Je nachdem wo ihr wohnt, gibt es in allen grösseren Städten "Schmerzkliniken" bzw. "Schmerzzentren".


    Z.B. dieses hier


    http://www.schmerzmedizin.berlin


    Aber wie gesagt, ähnliches gibt es sicher auch an anderen Orten. Dort sind erfahrene Mediziner, die sich sicher auskennen und guten Rat haben. Allerdings muss der Patient auch bereit sein, diesen Rat anzunehmen.


    Und hiermit bin ich beim zweiten Teil meiner Antwort auf deinen Eingangsbeitrag:


    Es gibt immer einen, der macht.


    Und


    Es gibt immer eine / einen, der mit sich machen lässt.


    Ich kann mir gut vorstellen, dass sich in deiner Familie, also auch zwischen dir und deinem Vater, ein erstaunliches "Spiel" entwickelt hat. Dies Spiel ist natürlich weder lustig noch spassig, aber es hat etwas sehr Manipulatives. Dein Vater macht mit dir. Er erregt Mitleid, aber auch viel Handlung und Hektik. Aber du lässt auch mit dir machen, also du wirkst dann auch mitleidig und rotierst in hilflosen Versuchen, deinem Vater zu helfen. Du wirkst aber auch wieder auf den Vater zurück, denn er merkt, dass er viel Erfolg mit seinem Verhalten hat. Ich meine das überhaupt nicht wertend! Natürlich ist es lieb und nett von dir, dass du deinem Vater helfen willst. Es ist aber die Frage, ob es auf diese Weise erfolgversprechend ist. Selbstverständlich läuft das auch nicht bewusst und vorsätzlich ab, sondern auf anderen Ebenen.


    Zusammenfassend sage ich:


    Holt euch nochmals einen ärztliche Meinung in einem der erwähnten Schmerzzentren.


    Überprüft aber auch das Verhalten der Familienmitglieder untereinander.


    Du kannst niemand anderes ändern.


    Du kannst nur dich ändern.


    Aber dann muss der andere darauf reagieren.

    Wende Dich an die Krebsliga (gibt es in D sicher auch). Dort bekommt man Hilfe, sowohl als Patient, als auch als Angehörige. Es hat geschulte Leute dort, die einen "dort abholen, wo man gerade ist". Ferner gibt es x Broschüren und Hefte, die man kostenlos bekommen kann. Diese behandeln jeweils einen Themenkreis, welcher für den Betroffenen gerade aktuell ist.


    MIR hat der lose Kontakt zur Krebsliga sehr geholfen, "meinen" Krebs einzuordnen... denn selbst dann, wenn er entfernt wurde und man alle Nachbehandlungen hatte, bleibt die "tickende Zeitbombe" im Körper.


    Mit dieser Zeitbombe muss man leben lernen - und man kann es auch. Mir hat ein Psychiater dabei geholfen, der von der Krebsliga vermittelt wurde. Die Konsultationen wurden von der Krankenkassen anstandslos übernommen. Wird in D auch so sein.


    Dein Vater braucht dringendst Hilfe psychologischer Art - IHR (als Familie) könnt das nicht leisten, denn Ihr seid auch Betroffene.

    Entschuldigt, dass so lang keine Antwort kam. Mir ging es selbst nicht gut - bin aber nun wieder vollkommen da.


    Der Zustand wird immer schlimmer und jetzt die 3 Tage ist es wieder so schlimm, dass ich mich wieder ans Forum wende, um meine Gedanken frei zulassen und mich auszukotzen..


    Er redet seit 3 Tagen nicht mehr mit meiner Mutter und mir. Sie ist heute in die Heimat geflogen - als ich allein mit ihm war, hat er mir dann folgende Dinge gesagt:


    Er will sich scheiden lassen und ausziehen. Keiner interessiert sich für ihn und keiner fragt wie es ihm geht. Er sei uns egal und ich als Tochter würde ihn schon seit Jahren extrem schlecht und wie Dreck behandeln. Ich habe ihm oft gesagt, dass er mit diesen Worten mein Herz bricht und ich unglaublich verletzt bin. Darauf hin meinte er, ich sei zu stur es verstehen zu wollen und keiner würde sehen wie sehr er unter diesen schlimmen Umständen leidet.


    Darauf hin habe ich ihm gesagt, dass ich ihm nicht vor die Knie fallen werde und ihm Mitleid schenken werde, da er der Grund ist wieso wir uns hier alle Tag ein Tag aus Gedanken machen und wieso meine Mutter so viel arbeiten muss.


    Er hat dann alles umgedreht und gemeint: Ja, deswegen zieh ich aus, ihr seid ohne mich besser dran.


    Alles in einem, muss ich ehrlich sagen, dass ich ihn nicht wieder erkenne und er Entscheidungen trifft, die er mit so viel Genuss und Offenherzigkeit sagt, dass ich langsam glaube er will wirklich, dass ich weine und traurig bin.


    Ich habe für mich persönlich eine Entscheidung gefällt und zwar, dass ich mich nicht mehr opfern werde und einmischen werde.


    Er ist krank, ja. Ich bin in dem Zusammenhang auch eine sehr schlechte Tochter. Aber ich kann nicht mehr. Es macht mich krank. Ich kann so nicht leben und ich habe lange kein Glück mehr im Leben gespürt. Ich werde ihm nichts ausreden, aber ich werde ihm auch nicht zustimmen. Er ist alt genug um zu entscheiden was er will und wenn er jetzt die Familie spalten möchte, dann kann ich leider nur zuschauen wie wir alle auseinander gerissen werden, weil ein Mensch so psychisch am Ende ist und keine professionelle Hilfe annehmen will.

    Zitat

    Er ist krank, ja. Ich bin in dem Zusammenhang auch eine sehr schlechte Tochter. Aber ich kann nicht mehr. Es macht mich krank.

    Du bist keine schlechte Tochter. Er verlangt von euch allen mehr, als ihr geben könnt.


    Wäre er ein guter Vater und Ehemann würde er zusehen, dass er euch ein wenig Last von den Schulter nimmt.

    Zitat

    Ich bin in dem Zusammenhang auch eine sehr schlechte Tochter.

    Mit welcher Begründung sollst Du das sein? %:|


    Sagt ER das oder Du?


    Hoppelihopp, Krebs ist eine üble Sache, aber rein sachlich gesehen hat Dein Vater doch Glück im Unglück gehabt, denn Du schreibst doch schließlich selbst:

    Zitat

    Der Krebs steckt in ihm, ist aber nicht ausgebrochen, wird weder Schmerzen bereiten noch irgendwelche Probleme machen. Es kann sein, dass er in 20 Jahren vielleicht ausbricht, oder er bleibt für immer eingeschlossen - aber dem Ende geweiht sei mein Vater nicht.

    Wenn er wieder mal mit Vorwürfen ankommt, dann darfst du ihm mal ruhig mal die Gegenfrage stellen, was ER denn bisher für sein Wohlergehen getan hat. Psychlogische Hilfe konsequent ablehnen und sich selbst vorzeitig aus der Klinik entlassen könnte man zwar mit Verdrängungstaktik erklären, aber irgend einen Ratschlag werden ihm die Ärzte doch mit auf den Weg gegeben haben. Wurden außer der Psychotherapie noch andere Dinge vorgeschlagen, Medikamente, gesunde Lebensweise, Sport, was auch immmer? Und hat er in der ganzen Zeit wenigstgens etwas davon in die Tat umgesetzt?

    uffi.


    ihr seid da gerade alle drei in einer ziemlich üblen situation.


    dein vater: schmerzen. krebsdiagnose. kein job.


    du: willst dein eigenes leben leben. aber bist dann auch noch in der tochterrolle gefangen, und die tochter will ja helfen.


    deine mutter auch verzweifelt.


    ich denke dein papa ist vielleicht gerad ein wenig verbittert über das leben, das ihm da gerad so ein paar streiche spielt....rückenweh, dann verlust der arbeit, was ja für einen mittfünfziger jetzt auch nicht gerad so einfach sein wird, das wird ihm da ja auch das gefühl gegeben haben zu nix mehr gebraucht zu werden, und dann die krebsdiagnose.


    ich würde auch sagen psychologe, aber er will nicht.


    dann würde ich mir umgekehrt hilfe holfen, und zwar dass du und deine mom zum psychologen geht, der euch vielleicht erst mal wieder aufbaut und auch tipps geben kann, was ihr für euren papa tun könnt.


    bindet ihr ihn denn ein? dass er sich vielleicht mehr gebraucht fühlst. keine ahnung. kleine projekte. papa, mein auto ist kaputt, kannst du mal schauen? oder: papa, ich würde gerne mal walken gehen, aber ich will nicht alleine weil es mir keinen spass macht, kannst du mich begleiten?


    dass er etwas abgelenkt wird von seinen gedanken, und vielleicht das gefühl hat, wieder gebraucht zu werden.


    oder wenn er es trotz der schmerzen tun kann, ein ehrenamt? oder du fängst ein hobby an und überträgst das dann heimlich still und leise an ihn? oder etwas dass deine mom und er zusammen machen koennen? vielelicht einen hund? so dass dein papa gezwungen ist spazieren zu gehen was dann seiner wirbelsäule wieder gut tut?


    also irgendeien aufgabe, durch die blume aufgedrückt.


    gesellschaftsspiele? mal ein ausflug? macht ihr sowas?


    ist schwer, ältere männer koennen SO STUR sein. da muss ma so sanft in den arsch treten.


    so eine krebsdiagnose ist blöd. kann da deinen vater auch irgendwie verstehen. will er denn darüber reden?

    Liebe HoppeliHopp123,


    wenn du eine professionelle Helferin wärest, also etwa Feuerwehrfrau, Sanitäterin, Rettungsschwimmerin, wirst du lernen, dass erstmal du selbst sicher sein musst. Es nützt gar nichts, einen ertrinkenden Menschen retten zu wollen, ohne es wirklich zu können. Dann ertrinken nämlich zwei Menschen.


    Deshalb meide Menschen, die dich körperlich oder auch mental mit in die Tiefe ziehen wollen. Auch wenn dein Vater aus seiner Sicht irgendwelche Gründe hat, professionelle Hilfe zu verweigern und damit mental Selbstmord begeht, wärest du keine gute Tochter, wenn du mit ihm in die Hölle fährst.


    Mein Mitgefühl ist nur gering, wenn ein Mensch sein Leid selbst wählt oder verstärkt. Und das tut dein Vater.

    Zitat

    Er ist krank, ja. Ich bin in dem Zusammenhang auch eine sehr schlechte Tochter.

    Wäre ein Feuerwehrmann ein schlechter Helfer, wenn er sich zurückzieht, weil das Opfer unbedingt im brennenden Haus bleiben will? Wenn er mitverbrennt, wird er von seinen Kumpels nachträglich als Held verehrt. Moralisch ein hilfloser Versuch, Un- oder Leichtsinn schön zu reden.


    Falle nicht auf diese falsche Moral herein. Du bist auf dem richtigen Weg, gewinne mentalen Abstand um dich selbst zu retten. Logisch, dass es schmerzt, wenn ein geliebter Mensch leidet. Aber mit ihm zu leiden, hilft doch keinem.

    das was dein Vater tut ist emotionale Erpressung und unglaublich egoistisch- deine einzige Aufgabe ist es dich selbst davor zu schützen! wenn er psychologische Hilfe ablehnt ist das seine Sache aber er soll euch nicht ständig ein schlechtes Gewissen einreden und sich in der Opferrolle suhlen - und das solltest du ihm irgendwann auch sagen.


    1. dein Vater hat eine somatoforme Störung die er nicht behandeln lässt, dafür lässt er alles an euch aus, mach dir das bewusst.


    2. such dir selber einen Therapeuten damit du über diese Belastung mit jemand professionellen sprechen kannst.


    3. wenn du noch zu Hause wohnst - zieh aus! schaffe räumliche und emotionale Distanz.

    Danke erstmal für eure Worte und eure Hilfe. Ich weiß gerade einfach nicht mehr weiter. Langsam entwickelt sich so ein Gefühl in mir, dass es vielleicht doch gut wäre, wenn wir auf Abstand gehen..aber dann weiß ich, dass er sich noch mehr in sein tiefes Loch vergraben wird. Heute hat er wieder angefangen über das Leben ohne uns zu sprechen, dass er den Hund mitnehmen will und dass wir dann ja eine Sorge los seien. Meine Mutter ist im Ausland, sie ist für 2 Wochen geflohen, weil es sie so erdrückt hat. Versteh ich und ich habe es auch als gut empfunden. Heute hat er ständig gesagt, dass wir ihn immer ignorieren, ihn alles alleine machen lassen und ihm nie helfen. @annabanani So viel dazu, dass wir ihn einbringen sollen... :( Er will nichts mehr machen. Das Spazierengehen mit dem Hund lehnt er komplett ab, die Wohnung will er nicht mehr machen, weil er meint, dass ihm keiner hilft. Meine Mutter und ich sind 50Std weg in der Woche - aber trotzdem wollten wir ihm oft helfen, aber dann kommt wieder, dass wir ihm ja nur aus Mitleid helfen würden. Alles in einem - ist es einfach immer alles falsch was wir tun.


    Er hat heute so oft gesagt, dass er endlich will, dass der Krebs ihn tötet. Dass ich keine Ahnung habe wie schlecht es ihm geht und wie grausam es ist immer mit Schmerzen aufzuwachen und einzuschlafen. Er hat gesagt, dass er will, dass ein Auto ihn überfährt, aber es passiert einfach nicht.. und das alles, weil ihn keiner unterstützen würde. Weil er keinen Platz mehr in dieser Welt hat.


    Ich bin ja nicht auf den Kopf gefallen.. für mich ist es ganz klar eine Art der Depression in die er gerutscht ist. Natürlich war es irgendwie bestimmt die Schuld meiner Mutter und mir.. aber ich kann mich nicht mehr dafür verantworten.


    Heute bin ich leider ausgerastet und habe angefangen zu schreien. Ich habe Dinge gesagt, die mir auf dem Herzen lagen, dass er eine psychische Krankheit entwickelt hat und, dass er sich in ein schwarzes Loch gebuddelt hat, das er immer weiter gräbt, statt endlich raus zu kommen.. Er hat immer wieder gelächelt und dann gemeint, dass ich keine Ahnung habe.


    Als ich gesagt habe, dass ich nicht mehr mit ihm sprechen möchte - zumindest für heute,


    ist er in der Tür stehen geblieben und hat gesagt, dass ich ja nichts anderes machen würde als am PC zu sitzen und zu schlafen. Mehr könne ich gar nicht..


    Ich bin seit 5 Jahren auf einer Fachakademie und mache dort meinen Soz.Päd.. und dann wollte ich noch studieren, aber das lasse ich... ich bin wirklich verletzt und ich weiß einfach nicht mehr wo, was wie.. Gott es tut mir so leid, dass ich euch so voll plapper :(

    du und deine Mutter, ihr habt an NICHTS schuld!!


    lass dir dein Leben nicht vermiesen, dass du endlich Stellung bezogen hast und auf Abstand gegangen bist ist normal und gesund!


    dass dein Vater darauf beleidigend und verletzend wird ist auch typisch - er möchte sich seine Depression und sein eigenes Verhalten eben nicht eingestehen.


    du kannst ihm nicht helfen, du kannst nur dir selber helfen!


    warum möchtest du eigentlich nicht mehr studieren?

    du gibst deine Zukunft auf für deine Familie die sich nicht helfen lässt....ich hoffe dir ist das bewusst, du solltest dir dringend therapeutische Hilfe suchen alleine deshalb um mit jemand Außenstehenden sprechen zu können

    Zitat

    Sie ist so überarbeitet und macht immer weiter..

    Sie hat aber immerhin erkannt, daß sie überarbeitet/überlastet ist, denn warum ist sie wohl für 2 Wochen weggefahren?

    Zitat

    und, dass er sich in ein schwarzes Loch gebuddelt hat, das er immer weiter gräbt, statt endlich raus zu kommen..

    Das ist richtig. Aber warum setzt Du Dich freiwillig zu ihm?


    Es könnte durchaus sein, daß auch Du diese Situation mal für mehrere Wochen verlassen mußt. Wenn Du nicht wie Deine Mutter wegfahren kannst, dann wäre es - zumindest für Dich - hilfreich, wenn Du auf seine Vorwürfe, daß ihr gar nichts bzw. alles nur aus Mitleid tut, mit keinem Wort mehr eingehst. Ja, ich weiß, das ist leichter gesagt als getan, aber anders wirst Du dabei zugrunde gehen.

    pu kompliziert.


    also hängen lassen könnt ihr ihn nicht. ich denke er hat sich da jetzt so reingegraben in seine rolle, dass er da nicht mehr alleine rauskommt.


    wenn ich du wäre würde ich aber mit den dingen weitermachen die du machen willst. gebe diese nicht auf!!!


    du schreibst:


    "die Wohnung will er nicht mehr machen, weil er meint, dass ihm keiner hilft. "


    was würde passieren wenn du heute zu ihm sagst: mann oh mann sind die fenster dreckig, das nehmen wir mal in angriff. ich mach die linke seite, du die rechte.


    würde er dann mitmachen?


    was mir bei meinem papa damals geholfen hat, war dass ich auch mal ein gesellschaftsspeil rausgekruschtelt habe. hab gemeint ich hab ja total vergessen wie das geht, und er soll mir das mal zeigen. ich hab ihm damals auch gesagt er soll in herzgruppen gehen, rentnergruppen, etc....nein will er nicht, nein nein nein. da sind alte männer echt stur.


    irgendwie ist dein papa da total gefangen in depression, selbstmitleid, dem gefühl nicht mehr gebraucht zu werden.


    wie reagiert er wenn du ihn mal aufforderst was zu unternehmen? z.b. eine neue Ausstellung besuchen, oder so andere geschickt getarnte dinge, keine ahnung, du glaubst der hund benimmt sich komiisch auf dem gassigang und er sol lmal mitkommen und gucken. oder was anderes in der art.


    geht er darauf ein? oder blockt er da auch ab?


    macht er überhaupt noch was? oder sitzt er nur daheim?