• Lernen mehr zu fühlen/sich Gefühle beibringen

    Mich interessiert, inwiefern es möglich ist, ein emotionalerer Mensch zu werden bzw. generell stärker zu fühlen/intensiver zu empfinden? Oder ist das Ausmaß/die Intensität, mit der man fühlt, determiniert? Und können sich z.B. Alexithyme Gefühle beibringen bzw. lernen, ihre Gefühle zu erkennen? Die sollen ja an sich durchaus Gefühle haben wie jeder…
  • 45 Antworten

    @ Purzelbaumraum

    Zitat

    Eigentlich beides - die Intensivität aber auch dieses ständige Wahrnehmen und Aufnehmen von Stimmungen.


    Mir wird es manchmal zuviel.

    Dass dir das manchmal zu viel wird, finde ich nachvollziehbar. Du bekommst ja sehr viele Reize (Stimmungen) rein und scheinst da andere Filter zu haben als Menschen, die da nicht so viel von mitbekommen. Aber ich finde das auch beneidenswert, dass du gefühlsmäßig so ansprechbar bist auf Stimmungen in deiner Umgebung und intensiv fühlst. Gerade dieses nicht mit anderen emotional mitschwingen finde ich bei mir im Alltag hinderlich. Das ist ein bisschen wie scheintot und fällt auch Mitmenschen manchmal auf/irritiert die, wenn ich es nicht gerade überspiele und die emotionale Reaktion schauspielere (z.B. als Reaktion auf etwas Lächeln) was aber auf Dauer anstrengend ist.

    Zitat

    ;-D Mir wurde schon als Kind gesagt, dass ich für diese Welt härter werden muß, bzw. dass das Leben einen Menschen abhärtet.


    Bei mir war das nicht der Fall und ich wurde nicht verschont von der Dame Schicksal ;-)

    Offenbar hast du dich auch so gut durchgeschlagen. ;-) ... Ich glaube das mit dem Abhärten hat bei mir auch nicht so funktioniert; man wird eher abgestumpfter, so würde ich das beschreiben. Abgestumpft ironischerweise gerade durch die Reizüberflutung von Außen. Mir hat man als Kind gesagt, dass ich zu sensibel wäre und vielen anderen Blödsinn. Irgendwann viel später habe ich festgestellt, dass diese Unkenrufe mehr mit meinen Eltern und deren Ängsten zu tun hatten als mit mir und meiner Art. Aber so ganz lässt sich das glaube ich nicht wieder rausbekommen aus dem eigenen Selbstbild und mir kommt das immer so wie eine Art gespaltene Persönlichkeit vor - quasi so eine Art normales, gesundes Selbst und dann ein anderer Teil, der so gar nicht dazu passt. An schlechten Tagen läuft das so, dass mich jemand fachlich lobt und ich mich innerlich aber nicht gemeint fühle und das an mir vorbeigeht, obwohl es eigentlich etwas war, worüber ich mich normalerweise gefreut hätte. Und es liegt auch nicht an der Art, wie das Lob rübergebracht worden ist oder worauf sich das bezogen hat.

    Zitat

    Ich denke , dass es eine Mischung von Genen, von Erziehung ( wie lernt ein Kind sich zu schützen, abzugrenzen) und dem Erlebten ist .

    Bestimmt ist das so.

    Zitat

    Ist das wirklich ein Bedürfnis, welches von dir kommt oder eher so ein von außen aufgedrücktes bzw. anerzogenes "Dasgehörtsichso " ? Mir kommt es bekannt vor ;-D

    Na ja, es ist ein übernommenes aber durchaus verinnerlichtes Bedürfnis. Mir ist das sehr wichtig.


    Ich meine damit auch weniger/keine so "man"-Regeln (z.B. man macht das eben so, weils eben so gemacht wird - hinterfrag das nicht!).


    Mir geht es um das Funktionieren als gesellschaftliches Mitglied, z.B. arbeiten gehen, seinen Pflichten ordentlich nachkommen usw.. Und mit normal zu sein meine ich, kein Alien zu sein. Also mehr so wie die meisten anderen; eben ein normaler Mensch zu sein statt "seltsam" oder "ungewöhnlich". Egal ob das Merkmale sind, die allgemein als positiv gelten oder nicht, weshalb man auffällt.

    Zitat

    Schutzmauer ?

    Kann sein oder ich bin das einfach so nicht gewöhnt. ... An sich ist es ja auch nicht sinnvoll, wenn jemand vor mir sitzt, der sich schlecht fühlt, wenn ich mich dann auch ungut fühle wegen der Spiegelneuronen. Um dem zu helfen, ist es nicht nötig, mit dem mitzufühlen, sondern es würde reichen, seine Verfassung gedanklich zu erfassen. Und dem geht es auch nicht besser, wenn ich innerlich mitfühle statt nur gedanklich mitzufühlen.


    Auf der anderen Seite würde ich manchmal gerne mehr fühlen. Also wirklich fühlen. Kaum Ausschläge in eine Richtung zu haben, ist auf Dauer auch nicht so erfüllend, auch wenn man damit automatisch zu einem vom Temperament her ausgeglichenen Menschen wird.

    Zitat

    Das Umgehen damit ist manchmal doof , finde ich - Unterdrücken ist auch keine dauerhafte Lösung . Verstand und Gefühl unter einen Hut bringen, finde ich auch oft unmöglich ;-D - pah-vielleicht- einfach doch weniger denken und das was da hochkommt zulassen , annehmen?

    An sich ein guter Tipp, nur ist da nichts außer mein alltägliches 0815-alles-wie-immer-Empfinden (was kein schlechtes Empfinden ist, aber eben zwischen 0-10 immer 4-6 ist, das ist teilweise nicht erfüllend). Der empfundene Stresspegel (von entspannt bis gestresst) und das Energielevel variiert als einziges deutlich. ... Dass ich Gefühle unterdrücken würde, wüßte ich nicht. Das dürfte wenn eher die Ausnahme sein und wäre auch nicht auf Dauer.

    Zitat

    Gerade dieses nicht mit anderen emotional mitschwingen finde ich bei mir im Alltag hinderlich. Das ist ein bisschen wie scheintot und fällt auch Mitmenschen manchmal auf/irritiert die, wenn ich es nicht gerade überspiele und die emotionale Reaktion schauspielere (z.B. als Reaktion auf etwas Lächeln) was aber auf Dauer anstrengend ist.

    Dass es anstrengend ist , kann ich mir gut vorstellen.


    Irgendwie passt für mich das Bild noch nicht wirklich, was ich jetzt so lese von dir in diesem Thread, wirkt auf mich nicht unemphatisch. Analytisch aber auch sehr offen und du gehst auf die Gedanken der Anderen ein. Das kann nicht jeder .


    Es gibt ja auch diese "Achsoooosensiblen" bei denen es sich schlußendlich aber immer nur um die eigene Befindlichkeit geht . Es kann niemand immer einfühlsam sein , glaube ich irgendwie nicht.


    Auch wenn ich das Gefühl habe , viel wahrzunehmen , heißt es noch lange nicht , dass ich es richtig wahrnehme - da hilft dann der analytische Verstand viel mehr .

    Zitat

    Mir geht es um das Funktionieren als gesellschaftliches Mitglied, z.B. arbeiten gehen, seinen Pflichten ordentlich nachkommen usw.. Und mit normal zu sein meine ich, kein Alien zu sein. Also mehr so wie die meisten anderen; eben ein normaler Mensch zu sein statt "seltsam" oder "ungewöhnlich". Egal ob das Merkmale sind, die allgemein als positiv gelten oder nicht, weshalb man auffällt.

    Weißt du, wieviele Menschen auffallen wollen, besonders sein wollen -als nicht normal gelten wollen ? ]:D


    Ich kenne dieses "Aliengefühl" auch - trotz scheinbar ein Zuviel an Gefühlen in mir herumwuseln - vielleicht fehlt das Mittelmaß.


    Auf den anderen Seite bin ich manchmal so unscheinbar - als hätte ich eine Tarnkappe auf .Ist mir hin und wieder ganz Recht , dann aber auch wieder nicht .

    Zitat

    An sich ist es ja auch nicht sinnvoll, wenn jemand vor mir sitzt, der sich schlecht fühlt, wenn ich mich dann auch ungut fühle wegen der Spiegelneuronen. Um dem zu helfen, ist es nicht nötig, mit dem mitzufühlen, sondern es würde reichen, seine Verfassung gedanklich zu erfassen. Und dem geht es auch nicht besser, wenn ich innerlich mitfühle statt nur gedanklich mitzufühlen.

    Da bin ich mir unsicher.


    Wenn ich an mich selber denke , ja- gerade in so einem Gefühlschaos oder in eine Selbstmitleidsphase hilft so ein mitleidendes Gegenüber so gar nicht. Es geht viel mehr um ein Wahrnehmen und Ernstnehmen . Das Betätscheln vertrag ich nicht so gut und hilft mir nicht. Gibt wieder andere, die genau das sich wünschen.


    Ich glaube , authentisch sein ist wichtig- nichts vorheucheln.

    Zitat

    Auf der anderen Seite würde ich manchmal gerne mehr fühlen. Also wirklich fühlen. Kaum Ausschläge in eine Richtung zu haben, ist auf Dauer auch nicht so erfüllend, auch wenn man damit automatisch zu einem vom Temperament her ausgeglichenen Menschen wird.

    Was verbindest du mit "wirklich fühlen " ?

    Zitat

    Was verbindest du mit "wirklich fühlen " ?

    Etwas so zu empfinden, dass da auch ein deutlich spürbares körperliches Empfinden ist, in dem sich das ausdrückt. Und das Gefühl auch zu fühlen statt es höchstens mehr zu denken und gleichzeitig diese Distanz zu dem Empfinden zu haben.

    Zitat

    Ich kenne dieses "Aliengefühl" auch - trotz scheinbar ein Zuviel an Gefühlen in mir herumwuseln - vielleicht fehlt das Mittelmaß.

    Es gibt eben viele Aliens.^^ ... Wenn du so viel ("zuviel") an Gefühlen hast bzw. auch so starke Gefühle, bist du dir dann eigentlich dadurch selbst näher? ... Man könnte sagen, du bekommst dadurch sehr viel von dir mit; ohne Filter dazwischen. Deshalb meine Frage.

    Zitat

    Und das Gefühl auch zu fühlen statt es höchstens mehr zu denken und gleichzeitig diese Distanz zu dem Empfinden zu haben.

    Ich kenne mich mit Psychologie nicht aus, aber ich denke schon, dass du das lernen kannst .


    Mein Eindruck - du bist weggerückt von deinen Gefühlen - warum auch immer. Ich glaube nicht, dass sie nicht in dir sind. Zugeschüttet vielleicht - Schaufeln ist angesagt ;-D .

    Zitat

    Es gibt eben viele Aliens.^^ ...

    Dann ist es ja schon wieder normal ;-D

    Zitat

    Wenn du so viel ("zuviel") an Gefühlen hast bzw. auch so starke Gefühle, bist du dir dann eigentlich dadurch selbst näher? ... Man könnte sagen, du bekommst dadurch sehr viel von dir mit; ohne Filter dazwischen. Deshalb meine Frage.

    Ich sehe da nicht wirklich einen Zusammenhang.


    So eine Gefühlslava ist nicht unbedingt ein Weg zu sich selber . Ein insichruhender Mensch mit einem leise vor sich hinplätschernden Gefühlsbächlein ist sich vielleicht näher ? Ich glaube das Vergleichen und Messen geht bei dem Thema Gefühl nicht .


    Kannst du dich so richtig freuen ? Wann ist dir das letzte Mal etwas zu Herzen gegangen, hat dich betroffen gemacht ? Wie hast du als Kind empfunden , kannst du dich daran erinnern ?

    Zitat

    Ich sehe da nicht wirklich einen Zusammenhang.


    So eine Gefühlslava ist nicht unbedingt ein Weg zu sich selber .

    Aber um so intensiv und viel zu fühlen, muss man seinen Gefühlen nahe sein - sonst würde man die ja nicht derart fühlen. ":/


    Wenn es so sein sollte, dass das Weggerücktsein von den Gefühlen das Problem ist, wäre das insofern der geheilte Zustand. Weil dabei diese Trennung nicht da ist. ... Mal abgesehen wüßte ich einfach gerne, wie sich das anfühlt/wie das ist. Vielleicht wäre mir das auch zu viel bzw. doch nicht so toll und ich würde danach derartige Zustände nicht mehr vermissen. Es wäre demnach so oder so eine Erfahrung, die mich weiterbringt.


    ... Wenn es nicht so viele Kontrapunkte geben würde, würde ich Ecstasy ausprobieren. Aber das ist keine realistische Option. Aber trotzdem blöd, dass es keine nebenwirkungsarmen, legalen und nicht mit allem möglichen Dreck gestreckte Tabletten gibt, die das Gefühlsleben vorübergehend intensivieren.


    Da das Gefühlsleben ein Teil von einem ist, wäre man sich dabei auch selbst näher als wenn man wenig/nicht so viel Kontakt hat zu seinen Gefühlen, denke ich.


    Aber möglicherweise scheitert meine Logik dazu hieran:

    Zitat

    Ich glaube das Vergleichen und Messen geht bei dem Thema Gefühl nicht .

    Zitat

    Kannst du dich so richtig freuen ?

    Ich kenne von mir auf jeden Fall die Zustände "gute Laune" und "innere (große) Zufriedenheit", aber ich schätze das ist nicht das, was du mit sich richtig freuen meinst. Leuten, die sich richtig freuen, sieht man das an; so etwa: :-) oder ;-D . Die beiden Zustände die ich kenne, spielen sich primär in meinem Inneren ab und mein Gesichtsausdruck ändert sich nicht dabei oder zumindest kaum. Das weiß ich aus entsprechenden Rückmeldungen von verschiedenen Mitmenschen. Deshalb schauspielere ich ja auch bewusst mit Mimik und Stimme, wenn ich für den anderen glaubhaft einen bestimmten Zustand von mir rüberbringen möchte. Mir kommt das eher übertrieben vor innerlich, aber seitdem klappt es deutlich besser diesbzgl. mit Mitmenschen und die bekommen eher mit, was in mir vorgeht bzw. sind nicht irritiert, weil irgendeine erwartete sichtbare (nonverbale) Reaktion von mir ausbleibt.


    Damit habe ich als Kind angefangen, weil es da Probleme/Irritationen mit anderen Menschen gab und es auch nicht gut ist, wenn ein Arzt denkt, man hätte nichts gebrochen, weil ich ihm als Kind eben nur gesagt habe, dass ich Schmerzen habe (so wie ich meinen Eltern das eben vorher auch schon gesagt hatte), aber nicht so geschaut/gewirkt habe, als ob ich Schmerzen hätte (hatte ich aber). Oder wenn Familienmitglieder denken, man würde sich über ein Geschenk nicht freuen. ... In der Summe war das ein Grund, warum ich mich später als Jugendlicher sehr für Körpersprache inkl. Mimik interessiert habe und das ein oder andere davon übernommen habe. Es ist wichtig, das das, was man sagt zu dem passt, was man nonverbal ausdrückt, eben für andere kongruent rüberkommt. Das lässt sich trainieren, auch indem man andere genau beobachtet und darauf achtet, wie die das machen, aber ich bin da auch kein Experte und nur interessierter Laie.


    Meine Eltern sind ihrerseits nicht die Menschen, die eine sehr sonderliche Mimik und Gestik haben. Ich habe manchmal den Eindruck gehabt als Kind, die machen das mit der geschauspielerten Mimik ähnlich wie ich, wenn Besuch kommt etc.. ;-D Aber sie sind nicht gefühlskalt oder so; im Gegenteil. Deren Zustand lässt sich am besten an deren Stimme ablesen und als Kind habe ich sie teilweise direkt danach gefragt, weil man ihnen i.d.R. eher nicht ansieht, was in ihnen vorgeht.


    Dass mich etwas ernsthaft betroffen macht, ist sehr selten. Der Tod von einem Haustier und einem Familienmitglied ist schade gewesen und das Haustier vermisse ich, wenn ich an es denke. Der Tod von dem (menschlichen) Familienmitglied ist ewig her; die Begleitumstände vor und rund um seinen Tod waren nicht gut, z.B. die Kommunikation über seinen tatsächlichen Zustand, außerdem gab es ziemlich Stress mit anderen Familienmitgliedern und wir sind als Kinder damals für eine Weile zu Freunden unserer Eltern gekommen, die selbst Kinder hatten und bei denen wir vorher so oft zu Besuch gewesen sind.

    Wenn ich auch kurz darauf antworten darf, weil ich auch dazu neige, sehr intensiv zu fühlen:

    Zitat

    Es gibt eben viele Aliens.^^ ... Wenn du so viel ("zuviel") an Gefühlen hast bzw. auch so starke Gefühle, bist du dir dann eigentlich dadurch selbst näher? ... Man könnte sagen, du bekommst dadurch sehr viel von dir mit; ohne Filter dazwischen. Deshalb meine Frage.

    Wenn ich wirklich ohne Filter fühle, bringt mich das eher von mir weg, als zu mir hin - zumindest auf Dauer. ich fühle mich dann eher wie betäubt und zu keinem klaren Gedanken mehr fähig, der mir dann eben sagt, warum ich fühle, was ich fühle, und was ich tun kann, damit es mir besser geht. Besser ist es aus meiner Sicht, die eigenen Gefühle im richtigen "Modus" zu fühlen - so, dass man sich bewusst entscheiden kann, wie tief man jetzt fühlen will, was man fühlt. Im kindlichen Modus sind Gefühle oft sehr überwältigend, auch mit starken körperlichen Regungen verbunden. Das kann manchmal angenehm sein. Kann man aber nicht in einen erwachseneren Modus wechseln, der Gefühle zulassen kann, aber auch weiß "Das geht vorbei.", ist das sehr energieraubend. Denn dann fällt es schwer, die Gefühle zu regulieren, sie in gut aushaltbare Bahnen zu lenken.

    Mit Gefühlen verbinde ich daher manchmal noch "Hilflosigkeit", und das ist kein schönes Gefühl. Besser ist es, wenn man Gefühle als das wahrnehmen kann, was sie sind. Entscheidungshilfen. Sie helfen, das Erlebte zu sortieren und zu verarbeiten und auf Lösungen zu kommen. Aber nur zu fühlen geht nicht, genauso wenig, wie nur zu denken.


    Dass du nicht so intensiv zeigst, was du fühlst, ist eigentlich nicht schlimm. Die Reaktionen deines Umfelds sind ja eher störend. Ich kenne das auch, dass ich meine Gefühle nicht so zeige. Menschen halt mich oft für traurig oder gar distanziert, obwohl ich mich innerlich offen und fröhlich fühle. In Situationen, in denen es mir wichtig ist, versuche ich es daher so zu machen, wie du: Ich zeige meine Offenheit bewusst, indem ich lächle. Bei Menschen, die einen aber schon ein bisschen kennen, sollte man sich nicht verstellen müssen.

    Ein schöner Faden!

    Zitat

    Ich kenne das auch, dass ich meine Gefühle nicht so zeige. Menschen halt mich oft für traurig oder gar distanziert, obwohl ich mich innerlich offen und fröhlich fühle.

    Das kenne ich...Mir wird immer gesagt "Du hörst immer so traurige Musik." Dabei ist die für mich nicht traurig. Vielleicht intensiv, aber nicht traurig.


    Ich glaube schon, dass Menschen sich in ihren Gefühlen unterscheiden und nicht alle fähig sind, zu erkennen, was sie eigentlich fühlen.


    Meine Schwester sagt immer zu mir "Du hast viel zuviel Mitleid mit Anderen." Ist das schlimm? Nein, aber es kann einen Selbst auch belasten. Das nennt man glaube ich Empathie.


    Wenn ich bei einem Film weine und mein Gegenüber nicht, liegt es vielleicht daran, dass er keine Erfahrungswerte dazu hat.


    Gefühle denken in Schubladen.

    Zitat

    Da das Gefühlsleben ein Teil von einem ist, wäre man sich dabei auch selbst näher als wenn man wenig/nicht so viel Kontakt hat zu seinen Gefühlen, denke ich.

    Da hast du schon Recht , ich verstehe auch dieses Bedürfnis - intensiver zu Fühlen , dir dadurch näher zu sein.


    Aber dazu braucht es ja vielleicht nicht unbedingt einen Orkan an Gefühlen ( der dich eventuell herumwirbelt und dich eben nicht unbedingt dir näher bringt) sondern einfach ein feines , stilles Gefühl- das es dir Wert ist , beachtet zu werden. Kann mir vorstellen , dass genau das, der Anfang des Fadens für dein Fühlen sein könnte.

    Zitat

    Die beiden Zustände die ich kenne, spielen sich primär in meinem Inneren ab und mein Gesichtsausdruck ändert sich nicht dabei oder zumindest kaum. Das weiß ich aus entsprechenden Rückmeldungen von verschiedenen Mitmenschen. Deshalb schauspielere ich ja auch bewusst mit Mimik und Stimme, wenn ich für den anderen glaubhaft einen bestimmten Zustand von mir rüberbringen möchte. Mir kommt das eher übertrieben vor innerlich, aber seitdem klappt es deutlich besser diesbzgl. mit Mitmenschen und die bekommen eher mit, was in mir vorgeht bzw. sind nicht irritiert, weil irgendeine erwartete sichtbare (nonverbale) Reaktion von mir ausbleibt.

    Innere Zufriedenheit ist ein sehr schönes Gefühl, das hüpft aber auch nicht lautstark den anderen vor der Nase rum- das macht eher die Freude ;-D - hey - manche haben vielleicht diese große innere Zufriedenheit noch nie so gespürt , wie du es hast . Gute Laune ist meiner Meinung nach auch eine Form von Freude . Es hat halt nicht jeder so schrille , schreiende Farben in sich .


    Das mit der fehlenden Mimik kann schon große Mißverständnisse hervorrufen. Ich kenn das mit der Sprache - auch eine wichtige Ausdrucksform, mir fehlen da so oft die Worte - bzw. die richtigen Worte . Ich kann zum Mimikthema leider nichts Kluges dazu sagen , vielleicht kennt das Problem noch jemand hier ?

    Zitat

    Damit habe ich als Kind angefangen, weil es da Probleme/Irritationen mit anderen Menschen gab und es auch nicht gut ist, wenn ein Arzt denkt, man hätte nichts gebrochen, weil ich ihm als Kind eben nur gesagt habe, dass ich Schmerzen habe (so wie ich meinen Eltern das eben vorher auch schon gesagt hatte), aber nicht so geschaut/gewirkt habe, als ob ich Schmerzen hätte (hatte ich aber).

    Auch keine Tränen? Stell ich mir schlimm vor.

    Zitat

    Meine Eltern sind ihrerseits nicht die Menschen, die eine sehr sonderliche Mimik und Gestik haben. Ich habe manchmal den Eindruck gehabt als Kind, die machen das mit der geschauspielerten Mimik ähnlich wie ich, wenn Besuch kommt etc.. ;-D Aber sie sind nicht gefühlskalt oder so; im Gegenteil. Deren Zustand lässt sich am besten an deren Stimme ablesen und als Kind habe ich sie teilweise direkt danach gefragt, weil man ihnen i.d.R. eher nicht ansieht, was in ihnen vorgeht.

    Hm- kann mir gut vorstellen, dass es daran lag ? Du hast es nicht anders übermittelt bekommen und es so übernommen ?

    Zitat

    die Begleitumstände vor und rund um seinen Tod waren nicht gut, z.B. die Kommunikation über seinen tatsächlichen Zustand, außerdem gab es ziemlich Stress mit anderen Familienmitgliedern und wir sind als Kinder damals für eine Weile zu Freunden unserer Eltern gekommen, die selbst Kinder hatten und bei denen wir vorher so oft zu Besuch gewesen sind.

    Wieder so ein Beispiel - du konntest /durftest nicht lernen zu Trauern ?


    Mir fällt da gerade eine Geschichte ein.


    Ich war lt. Erzählung meiner Mutter 4 Jahre , als meine Oma starb. Meinen Bruder und ich wurden zu meiner Tante gebracht, die nicht gerade ein Händchen für Kinder hatte.


    Vom Wohnzimmer aus , sah man direkt auf den Friedhof. Ich fragte meine Tante : "Was machen die da auf dem Friedhof ? "


    Meine Tante : " deine Oma vergraben ! "


    Lt. meiner Mama bin ich dann einen Tag später mit Sandschaufel und Kübelchen auf den Friedhof und wollte meine Oma wieder ausgraben . 8-) Für mein Mama war das schrecklich.

    @ Cinnamon4

    Wenn die Frage nicht rhetorisch gemeint war: Klar darfst du was dazu sagen. Das finde ich generell sehr interessant, wie das bei anderen ist mit dem Empfinden/Fühlen.

    Zitat

    Wenn ich wirklich ohne Filter fühle, bringt mich das eher von mir weg, als zu mir hin - zumindest auf Dauer.

    Hm ... du bist schon die 2. oder 3., die das so klar von sich sagt diesbzgl.. Das hätte ich nicht gedacht.

    Zitat

    Besser ist es aus meiner Sicht, die eigenen Gefühle im richtigen "Modus" zu fühlen - so, dass man sich bewusst entscheiden kann, wie tief man jetzt fühlen will, was man fühlt.

    Oh wenn man das selbst komplett regulieren könnte, wäre das klasse. Rein- und rauszuzoomen ist dagegen nicht das Problem. Mich stört bei mir die Limitierung beim Reinzoomen.

    Zitat

    Im kindlichen Modus sind Gefühle oft sehr überwältigend, auch mit starken körperlichen Regungen verbunden. Das kann manchmal angenehm sein.

    Das, was du als kindlichen Modus bezeichnest, hätte ich unter intensive Gefühle eingeordnet. Das Gegenteil von wenig intensiven Gefühlen.


    Alles in allem finde ich es einleuchtend, was Purzelbaumraum und du als Erklärungen dazu geschrieben habt, warum intensive Gefühle zu haben nicht direkt gleichgesetzt werden kann damit, sich selbst nahe zu sein. ... Mist, jetzt muss ich neu überlegen. ^^ ... Neugierig wäre ich immer noch, aber toll klingt das insgesamt nicht so wie ihr es beschreibt mit den starken Gefühlen un den Schattenseiten daran.


    Vor allem das hier:

    Zitat

    Kann man aber nicht in einen erwachseneren Modus wechseln, der Gefühle zulassen kann, aber auch weiß "Das geht vorbei.", ist das sehr energieraubend. Denn dann fällt es schwer, die Gefühle zu regulieren, sie in gut aushaltbare Bahnen zu lenken.


    Mit Gefühlen verbinde ich daher manchmal noch "Hilflosigkeit", und das ist kein schönes Gefühl.

    Zitat

    Ich kenne das auch, dass ich meine Gefühle nicht so zeige. Menschen halt mich oft für traurig oder gar distanziert, obwohl ich mich innerlich offen und fröhlich fühle. In Situationen, in denen es mir wichtig ist, versuche ich es daher so zu machen, wie du: Ich zeige meine Offenheit bewusst, indem ich lächle.

    Ja genau. ... Das fand ich persönlich früher teils verwirrend und habe mich gefragt, ob und was mit meinen Gefühlen nicht stimmt bzw. ob ich mir nicht nur eingebildet habe, innerlich dieses oder jenes zu fühlen und in Wirklichkeit doch eher unbewusst so fühlen könnte, wie ich auf die Person gewirkt habe laut deren Aussage/Behauptung. Das Vertrauen in die Richtigkeit meiner eigenen Selbstwahrnehmung ist bei mir bis heute schwankend, aber ich denke schon, dass sie nicht so falsch ist.

    @ Kohlrabenschwarz

    Zitat

    Mir wird immer gesagt "Du hörst immer so traurige Musik." Dabei ist die für mich nicht traurig. Vielleicht intensiv, aber nicht traurig.

    Wenn du wüßtest, welche Musik die ihrerseits mögen und als "fröhlich" etc. empfinden, erklären sich solche Bemerkungen. ;-)

    Zitat

    Meine Schwester sagt immer zu mir "Du hast viel zuviel Mitleid mit Anderen." Ist das schlimm? Nein, aber es kann einen Selbst auch belasten. Das nennt man glaube ich Empathie.

    Ob es schlimm ist, richtet sich danach, ob du es für dich schlimm findest. ... Meinst du Mitleid (= ein mit dem anderen Mitleiden) oder Mitgefühl? ... Wobei cih den Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl auch sehr schwierig zu beschreiben finde und noch schwieriger, das bei sich selbst zu differenzieren. Beim Mitleid hat man tendenziell zu wenig Distanz zu dem anderen, um auch für den konstruktiv handeln zu können. ... So wie du es beschreibst, könntest du auch Mitgefühl meinen.

    Zitat

    Wenn ich bei einem Film weine und mein Gegenüber nicht, liegt es vielleicht daran, dass er keine Erfahrungswerte dazu hat.

    ... oder für den kein Triggerfaktor in dem Film auftaucht. ... So viel eigene Erfahrungswerte dürften hierzulande die wenigsten haben mit Tötungsdelikten, schweren Körperverletzungen, spektakulären Fluchten, Folter ... .

    @ Purzelbaumraum

    Zitat

    Aber dazu braucht es ja vielleicht nicht unbedingt einen Orkan an Gefühlen ( der dich eventuell herumwirbelt und dich eben nicht unbedingt dir näher bringt) sondern einfach ein feines , stilles Gefühl- das es dir Wert ist , beachtet zu werden. Kann mir vorstellen , dass genau das, der Anfang des Fadens für dein Fühlen sein könnte.

    Deine Vermutung ist richtig gewesen, dass das ein Anfang sein könnte. Solche Gefühle hatte ich schon und darüber ist es ja erst zu der Neugier gekommen, (noch) mehr zu fühlen. ... Quasi erfolgreich angefixt.

    Zitat

    ich kenn das mit der Sprache - auch eine wichtige Ausdrucksform, mir fehlen da so oft die Worte - bzw. die richtigen Worte .

    Schriftlich hier finde ich persönlich, dass du dich sehr gut verständlich ausdrücken kannst und gute Beschreibungen und gerade auch sehr treffende Bilder findest, um etwas zu beschreiben und dich auszudrücken.


    Aber ich verstehe auch, dass einem trotzdem die Worte fehlen, um etwas zu beschreiben und es richtig zu greifen zu bekommen sprachlich/verbal und sich nicht "unglücklich" oder missverständlich auszudrücken.


    Deine Fragen hierzu lassen sich am besten zusammenhängend beantworten. ... Und nein, so schlimm ist es nicht.

    Zitat

    Auch keine Tränen? Stell ich mir schlimm vor.

    Zitat

    Hm- kann mir gut vorstellen, dass es daran lag ? Du hast es nicht anders übermittelt bekommen und es so übernommen ?

    Zitat

    Wieder so ein Beispiel - du konntest /durftest nicht lernen zu Trauern ?

    Nein, direkt verboten worden ist mir das nicht, weder zu trauern noch zu heulen. Das habe ich als Kind auch getan. Aber das ist in meiner Familie weder damals noch heute üblich, sich so zu verhalten. Familienmitglieder, die das tun, fallen aus dem Rahmen und mal reagieren andere Familienmitglieder darauf betroffen und mit (teils etwas unbeholfenen) Versuchen, den anderen zu trösten/aufzumuntern, mal wird derjenige lieber gleich in Ruhe gelassen bis der sich wieder beruhigt hat und wieder normal ist. Das ist von keinem böse gemeint, sondern rücksichtsvoll. Wobei die unbeholfenen Versuche, den anderen aufzumuntern bzw. zu trösten, mitunter auch unbeabsichtigt verletzend sein können; manchmal aber auch lustig. Dazu kommt, dass die Reaktion(en) auf ein- und dasselbe Verhalten sehr unterschiedlich ausgefallen sind. Warum weiß ich nicht und wußte ich nie; kam irgendwie sehr auf die Tagesstimmung an. Keine Ahnung, meine Familie ist da vielleicht etwas speziell.


    Was diesen Todesfall damals angeht:


    Das ist mir da auch nicht verboten worden, aber gerade in der anderen Familie, in der wir zu Gast waren vorübergehend vor und nach dem Tod der Person, fand ich das selbst peinlich bis störend, weil wir ja deren normalen Familienalltag runtergezogen haben dürften dadurch. Die hatten selbst schließlich keinen Trauerfall. Vom Verhalten her waren die aber alle sehr nett, aber eben auch dann ihrerseits betroffen.

    :-D ... "nicht gerade ein Händchen für Kinder" - joa, so könnte man es auch ausdrücken. ... Aber ernsthaft: für Eltern/Erwachsene ist der Umgang mit dem Tod und wie sie das ihren Kindern beibringen (oder auch nicht - meine Eltern haben bestimmte Sachen im Zweifel verschwiegen ??obwohl ja trotzdem auffällt, dass irgendwas nicht stimmt und es dann erst recht seltsam ist, wenn einem aber gesagt wird, dass alles ok wäre?? oder erst auf sehr hartnäckige Nachfrage beantwortet) und mit den Reaktionen ihrer Kinder umgehen glaube ich nicht so einfach.

    Zitat

    Deine Vermutung ist richtig gewesen, dass das ein Anfang sein könnte. Solche Gefühle hatte ich schon und darüber ist es ja erst zu der Neugier gekommen, (noch) mehr zu fühlen. ... Quasi erfolgreich angefixt.

    Zarte Pflänzchen - beachten , pflegen und wertschätzen - dann spürst du sie immer besser.

    Zitat

    Nein, direkt verboten worden ist mir das nicht, weder zu trauern noch zu heulen. Das habe ich als Kind auch getan. Aber das ist in meiner Familie weder damals noch heute üblich, sich so zu verhalten. Familienmitglieder, die das tun, fallen aus dem Rahmen und mal reagieren andere Familienmitglieder darauf betroffen und mit (teils etwas unbeholfenen) Versuchen, den anderen zu trösten/aufzumuntern, mal wird derjenige lieber gleich in Ruhe gelassen bis der sich wieder beruhigt hat und wieder normal ist. Das ist von keinem böse gemeint, sondern rücksichtsvoll

    Das war von mir auch nicht wertend gegenüber Deiner Familie gemeint :- ) -sollte nicht so rüberkommen- nennen wir es mal Familienknoten ]:D - du kannst den so lassen , oder versuchen ihn ein wenig zu lockern um an den Gefühlsfaden besser ranzukommen . Ich finde , dass Du da nur auf Dich hören solltest- so wie Du Dich wohlfühlst - ohne Außendruck .

    Zitat

    Das ist mir da auch nicht verboten worden, aber gerade in der anderen Familie, in der wir zu Gast waren vorübergehend vor und nach dem Tod der Person, fand ich das selbst peinlich bis störend, weil wir ja deren normalen Familienalltag runtergezogen haben dürften dadurch. Die hatten selbst schließlich keinen Trauerfall. Vom Verhalten her waren die aber alle sehr nett, aber eben auch dann ihrerseits betroffen.

    Da ist ja eine ganze Quelle von Einfühlungsvermögen /Empathie :-p nur weil die nicht grün ist wie bei vielen anderen (Mimik), ist sie nicht weniger Wert .

    Danke für deine Antworten, Purzelbaumraum.

    Zitat

    Zarte Pflänzchen - beachten , pflegen und wertschätzen - dann spürst du sie immer besser.

    Mit meinem schwarzen Daumen gegenüber Pflanzen habe ich da ja beste Voraussetzungen für einen blühenden Garten. Die armen Pflanzen. :-X :-D Aber ich werde mich bemühen, mir kleine Ziele setzen (vielleicht erstmal eine robuste Pflanze nicht versehentlich zu Tode pflegen statt mehrere zu misshandeln) und für die Pflanzen beten. ^^

    Zitat

    Das war von mir auch nicht wertend gegenüber Deiner Familie gemeint :- ) -sollte nicht so rüberkommen- nennen wir es mal Familienknoten ]:D - du kannst den so lassen , oder versuchen ihn ein wenig zu lockern um an den Gefühlsfaden besser ranzukommen . Ich finde , dass Du da nur auf Dich hören solltest- so wie Du Dich wohlfühlst - ohne Außendruck .

    Keine Sorge, ich habe das nicht negativ wertend meiner Familie gegenüber verstanden. Mir ging es in meiner Antwort darum, dass über sie kein falsches Bild/einseitig negativ verzerrtes Bild entsteht hier, weil sich aus dem Hintergrund wieder ein anderes Bild ergibt und ich nicht daran gedacht hatte, dass es so ohne Hintergrundinformationen eher in bestimmter Weise rüberkommt, wenn ich von diesen einzelnen Puzzelteilen erzähle. Es ist auf der anderen Seite auch nicht so, dass innerfamiliär alles gut gelaufen wäre; manches ist sehr schlecht gelaufen. Es ist ein bisschen von fast allen positiven und negativen Seiten etwas dabei und ich habe heutzutage wieder ein weitgehend gutes Verhältnis zu ihnen, aber ich möchte das Familienthema nicht weiter ausführen/das soll nicht das Thema sein hier - nur mal vorsorglich angemerkt und nicht als Kritik gemeint.


    Hiermit hast du aber so oder so recht:

    Zitat

    Ich finde , dass Du da nur auf Dich hören solltest- so wie Du Dich wohlfühlst - ohne Außendruck .

    Ja, ich sollte mehr Selbstvertrauen in meine Gefühle & deren Wahrnehmung aufbauen statt zu glauben, dass ich in dem Bereich nicht für mich selbst kompetent sei und mit meiner Gefühlswelt etwas von grundauf verkehrt sein müsse, weil sie nicht so ist, wie ich glaube, dass sie sein müsste bei einem normalen Menschen. ... Ich werde mich mehr auf meinen eigenen Garten konzentrieren und ob der mir selbst gefällt & wie ich den gestalten möchte/kann und nicht, was andere zu meinem Garten und den Pflanzen dort sagen.

    Zitat

    Da ist ja eine ganze Quelle von Einfühlungsvermögen /Empathie :-p nur weil die nicht grün ist wie bei vielen anderen (Mimik), ist sie nicht weniger Wert .

    Danke, das müsste ich jetzt nur noch selbst nach und nach mehr verinnerlichen. ... Das, was du da als Einfühlungsvermögen bezeichnest, war das, was ich am Anfang/in der Mitte des Threads inhaltlich meinte, was ich so erschlagend & hemmend finde im näheren Kontakt mit anderen. Ich habe das als "die anderen sind zu laut, sodass ich mich selbst zuwenig hören (spüren) kann" beschrieben. Gerade als Kind fand ich das sehr belastend, weil es dazu verleitet, sich selbst zu weit zurückzunehmen und die Bedürfnisse des anderen zu erfüllen bzw. das zu versuchen statt sich frei nach den eigenen Bedürfnissen zu entfalten. ... Auf der anderen Seite ist emotionale Abschottung von anderen als Gegenreaktion darauf zwar erstmal entlastend, aber dann wiederum behindernd in guten nahen Kontakten bzw. darin diese zu schließen und den anderen nicht zu weit auf Distanz zu halten. Ich muss mal schauen, wie ich das in ein Gleichgewicht bekomme.

    Zitat

    Mit meinem schwarzen Daumen gegenüber Pflanzen habe ich da ja beste Voraussetzungen für einen blühenden Garten. Die armen Pflanzen. :-X :-D

    hab zuerst gelesen :"mit meinen schwarzen Damen" , dachte mir : "huch , jetzt bin ich aber gespannt, was da kommt " ! ;-D

    Zitat

    Mir ging es in meiner Antwort darum, dass über sie kein falsches Bild/einseitig negativ verzerrtes Bild entsteht hier, weil sich aus dem Hintergrund wieder ein anderes Bild ergibt und ich nicht daran gedacht hatte, dass es so ohne Hintergrundinformationen eher in bestimmter Weise rüberkommt, wenn ich von diesen einzelnen Puzzelteilen erzähle.

    Solche Gedanken kenne ich auch - bzw. denke ich dann auch , dass die anderen das denken könnte von dem ich eigentlich nicht möchte, dass sie es so denken- ähm..... Lirum, larum Löffelstiel - wer zu viel denkt - zerdenkt alles hin ]:D .

    Zitat

    aber ich möchte das Familienthema nicht weiter ausführen/das soll nicht das Thema sein hier - nur mal vorsorglich angemerkt und nicht als Kritik gemeint.

    Verstehe und akzeptiere ich :-)

    Zitat

    Ich werde mich mehr auf meinen eigenen Garten konzentrieren und ob der mir selbst gefällt & wie ich den gestalten möchte/kann und nicht, was andere zu meinem Garten und den Pflanzen dort sagen.

    Sehr schön in Worte gefasst- den Satz merke ich mir .

    Zitat

    Auf der anderen Seite ist emotionale Abschottung von anderen als Gegenreaktion darauf zwar erstmal entlastend, aber dann wiederum behindernd in guten nahen Kontakten bzw. darin diese zu schließen und den anderen nicht zu weit auf Distanz zu halten. Ich muss mal schauen, wie ich das in ein Gleichgewicht bekomme.

    Du gibts die selber die besten Antworten auf deine Fragen - merkst Du das ? :-) :)^

    Zitat

    hab zuerst gelesen :"mit meinen schwarzen Damen" , dachte mir : "huch , jetzt bin ich aber gespannt, was da kommt " ! ;-D

    ;-D ... nee, nee - die Hexen und Dämonen bleiben schön raus aus dem Garten. Obwohl die fleischfressenden Teufelspflanzen ja doch ganz nett aussehen. Oh und die leuchten bei Vollmond. Mhm. Schwierig.^^

    Zitat

    Solche Gedanken kenne ich auch - bzw. denke ich dann auch , dass die anderen das denken könnte von dem ich eigentlich nicht möchte, dass sie es so denken- ähm..... Lirum, larum Löffelstiel - wer zu viel denkt - zerdenkt alles hin ]:D .

    Ja genau - ich sehe du kennst das. ;-)

    Zitat

    Du gibts die selber die besten Antworten auf deine Fragen - merkst Du das ? :-) :)^

    Das Pflanzenbild ist aber von dir. ;-) ... Und ohne Pflanzenbild kein Gartenbild. ... Am Anfang des Thread wäre ich da nie drauf gekommen und hätte mich nur mal wieder im Kreis gedreht.