Danke @Kongo-Otto.


    Bin absolut mit dir einverstanden. Denke auch, dass jemand mit viel Autorität, sprich Chefin/Chef, rechten Einfluss hat (aber auch ein gutes Team wie du sagst viel beitragen kann zum Klima). Das merke ich eben auch bei unserer Gruppe. Ich weiss zB auch dass ihre erste Sekretärin depressiv geworden ist und gekündigt hat. Mir wurde neulich erzählt, dass unsere Chefin ihr immer in den Rücken gefallen sei. Damals habe ich das Verhalten der Sekretärin gar nicht verstanden, da ich noch neu war. Sie kam mir nur meist schlecht gelaunt und gereizt vor. Tja, nun verstehe ich besser....


    Ich nehme leider auch an, dass sich teilweise Teammitglieder mir ggüber so verhalten, weil sie denken, dass es die Chefin zulässt. Was ich noch gar nicht erwähnt habe, ist, dass eine Mitarbeiterin mir gegenüber handgreiflich geworden ist, nachdem ich ihr aus dem Weg gegangen bin, weil sie rassistische Äusserungen gemacht hat. Bin dann zu der Mediationsstelle der Uni - was ein Riesenfehler war. Mir wurde gesagt, dass "Empfinden subjektiv ist, manche empfinden physische Gewalt als Gewalt, ihre Kommilitonin hat es als Gewalt empfunden, dass sie ihr ausgewichen sind" :-| Wort für Wort.


    Mein Problem ist z.T. wohl auch, dass ich mich schuldig fühle. Wie du sagst sollte man selber transparent sein, und dass habe ich nicht so sehr wie ich selbst wollte geschafft. Zum Beispiel als die intrigante Arbeitskollegin mich bei der Chefin schlecht gemacht hat ich würde ihr nicht helfen wollen mehrere Tage nachdem ich eine eigene Möglichkeit zum Datenmessen aufgegeben hatte um ihr aus Empathie heraus zu helfen, weil ich gesehen habe dass sie fast den Tränen nah war weil ihre Messungen nicht geklappt haben (wie dumm war ich, denn jetzt weiss ich, dass sie NIE das gleiche für mich machen würde..), hats mir echt gereicht und ich war halt beim nächsten Mal wo sie Hilfe gebraucht hätte einfach taub.


    Ich weiss es auch nicht, ich bin nur noch verwirrt.

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    Das allein wär ja schlimm genug, nun hat unsere Chefin sie befördert (sie kann ein Postdoc machen) - mich aber nicht.


    Obwohl ich mehr Publikationen habe und höher publiziert habe.

    Puh. Schon allein dabei würde mir der Kragen platzen.


    Ich kenn das Gefühl. Ich hab während meiner Studienzeit an der Uni als HiWi gearbeitet und hatte eine Kollegin. Sie war mir nicht unbedingt unsympathisch, aber auch nicht besonders sympathisch, hat jetzt auch nicht gemobbt oder sowas. Aber rein fachlich war sie eine Niete. Ich weiß nicht mal genau, warum sie eingestellt wurde. Jedenfalls war sie mit der Prof nach ihrer Anstellung (ich war schon ein paar Semester angestellt zu dem Zeitpunkt) plötzlich total dicke. Hat nicht viel gefehlt und die hätten sich gegenseitig die Haare gekämmt, Zöpfe geflochten und über Jungs gelästert. Diese Kollegin wurde dann in der Folgezeit häufiger bevorzugt beruflich, während ich aus der Röhre geguckt hab. :-/ Obwohl ich ihr teilweise bei ihrer Arbeit helfen musste, weil sie gar nicht klar kam. %:| Sowas ist schon echt ärgerlich.

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    Was mich noch mehr verletzt, ist dass sich andere DoktorandInnen bei ihr, seit sie befördert worden ist, nur noch einschleimen, bzw. mit einer Ausnahme gar nicht kapieren bzw kapieren wollen wie intrigant sie ist..

    Naja, ist jetzt aber auch logisch der Zusammenhang oder? Seit sie befördert worden ist. Die meisten versuchen gut dazustehen mit denen die beruflich höher stehen, egal was für Kotzbrocken das sind.


    Das muss nichts damit zu tun haben, dass die nicht sehen was für ein Charakter deine Kollegin hat. Das heißt nur, die können zwischen beruflichem und privatem gut trennen, denken sich ihren Teil und schleimen sich trotzdem ein. Dabei würde ich auch bedenken, dass einige insgeheim auch denken wie du, dass aber dir und im Rahmen der Arbeit nie mitteilen würden.

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    D.h. auch wenn ich ihr aus dem Weg gehe, kommt sie pro Tag sicher mehrmals auf mich zu (wenn man das zukommen nennen will..)

    Ich hab mir bei solchen Menschen immer eine besondere heuchlerische Scheißfreundlichkeit angewöhnt. Also so richtig eklig überfreundlich, in einem ganz ekligen Ton. Das kriegen bei mir die Menschen ab, mit denen ich gar nicht kann. Vor allem worüber will man sich dann beschweren. "Du, XY ist zu freundlich zu mir" ?

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    Ich liebe es einfach nur in Gruppen arbeiten zu können, die weltweit führend sind - Orte an denen ich mich wirklich gefordert fühle, und auch Menschen vorfinde, die oft mutig sind und etwas mehr auf Konventionen pfeiffen.

    Ich denke, dann solltest du bei deiner nächsten Arbeitsstelle gaaaaaaaaanz genau suchen. Oder auch ins englischsprachige Ausland gehen, wenn das eine Option ist. Persönlich habe ich die ernüchternde Feststellung gemacht, dass man solche Menschen und vor allem Arbeitsklimata wirklich nur ganz, ganz selten findet. Ich hatte das Glück, das 1-2 Semester zu erleben bevor der Lehrstuhlinhaber in Pension ging und das war von der Arbeit her bisher echt das Beste was ich je erlebt hab, das Arbeitsklima betreffend.

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    ich habe nicht nur mehr, sondern als Hauptautorin auch weit höher publiziert, mit 2. Autorschaft in Nature..und zwei weiteren wichtigen Journals wo ich jeweils Hauptautorin bin, mit jeweils 2 bzw. 3 weiteren Autoren zusammen.

    Was ich bisher an der Uni als kleines Licht erlebt habe - aber zumindest war ich auch in 2-3 Berufungskommissionen als Studienvertretung mit dabei - war das tatsächlich bisher immer das ausschlaggebende Kriterium aus zig Gründen. Die meisten Unis wollen viel publizieren, bekommen darüber manchmal auch öffentliche Gelder, haben einen besseren Ruf und daher bessere Chancen für Drittmittel. Ein zweiter Punkt war das networking, weil Networking häufig ermöglicht zusammen einen Artikel rauszuhauen und dadurch wieder die Publikationsindizes hochzutreiben und eventuell auch für die potenziellen Kollegen einen Einstieg ins Network zu erhalten. Daher glaube ich nicht, dass du dir aktuell deine Karriere verbaut hast. Du hast halt beim letzten Mal auf's falsche Pferd gesetzt. :-/

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    dass ihre erste Sekretärin depressiv geworden ist und gekündigt hat. Mir wurde neulich erzählt, dass unsere Chefin ihr immer in den Rücken gefallen sei

    Ich bin auch der Meinung, dass die/der ChefIn am meisten ausmacht, was das Teamklima angeht. Bei meiner letzten Stelle hat übrigens auch die Sekretärin die Hufe hochgerissen und wurde schließlich "notdürftigerweise" versetzt.

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    Mediationsstelle der Uni - was ein Riesenfehler war. Mir wurde gesagt, dass "Empfinden subjektiv ist, manche empfinden physische Gewalt als Gewalt, ihre Kommilitonin hat es als Gewalt empfunden, dass sie ihr ausgewichen sind" :-| Wort für Wort.

    sorry aber... what. the. fuck.

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    bin sicher, dass sie mir kein gutes Arbeitszeugnis ausstellen wird, und hab das Gefühl mir meine Zukunft mit dem Eintritt in diese Gruppe verbaut zu haben.

    In Deutschland zumindest ist es so, dass man doch unzureichende Arbeitszeugnisse auch anfechten kann, oder nicht?

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    In Deutschland zumindest ist es so, dass man doch unzureichende Arbeitszeugnisse auch anfechten kann, oder nicht?

    Ja. Daher wird kaum ein Arbeitgeber noch versuchen, dort "fiese" Formulierungen reinzubringen. Die Formulierungen kann man googeln und direkt die Schulnotenentsprechung abgleichen. Meine Erfahrung ist, dass viele Zeugnisse heute per Mausklick erstellt und nur kleine Anpassungen bezüglich Tätigkeit oder positiven Hervorhebungen gemacht werden.

    Mireya - auch dir vielen Dank. Wie ähnlich unsere Erfahrungen klingen! Es tut gut, von deinen zu lesen...


    Ich habe meinen Master auch an einem sehr internationalen Ort gemacht. Mein Prof war super. Er ist eine Koryphäe auf unserem Gebiet, was mich aber immer am meisten beeindruckt hat war wie ihm auch menschliche Integrität wichtig war. Er wurde leider gleichzeitig zu meinem Masterabschluss auch pensioniert.


    Ja, in der Schweiz kann man das auch anfechten. Sie wird wohl aber nicht explizit schlechtes reinschreiben (denke wäre ja auch nicht gut für sie selbst), es macht aber dennoch nen Unterschied ob man jemanden 08/15 lobt, oder ob man, wie die Referenzen die ich nach meinem Master erhielt, zB schreibt dass die Studentin "aussergewöhnlich" ist und man sie ohne Einschränkung empfiehlt etc...


    Oh man, ich hatte so viele Auswahlmöglichkeiten, warum bloss, warum bloss... %-|

    Hallo - falls das jemand nochmals liest, habe ich eine Frage. Ich glaube, dass ich sehr bald mit dem Schreiben meines jetzigen Papers fertig sein werde. Danach hätte ich eigentlich genug Zeit, um zumindest noch ein kleineres Experiment zu machen. Meine Prof hat mir aber keine weitere Aufgaben gegeben. Einmal hatte sie in diesem Sinne auch erwähnt, dass wenn sie "keinen Fortschritt im Doktorat sieht", die letzten Monate nur noch daraus bestehen, zusammenzufassen. Ich hab das Gefühl ich werde fast wie ein Zombie da behalten. Was mache ich? Ich hätte eigentlich Ideen für Experimente, und das wäre auch gut für mich und für meine Zukunft wenn ich die Zeit nutzen würde, will aber auch nicht bei ihr betteln.

    Blablablabla12345


    Nach dem, was du ueber deine Publikationen schreibst, solltest du eigentlich in einer guten Position sein, dich nachher anderswo an einem guten Ort zu bewerben. Referenzen sind sicherlich nicht das Allerwichtigste. Ich habe in diversen Kommissionen gesessen, und noch nie habe ich gesehen, das Leute massgeblich wegen dem eingestellt oder aussortiert wurden, was in Referenzen steht. Wenn du dort, wo du gerade bist, durchkommst (was ja wohl nicht mehr soo lange dauert), sind die Karten neu gemischt und du hast hoffentlich alle Moeglichkeiten.


    Ich kenne natuerlich dein Fach und deine Bedingungen nicht, aber ich wuerde dir empfehlen, wenn du jetzt Zeit hast, Eigeninitiative zu beweisen und, soweit dir moeglich, in eigener Regie etwas zu machen, was sich dann auch veroeffentlichen laesst - unabhaengig davon, was deine Prof dir "gibt". Moeglicherweise brauchst du dafuer irgendwelche Ressourcen - dann waere der erste Schritt, dich schlau zu machen, wie du dafuer eigenstaendig Mittel beantragen kannst. Selbst wenn dir das kurzfristig nicht gelingt, wirst du dabei Dinge lernen, die dir spaeter noch nuetzlich sein koennen. Oder kannst du irgendwas Theoretisches "am Schreibtisch" machen? Auf jeden Fall wird es dir spaeter positiv angerechnet, wenn du gezeigt hast, dass du eigenstaendige Forschungsideen hast und auch die Initiative, die durchzuziehen.


    Abgesehen davon, deine Erfahrungen mit Rassismus und der Mediationsstelle... ich bin sprachlos! So sollte das nicht laufen, aber ich kann dir im Moment nur wuenschen, dass du bald halbwegs unbeschadet da rauskommst und dann an einen besseren Ort geraetst. Kann leider gut sein, dass deine Professorin dir das nachtraegt und es damit zu tun hat, dass du jetzt nicht angemessen gefoerdert wirst. Ich denke aber nicht, dass du da was falsch gemacht hast. Shit happens!

    Hallo,


    Ich hoffe es ist OK wenn ich ab und zu hier reinschreibe. Es hilft mir die verbleibende Zeit (hoffentlich) zu überstehen.


    Also, vor ein paar Tagen hatte ich Sitzung mit meiner Prof. Und ich kann mir wieder mal keine Reim auf gar nichts machen.


    Zum Beispiel ist es so, dass eine von meinem Team eine ähnliche Analysemethode wie meine verwenden möchte. Diese hat nun mehrere Wochen versucht, alles selber zu implementieren, ist aber ziemlich gescheitert (sie gibt auch schnell auf und ist dann wahnsinnig weinerlich, damit fast erpresserisch). Wie dem auch sei, habe ich ihr schlussendlich alles was ich selbst erarbeitet habe gegeben, damit sie das auf ihr eigenes Zeugs anwenden kann. Da ist sie wieder gescheitert, brauchte wieder Hilfe etc.


    Ich habe mir das alles selbst erarbeitet. Wie dem auch sei, dachte ich dass meine Prof nun sieht wie anspruchsvoll das ist, was ich gemacht habe. Nix da. Als eines der ersten Sachen an der Sitzung meint sie, als sie meine Implementation gesehen hat, oh, das sieht ja schon fast trivial aus. Ich war wieder mal so was von baff.


    Es kamen noch mehr Sachen wo sie mir das Gefühl gegeben hat, dass alles was ich mache irgendwie trivial ist. Nun gut. Das Problem ist aber dass sie dermassen widersprüchlich ist, und ich manchmal das Gefühl habe wahnsinnig zu werden bzw mit jemandem der bipolar ist oder so zu arbeiten. Zum Beispiel hat sie mir vor ca 2 Monaten gesagt, dass wenn ich an Konferenz xx gehen würde (die ist in 2 Monaten), ich SICHER den ersten Preis gewinnen würde (obwohl meine Arbeit trivial ist? Ok...).


    Gestern an der Sitzung frage ich sie so (und mittlerweile habe ich noch MEHR gute Resultate als vor 2 Monaten): Also präsentiere ich meine Resultate an der Konferenz xx? Und sie so, zuckt mit der Schulter, ja ok wenn du das so willst?


    Heh?!? Wie kannst du als Chefin das Gefühl haben, dass jemandem aus deinem Team diesen wichtigen Preis gewinnen kann, und dann plötzlich die Person gar nicht schicken wollen..?


    Was soll ich jetzt tun? Gehe ich jetzt quasi ohne ihren Segen an die Konferenz? Und was ist jetzt plötzlich los mit ihr? Noch vor einer Woche war sie sehr angetan von neuen Ideen und Resultaten von mir..jetzt ist wieder als trivial und sie völlig komisch zu mir und ich hab keine ahnung was los ist... 8-( %-| >:(


    Zudem hatte ich ja geschrieben dass sie eine Mitarbeiterin bevorzugt, diese aber bewusst Leute die "keine richtigen Schweizer" sind ausschliesst. Habe mit einer anderen Mitarbeiterin gesprochen (auch "keine richtige Schweizerin"), mMn die einzige die auch etwas sieht was abgeht, und die dann: "Oh, mit dir macht sie das auch?"..super also grenzt diese Person Leute aufgrund ihrer Herkunft aus, wird aber von unserer Chefin befördert... :)^

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    Was soll ich jetzt tun?

    Präsentieren und durchziehen ;-)


    Insgesamt würde ich sagen, bist du gerade an einem Punkt, wo fast jeder Mal steht. Manche früher, manche später. Nicht nur in Ausbildung und Beruf, auch allgemein. Manchmal denkt man sich: "Heh?!? Wie kannst du ..." (beliebige Entgeisterung für unverständliches Verhalten einfügen ;-D)

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    Gehe ich jetzt quasi ohne ihren Segen an die Konferenz?

    Naja, sie hat ja nicht "nein" gesagt. In jedem Fall gilt, wenn sie nicht klar zu dir ist, musst du halt deine eigenen Entscheidungen treffen. Wenn du glaubst, deine Arbeit ist gut genug fuer eine Konferenzpraesentation, dann steh dazu und tue es. Wenn's gut laeuft, ist es super; und selbst wenn es Kritik gibt, lernst du was von jemandem, der einen anderen Standpunkt hat, unabhaengig von deiner Prof. Du kannst das auch nutzen, um unabhaengig von ihr Kontakte zu knuepfen.

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    Ich habe mir das alles selbst erarbeitet. Wie dem auch sei, dachte ich dass meine Prof nun sieht wie anspruchsvoll das ist, was ich gemacht habe. Nix da. Als eines der ersten Sachen an der Sitzung meint sie, als sie meine Implementation gesehen hat, oh, das sieht ja schon fast trivial aus. Ich war wieder mal so was von baff.


    Es kamen noch mehr Sachen wo sie mir das Gefühl gegeben hat, dass alles was ich mache irgendwie trivial ist.

    Ganz ehrlich? Ich kenne jetzt nur deine Aussagen und deine Sichtweise, aber eventuell käme sie damit auch nicht klar was du machst und könnte es auch nicht implementieren. Vielleicht fühlt sie sich minderwertig, weil sie bei dir nicht mithalten kann und fühlt sich von dir bedroht?

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    Was soll ich jetzt tun? Gehe ich jetzt quasi ohne ihren Segen an die Konferenz? Und was ist jetzt plötzlich los mit ihr?

    Sie hat doch gesagt: "Und sie so, zuckt mit der Schulter, ja ok wenn du das so willst?" Oder war das nur ein Schulterzucken ohne verbale Auskunft?


    Was du jetzt tun sollst?


    Sch... auf sie.. ]:D Ist doch egal wie sie reagiert. Ich verstehe schon, dass die Beziehung irgendwie komisch ist und die Reaktionen usw. aber letztendlich brauchst du doch ihren Segen und ihre Bestätigung gar nicht, oder? DU musst doch weiterkommen in deiner Karriere. :)

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    Naja, sie hat ja nicht "nein" gesagt. In jedem Fall gilt, wenn sie nicht klar zu dir ist, musst du halt deine eigenen Entscheidungen treffen. Wenn du glaubst, deine Arbeit ist gut genug fuer eine Konferenzpraesentation, dann steh dazu und tue es. Wenn's gut laeuft, ist es super; und selbst wenn es Kritik gibt, lernst du was von jemandem, der einen anderen Standpunkt hat, unabhaengig von deiner Prof. Du kannst das auch nutzen, um unabhaengig von ihr Kontakte zu knuepfen.

    Ich stimme Lewians Aussage uneingeschränkt zu. @:)


    Noch eine blöde Frage...

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    wie die Referenzen die ich nach meinem Master erhielt

    Man kriegt Referenzen, nach dem Master? ":/ Ist das ein Schweizerding oder war ich im Studium einfach zu doof um sowas zu kriegen? ":/

    Danke, ihr bringt mich wirklich auf den Boden der Realität zurück.


    Ja, ich hatte auch nach einem Jahr oder so bereits den Eindruck dass sie sich bedroht fühlt. Es scheint allgemein ihr Umgang mit Leuten zu sein, die gut sind. Zum Beispiel ist meine Co-Supervisorin sehr erfolgreich, und nach einer Sitzung mit ihr hat meine Prof gemeint "ach die komischen Dinge die diese Physiker immer machen". Dabei war was meine Co-Supervisorin vorgeschlagen hat völliger (naturwissenschaftlicher) Standard. Meine Prof hatte aber ursprünglich einen nicht-technischen Background, und ist auch durch ihre Informatik-Prüfungen durchgefallen (hat sie mir selbst erzählt). Wobei ich gar nicht weiss, obs mit dem zu tun hat, bzw wie man mit solchen Sachen umgeht ist schlussendlich Charakterfrage. Ich schäme mich fast so etwas wie "Meine Prof fühlt sich von mir bedroht" auch nur zu denken! Sie ist meine Prof! Ich hatte zu ihr aufgeschaut, sie wäre mein Vorbild gewesen...dazu kommt noch dass mich in der Gruppe dermassen heruntergesetzt fühle, dass ich dass nie den anderen DoktorandInnen gegenüber sagen könnte. Ich meine ich würde eine Reaktion à la "Jemand bedroht von DIR?" erwarten.


    Ich hab auch gemerkt, dass es meine Prof freut wenn ich Sachen sage wie "ja du hast das viel smarter gemacht als ich".


    Ja, du hast recht, ist meine Karriere. Ich bin nur grad in einem absoluten Tief. Ich bin nicht mehr weit vom Abschluss, bin aber so traurig. Sie hat auch irgendwie angedeutet, dass ich keine Chancen auf ein Postdoc habe. Schwierig wiederzugeben, war teilweise Körpersprache bzw anderes nicht-verbales.


    Bzgl Konferenz: Sie hat schon gesagt, dass ich gehen kann wenn ich will, und hat nicht explizit nein gesagt @Lewian, aber im Vergleich dazu dass sie zwingend wollte dass ich hingehe, und jetzt ist es ihr egal..ev klingt das gegen aussen trivial, aber ich weiss einfach NIE woran ich bin, und das Ganze führt dazu dass ich völlig verunsichert bin. Sie lässt es auch nie aus, irgendeinen Kommentar zu machen, der mich persönlich heruntersetzt. So im Sinne von "um..weisst du..du bist halt..speziell, oder?" :|N


    Hab ich schon erzählt dass sie sich über ihren schlechtesten Studenten xy vor anderen ausgelassen hat, und am Ende zu mir hinsah und sagte, aha mit dir haben wir einen nächsten xy? Ich bin dann nach ein paar Minuten aufgestanden und gegangen, wobei sie mit einem Blick andeutete, "wo geht sie jetzt hin? tja, sie ist halt komisch" etc.


    Was mache ich den für komische Sportarten? Ich mache überhaupt Sport? Ich bin doch ein Nerd..warum esse ich dieses oder jenes...wobei, darüber kann ich eher hinwegsehen als darüber dass ich was meine Arbeit angeht einfach 0 Sicherheit habe + der Rassismus in der Gruppe.


    Bezüglich Referenzen: Also für Job- und auch Doktoratssuche haben wir von unseren Profs Referenzschreiben erhalten, ist das in Deutschland den nicht so? Das ist ihr so weit ich weiss schon üblich.

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    Ja, ich hatte auch nach einem Jahr oder so bereits den Eindruck dass sie sich bedroht fühlt. Es scheint allgemein ihr Umgang mit Leuten zu sein, die gut sind.

    Vielleicht ist das auch nicht der extra-fiese-Umgang mit guten Leuten, sondern eher der Normalumgang. Der einem nur hart vorkommt, weil die anderen gepampert werden. Mir hat mal jemand gesagt "Ja, die XY, die muss man etwas tätscheln, sonst wird das nichts" - also durchaus das Bewusstsein vorhanden, dass diese Person nicht besser ist als alle anderen, im Gegenteil, man weiß, dass die Person auf sich alleine gestellt, ohne die Extraportion Goodwill, nix gebacken bekommt.


    Im Endeffekt hast du ja den Luxus der freien Wahl. Du kannst auch solche Shows abziehen, losheulen wenn was nicht läuft etc. und dir dadurch den Mitleids-Vorteil erhaschen sowie die Ellenbogen ausfahren. Oder du findest das blöd, so blöd, dass du es selbst nicht für dich willst. Dann sei froh drüber, dass du dein Leben auch so auf die Reihe bekommst.

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    Bzgl Konferenz: Sie hat schon gesagt, dass ich gehen kann wenn ich will, und hat nicht explizit nein gesagt @Lewian, aber im Vergleich dazu dass sie zwingend wollte dass ich hingehe, und jetzt ist es ihr egal..ev klingt das gegen aussen trivial, aber ich weiss einfach NIE woran ich bin, und das Ganze führt dazu dass ich völlig verunsichert bin.

    Wozu musst du es denn wissen? Also klar, ich versteh schon, dass das verunsichernd sein kann. Aber du kennst sie jetzt ja so. Für die Konferenz z.B. ist jetzt letztlich nicht kriegsentscheidend, ob sie sagt "Ja bitte bitte!" oder "Joa, wenn du willst...". Als deine Prof ist sie zwar nicht irgendwer, aber letzlich auch nicht der Messias.

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    Ich schäme mich fast so etwas wie "Meine Prof fühlt sich von mir bedroht" auch nur zu denken! Sie ist meine Prof! Ich hatte zu ihr aufgeschaut, sie wäre mein Vorbild gewesen...dazu kommt noch dass mich in der Gruppe dermassen heruntergesetzt fühle, dass ich dass nie den anderen DoktorandInnen gegenüber sagen könnte. Ich meine ich würde eine Reaktion à la "Jemand bedroht von DIR?" erwarten.

    Nur um sicher zu gehen: Sowas solltest du natürlich nie im Arbeitskontext aussprechen. Allerhöchstens im Familienkreis oder bei guten Freunden, die deine Kollegen nicht kennen und denen du vertraust.


    Und letztendlich "wächst" man über so eine Ehrfurcht vor den Professoren auch hinaus. Bevor ich als HiWi gearbeitet hab, hatte ich auch eine Mega-Ehrfurcht vor allen Professoren. Als ich dann den Blick hinter die Kulissen werden durfte und gesehen habe, dass die auch alle nur mit Wasser kochen... da entmystifiziert sich dann eben so manche Meinung. Und wenn man dann noch den Einblick in den einen oder anderen Charakter erhält oder was sich hinter den Kulissen teilweise für Kindergarten-Streitereien abspielen... Für mich war es letztendlich eine sehr ernüchternde Erfahrung.

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    Sie hat auch irgendwie angedeutet, dass ich keine Chancen auf ein Postdoc habe.

    Ja, das ist tragisch. Aber wenn du wirklich in der Forschung weitermachen möchtest, wirst du schon noch fündig werden.

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    Bzgl Konferenz: Sie hat schon gesagt, dass ich gehen kann wenn ich will, und hat nicht explizit nein gesagt

    Da dann passt doch alles. Ab durch die Mitte und zieh dein Ding durch. :)^

    PS:

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    Ich schäme mich fast so etwas wie "Meine Prof fühlt sich von mir bedroht" auch nur zu denken!

    Musst dich nicht schämen, aber ich würde das auch nur als eine mögliche Erklärung von vielen im Hinterkopf behalten und nicht als in Stein gemeißelt abspeichern. Denn jede Antipathie mit "Jemand fühlt sich nur bedroht / ist neidisch auf mich" zu erklären, kann einen auch ganz schnell auf die falsche Fährte führen.. In der Position ihr den Rang abzulaufen bist du momentan ja auch nicht wirklich, da müsste sie schon eine sehr kaputte Person sein, da Bedrohungen um sich herum zu sehen :-/ Manchmal können zwei Menschen auch einfach nicht miteinander. Das so dermaßen raushängen zu lassen, ist zwar weder freundlich noch professionell, aber Prof sein impliziert eben nicht, das man nicht zwischenmenschlich trotzdem ne Pfeife sein kann.