Meine innere Stimme quält mich - ich werde verrückt oder?!!

    Abend,


    ich habe mich mal hier angemeldet, was ich erhoffe weiss ich nicht. Ich wollte einfach mal was von der Seele schreiben. Falls es unglaublich verrückt klingen mag, dann seid gewiss so fühle ich gerade über diese Sache.


    Bin männlich 25 und habe mich vor 2 Jahren in eine tiefenpsychologische Therapie begeben.


    Meine Fragen an den Therapeuten waren: was ist mein Problem? Wer bin ich und warum bin ich derjenige geworden?


    Was ist real und was bilde ich mir ein? (Gefühle, Umfeld, Wahrnehmung, Ängste)


    Man könnte nahezu sagen ich habe meinen Therapeuthen überrannt.


    Der Grund für meine Therapie war das ich grundsätzlich unzufrieden mit mir war, mein Werdegang, mein damaliges Leben.


    Es war keine gezielte Angst, es war einfach die Problematik: Meine Innere Stimme war überzeugt das ich mir selbst im Weg stehe, das ich Ängste und Blockaden hinnehme, kampflos ohne überhaupt Chancen erarbeite / wahrnehme.


    Das ich immer dazu neige den Schwanz einzuziehen, selbst dann wenn offensichtliche Chancen vorhanden sind. Angst vor Erfolg, Angst nicht gut genug sein zu können.


    Ich habe kein Selbstbewusstsein, obwohl ich welches verdient habe. Ich bin so ehrgeizig, habe Dinge erreicht die 1000ende einfach nicht schaffen, wehleidig weil ich Dinge nicht traue die eigentlich standardgemäß sind.


    Habe Angst vor unbekannten, vor Frauen, vor meiner Krankheit. Ich kann keine Geschenke und Komplimente ertragen, ich kann mich nicht erfreuen ich werde belohnt für Dinge wo ich nicht selber fühle ich habe es verdient.


    Meine Vergangenheit


    Ich hatte kein einfaches Leben, mein Vater war nie für mich da. Mutter immer beim arbeiten, Geschwister sind zum Stiefvater. Unsere Familie ist zerbrochen. Ich bin ein gebranntmarktes Schlüsselkind, aufgewachsen in unstabilen Verhältnissen und Beziehungen.


    Wir sind oft umgezogen, so schnell wie ich Beziehungen gefunden habe so schnell habe ich sie wieder verloren.


    Ich litt sehr unter den Zuständen, ich war geblendet und glaubte davon mein Leben sei verflucht.


    Als Kind habe ich mir anmerken lassen wie es mir ging, ich habe jeden Stolz und jeden Frust heruntergeschluckt.


    Bahnte sich Trauer an habe ich meine Gefühle ausgeschalten und versucht einfach zu funktionieren.


    Ich wollte es allen beweisen, mir, meinen Eltern die mir keine gute Erziehung gaben und einfach der Welt.


    Nachdem meine verkorkste Kindheit zu Ende ging habe ich mich nur noch fokussiert auf meine Zukunft. Für andere war ich ungreifbar, Mädels die mich süß fanden hatten keinen Platz im Leben.


    Liebe und Sex wurde in meinem Elternhaus totgeschwiegen, meine Eltern haben immer das Thema mit Scham aufgefasst.


    Ich hatte nie Zuneigung und Lob erhalten. In der Schule bin ich zum Außenseiter mutiert, immer der neue, der unerfahrene, der schüchterne. Wurde öfters gemobbt und abgehärtet von mir selbst.


    Ich kann mich nicht mehr öffnen, selbst der Therapeut hatte es gespürt.


    Meine Gegenwart


    Ich habe alles in mich hineingefressen, bis ich mit 22 nicht mehr konnte, ich hatte nur noch suizid Gedanken. Krass oder? Ich bin jung, und hatte doch soviel erreicht: Guter Abitur-Abschluss, Drogenfrei, Tolle Ausbildung im deutschen Großkonzern, Work & Travel, spreche 4 Sprachen fließend, habe mich ehrenamtlich eingesetzt, habe nun meinen BA im Wirtschaftsmanegement absolviert und kann nun im kommenden Winter mein Master draufpacken.


    Von aussen betrachtet alles toll, alle loben mich, alle sagen: Was ein toller Mustersohn.


    Was niemand weiss ist alle die Sehnsüchte, Liebe, Sex, Ärger, Streit, tiefe Bindungen, mein Selbstwertgefühl, meine Wünsche, meine Träume bleiben komplett auf der Strecke.


    Fazit:


    Ich bin zu meinem Therapeuten mit der Frage wer bin ich, weil ich nicht fühlen kann ob dieses Leben für mich richtig ist.


    Er sagte das kann nur jeder für sich selbst wissen, und ich weiss es nicht.


    Ich bin echt nicht perfektionistisch, aber ich glaube meine geistige Entwicklung ist hängengeblieben irgendwo zwischen Kindheit, der Jugend und dem erwachsenen sein.


    Ich weiss nicht mehr was richtig / falsch ist, meine Vernunft sagt: Du bist 25 kein Kind mehr, der Zug ist abgefahren. Arbeite mit dem was du Hast, führt dazu das ich Angstzustände habe und mich selbst triggere.


    Meine innere Stimme sagt mir: Dein Leben ist scheisse, tue nicht so als ob dich das akademische Ansehen interessiert das hast du nur gemacht um deinen fanatischen Kindheitsplan durchzusetzen und weil du als Kind keine Möglichkeit hattest, da die Schuld und die Verantwortung bei den Eltern lag. Du bist jetzt erwachsen ! Entscheide jetzt ob du mal was erreichen willst wonach du dich wirklich sehnst, Liebe, Sex, ne gesunde leck mich am A**sch Einstellung oder du wirst dein Leben lang zwischen den Seilen hängen.


    Andere haben dich verar***t jetzt darf der immer nette Junge auch mal unartig sein.


    Abschlusswort


    Mein Therapeut sagte mir gleich ich bin so blockiert, das mein Wesen, mein Denken, mein Handeln und Tun so widersprüchlich sind, dass er mich unbedingt in der Hypnose behandeln wird. Er braucht den Zugang zum verschlossenem Unterbewusstsein, sonst kommt er nicht an mich ran.


    Ich kann mich an die meisten Sitzungen nicht mehr erinnern, war wohl zu tief in der Trance. Er meinte nach der Therapie nur, die Erfolge sind nun spürbar, mein richtiges Ich würde nun kräftiger werden und nach und nach aus mir herauskommen.


    Er ist vor 2 Monaten aufgrund hohem Alters gestorben.


    Hatte immer gedacht das mein Therapeut mich nicht versteht, seit der Halbzeit der Therapie, haben viele aus dem direktem Umfeld mich sehr oft drauf angesprochen was mit mir passiert sei, sie erkennen mich absolut nicht mehr wieder.


    Ich finde nicht das ich mich viel geändert habe, aber seit den Hypnose-Sitzungen ist da diese Stimme in meinem Kopf, die Stimme dir mir das Gefühl verstärkt: Alle Ängste und Blockaden die ich habe kann man lösen, ich stehe mir nur selbst im Weg und die Angst vor Erfolge lähmt mich.


    Leider kann ich meinen Therapeuten nicht mehr fragen.


    Wo fange ich jetzt an, welche Angst zuerst. Wer kann mir dabei helfen? %:|

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