bedürfnisse komplett verändern kann. Ich ahb ja selbst meine Prioritäten verschoben um der momentanen Situation gerecht zu werden, aber jeamnd der Kinder nicht ausstehen kann wird wohl auch mit noch soviel gutem Willen nicht in der Lage sein einen Kinderwunsch zu entwickeln. Jemand der grundsätzlich in der geistigen Herausforderung auflebt wird darauf nicht komplett verzichten können und soweiter. Bei Sensibelman klingte s für mich immer so als sei alles an einem komplett variabel, aber daran glaube ich einfach nicht.

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    Bei Sensibelman klingte s für mich immer so als sei alles an einem komplett variabel, aber daran glaube ich einfach nicht.

    Nein, so war das von mir nicht gemeint. Es gibt schon genetisch bedingte Unterschiede bei Menschen, die Veränderungen unterschiedlich leicht oder unterschiedlich schwer ermöglichen und wo auch die Einflussmöglichkeiten unterschiedlich sind. Genau deswegen kommt darauf an, auf die speziellen Eigenheiten der Menschen mit zu achten und entsprechend der individuellen Situation zu reagieren. Es gibt aber dennoch allgemeine Methoden, die eigentlich überall funktionieren (oft nur eine Frage der Quantität in Abhängigkeit von der Ausprägung bestimmter menschlicher Eigenschaften) und es gibt besondere Methoden, die nur individuell bedingt funktionieren.

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    aber jeamnd der Kinder nicht ausstehen kann wird wohl auch mit noch soviel gutem Willen nicht in der Lage sein einen Kinderwunsch zu entwickeln

    Ich bin davon überzeugt, dass das nur zum kleinen Teil genetisch veranlagt ist- der Großteil an Menschen hat die Abneigung gegen Kinder erst durch gesellschaftliche/soziale Einflüsse "erlernt" (da spielt aber eben nicht nur die Erziehung der Eltern eine Rolle sondern auch das gesellschaftliche Umfeld). Auch das Streben nach Karriere ist weitgehend "angelernt" und nur geringfügig genetisch bedingt (Ausprägung des Willens).


    Für Kinder ist es auch nicht wichtig, dass sie von allen Menschen geliebt werden- eigentlich reicht eine liebenswerte Bezugsperson schon aus- auch wenn es von großem Vorteil ist, wenn Vater oder Mutter diese liebenden Personen sind, so ist das nicht zwingend notwendig. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Pflichten zur Kinderversorgung erfüllt werden und das für das Kind Zugang oder Bezug zu einer Person existiert, die das Kind wirklich liebt. Immerhin sollte man bedenken, das bis vor ca. 50 Jahren ein wesentlich größerer Teil der Kinder keine Wunschkinder waren und auch nicht immer von den Eltern geliebt wurden. Schlimm waren die Kinder wirklich erst dann dran, wenn sie sonst auch keine andere Person hatten, von der sie Liebe erfuhren ...


    Ich selbst hatte als Kind öfter den Eindruck, von meinen Eltern nicht richtig geliebt zu werden (ich war durch ein gerissenes Kondom "entstanden", Abtreibung ging damals nicht)- aber meine Mutter hatte sich dennoch pflichtbewusst um mich gekümmert.


    Ich glaube, durch die fehlende Liebe bestand ein etwas gespannteres Verhältnis zwischen mir und meinen Eltern- ich habe das aber nicht als besonders schlimm empfunden, weil ich Ausgleich woanders fand.


    Personen, die mich mochten, lernte ich ja kennen (auch Geschwisterkinder können da einiges abfedern). Dummerweise hatte ich meine Großeltern auch kaum kennenlernen können.


    Ich glaube selbst wenn upela keinen liebenden Draht zu ihrem Kind findet, aber sich dennoch pflichtbewusst um ihr Kind kümmert (genauso wie ihr Mann), halte ich das schon für einen ersten guten Weg. Es würde schon reichen, wenn wenigstens upelas Mann die Liebe zum Kind erbringen könnte (soweit ich herausgelesen hatte, war ja er derjenige, der diesen Wunsch besonders hegte)- dazu muss er aber auch die Zeit mitbringen, damit es dem Kind auch etwas bringt.


    Andererseits glaube ich schon, dass man auch durch den Willen, sein Kind lieben zu können, sich auch Liebesgefühle langsam entwickeln- dazu muss man aber zunächst seinen Hass in bestimmten Situationen (z.B. wenn das Kind schreit) in größere Gelassenheit umwandeln können. Das erfordert Bemühen.


    Gelassenheit ist auch trainierbar. Auch wenn es einem Choleriker schwerer als einem Phlegmatiker fällt, ruhig und gelassen zu bleiben, so kann er es dennoch durch ständiges "Training" verbessern.

    sensibelman


    Nur kann man da eben immer nur sich sleber trainieren. Upela liebt ihren Sohn, ich fand das kam inzwischen deutlich zum Ausdruck, hadert mehr mit der Gesamtsituation. Er ist da mehr so der Aufhänger weil mit seiner Geburt Dinge ins Rollen kamen. Wirklich schweirig wird es erst durch die nicht so flüßig laufende Beziehung und da kann upela ja immernur an sich etwas ändern, ist ihr Partner nicht zu genau derselben Arbeit bereit wird es verdammt schwer alles zu retten.


    Da weredn ja aber die ersten Schritte gegangen: Sie gehen zur Familienberatung, scheinen also beide bereit zu arbeiten und umzulernen. Da brauchts nun eben Geduld und etwas Glück kann wohl auch nicht schaden. ;-)