Medikinet adult, non-responder? Komplette Verwirrung.

    Hallo zusammen,


    2008 habe ich als 17-Jähriger (nachdem ich meine Mutter dazu drängen musste) einen Termin bei einer Kinder- und Jugendpsychiaterin bekommen, da ich schon meine ganze Schulzeit lang Probleme in sämtlichen Fächern hatte, die mich einfach zu Tode gelangweilt haben. Also fast alle, ausser es war mal irgendwo Informatik mit dabei, da hab ich abgeräumt Ich selbst hatte also den Verdacht, dass ich ADS haben könnte, hyperaktiv war ich nie wirklich.


    Diese Psychiaterin hat zunächst gemeckert ich sei schon zu alt, um solch eine Testung in ihrer Praxis durchzuführen, doch meine Mutter überredete sie.


    Der "Test" ging einen Vormittag und nachdem dieser vorbei war, gingen wir mit einem Rezept für Medikinet aus der Praxis.


    Was meine Mutter nicht wusste und worüber wir auch nicht aufgeklärt wurden, war, dass es sich bei diesen Tests lediglich um einen IQ und einen Konzentrationstest handelte, wahrscheinlich konnte sie keine ADHS Diagnostik abrechnen.


    Ich habe das Medikinet (20mg, zuerst normal, dann ret.) sehr schlecht vertragen, wurde aggressiv und depressiv doch das nur (wie ich erst später erfahren habe) weil mein Körper nicht genug Testosteron produziert und ich dies eine Weile lang nicht zugeführt hatte.


    Ich ließ das Medikinet also bis auf weiteres weg und merkte aber natürlich, dass ich in der Ausbildung einfach nicht hinterherkomme. Mein Hausarzt hat mir daraufhin Methylpheni TAD 20mg verschrieben. Damit war es besser, aber immer noch nicht gut. So blieb es bei einer Bedarfsmedikation und ich habe versucht einfach damit zu leben.


    Bis dann schwere Depressionen, SVV (nicht Suizidal) und Dissoziationen dazu kamen. Das war vor circa einem Jahr, da bin ich dann in die Schön Klinik in Bad Bramstedt auf die ADHS-Station gekommen, was mir immens gut getan hat. Leider hat es die Zeit nicht zugelassen, dass ich dort auf Methylphenidat eingestellt werde. Die Diagnose "Mischform aus ADS und ADHS" habe ich aber attestiert bekommen. Ich solle mich einfach zu Hause ambulant bei meinem Psychiater einstellen lassen.


    Mein Psychiater lehnte jedoch aufgrund von negativen persönlichen Erfahrungen mit Missbrauch in Zusammenhang mit MPH (allgemein) ab. Ich solle einfach zu einer ADHS Ambulanz gehen und mich dort einstellen lassen.


    In der ADHS Ambulanz wurde meine Diagnose erstmal von Grund auf angezweifelt. "Das sieht ja mehr nach Borderline bei Ihnen aus", hieß es da.


    Ich kann diese These gut nachvollziehen, da es wirklich selten ist, dass ein ADHS-Patient mit Testosteronmangel zu denen kommt. Aufgrund dieser hormonellen Dysfunktion und der Depression sieht das Krankheitsbild einem Borderliner wirklich ähnlich. Doch sämtliche Tests, die die dort mit mir gemacht haben, waren negativ.


    Jetzt wollte die Ambulanz Ende Oktober 2016 quasi loslegen mit der Einstellung auf MPH (welches Präparat es sein soll, wurde mir noch nicht gesagt). Doch das hat sich mit meinem aktuellen Klinikaufenthalt überschnitten, weshalb die die Verantwortlichkeit weitergeschoben haben.


    Soweit die Vorgeschichte.


    Hier bekomme ich jetzt (nach positiven, vollständigen ADHS-Testungen) seit ca. einer Woche Medikinet adult 10mg, davor habe ich eine Woche Medikinet adult 5mg bekommen.


    Ich bemerke emotionale Instabilität und Anspannung bei erhöhtem Konzentrationsvermögen.


    Ich habe das einer Ärztin hier geschildert und ganz offen gesagt, dass ich Angst habe ein non-responder zu sein und dass ich einfach aufgeschlossenen Ärzten gegenübertreten möchte, die mit mir das optimale Medikament herausfinden wollen, vollkommen egal ob es in Richtung Ritalin oder Bedrocan, Dronabinol, Sativex usw. geht.


    Ihre knappe Antwort "Das werden Sie hier nicht finden.", sagte sie und schaute mich vorurteilsbehaftet an, als sei ich einfach nur ein Junkie. Ich habe ehrlich gesagt mit nichts anderem gerechnet, aber ich habe mich extra sehr gewählt ausgedrückt um nicht gleich in eine Schublade gesteckt zu werden. Scheinbar habe ich das Gegenteil erreicht.


    Um das nochmal deutlich zu machen: Ich wäre wirklich froh, wenn es bei MPH (egal welches Präparat) bleiben würde, schon allein meinem Geldbeutel zuliebe. Aber ich will nicht aufgeben, bis ich nicht alle Wirkungen miteinander verglichen habe um mich dann für das kleinste Übel entscheiden zu können. Ich finde, da habe ich ein Recht drauf, wenn ich schon mit dieser Störung leben muss.


    Meine konkreten Fragen:


    Hat jemand ähnliche Nebenwirkungen erlebt mit Medikinet adult? Verschwinden die Nebenwirkungen bei Anhebung der Dosis (ggf. auch nach einer gewissen Eingewöhnungszeit)?


    Kennt jemand aufgeschlossene Ärzte in Deutschland (am besten in Rhein/Main, ich würde aber jede Strecke auf mich nehmen), die mir nicht nur das Geld aus der Tasche ziehen und vielleicht sogar von der Krankenkasse bezahlt werden?

  • 2 Antworten
    Zitat

    Ich habe das Medikinet (20mg, zuerst normal, dann ret.) sehr schlecht vertragen, wurde aggressiv und depressiv doch das nur (wie ich erst später erfahren habe) weil mein Körper nicht genug Testosteron produziert und ich dies eine Weile lang nicht zugeführt hatte.

    Aggresssiv und depressiv? Wann genau ist das aufgetreten? Während der zu erwartenden Wirkungszeit oder erst danach, also eher ein Rebound?


    Du hast das so beiläufig erwähnt, daß es kaum auffällt..... aber ich finde die Tatsache, daß Du bereits in so jungen Jahren Testosteron zuführen musst, sehr wichtig. Ist Dir die Ursache bekannt? Ein Klinefelter bist Du aber nicht, oder?

    Zitat

    Ich kann diese These gut nachvollziehen, da es wirklich selten ist, dass ein ADHS-Patient mit Testosteronmangel zu denen kommt.

    Verwechselst Du da nicht gerade Ursache und Auswirkungen? Die psychischen Auswirkungen von zu niedrigem Testosteronspiegel können äußerst vielfältig sein und daß solchen Männern deshalb ADHS oder Borderline attestiert wird, kommt durchaus vor.


    Ist denn Dein Hormonspiegel derzeit richtig eingestellt?

    Hi Seven.of.Nine,


    herzlichen Dank für deine Antwort!

    Zitat

    Aggresssiv und depressiv? Wann genau ist das aufgetreten? Während der zu erwartenden Wirkungszeit oder erst danach, also eher ein Rebound?

    Während der zu erwartenden Wirkungszeit trat dies auf.

    Zitat

    Du hast das so beiläufig erwähnt, daß es kaum auffällt..... aber ich finde die Tatsache, daß Du bereits in so jungen Jahren Testosteron zuführen musst, sehr wichtig. Ist Dir die Ursache bekannt? Ein Klinefelter bist Du aber nicht, oder?

    Die Ursache wurde bis heute nicht herausgefunden, aber es wurde einiges ausgeschlossen. Unter anderem war ich am Institut für Genetik der JGU Mainz. Wäre ich ein Klinefelter, müsste es spätestens dort aufgefallen sein. Abgesehen davon treffen die meisten (physischen) Merkmale diesbezüglich nicht auf mich zu.

    Zitat

    Verwechselst Du da nicht gerade Ursache und Auswirkungen? Die psychischen Auswirkungen von zu niedrigem Testosteronspiegel können äußerst vielfältig sein und daß solchen Männern deshalb ADHS oder Borderline attestiert wird, kommt durchaus vor.


    Ist denn Dein Hormonspiegel derzeit richtig eingestellt?

    Mein Testosteronspiegel ist seit mindestens zwei Jahren stabil und korrekt eingestellt; die AD(H)S Symptome sind konstant wie eh und je.