Mache mich langsam selber krank vor Angst vor Übelkeit u. mehr

    Hallo zusammen,


    bein Problem ist sehr banal und auf den ersten Blick vielleicht ein wenig komisch.


    Bin ein Junge und zurzeit 16 Jahre alt. Mein Problem ist, dass ich panische Angst vor dem Erbrechen habe. Das letzte mal dass ich wirklich musste ist bestimmt schon 10 Jahre her, daher auch die Panik. Ich weiß nun mal gar nicht mehr wie sich das anfühlt und wie sich das ankündigt. Suche schon immer wenn ich draußen unterwegs bin nach Möglichkeiten wo ich mich übergeben könnte.. Ich weiß, ich steigere mich hier sehr in etwas herein, deshalb brauche ich ein wenig Hilfe.


    Das steigert sich bei mir momentan dann soweit, dass ich z.B. panische Angst vor dem Norovirus oder allgemein der aktuellen, ich nenne es mal "Magen-Darm-Grippen-Epidemie", habe. Heute ist es ganz besonders schlimm, weil ich vergessen habe mir die Hände zu waschen nachdem ich Einkäufe von meiner Mutter eingeräumt habe und anschließend etwas aus den Fingern gegessen habe. Bin voll in Panik und habe Angst dass ich mich infiziert habe.


    Was kann ich tun? Habt ihr einige beruhigende Worte für mich?


    Grüße,


    Jan

  • 12 Antworten

    Jan, so schnell muss niemand "kotzen". Das ist kein Vergnügen und nur um zu wissen wie es sich anfühlt würde ich es auf keinen Fall provozieren. Sonst gerät dieser natürliche Abwehrmechanismus in Unordnung. Wenn es wirklich mal eintritt, dann ist die Situation entscheidend und nicht die mentale Vorbereitung darauf. Die derzeitge Welle erwischt den einen oder anderen oder auch nicht.

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    Huhu,


    leider kann ich dir nicht wirklich helfen und beruhigende Worte hab ich auch nicht für dich^^. Aber mir geht es ganz genau so wie dir! Ich hab auch schon lange Zeit panische Angst vor dem Übergeben und diese aktuelle Welle an Magen Darm bzw. Noro macht mich fix und fertig.


    Ich habe wegen der Angst auch schon mal eine Therapie gemacht (das würde ich dir auch raten, ist wohl das Einzige, was einem langfristig eventuell helfen kann) und in der Zeit ging es mir auch besser. Jetzt hilft mir elidier aktuell gar nichts mehr gegen diese Panik.


    Wie geht es dir denn? Du hast dich bestimmt nicht infiziert, oder?

    Hallo schnuepchen,


    es geht so. Ich war wegen meinen Beschwerden (Bauchkrämpfen, Übelkeit, ständiges Aufstoßen und Kloß im Hals) mal beim Arzt, der bei mir den Verdacht auf Helicobacter aufgestellt hat. Feststeht es aber noch nicht, da die Ergebnisse aus dem Labor noch nicht da sind! Ich hoffe aber sehr, dass der Test positiv ausfällt.


    Das Problem bei mir ist eher, dass ich einfach nicht den Unterschied zwischen wirklichem Brechreiz und psychisch-bedingter Übelkeit kenne. Ich bilde mir sehr schnell Übelkeit ein und wahrscheinlich auch das Gefühl mich gleich übergeben zu müssen. Kann vielleicht jemand erklären, dass ich das besser unterscheiden kann und nicht direkt denke: "Ohje.. gleich ist es soweit".


    Ein weiteres Problem ist, dass ich einfach Angst habe mich bei jedem kleinen Pups anzustecken. Ein Beispiel habe ich ja oben schon genannt. Aber ich kann ein weiteres von heute nennen, weshalb ich mich momentan *wieder* so schlecht fühle:


    Vorhin als ich im Auto saß und zuvor ein paar Leergutkisten eingeräumt habe, habe ich ein Kaugummi genommen und es auf meinen Jacken-Ärmel (wollte nicht auf die Hand, weil ich ja soviel zuvor angefasst habe) getan, weil ich dachte es wäre hygienischer. Im nachhinein ist mir dann aber eingefallen, dass meine Jacke ja ebenfalls hätte infiziert sein können, da es ja heißt dass der Norovirus über Gegenstände übertragen werden kann. Dabei habe ich schon probiert dass weder das Kaugummi noch mein Mund die Jacke berührt.


    Ich weiß, ist sehr lächerlich.. :(v


    Ich war früher nie so. Erst seit ein paar Wochen (höchstens ein/zwei Monate), wahrscheinlich wegen diesem doofen Virus.


    Grüße,


    Janglx

    Hallo Janglx,


    sooo banal ist Dein Problem, glaube ich, eigentlich nicht.


    Zusätzlich suchst Du nach Möglichkeiten, wo Du Dich übergeben könntest, wenn es Denn so weit wäre. Gibt es nun in der Tat eine Möglichkeit so wäre doch alles in Ordnung, könnte man hier folgern. Doch genau das scheint es nicht zu sein und hierbei ist nicht ersichtlich, weshalb sich Deine Angst nun gerade auf das Norovirus (o.Ä.) ausrichtet, das "nur" eine mögliche Ursache darstellt, sich übergeben zu müssen.


    Wenn irgendetwas Ekel auslöst, wirkt dies abstoßend. Eine Angst vor Infektionen hast Du ja bereits geäußert. Es ist so gesehen auch eine Schutzfunktion, die da zugange ist.

    Zitat

    Das Problem bei mir ist eher, dass ich einfach nicht den Unterschied zwischen wirklichem Brechreiz und psychisch-bedingter Übelkeit kenne. Ich bilde mir sehr schnell Übelkeit ein und wahrscheinlich auch das Gefühl mich gleich übergeben zu müssen. Kann vielleicht jemand erklären, dass ich das besser unterscheiden kann und nicht direkt denke: "Ohje.. gleich ist es soweit".

    Es könnte aber Ekel auch als Folge von "Übersättigung" (in welcher Form oder Kategorie sei vorerst dahingestellt) auftreten, z.B. "wenn etwas zu viel wird", so viel, dass mir "schlecht" wird davon. Diesen Zusammenhang würde ich nicht außer acht lassen. Wie Du sagst "gleich ist es wieder so weit", kann somit auch bedeuten, "gleich wird es mir wieder zu viel" (und ich habe/bekomme das Gefühl, mich übergeben zu müssen).


    Aus diesem Kontext heraus sind dann auch andere Ursachen als Auslöser möglich. Und die müssen nichts mit physischem Zerfall oder biologisch bedingter Zersetzung bzw. einem Infekt zu tun haben. Deinem Text zufolge scheint es nicht unbedingt dieses frühere Erlebnis zu sein, denn das liegt ja weit zurück. Die Verbindung, die Du in Deinen Gedanken zu möglichen Auslösern ziehst, würde ich also erst einmal (bedingt) mit psychischem Einfluss in Verbindung bringen.

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    Danke für deine wirklich sehr ausführliche Antwort!


    ich habe ja auch schon einen Zusammenhang zur Psyche oder eventuell einer wirklichen Erkrankung geknüpft.


    Glaubst du denn dass bei dem mit der Psyche nur ein Psychologe hilft?

    Zitat

    Glaubst du denn dass bei dem mit der Psyche nur ein Psychologe hilft?

    Das ist eine sehr offen gehaltene Frage. In dieser Fragestellung hast Du sehr viel mit hineingepackt, das sich auf Anhieb jetzt nicht so einfach beantworten lässt. Zumindest für mich. Eigentlich hast Du sehr gut getroffen, mich auf meinen Glauben hinsichtlich der Thematik anzusprechen, denn aus dem, was ich bis hier inhaltlich verstehe, kann ich leider nur vage gehalten antworten.


    Es geht ja erst einmal darum, konkreter hinzuschauen, um festzustellen, ob die Psyche auch wirklich mit hinein mischt, in das, was Du beschrieben hast. Habe ich richtig gelesen, so steht das Ergebnis einer Untersuchung auf helicobacter noch aus. Dazu hast Du Deine große Hoffnung kund getan, die sich auf einen positiven Befund hin äußert.


    Die psychische Gesundheit ist ebenso wie die physische Gesundheit Schwankungen unterworfen. Hier stellt sich die Frage, ob bestimmte Symptome von der Psyche ausgelöst werden oder das Empfinden vielleicht von einer körperlichen Erkrankung oder Krankheit mit beeinflusst oder auch hervorgerufen werden.


    Da ist sinnvoll, erst - wie Du es getan hast - die körperliche Gesundheit unter Augenschein zu nehmen. Ist z.B. die von Dir geschilderte Panik als Reaktion auf eine körperliche Erkrankung zurück zu führen -oder richtet sich Dein Blick wegen Deiner starken Angst auf mögliche körperliche Auslöser, um mit diesem Gefühl umgehen zu können? Das ist hier nur schwer erkennbar.

    Zitat

    Ich bilde mir sehr schnell Übelkeit ein und wahrscheinlich auch das Gefühl mich gleich übergeben zu müssen.

    Auch da ist es möglich, ohne Psychologen an sich selber und seiner inneren Einstellung zu arbeiten. Kommt wohl auch darauf an, wie leicht man sich z.B. verunsichern lässt oder selber dazu neigt, im Hinblick auf den eigenen Standpunkt etwa befähigt ist bzw. in seiner Überzeugung die Fähigkeit ausgebildet hat, Halt (in sich) zu finden.


    Bis hierhin muss ja noch keine psychische Erkrankung vorliegen, weshalb vielleicht schon einfache Übungen helfen, mit dem Gefühl der Angst umzugehen. Vielleicht wartest Du erst einmal das Eintreffen des ärztlichen Befundes ab und sprichst dann noch einmal mit Deiner Ärzting/Deinem behandelnden Arzt über das weitere Vorgehen, sollten sich Deine Ängste weiterhin hartnäckig halten.


    Natürlich besteht die Möglichkeit, aus früheren Erlebnissen bestimmte Ereignisse o.Ä. nicht hinreichend psychisch verarbeitet zu haben. Der erste Schritt ist aber eine ärztliche Untersuchung, um körperliche Erkrankungen auszuschließen.


    Zu Deiner Frage ist ja auch noch zu unterscheiden hinsichtlich einer psychologischen Beratung und einer Psychotherapie. Soll die Seele "behandelt" werden, dürfen das nur bestimmte Fachleute wie z.B. Psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten oder auch Fachärzte (je Frauen oder Männer). Und die sind auch berechtigt, zu diagnostizieren.


    Wenn es Dir also genauer gesagt um Therapie geht, ist es entscheidend, eine Diagnose fachkundig gestellt zu bekommen. Mittels dieser Voraussetzung ergibt sich dann auch eine angemessene Therapie. Und da gibt es wieder unterschiedliche Verfahren, aus denen 3 von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden.


    Die eigene Einstellung ist natürlich auch wichtig, denn wenn ich nicht überzeugt bin, dass mir eine Therapie helfen könnte/hilft und ich mich dagegen sträube, dann kann ich es auch bleiben lassen. ;-)


    Vielleicht ist da aber noch etwas, das Du bislang nicht ausgesprochen hast, weshalb Du die Frage oben in diesem Post an mich stellst. Beispiel: Es können sicherlich auch Bedenken bestehen, die sich etwa dahin gehend herausbilden, dass das persönliche Umfeld eine bestimmte Haltung zu Psychotherapien/psychischen Erkrankungen einnimmt oder auch die einem am nächsten stehenden Personen da nur wenig Verständnis aufbringen.

    Hier liegt eindeutig eine psychische Erkrankung vor. Emetophobie und langsam eine Zwangsstörung. Leidensdruck ist definitiv vorhanden.


    Würde raten schnellst möglich einer Psychotherapeuten aufzusuchen.

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    Zitat

    Habe ich richtig gelesen, so steht das Ergebnis einer Untersuchung auf helicobacter noch aus.

    Stimmt. Was für mich auch irgendwie ein Problem über die Feiertage darstellt. Ich bin jemand, der ziemlich gerne und vor allem auch sorgfältig nach seinen Symptomen und deren Ursachen recherchiert. Dabei komme ich dann immer öfters auf Symptome, die u.a. auch Erbrechen sind. Dadurch mache ich mich dann immer weiter verrückt und bilde mir wieder Übelkeit und so ein.

    Zitat

    Es können sicherlich auch Bedenken bestehen, die sich etwa dahin gehend herausbilden, dass das persönliche Umfeld eine bestimmte Haltung zu Psychotherapien/psychischen Erkrankungen einnimmt oder auch die einem am nächsten stehenden Personen da nur wenig Verständnis aufbringen.

    Stimmt leider. Wenn ich mit meinen Eltern darüber spreche, heißt es meistens nur, dass ich mir das doch alles einbilde. Sie nehmen es also nicht wirklich ernst. Stellt für mich aber nicht wirklich das Problem da, da ich auch durchaus alleine zum Arzt oder ggf. Psychologen gehe.


    Für mich stellt sich halt eher das Problem, dass ich innerlich überzeugt davon bin, dass es mir momentan eigentlich gut geht. Ich lese von einer Magenschleimhautentzündung, denke dann ich habe das, lese mir die Symptome durch und schwupps.. ist mir wieder übel.


    Kann das vielleicht jemand beschreiben, wie sich das anfühl wenn man "wirklich muss"?

    ////Vielen Dank für Deine Antwort, die mein Verständnis für Deine Geschichte zum einen erweitert, zum anderen aber meine Vermutung auf psychische Ursachen hin noch einmal sehr verstärkt. Ich kann Deine Sorge um Deine Gesundheit nachvollziehen und hoffe, es geht Dir gut über die Feiertage, obwohl Du ja schreibst, dass gerade diese ein Problem darstellen.


    Denn da bekommst Du mehr Zeit, Dich um mögliche Ursachen zu informieren und diese Aktivität stellt ja irgendwie auch eine sinnbehaftete Beschäftigung dar. Inhaltlich aber beschreibst Du eine Tätigkeit, die mögliche Gefahren einer Erkrankung zu erkunden sucht. Vielleicht ist es der Versuch, potenzielle Gefahren bereits im Vorfeld zu erkennen und Möglichkeiten zu finden, diesen auszuweichen.


    Offensichtlich dabei ist, dass in diesem Zusammenhang so überaus schnell nach der Entdeckung von ähnlichen Symptomen oder charakteristischen Erscheinungen aus einem Symptomenkomplex eine Identifikation stattfindet, also mit einem gerade erst "gefundenen" Krankheitsbild hergestellt wird. Da beantworte ich Deine Antwort nach einer möglichen psychischen Ursache mit "ja".

    Zitat

    Wenn ich mit meinen Eltern darüber spreche, heißt es meistens nur, dass ich mir das doch alles einbilde. Sie nehmen es also nicht wirklich ernst. Stellt für mich aber nicht wirklich das Problem da, da ich auch durchaus alleine zum Arzt oder ggf. Psychologen gehe.

    Hui, dieser zitierte Absatz hat es wirklich in sich. Bitte entschuldige, wenn ich hier ein wenig konkreter meine Ansicht formuliere. Erstens bist Du zurzeit 16 Jahre alt, was für mich bedeutet, dass Du in diesem Alter durchaus genügend Reife besitzt, Einbildungen - also trügerische, falsche Vorstellungen - ansatzweise zu erkennen. Die Botschaft Deiner Eltern lautet hier aber, sie würden zum einen Deinen Wahrnehmungen keinen Glauben schenken, und - was in meinen Augen noch viel schwerer wiegt, - sie sprechen Dir Deine eigene Wahrnehmung ab, indem sie sie umdeuten.


    Werde ich z.B. nicht ernst genommen, wie ist es mir dann möglich, mich selber zu reflektieren? Oder anders formuliert: wenn ich versuche, von anderen Menschen, von denen ich glaube, Interesse zu erhalten und evtl. eine "Rückmeldung" auf mein verspürtes Unwohlsein zu bekommen, zur Antwort zu bekommen, da sei nichts, das würde ich mir nur einbilden?


    Hier liegt doch nahe, dass ich nun versuche, eine Ursache für mein Unwohlsein zu finden, denn die Adresse, an die ich mich gewandt habe, ist dabei nicht sonders hilfreich.

    Zitat

    Ich bin jemand, der ziemlich gerne und vor allem auch sorgfältig nach seinen Symptomen und deren Ursachen recherchiert. Dabei komme ich dann immer öfters auf Symptome, die u.a. auch Erbrechen sind. Dadurch mache ich mich dann immer weiter verrückt und bilde mir wieder Übelkeit und so ein.

    Dieses Zitat klingt sehr nachvollziehbar und scheint eine Vorliebe auszudrücken. Sie kann aber auch als "eine "Not-zur-Tugend-machen" verstanden werden. Beispiel: Bekomme ich benötigte Antworten nicht dort, wo ich sie vorzufinden hoffe, versuche ich sie auf anderem Wege zu erhalten.


    So kann ich auch in diesem Zusammenhang folgern, dass Ergebnisse meiner Recherche, die sowohl mein persönliches "Wissen" sowie das Verstandeswissen aus dem "Wissenspool" der Personen, an die ich mich gewandt habe - und die mir dabei zudem nicht helfen konnten - "übersteigt", dass diese Resultate dann wiederum ebenso (innerpsychisch) angezweifelt werden (müssen). ":/


    Fakt aus Deiner Geschichte ist für mich: Deine Eltern messen Deinen Emotionen (überwiegend) geringe Bedeutung bei. Diese Emotionen sind aber Teil von Dir, sie kannst nur Du verspüren. Klar lassen sich Deine Eltern nicht überzeugen, wenn sie es nicht wollen. Das kann dann aber auch folglich bedeuten, dass Du im Bereich bestimmter Empfindungen (allein) auf Dich gestellt bist, was den Umgang und die Bewältigung mit diesen betrifft.


    Tritt zu all dem noch die Verunsicherung hinzu, seinen eigenen Wahrnehmungen kein oder nur geringes Vertrauen schenken zu dürfen, so ist mit Erleichterung zu rechnen, wenn irgendeine "Information" anstelle eines "Platzhalters" treten darf, um dort für sich innerlich etwas "Sicherheit" zu finden.


    Du erinnerst Dich, ich habe zu Beginn von "Übersättigung" gesprochen. Verstehe ich so: "Um mich abzusichern, dass ich die "richtige" Information und die korrekte Erkrankung "erkenne", also keine übersehe oder auslasse, bin ich auf der sicheren Seite, wenn ich möglichst viele im "Pool" habe. In Wirklichkeit fehlt aber letztlich die Gewissheit darüber - und das macht mich dann ganz....(ängstlich/und in häufiger Wiederholung...panisch?)"

    Zitat

    Für mich stellt sich halt eher das Problem, dass ich innerlich überzeugt davon bin, dass es mir momentan eigentlich gut geht. Ich lese von einer Magenschleimhautentzündung, denke dann ich habe das, lese mir die Symptome durch und schwupps.. ist mir wieder übel.

    Die von LUCY32 benannte "Emetophobie" beschreibt vieles, dem aufgrund der hier geschilderten "Symptome" Ähnlichkeit besteht bzw. zu bestehen scheint. Es steht aber auch weit unten (z.B. auf Wikipedia) der Zusatz:


    " Die Ursache von Emetophobie ist bislang nicht bekannt. Es existieren Vermutungen über traumatisierende Erlebnisse im Zusammenhang mit dem Übergeben."


    Als Zusatz möchte ich Dir deshalb aus systemischer Sichtweise einen Gedanken dalassen: Verstehe ich "System" als Prinzip, nach dem etwas gegliedert oder geordnet wird, so gibt es auch in einer Familie eine (hierarchische) Ordnung. Zb. wächst ein Kind in "geordneten" oder "ungeordneten" Verhältnissen auf. Zur Ordnung gehört auch die Einhaltung von bestimmten Regeln im Rahmen dieser Gemeinschaft. Eine Regel davon kann bspw. besagen "Traue nicht Deinem Empfindungen".


    Wird diese Regel verinnerlicht, so wird sie zum "Selbstläufer". Will heißen, es braucht keinen dauerhaften Anschub von "außen", denn da sie ja quasi "übernommen" wurde, wurde auch die Verantwortung für deren Einhaltung (mit) übernommen. Und von was (welcher Regel auch immer) ich nunmehr ausgehe, das hinterfrage ich dann auch (kaum oder) nicht mehr, da sie nun ja eine grundsätzliche "Überzeugung" darstellt, auf die ich mein "Gedankengerüst" - oder wenn man so möchte mein "Weltbild" - stelle.


    Warum ich diesen Zusatz gepostet habe? Gibt es in diesem Familiensystem "Überzeugungen" (z.B. Glaubenskonstrukte = was als "wahr" angesehen wird), die im Kontakt mit der Umwelt oder dem Empfinden eines einzelnen Mitglieds dieser Gruppe Konflikte auslösen, weil sie etwa nicht kompatibel sind, so verändert sich m.E. der anfängliche Blickwinkel.


    Wenn ich da noch einmal den Blick auf das letzte Zitat lenke: das "Symptom/das Krankheitsbild" die Du so intensiv suchst, müssen aus systemischer Sicht nicht zwangsläufig hin zu einer URSACHE im medizinischen oder individuell-psychologischen Kontext führen,


    …sondern das Mitglied, das ein oder mehrere Symptome "hat" (aufweist) könnte "Symptomträger" für ein krank machendes (oder im Härtefall: eines "kranken") Systems stehen, es im Sinne des Wortes "personifizieren".


    Soweit meine Gedanken dazu.


    btw finde ich schade, dass die Systemische Psychotherapie nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen steht.


    Ich wünsche @all noch schöne Feiertage!


    LG

    Das sollte jetzt natürlich keinesfalls so verstanden werden, dass sich meine Eltern nicht um mich kümmern oder so, ganz und gar nicht. Ich denke mittlerweile haben sie auch verstanden dass es mir wirklich nicht so gut geht, sonst wären sie ja nicht mit mir zum Arzt gegangen.

    Zitat

    Bekomme ich benötigte Antworten nicht dort, wo ich sie vorzufinden hoffe, versuche ich sie auf anderem Wege zu erhalten.

    Das beschreibt so ziemlich gut meine Lage. Ich brauche immer Antworten, wenn mein Körper mal nicht so funktioniert wie er soll. Sonst zerbrech' ich mir schnell meinen Kopf, was denn mit mir los sei. Da greife ich dann schnell zur Suchmaschine und mache mich dann selber wild.

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    Zitat

    Ich brauche immer Antworten, wenn mein Körper mal nicht so funktioniert wie er soll. Sonst zerbrech' ich mir schnell meinen Kopf, was denn mit mir los sei. Da greife ich dann schnell zur Suchmaschine und mache mich dann selber wild.

    Diese wilde Suche nach Antworten in Form einer mündlichen oder schriftlichen Erwiderung auf Deine Fragen, was Dir fehle oder möglicherweise zu fehlen scheint,


    ...erweckt hier für mich den Eindruck, sind Resultate wesentlich für Dein Wohlbefinden. Gefundene Ergebnisse hierbei können auch dazu führen, angemessen auf aufkommende über die Folgen der Verhältnisse oder Umstände, in denen man sich im Augenblick befindet, im Voraus zu reagieren. Der Begriff des Wohlbefindens schließt sowohl eine körperliche als auch die seelische Verfassung mit ein.


    Die persönliche Einstellung zum eigenen Körper halte ich für sehr wichtig, auch wenn da einiges autonom abläuft, so bin ich doch in der Lage, bedingt auf ihn Einfluss zu nehmen bzw. zu können, wenn ich das will. Ich erkenne aber auch Grenzen körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit - vor allem dann, wenn ich ihn über die Grenze seiner Belastbarkeit fordere.


    Natürlich ist auch hier möglich, ihn mittels systematischen Trainings auf etwas vorzubereiten, ihn sozusagen in eine "gute Kondition" zu bringen. Stelle ich meinen Körper vor Aufgaben, die ihn überfordern, dann ist es zudem möglich, ihn physisch zum Kollaps zu bringen. Mit anderen Worten wird es ihm schließlich zu viel und er "antwortet" dann mit einem Zusammenbruch.


    Es ist also der Anspruch, den ich an meinen Körper richte, Bedingungen, die ich befriedigt sehen möchte und die er für mich zu leisten habe. Dieses Anspruchsdenken ist hier in D vielerorts erkennbar und ich habe da ein mieses Gefühl, wohin die mehr oder weniger offene bzw. verdeckte Anspruchshaltung des "immer höher, immer weiter, immer schneller, immer mehr" einmal führen soll oder wird.


    Sicherlich "erleichtern" Erfindungen und Technologien den Komfort im Alltag, doch es sind auch Stimmen zu vernehmen, dass "wir" (den Blick auf) unsere eigenen natürlichen "Fähigkeiten" - geistige und praktische Anlagen - damit vernachlässigen.


    Worauf ich hinaus möchte ist, dass aus dem eigentlichen Leisten-Können ein Leisten-Müssen wird, ein Zwang in Form einer Einwirkung von außen auf jemanden unter Androhung von Konsequenzen, ein starker Einfluss, dem sich jemand nicht entziehen kann. Klar gibt es in bestimmten Situationen unabänderliche Gegebenheiten, denen ich mich nicht entziehen kann, keine Frage.


    Wo aber findet sich da eine Grenze, wenn ich versuche, meine Vorstellungen, Handlungsimpulse gegen die Leistungsfähigkeit meines Körpers immer mehr auszuweiten? Die Bilder, die ich mir in meinen Gedanken von etwas mache sind ja veränderlich, je nachdem, in welchem Zusammenhang ich mir etwas vorstelle. Um nur einige Beispiele zu nennen, variiert das Vorstellen meiner Gedanken zwischen schönen, komischen, absurden, erschreckenden, schlimmen, phantastischen Einbildungen und Fantasien oder etwa im Extrem von völlig falschen Überzeugungen.


    WIE ich also mit meinem Körper umgehe, lässt aber auch ein wenig Rückschlüsse auf mich zu. Das ist erst einmal völlig frei von einer Bewertung gesehen, …z.B. etwa wer ich (somit/vermutlich/gewiss) bin oder was ich (infolgedessen) darstelle.


    Diesen Satz "wenn mein Körper mal nicht so funktioniert wie er soll" kann ich aber noch weiterdenken:


    funktioniert mein Körper nicht, bringt er nicht die Leistung, die er eigentlich bringen sollte, dann kann auch ich nicht die Leistung erbringen, die ich mir selber verordne oder die mir von außen angetragen oder auch aufgezwungen wird.


    Was aber, wenn ich nicht die Leistung zeige, die von mir gefordert wird? Wie gehe ich damit um? Oder noch anders gefragt: WAS löst der Gedanke daran aus, wenn ich meiner "Aufgabe" nicht gerecht werde oder sie (in naher oder ferner Zukunft) nicht erfüllen könnte?

    Zitat

    Dabei komme ich dann immer öfters auf Symptome, die u.a. auch Erbrechen sind. Dadurch mache ich mich dann immer weiter verrückt und bilde mir wieder Übelkeit und so ein.

    Ich stelle mir hier eine so intensive Suche vor, die bis an die "Grenze" der momentanen geistigen Aufnahmekapazität geht. Es wird einfach zuviel, vor allem, weil das Ergebnis beim nächsten "Treffer/Fund" wieder gegen ein neues Resultat ausgetauscht wird. Und in diesem Zusammenhang taucht die Frage auf, wie die Psyche wohl reagieren könnte, um dieser Reizüberflutung, die ja durch diese "wilde" Informationsaufnahme initiiert wird, wie die Psyche damit zurechtkommt, wie sie dies bewältigt.


    Ist es also vielleicht ein "Einbilden" der Übelkeit (im Sinne eines Ausdrucks des physischen Symptoms) oder ein "Auslösen" des Gefühls von Übelkeit (im Sinne des Ausdrucks einer Überlastung des psychischen Systems)? ":/

    Zitat

    Ich lese von einer Magenschleimhautentzündung, denke dann ich habe das, lese mir die Symptome durch und schwupps.. ist mir wieder übel.

    Es ist nun nach dem Warten auf Deine Untersuchung etwas Zeit vergangen. Was also, wenn statt dem positiven Befund eines Heliobacter eine negative Feststellung eintritt? Vielleicht hast Du aber auch eine positive Meldung erhalten und bist durch diese Bestätigung Deiner Erwartung nun beruhigt. Ich kann mir bis jetzt nur schwerlich vorstellen, dass damit Dein Problem verschwunden sein wird.