Mein Sohn glaubt er ist depressiv

    Depressionen waren/sind in der Familie meiner Frau keine Seltenheit. Mein Schwiegervater, den ich kaum kannte, da er früh verstorben war, und mein Schwager waren beide in Behandlung. Mein Schwager ist alleine und völlig lebensunfähig.Er wohnt zur Zeit in einem Obdachlosenheim. Meine Frau hat kein Kontakt mehr zu ihm, ich eher sporadisch. Letztendes bin ich der Einzige mit dem mein Schwager gelegentlich mal kommuniziert.

    Sicher bekommt mein Sohn in Gesprächen hier im Hause von der Situation mit. Er ist siebzehn Jahre alt. Großes Problem ist bei ihm schon immer gewesen: selbstständig zu lösende Aufgaben auch zu erfüllen. Das war in der Grundschule auch schon so, er hat es einfach nicht getan. Gerade jetzt wo ich Homeoffice habe und mein Sohn auch zuhause ist, bekomme ich alles mit. Mein Sohn hat einen Plan gemacht, in dem alles genau aufgeführt ist wann was zu machen ist. Natürlich hält er sich nicht an dem Plan. Letztens kam in einem Gespräch mit meiner Frau das Thema auf, in der Depressionen als Ursache für seine Unfähigkeit seine Aufgaben zu erfüllen gemacht wurde. Er ist in der Oberstufe und die Defizite sind kaum noch aufzuholen. Er hat Kontakt zu Gleichaltrigen, die er sehr schätzt. Zusammen mit Freunden unterhält, er einen YouTube Kanal, der eher schleppend erfolgreich ist, manche Sachen die die da machen sind wirklich pfiffig andere eher peinlich. Aber sobald er sich an Hausaufgaben usw. setzen muss, ist das nicht möglich, da er dabei Depressionen bekommt. In meinem Elternhaus waren Depressionen kein Thema, sowas gab es einfach nicht. Ich erkenne mich selbst aber in ihm wieder: Ich habe meine Hausaufgaben auch nie gemacht aber ich war auch nicht in der Oberstufe. Den Hauptschulabschluss habe ich eben nebenbei absolviert. Wenn ich im Internet mich nach "Depressionen erkennen" erkundige, trifft alles auf meinem Sohn zu, aber ich denke das wird für die meisten 17-Jährigen so sein.

  • 6 Antworten

    Grundsätzlich ist einer Depression das Alter egal, ob dein Sohn wirklich depressiv ist wird nur ein Facharzt oder Psychologe beurteilen können. Hier noch was zur genetischen Komponente

    https://www.neurologen-und-psy…en/depressionen/ursachen/


    Ich würde aber Mängel oder eine Unterfunktion der Schilddrüse abklären lassen, denn auch diese können für Depressionen verantwortlich sein.

    Für die Unfähigkeit sich länger auf ungeliebte Sachen zu konzentrieren könnte auch eine bis lang unerkannte ADS Erkrankung schuld sein http://www.adhs-deutschland.de…ohne-Hyperaktivitaet.aspx

    Danke für eure Antworten, wir werden uns sicherlich professionelle Hilfe ranholen müssen. Ich habe auch vorhin versucht mit ihm ein Gespräch zu beginnen, da hat er sich kategorisch nicht drauf eingelassen. Er lügt auch, er sagte er hätte heute Vormittag bis 11.00 Uhr Onlineunterricht gehabt, er saß aber schon um zehn Uhr im Wohnzimmer, vorher war er noch wer weiß wie lange noch in der Badewanne. Vielleicht bin aber auch ich derjenige der alles zu verbissen sieht.

    Lieber Pappnas,


    Sich professionelle Hilfe holen ist tatsächlich eine gute Idee, aber es scheint mir auch wünschenswert, im Familienkreis über Probleme zu reden. Offen über Schwierigkeiten reden trägt auch zum geistigen Wohlbefinden bei. Ausserdem suchen sich im Moment viele Menschen Unterstützung von einem Psychologen oder Psychotherapeuten. Die Wartelisten sind dementsprechend ziemlich lange. Sie werden damit rechnen müssen, dass es einige Zeit dauern wird, bis ihr Sohn eine Therapie beginnen kann.


    Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Mut und Erfolg.

    Pappnas schrieb:

    Aber sobald er sich an Hausaufgaben usw. setzen muss, ist das nicht möglich, da er dabei Depressionen bekommt.

    Welches Kind/Jugendlicher mag schon gerne Hausaufgaben und macht diese mit Spass und Freude? ]:D


    Also, Hausaufgaben und Schule sind Dinge die sind eben nicht schön, doof und machen keinen Spass. Auch 17 jährige haben nicht alle Lust und Laune auf Schule, Hausaufgaben. Das ist finde ich ganz normal, das kennt jeder aus seiner Schulzeit.


    Für mich liest es sich nicht wie Depression, sondern einfach eher keine Lust auf Schule.


    Wäre er Depressiv würde er auch seine Freunde und seine Hobbys vernachlässigen, weil die Motivation dazu fehlt.


    Und ja, wenn man Depression googelt, passen die Symptome ja auf fast jeden.


    Zitat


    er einen YouTube Kanal, der eher schleppend erfolgreich ist, manche Sachen die die da machen sind wirklich pfiffig andere eher peinlich

    Ist doch cool


    Hat er auch einen Twitch Account?


    Dann würde ich ihn da ein bischen ermutigen und vielleicht unterstützen bei seinem Hobby.8-)

    Wichtig ist das ihr eben nicht den Kontakt zu ihm verliert und auch etwas Interesse an seinem Hobbys zeigen solltet.

    Professionelle Hilfe scheint mir auch sinnvoll.


    Darüber hinaus fällt mir eine gewisse "Blockade" auf, wenn es um Leistung geht. Selbstschutz aus Angst vor Versagen? Reflektiere bitte mal Deine Haltung (auch die indirekte) und Deine Erwartungen, was die Leistungen Deines Sohnes angeht. Da klingt eine gewisse Härte durch; gepaart mit etwas Abfälligkeit. Interessiert, warmherzig und aufrichtig besorgt klingt anders - und vielleicht scheitern genau dewegen Gespräche mit Deinem Sohn.