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    Tja, ob das auch so UNVORSTELBAR hoher Maß ist?! Viele (nicht Pädophile) machen das mehr oder weniger auch freiwillig.

    Gut, das ist wahr, da bin ich selbst in die Projektionsfalle gerannt. ;-) Allerdings geht es ja nicht nur um Sex, sondern überhaupt um die Empfindung einer ganz bestimmten Nähe, die man sich versagen muss. Und ich muss gestehen, dass es für mich persönlich ausgesprochen schwierig wäre.

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    Ihr denkt zuviel in Schubladen

    Tequilafloh hat die Erfahrung gemacht, dass jemand ein Kind missbraucht hat, obwohl die eigene Lebensgefährtin ihm hundertprozentig vertraut hat und er sich bewusst war, dass es nicht in Ordnung ist, einem Kind auf eine bestimmte Art zu nah zu kommen. Da sehe ich in dem Moment bei ihr kein Schubladendenken, wenn sie sagt: Sicher sein kann man sich halt nie. Ich selbst habe auch schon Dinge getan, auf die ich überhaupt nicht stolz bin - und deren Konsequenzen ich für den Moment so vollkommen verdrängt habe, dass ich es im Nachhinein selbst nicht fassen konnte. Ich glaube, dass Du Marco sehr vertraust, und ich glaube nach dem, was Du gelesen hast, auch, dass er es verdient hat. Trotzdem muss und darf jeder für sich abwägen, ob er einem pädophilen Freund traut oder ob es für ihn das Ende der Freundschaft bedeutet, so schmerzhaft, scheußlich und im Endeffekt sogar kontraproduktiv das sein mag.

    @ LichtKristallxX

    Ich würde meine Hand für ihn ins Feuer legen oder denkst du jemand, der ein Missbrauchstäter ist, wird sich outen? Warum sollte er dieses "Risiko" eingehen? Oder denkst du, dass jemand, der ein Kind missbraucht, einen so öffentlichen Kampf führt?


    Ich glaube es nicht.


    Und letztendlich habt ihr recht: es geht auch um einen Vertrauensvorschuss. Darum geht es immer im Leben. Und ich kann verstehen, dass für "euch" dies zuviel wäre, für mich eben nicht, weil ich es einfach weiss. Aber das könnt ihr nicht nachvollziehen, weil ihr mich nicht kennt und auch meine Freundschaft zu einem pädophilen Mann nicht.


    Dennoch und ich muss euch das SEHR zugute halten, seid ihr alle sehr offen...


    Vielleicht ist dieser "Schritt" zuviel verlangt und eigentlich wollte ich die Diskussion gar nicht darauf rauslaufen lassen... und ich will euch auch gar nicht bekehren oder überzeugen... ich wollte nur diesen Denkanstoss geben und einfach sagen: JA, ich vertraue einem pädophilen Mann zutiefst.


    Irgendwo stand hier nochmals etwas davon, dass man doch, wenn man missbraucht wurde, nicht so etwas verstehen kann.


    Nochmal: ich bin Missbrauchsopfer. Ich habe 15 Jahre Therapie gebraucht, um halbwegs normal leben zu können und dennoch oder vielleicht gerade deswegen kann ich sagen: nicht alle, die diese Neigung haben, werden auch ein Kind missbrauchen.


    ...


    Ich werde damit das Thema "Freund" und "anvertrauen" lassen. Es war vielleicht tatsächlich ein Schritt zu weit...


    denn, um ehrlich zu sein: DANKE, dass ihr überhaupt soviel Toleranz besitzt, dass ihr euch die Seite angesehen habt und, dass ihr euch meine Meinung angehört habt.


    Ich handle nicht in Marcos Interesse, sondern in meinem eigenen. Mich durchtreibt ein unfassbarer Gerechtigkeitssinn und zwar in jeglicher Hinsicht und auf viele Themen bezogen und der kommt auch hier zu tragen. Ich handle in meinem eigenen Interesse und nach meinen Masstäben und Idealen.


    Ich dachte nur, dass die Seite von Marco und auch er als Mensch ein gutes "Beispiel" sein kann... ich hätte dieselbe Diskussion auch ohne die Erwähnung dessen führen können.


    Ich hoffe, damit alle Missverständnisse aus den Weg geräumt zu haben- ansonsten fragt einfach.


    Ich bedanke mich auf jeden Fall, denn ich finde, ihr seid schon viel offener als viele, viele Menschen überhaupt jemals in ihrem ganzen Leben sind/sein werden.

    @ :)

    @ tränentaucherin.

    ich wollte dir wirklich nicht zu nahe treten. @:)


    ich finde es gut, wie du damit umgehst. ich könnte das nicht, weil ich diese urvertrauen in menschen nicht habe. ganz krass gesagt, vertraue ich noch nicht mal meiner mutter zu hundert prozent. frag mal angehörige von straftätern. jeder hätte dir vor der straftat gesagt: ich vertraue ihm/ihr 100%. ;-)


    ich wünsche dir von ganzem herzen, das dein gegebenes vertrauen, nie entäuscht wird. @:)


    ich wollte nicht so hart sein, aber es ist halt auch ein sehr emotionales thema.

    @ tequilafloh

    ja, emotional... du ahnst nicht, wie emotional dieses thema mal für mich war... ich habe mich fast aufgegeben in meinem kampf GEGEN Pädophile. Ich war die grösste Hetzerin, ich habe es als Hohn gesehen, dass die etwas von "Liebe" schwafeln, ich dachte, alle Pädophile seien ungebildet und sozial inkompetent... ich habe gegen alle gekämpft und hätte sie am liebsten alle auf einem elektrischen Stuhl gesehen-


    Gerade deswegen kann ich aber heute meine Sicht so klar vertreten und dahinter stehen.


    Ich kenne nämlich die GEGENseite zur Genüge...

    Zitat

    Ich würde meine Hand für ihn ins Feuer legen oder denkst du jemand, der ein Missbrauchstäter ist, wird sich outen? Warum sollte er dieses "Risiko" eingehen? Oder denkst du, dass jemand, der ein Kind missbraucht, einen so öffentlichen Kampf führt?

    Nein,damit hast Du sicherlich Recht. Aber auch Marco ist nur ein Mensch-Menschen sind nicht unfehlbar.


    Was ist,wenn er sich mal wirklich in ein Kind verliebt?


    Bitte nehme diese Fragen nicht als abwertend oder dergleichen auf-so sind sie definitiv nicht gemeint.


    Ich würde es nur gerne alles verstehen können,aber ich denke,dass kann man letzlich gar nicht.

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    Was ist,wenn er sich mal wirklich in ein Kind verliebt?

    Was soll dann sein? Das hat er schon und? Er hat das Kind nicht missbraucht...


    Dann wird man wahrscheinlich eher Abstand halten, sich in der Gegenwart des Kindes noch mehr reflektieren und das war´s dann. Ich weiss nicht, wie er sich genau verhalten würde (ich habe ihn nie konkret gefragt), aber bestimm würde er nicht über das Kind "herfallen"!


    Ein nicht-pädophil empfindender Mensch würde das doch auch nicht tun und NUR, weil ein pädophil-empfindender Mensch sexuelle Kontakte nicht leben kann, unterstellt man ihm sofort, dass er sich nicht unter Kontrolle hat?


    Natürlich haben sie auch eine Sexualität, auch, wenn sie diese anders leben müssen (nur mit sich selbst)... aber nicht bei allen dominiert sie diese.


    Verstehst du?


    JA, Pädophile missbrauchen Kinder, darüber müssen wir bei Gott nicht streiten, aber es sind eben nicht alle so. Und das darf man bitte einfach nicht vergessen.


    Ich möchte auch nochmal drauf hinweisen, dass ICH nicht pädophil bin und deswegen auch nicht all eure Fragen diesbezüglich beantworten kann. Ich bin hier nur als Mensch. Nur als jemand, der erlebt hat, dass es auch anders geht und, den das zutiefst berührt hat und den der Mensch dahinter berührt...

    Bei mir musst du dich nicht bedanken. So spezifische Fragen bezüglich Pädophilie kann ich eben leider auch nicht beantworten. Aber du könntest die Frage auch in Marcos Gästebuch oder ihm per Mail stellen. Obwohl ich nicht weiss, ob du da nicht zuviel Berühungsängste hättest....Er ist dafür auf jeden Fall offen. Das weiss ich.


    Ich kann hier nur als Mensch schreiben.


    Ich bin auf jeden Fall beeindruckt von soviel Offenheit- habe ich nicht erwartet... nach dem, was ich vor meinem ersten Post hier las.


    :)^

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    Ich werde damit das Thema "Freund" und "anvertrauen" lassen. Es war vielleicht tatsächlich ein Schritt zu weit...

    Ich bin froh, dass Du darüber etwas geschrieben hast. Mich hats mit ganz schön neuen Gedanken konfrontiert und eine ganz andere Dimension von Auseinandersetzung mit dem Thema in Gang gesetzt. Nicht durchgehend angenehm, und vermutlich schlafe ich heute oder überhaupt die nächsten Tage komisch, aber ich bin froh darüber, dass Du es so direkt auf den Tisch geknallt hast. Hat einige meiner Antworten, die ich zu haben glaubte, ganz schön durcheinandergerüttelt, und ich bin gespannt, was sich daraus entwickeln wird. Von mir also ein Danke an Dich zurück.

    Wisst ihr, es ist einfach so, dass jeder mit einem Pädophilen zu tun haben kann. Es sind ja nicht alle kernpädophil (nur auf Kinder ausgerichtet). Viele sind verheiratet und haben Kinder... und sind sekundärpädophil. Einige arbeiten im sozialen Bereich- vielleicht hattet ihr also schon mal mit einem Pädophilen zu tun und habt es nicht mal gemerkt, weil er sich nicht outen darf und gleichzeitig nie einem Kind etwas getan hat...


    Was ich noch gerne sagen möchte: ich habe mal sehr intensiv nach Therapeuten für Pädophile gesucht (nicht für Marco, sondern für andere junge Pädophile)... ich habe da viel Zeit invenstiert und ihr könnt euch nicht vorstellen, was ich erlebte...diese Pädophilen suchten vor allem Hilfe, weil sie durch die Stigmatisierung und der ewigen Geheimhaltung unter Depressionen und sozialen Ängsten litten.


    Aber ich habe KEINEN EINZIGEN Therapeuten gefunden, der sich bereit erklärt hätte, mit jemanden, der pädophil ist, aber bisher NIE straffällig wurde, zu arbeiten...


    Ja, es gibt die Charite, aber nicht jeder kann und will sich da hinwenden. Es muss doch auch Therapeuten geben, die mit solchen Menschen arbeiten.


    Ich war so entsetzt. Ich wurde selbst angefeindet und erlebte eine Unverschämtheit nach der anderen... dabei habe ich Pädophile erlebt, die aus psychiatrischen Einrichtungen geschmissen wurden, nachdem sie sagten, sie seien pädophil. Sie schrieben zig Therapeuten an und bekamen nur Absagen... obwohl keiner von ihnen je straffällig wurde.


    Und wo bleibt hier der Opferschutz? Denn der ist nur gegeben, wenn die "potentiellen Täter" Hilfe bekommen. Ich bin mir mittlerweile ganz sicher, dass einige, die später Täter werden, Hilfe suchten und keine bekamen.


    Ich vertrete prinzipiell die Ansicht, dass jeder Pädophile sich in Therapie begeben soll, nicht, um seine Pädophilie loszuwerden, das geht ja sowieso nicht, aber einfach, um zu lernen, sich zu reflektieren und aufmerksam und bewusst zu sein und bleiben.


    Aber soviele auch noch so junge Pädophile leiden schon unter massiven psychischen Begleiterscheinungen und keiner will ihnen helfen. :-|


    Mich hat das ganz verzweifelt gemacht... wie kann man denn jemanden, der Hilfe sucht, ablehnen, "nur", weil er pädophil ist? Gerade Psychotherapeuten sollten doch einem Hilfesuchend immer zur Verfügung stehen... vielleicht kann nicht jeder mit so einem "Thema".- aber es waren hunderte, die manche Betroffenen anfragten.


    Ich bekam auch von Organisationen nur freche Antworten.


    Und dabei war die Pädophilie gar nicht der Grund, warum diese Männer Therapie wollten. Sie wollten sie, weil sie unter Depressionen, sozialen Ängsten, Suizidgedanken, Suchtproblemen litten...


    Und da sass ich oft wütend und auch wirklich traurig da und dachte: in welcher Welt lebe ich eigentlich?


    ...


    Das wollte ich euch einfach noch sagen, weil es auch wieder zeigt, wie weit die "Hetze" geht...

    @ Shojo:

    Dass du komisch schläfst wegen mir und meinen Ansichten tut mir leid,


    aber ich wünsche euch allen dennoch jetzt eine gute Nacht!