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    Mein Freund verliert den Verstand, wie helfen?

    Hallo,

    ich glaube mein bester Freund verliert langsam den Verstand. Wir kennen uns seit 3 Jahren und ich weiß, dass er an Epilepsie leidet, aber seit 10 Jahren keinen Anfall mehr hatte. Er verhält sich zunehmend merkwürdiger, sodass ich denke, dass er Hilfe braucht, jedoch sieht er das nicht so. Hier mal ein paar Beispiele:


    -Er erzählt ständig Lügengeschichten, sind auch immer die selben Geschichten. Aber ich glaube, dass er seine Geschichten wirklich glaubt

    -Er pflegt sich nicht mehr, vernachlässigt seine Wohnung

    -Er macht ständig überall Schulden, wenn wirr zusammen irgendwo essen gehen fällt ihm hinterher ein, dass er sein Geld "vergessen" hat. Wenn ich ihm was leihe dann bekomme ich es nicht zurück.

    -Er taucht gelegentlich für ca. 2 Wochen unter, geht dann nicht mehr ans Telefon und lässt sich auch nirgends blicken. Einmal fand ich ihn da total verwirrt und desorientiert wie er nachts auf einer Schnellstraße rumlief. Er konnte mir das nicht erklären

    -Er verbummelt ständig sein Fahrrad, Handy, etc.

    -Ich glaube, dass er auch Kaufsüchtig ist

    -Er erzählt immer von seiner "Freundin". Die gibt es auch wirklich, aber jetzt hat er sie seit Mitte März nicht mehr gesehen, sie kam nicht zu seinem Geburtstag und sie geht auch nicht ans Telefon, wenn er sie anruft (was er 10x am Tag tut). Er meint das liegt an Corona und weil sie so viel arbeitet. Er weiß aber nicht mal wo sie arbeitet und stellt sich offenbar auch nicht die Frage wieso sie nicht ans Telefon geht. Er glaubt aber felsenfest, dass sie noch seine Freundin ist. Er will auch nicht zur ihr fahren, weil er keine Lust hat bzw. kein Geld für den Bus.


    Ich weiß, dass er täglich ins Wettbüro geht. Aber erklärt das sein Verhalten? Er wirkt immer so desorientiert und verwirrt im Kopf. Auch schon als er noch mit seiner Freundin zusammen war.


    Doch er selber merkt das nicht oder will es nicht merken. Für Demenz ist er zu jung. Kann er schizophren oder so sein? Wie kann man ihm helfen? Zum Psychiater will er nicht gehen, dafür sieht er keine Notwendigkeit. Von der Epilepsie kann es auch nicht kommen, oder?

    Unsere Freundschaft geht also leider langsam den Bach hinunter, was ich schade finde. Ich denke, dass er Hilfe braucht. Oder sehe ich das falsch?


    MfG

  • 57 Antworten
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    oh, das ist ganz schwer, wenn keine krankheitseinsicht herrscht oder die notwndigkeit sich helfen zu lassen.


    das geht bis kontaktabbruch, denn dir sind die hände gebunden, leider.

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    Ja, das ist wirklich traurig.

    Ich habe das mal bei einem Freund meines Freundes erlebt.

    Wir hatten ihn mehrere Monate nicht gesehen, weil er etwas weiter weg wohnt.

    Und als wir ihn dann wieder besucht haben, müssten wir feststellen, daß er ziemlich „abgebaut“ hatte.

    Das war allerdings eine Form von Demenz bei ihm, was bei deinem Freund wohl nicht der Fall ist. Wäre jedenfalls unwahrscheinlich, wenn er noch jung ist...


    Das einzige, was du tun könntest wäre den Rettungsdienst oder die Polizei anrufen, wenn du ihn wieder verwirrt in einer gefährlichen Situation antriffst. Also so wie bei deinem Beispiel auf der Schnellstraße.

    Dann würde er zumindest mal genauer untersucht werden...

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    Das bei deinen Freund kann alles mögliche sein.

    Kann es sein, dass er Drogen nimmt?

    Bei Speed sind die Konsumenten oft tagelang wach und haben keinen Durchblick mehr

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    Hallo! Epilepsie ist sehr gut zu therapieren, aber nicht heilbar. Wenn der Patient ca. 5 - 7 Jahre keine Anfälle mehr hatte, kann man vorsichtig von einer etwaigen Heilung sprechen. Das ist aber nicht bei jedem so. Die Anfälle können auch nach 1O Jahren erneut auftreten. Epileptische Anfälle können sich nicht nur in Krämpfen bemerkbar machen, sondern durch Halluzinationen, Verwirrtheit etc..Daher müssen die Patienten überwiegend lebenslänglich ihre Medikamente einnehmen..Hat dein Freund in Eigenregie die rezeptierten Medikamente abgesetzt oder die Dosis verändert? Wenn möglich, setze dich mit dem Arzt in Verbindung, der die Epilepsie behandelt oder diagnostiziert hat. Alles Gute!

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    Hyazynthe schrieb:

    Wenn möglich, setze dich mit dem Arzt in Verbindung, der die Epilepsie behandelt oder diagnostiziert hat.

    Wozu?

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    Sylphide schrieb:
    Hyazynthe schrieb:

    Wenn möglich, setze dich mit dem Arzt in Verbindung, der die Epilepsie behandelt oder diagnostiziert hat.

    Wozu?

    Man weiß nicht, ob der Patient überhaupt noch unter einer Dauermedikation bzgl.der Epilepsie steht. So erfährt man den Namen des rezeptierten Medikamentes und der Arzt kann das eventuell erneut rezeptieren.

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    Hyazynthe schrieb:
    Sylphide schrieb:
    Hyazynthe schrieb:

    Wenn möglich, setze dich mit dem Arzt in Verbindung, der die Epilepsie behandelt oder diagnostiziert hat.

    Wozu?

    Man weiß nicht, ob der Patient überhaupt noch unter einer Dauermedikation bzgl.der Epilepsie steht. So erfährt man den Namen des rezeptierten Medikamentes und der Arzt kann das eventuell erneut rezeptieren.

    Zumindest kann dieser Arzt telefonisch weiter helfen.

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    Hyazynthe schrieb:

    Man weiß nicht, ob der Patient überhaupt noch unter einer Dauermedikation bzgl.der Epilepsie steht. So erfährt man den Namen des rezeptierten Medikamentes und der Arzt kann das eventuell erneut rezeptieren.

    Hyazynthe schrieb:

    Zumindest kann dieser Arzt telefonisch weiter helfen.

    ??? Nein, der Arzt hat doch Schweigepflicht!?

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    Hyazynthe schrieb:

    Zumindest kann dieser Arzt telefonisch weiter helfen.

    Würde er auch, wenn er dürfte. Es handelt sich bei der TE aber um einen Freund, nicht um den Ehemann.

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    Sylphide schrieb:
    Hyazynthe schrieb:

    Wenn möglich, setze dich mit dem Arzt in Verbindung, der die Epilepsie behandelt oder diagnostiziert hat.

    Wozu?

    Es geht um die sogenannte Therapietreue, d.h. der Patient muß die Medikamente fast immer lebenslänglich nehmen, wenn nicht kann sich die Epilepsie in Halluzinationen - Wahnvorstellungen oder einem Demenz entsprechenden Krankheitsbild zeigen. Die Medikamente werden genommen zur Prophylaxe, damit so etwas erst gar nicht auftritt. Andere Ursachen sind nicht auszuschließen, aber es wäre eine Option. Als ich frühere Epilepsie las, war das mein erster Gedanke.

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    Außerdem, wenn der Freund keine Krankheitseinsicht hat und sich nicht behandeln lassen will, dann bringt es auch nichts, ein Medikament zu verschreiben, wenn er es dann nicht nimmt.

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    Fizzlypuzzly schrieb:

    Würde er auch, wenn er dürfte. Es handelt sich bei der TE aber um einen Freund, nicht um den Ehemann.

    Selbst bei Eheleuten gilt die Schweigepflicht.