@ kleiner_drachenstern

    das ist ganz lieb von dir, danke schön.


    Ich wünsche mir auch nichts sehnlicher, als dass ihm geholfen wird. Denn dadurch wird ja auch mir geholfen. Die Fragezeichen in meinem Kopf werden bestehen bleiben, aber wenn der Kleine und ich uns sehen, sind nur wir beide wichtig. Wir stehen im Vordergrund und genießen die wenige Zeit, die wir haben.

    @ Meta4

    Ganz so extrem wie du sehe ich das mit mond+sterne zwar noch nicht. Dennoch möchte ich anbringen, dass ich Teile seiner Beiträge befremdlich empfinde. Denn wenn ich eines nicht tun werde, so ist es die Augen verschließen vor etwas, das ich vielleicht selbst herbei geführt habe. Das muss geklärt werden, nur zu einem anderen Zeitpunkt als jetzt. Denn jetzt gerade steht nur eines im Vordergrung: meinem Sohn helfen zu können, aus diesem Ausrastemodus herauszukommen.

    Mir ist aufgefallen, dass der Onkel von selbst eigentlich kaum nach meinem Sohn fragt. Für die Konferenz am Mittwoch wurde mir nichts gewünscht. ZB Kraft, gute Ergebnisse, etc. Nichts. Er geht seit dem Besuch Gesprächen aus dem Weg und hat noch nicht angerufen, um nachzufragen, wie es am Mittwoch gelaufen ist. Das wundert mich doch sehr und macht mich auch ein wenig traurig. Er läßt mich ziemlich allein damit.

    Ich glaube auch, es hat mit dem Onkel zu tun. Und es trat auch nach seinem Besuch wieder auf. Dein Sohn kann ja anders...es ist ja bewiesen, es war schon wieder gut und dann kam der Onkel...dann noch die Tatsache wie der drauf ist...


    Für mich wäre es klar, das hängt mit dem Onkel zusammen. Ich würde da dringend weiterforschen, was da abgelaufen ist. Denn der Onkel ist psychisch ja nicht normal, wenn du sagst, dass er nur für sich Empathie empfindet und für keinen anderen. Dieser Typ ist psychisch schwer daneben, dann war das Kind immer dort...oh man...

    :)^

    Ich schließe mich bezüglich des Onkels den Vermutungen von Individualist an. Der Junge könnte sich (wie hier bereits geschrieben wurde) für das Wohl des Onkels verantwortlich fühlen. Wenn er dann sieht, dass der Onkel weint, ist das für ihn unerträglich.


    Ich würde daher auch den Kontakt vorerst unterbinden. Nötigenfalls würde ich, falls der Sohn noch einmal nach einem Besuch des Onkels fragt, etwas erfinden, weshalb das nicht geht (denn mit einer Antwort wie "ich will nicht, dass du ihn siehst" wird er kaum zufrieden sein), etwa, der Onkel ist auf Kur ganz weit weg oder so etwas…

    @ Individualist:

    :)^ :)z


    Ansonsten:


    Ich denke, es wäre sinnvoll, einige Aspekte zu trennen. Bspw. die Schuldthematik von dem, was aktuell ganz einfach zu beobachten ist. Die Frage nach dem, was war vs. den aktuellen Zustand. Ja, es ist alles sehr miteinander verwoben, aber festzuhalten ist: Da ist ein Kind mit erheblichen Problemen. Wo die Familie lange auf die ihr erdenkliche Art und Weise versucht hat, die Situation zu bewältigen. Bis es nicht mehr ging und bis man sich zu dem schweren Schritt der Unterbringung entschieden hat. Dazu bleibt zu sagen: Die Ursache ist unklar, alles andere war eine völlig normale familiäre Reaktion: Es lange zu versuchen, dennoch Entlastung zu suchen. Hinerher ist man oft schlauer, aber das bedeutet doch nicht, dass man IN der Situation falsch gehandelt hat. Man wusste nur das Ergebnis nicht!


    Dann ist festzuhalten: Der Junge hat sich stabilisiert. Und wird durch einen Kontakt zum Onkel aus der Bahn geworfen. Das ist auffällig und die logische Konsequenz ist, dass der Kontakt unterbunden werden muss. Was auch immer der Grund ist (emotionale Verbindlichkeit, Missbrauch/Trauma,...), ist erstmal unerheblich. Wichtig ist, dass der Junge den Kontat zum Onkle nicht verkraftet und somit geschützt werden muss. Er kann diese Entscheidung nicht treffen, also müssen andere diese Verantwortung abnehmen.


    Was bleibt ist zu schauen, WAS aktuell nich vekraftbar ist. Wo es herkommt. Und was das Grundproblem ist.


    Soll heißen: Nur weil das Kind schon problematisch war, ist nicht grundsätzlich auszuschließen, dass AUCH im Kontakt mit dem Onkel etwas vorgefallen ist. Ich mag den Missbrauchs-Hype nicht, aber letztlich kam mir der Gedanke, dass da - zusätzlich zur vorhandenen Problematik - was vorgefallen sein könnte. Vielleicht nicht mal Missbrauch, aber halt irgendwas, was ein eh schon belastetes Kind überfordert, verschreckt,... hat. Das sollte geklärt werden (sofern möglich). Bis dahin: Keine erneute Überlastung. Und statt das Kind zu belügen: Kindgerechte Erklärung, dass das momentan nicht geht, weil es ihm nicht gut tut. Vielleicht braucht der Junge auch diese Sicherheit, dass der Onkel NICHT mehr kommt. Die Option, die Verantwortung für eine ambivalente Entscheidung (Sehnsucht nach ihm einerseits, aber auch Belastung durch "Etwas" andererseits) abgeben zu können. Sich irgendwie geschützt zu fühlen.


    Was für mich auch im Raum steht, die die Frage nach der Diagnose. Der hier genannte "Personenkreis 35" ist KEINE Diagnose. ADS allein erklärt es nicht. Epilepsie auch nicht. Es können ja durchaus auch mehrere Dinge zusammenkommen. Aber: Welche Diagnosen stehen im Raum? Welche sind diskutiert, aber verworfen worden? Und rein praktisch: was klappt mit dem Jungen gut, was ist problematisch, welche Muster im Verhalten zeigen sich?

    Viele werfen dem Onkel Missbrauch vor. Sie sind der Meinung, der Onkel ist Schuld an der (drohenden) Behinderung Deines Sohnes. Deshalb raten sie Dir, den Kontakt zum Onkel abzubrechen.

    Zitat

    Mir ist aufgefallen, dass der Onkel von selbst eigentlich kaum nach meinem Sohn fragt. Für die Konferenz am Mittwoch wurde mir nichts gewünscht. ZB Kraft, gute Ergebnisse, etc. Nichts.

    Warum bist Du nicht froh, dass er sich nicht mehr bei Dir meldet? Er hat im Grunde genommen das von sich aus gemacht, wozu andere Dir geraten haben. Er hat sich stillschweigend aus Eurem Leben verabschiedet.




    Ich bin inzwischen der Meinung, man sollte die Schuldfrage genau differenzieren, weil es unrealistisch ist, sie zu überwinden.

    @ LichtAmHorizont

    Zitat

    Ich würde daher auch den Kontakt vorerst unterbinden.

    Das ist unnötig, weil der Onkel sich schon stillschweigend von selbst verabschiedet hat.


    Vermutlich kennt er die Mutter mit ihren Schuldgefühlen gut genug, um zu wissen, dass sie ihm insgeheim die Schuld für das ganze Desaster gibt.

    Zitat

    Nötigenfalls würde ich, falls der Sohn noch einmal nach einem Besuch des Onkels fragt, etwas erfinden, weshalb das nicht geht

    Alias braucht ihren Sohn nicht zu belügen. Sie kann es ganz ehrlich so sagen, wie sie es sieht.


    Der Onkel wird schon seine Gründe haben, warum er sich nicht mehr meldet. Warum sollte sie ihm nicht die Gründe kindgerecht nennen, die sie vermutet?

    Eines vorab und nur kurz, weil ich später in die Klinik fahre, um ihn zu besuchen.


    Der Onkel hat sich gestern Abend gemeldet, aber ich habe das Gespräch nicht entgegen genommen. Weiß also nicht, warum er angerufen hat. Ich werde ihm schreiben, dass ich im Moment keinen Kontakt haben kann, weil ich Zeit für mich brauche. Unser Kontakt ist zu eng gewesen und braucht einer Pause.


    Für mich bleibt es nach wie vor ein Rätsel, warum mein Sohn nach dem Besuch derart in alte Verhaltensmuster gefallen ist, wie es jetzt aktuell der Fall ist. Und vor allem: warum hält es so lange an? Der Chefarzt sagte, das wäre auch eher untypisch für ein Trauma. Deshalb sind wir alle so ratlos. ":/


    Am besten passen tatsächlich die Ausführungen von Individualist. Weil ich das irgendwie nachvollziehen kann und es zum Charakter des Onkels passt.


    Er hat meinen Sohn sehr vereinnahmt und mich oft weggeschubst und vielleicht gefiel das meinem Sohn nicht. Aber jetzt muss ich alle Gedanken von mir abwenden, denn es soll ein schöner, möglichst entspannter Besuch werden nachher.

    Zitat

    Und vor allem: warum hält es so lange an? Der Chefarzt sagte, das wäre auch eher untypisch für ein Trauma. Deshalb sind wir alle so ratlos. ":/

    Das verstehe ich ja nun rein gar nicht, muß man wohl auch nicht, denn ein Traum hält GERADE lange an. Es hält für ewig an, wenn man es nicht durch Aufarbeiten in Schach halten und erträglich machen kann.

    Die Profis sagen, dass die Reaktion auf den Besuch für ein Trauma zu lange anhält. Es flaut halt irgendwann wieder ab. Aber bei meinem Sohn scheint es im Gegenteil immer schlimmer zu werden.

    Nur weil der Beitrag hochtrabend und in gutem Deutsch formuliert ist, heißt es noch lange nicht, dass der Inhalt stimmen muß.


    Ich sage das nur, weil viele jetzt meinen, so müsse es sein...


    Nicht unbedingt. Nicht jedes Kind, was "von Waschlappen" betreut wird, rastet aus und bekommt ADS-Symtome...

    Zitat

    Ich sage das nur, weil viele jetzt meinen, so müsse es sein...

    Ich selbst gehöre nicht zu denen, die das meinen. Und so wollte ich es auch gar nicht verstanden wissen. Es ist eine aus Erfahrung und dem Versuch der Einfühlung in das Kind entstandene Hypothese, mehr nicht. Wir können hier alle nur mutmaßen.