Meine nächtliche Träume belasten mich

    Hallo,


    Ich träume nachts sehr oft, das war schon immer so, habe oft auch Albträume:-(

    In letzter Zeit wird es immer schlimmer, zB. Habe schon ein paar mal geträumt, dass meine Mutter gestorben ist und ich mich nicht verabschieden konnte. In den Traum weine ich bitterlich und bin total verzweifelt.

    Ich hab mit meiner Mutter kaum noch Kontakt. Es gibt dafür etliche Gründe, eins davon ist, dass wir knapp 12000 Kilometer von einander entfernt leben. Ich hab sie seit 6 Jahren nicht mehr gesehen und der letzte Telefonischen Kontakt war vor Weihnachten. Ich habe den Kontakt selber abgebrochen, weil sie mir nicht gut tut. Ich komme gut damit zurecht, aber, wenn ich dann sowas träume, kriege ich voll das schlechte Gewissen und mir geht es den ganzen Tag schlecht:°(

    Ich träume auch von meinem ex Freund. Ich hab ihn seit über 20 Jahre nicht mehr gesehen und ehrlich gesagt, finde ich furchtbar, dass ich von ihm träumen muss.

    Genauso so ergeht es mir, wenn ich von meinen Schwiegereltern träume. In den Traum bin ich immer total wütend und sage alles, was ich in wahren Leben mich nicht traue zu sagen.

    Meine Therapeutin meinte, das sind ungelösten Konflikten die in meinen Träume vorkommen und sie hat wahrscheinlich recht. Aber ich bin sehr Harmoniebedürftig und daher ziehe ich mich zurück oder beende lieber den Kontakt, statt meine Meinung zu sagen und mit streiten anzufangen.

    Aber leider erinnern mich meine Träume erneut daran und das macht mich fertig. Kennt jemand das auch?

  • 28 Antworten
    Abendstern33 schrieb:

    Aber leider erinnern mich meine Träume erneut daran und das macht mich fertig. Kennt jemand das auch?

    Ja, ich.
    Meine Träume sind äußerst intensiv und belasten mich nachts und leider auch tagsüber.
    Auch heute träumte ich, dass mein Vater gestorben sei. Bin einige Male total heulend aufgewacht und auch die Verlustschmerzen die ich im Traum verspürt habe, begleiten mich jetzt noch.

    Wollte mir schon immer vornehmen, die Träume aufzuschreiben.

    Abendstern33 schrieb:

    Meine Therapeutin meinte, das sind ungelösten Konflikten die in meinen Träume vorkommen und sie hat wahrscheinlich recht. Aber ich bin sehr Harmoniebedürftig und daher ziehe ich mich zurück oder beende lieber den Kontakt, statt meine Meinung zu sagen und mit streiten anzufangen.

    Deine Therapeutin hat recht. Immer wiederkehrende Träume sind der Abfall der Gedanken, die man im realen Leben leugnet, nicht wahr haben will.

    Warum meinst Du streiten zu müssen? Die eigene Meinung auszusprechen ist nicht so einfach wenn man nicht zu den Dingen steht, die bei dir so offensichtlich sind. Aus Angst davor, versuchst Du dich mit einer Harmoniebedürftigkeit selbst zu besänftigen.

    Könnte es iwie passen für dich?



    Abendstern33 schrieb:

    Ich hab mit meiner Mutter kaum noch Kontakt. Es gibt dafür etliche Gründe, eins davon ist, dass wir knapp 12000 Kilometer von einander entfernt leben. Ich hab sie seit 6 Jahren nicht mehr gesehen und der letzte Telefonischen Kontakt war vor Weihnachten. Ich habe den Kontakt selber abgebrochen, weil sie mir nicht gut tut. Ich komme gut damit zurecht, aber, wenn ich dann sowas träume, kriege ich voll das schlechte Gewissen und mir geht es den ganzen Tag schlecht

    Du hast den Kontakt zu deiner Mutter selbst abgebrochen, weil sie dir nicht gut tut.

    Da hast Du doch für dich eine gesunde Abnabelung gezogen, allerdings nur im Kopf. MMn hast Du den letzten Schritt der Entscheidung - voll und ganz dahinter zu stehen, es zu fühlen und tief in dir zu wissen es ist richtig - noch nicht angenommen.


    Zwischen der wirklichen Einheit zwischen Kopf und Psyche/Seele liegt bei dir ein Filter oder eine Scheibe, die mit der Begründung der Harmoniebedürftigkeit dafür sorgt, dass Du ständig haderst.

    Ob das sich um einen Filter oder Scheibe handelt ist egal, das wirst Du für dich sicher anders benennen - können, wenn Du damit überhaupt was anfangen kannst.


    Hier machst Du dir immer noch selbst etwas vor - ich komme gut damit zurecht, aber............


    Abendstern33 schrieb:

    In letzter Zeit wird es immer schlimmer, zB. Habe schon ein paar mal geträumt, dass meine Mutter gestorben ist und ich mich nicht verabschieden konnte. In den Traum weine ich bitterlich und bin total verzweifelt.



    Im realen Leben hast Du evtl. eine Stinkwut, bist sauer auf sie, wünscht ihr die Pest an den Hals, möchtest im Grunde das sie aus deinem Leben verschwindet - im Traum ist sie gestorben. Falls Du diesen Gedanken auch schon mal im Kopf hattest, nichts daran ist ungewöhnlich und evtl. schämst Du dich dafür und versuchst dich gleich selbst wieder mit Harmoniebedürftigkeit zu beruhigen.

    Würdest Du im realen Leben den evtl. Verlust deiner Mutter ebenso heftig betrauern, wie in deinem Traum und so bitterlich weinen?

    Ob bewusst oder unbewusst ist es gut möglich, das dir genau dieser Zwiespalt Kopf und/oder Gefühl so im Traum zu schaffen macht.


    Versuche mal für dich, hier Gedanken und das dazugehörige Gefühl zu verbinden. Iwie weisst Du es für dich, nur sträubst Du dich wohl noch, was auch normal ist. Was dir evtl. fehlt ist ein bischen mehr Mut, dich so anzunehmen wie Du bist, mit allen Facetten, Wünschen und Bedürfnissen.


    Bedenke bitte es sind meine Worte und es ist mein Beitrag, so geschrieben wie ich meine dir etwas helfen zu können. Nichts davon muss für dich passen.









    .

    Ich schreib nur mit Handy und kann nicht zitieren.

    Ja, du hast recht. Es gibt viel was ich meine Mutter sagen würde, aber mit meiner Mutter kann man nicht reden. Sobald jemand was sagt, was ihr nicht passt bricht sie in trennen aus. Sie ist immer das arme Opfer und die andere sind die Bösen>:(

    Sie würde wahrscheinlich die ganze Familie gegen mich hetzen. Wie könnte ich es was die arme, alte Mutter solche Vorwürfe zu machen.

    Ich komme aus einer Kultur wo Eltern heilig sind. Eltern machen keine Fehler, sie wollen immer nur das Beste für uns. %-|

    Abendstern33 schrieb:

    Ich komme aus einer Kultur wo Eltern heilig sind. Eltern machen keine Fehler, sie wollen immer nur das Beste für uns.

    Ja gibt es in meiner Kultur auch und die machen sich selten bis nie Gedanken darüber, ob es auch das Beste für einen selbst ist. Damit fühlt man sich gleich noch mehr als schlechter Mensch, wenn man aufbegehrt. Meistens wird erwartet, dass man sich dankbar erweist bis in alle Ewigkeit. Schliesslich haben sie ja alles geopfert, dass es einem gut geht. Versucht man trotzdem seinen Weg zu gehen, werden sie rabiat und wird automatisch zum undankbarsten Menschen. Sie selbst sind dann verbittert und enttäuscht, weil das Kind so undankbar ist und jeden Respekt verloren hat.


    Kannst Du das in etwa auch so sagen?


    Ich kann dir nur sagen, es ist sehr schwer für sich den Weg zu finden. Du bist aber schon sehr weit, sonst hättest Du diese Träume nicht. Es ist deine Seele/Psyche, die jetzt den weiteren Weg mit dir gehen will und nicht aus lauter (verständlicher) Angst zurück stehen muss. Auch wenn Du jetzt noch Zeit brauchst, was Du nicht tun solltest ist aufgeben.

    Dafür wünsche ich dir ganz viel Mut und Kraft :)*:)*:)*

    upps, zufrüh verschicktX-\

    Ich weiß es nicht, wie es ist, wenn sie mal wirklich stirbt. Als mein Vater damals starb, habe ich so gut wie gar nicht geweint. Allerdings war er schon lange krank und wollte sowieso nicht mehr leben. Auch damals hatte ich schon schlimme Träume. Ich hatte Schuldgefühle, weil ich nicht zur Beerdigung war. Es war aber wirklich nicht möglich, als er starb war meinen Sohn 10 Tage alt und ich war gerade aus dem Krankenhaus entlassen. Dennoch wurde ich noch lange Zeit in meinen Träumen gequält.

    Vielleicht hab ich genau davon Angst, dass sie stirbt, bevor es zu einer Aussprache kam. Aber wie schon gesagt, mit meiner Mutter kann man nicht reden.

    Irgendwie muss ich es mit mir ausmachen...

    Abendstern33 schrieb:

    Vielleicht hab ich genau davon Angst, dass sie stirbt, bevor es zu einer Aussprache kam. Aber wie schon gesagt, mit meiner Mutter kann man nicht reden.

    Irgendwie muss ich es mit mir ausmachen...

    Wäre ein Brief eine Option? Einer, in dem du alles was dich beschäftigt aufschreibst?

    Mir geht es genau so. In meinem Träumen mache ich oft die schlimmste Zeit meines Lebens durch. Meine Tiere sterben, oder es passiert ihnen etwas schlimmes, ich bin wieder meines Wissens wieder mit meinem Ex zusammen und komme irgendwie nicht weg, obwohl ich ihn verachte und das auch im Traum nicht will.


    Einmal gab es eine tödliche Seuche und mein Freund war in der Stadt und quasi verloren....


    Wenn da was aufzuarbeiten wäre, würde ich das ja gerne tun, aber Todesfälle/Unfälle kann man nicht rückgängig machen und meinem Ex hab ich schon vor Jahren die Meinung gesagt und mich auch aus der Beziehung befreit. Der Rest sind wohl Verlustängste, aber ich wüsste nicht wie man daran arbeiten soll.


    Also selbst wenn du beispielsweise deiner Mutter oder deinen Schwiegereltern oder deinem Ex die Meinung sagst, heißt das nicht, dass die Träume verschwinden....

    Ich habe schon viel aufgeschrieben, was mich wegen meiner Mutter beschäftigt. Es gab viele hässliche Erinnerungen aus der Kindheit. Einige diese Erinnerungen habe ich in der Therapie bearbeitet, oder zumindest versucht. Das blöde ist, dann kommen neue dazu und das Leiden nimmt kein Ende.

    Ich wäre sehr froh, wenn meinen Gefühlen für meine Mutter und auch die anderen, neutral wäre. Sie sind alle soweit weg und ich brauche sie nicht. Ich wünsche die wären mir einfach egal und ich nie wieder von ihnen träumen würde.

    Das Problem ist, dass Gefühle nicht so einfach steuerbar sind.


    Eine Demütigung die den Selbstwert und den Stolz angreift und zu Scham und Verächtung führt oder andere Arten der psychischen und physischen Verletzung werden nicht einfach auf dem Gehirn gelöscht wenn man es anspricht, oder versucht es zu verdrängen.

    Genau so sieht es mit Grundängsten wie Verlustängsten aus.


    Wie geht es dir damit die Dinge aufgeschrieben zu haben. Macht es die Träume besser, oder holt es mit der Erinnerung die Gefühle wieder mehr ins Leben zurück und verstärkt am Ende die Träume nur?

    Abendstern33 schrieb:

    Ich schreib nur mit Handy und kann nicht zitieren.

    Ja, du hast recht. Es gibt viel was ich meine Mutter sagen würde, aber mit meiner Mutter kann man nicht reden. Sobald jemand was sagt, was ihr nicht passt bricht sie in trennen aus. Sie ist immer das arme Opfer und die andere sind die Bösen>:(

    Sie würde wahrscheinlich die ganze Familie gegen mich hetzen. Wie könnte ich es was die arme, alte Mutter solche Vorwürfe zu machen.

    Ich komme aus einer Kultur wo Eltern heilig sind. Eltern machen keine Fehler, sie wollen immer nur das Beste für uns. %-|

    Man erstickt richtig, bei diesem Druck, dem Machtbolzen so einer Mutter.

    Aber genau DAS kenne ich von meiner, nur mir war es immer richtig bewußt.

    Nachts tust Du das, was Du dir tagsüber nicht zugestehst....du lässt sie sterben, weil Du es so willst. Träume sind Wünsche sagte mir mal ein Therapeut. Du willst rein emotional ihren Tod, denn diese Frau belastet Dich ja enorm. Da man aber ein großes schlechtes Gewissen bekommt, die eigene Mutter über die Klinge springen zu lassen, ist man dann in einem enormen Zwiespalt, der einem natürlich Probleme bereitet.

    Abendstern33 schrieb:

    Aber leider erinnern mich meine Träume erneut daran und das macht mich fertig. Kennt jemand das auch?

    Ich kenne das sehr gut, da ich fast jede Nacht/Morgen solche Träume habe. Darin spiegelt sich oft meine (Ur-)Angst wieder und auch Dinge, die man nicht mehr ändern kann und einen belasten.


    Die Idee, dass darin grundsätzlich ungelöste Konflikte widerspiegeln, die man nur mit genügend Enthusiasmus lösen braucht, halte ich für irreführend und unrealistisch. Ich habe das in vielen Jahren anders erlebt. Oft sind es auch prägnante oder traumatische Erlebnisse, die in diesen Träumen auftauchen. Es sind Dinge, die einen unterbewusst belasten und es auch zeitlebens tun werden. Jeder Mensch hat seine Geschichte und diese Träume sind Teil dieser Geschichte.

    Es mag Traumata-Therapien geben und wenn die Belastung zu hoch wird, sollte man das versuchen. Dennoch bin ich der Meinung, das solche Träume auch Ausdruck einer Selbstreflexion sind. Mir ist durch sie bewusst geworden, was meine Eltern alles falsch gemacht haben und daraus entstand ein reger Dialog. Trotz des offenen Umgangs mit der Vergangenheit sind die Träume geblieben.

    Was ich aber ein wenig gelernt habe: Wenn man luzide träumt kann man manche Dinge steuern und so sind viele Albträume heute Routine geworden, in denen mein Traumcharakter sehr genau weiß, was er zu tun hat. Er rennt dann beispielsweise einem Verfolger nicht davon, sondern stellt sich ihm, weil er jetzt Kampfsport beherrscht. Natürlich steht man dann früh auch nicht freudestrahlend auf, aber irgendwie ist man entspannter und die Gedanken ziehen sich nicht so in den Tag hinein.

    marblemadness schrieb:

    Die Idee, dass darin grundsätzlich ungelöste Konflikte widerspiegeln, die man nur mit genügend Enthusiasmus lösen braucht, halte ich für irreführend und unrealistisch. Ich habe das in vielen Jahren anders erlebt. Oft sind es auch prägnante oder traumatische Erlebnisse, die in diesen Träumen auftauchen.

    Nun, prägnante und traumatische Erlebnisse sind ja im Grunde ungelöste Konflikte, wenn auch das Wort "Konflikt" bei Traumatisierungen etwas harmlos klingen mag. Ein innerer Konflikt wie auch eine Traumatisierung können ein starker Spannungszustand sein, den man nicht einordnen oder lösen kann, womit man nicht zurecht kommt.


    @ Abenstern33: Es scheint bei dir, Vieles unausgesprochen zu sein, runtergeschluckt, nie zum Ausdruck gekommen. Ich weiss nicht, ob der Kontaktabbruch noch richtig ist und das sage ich als jemand, der den Kontakt zu den Eltern seit Jahren vollkommen abgebrochen hat.


    Wichtig ist auch, dass du andere Erfahrungen im Leben machen kannst, sogenannt korrigierende Erfahrungen. Das lässt das Alte angenehm verblassen.

    Skolka schrieb:
    marblemadness schrieb:

    Die Idee, dass darin grundsätzlich ungelöste Konflikte widerspiegeln, die man nur mit genügend Enthusiasmus lösen braucht, halte ich für irreführend und unrealistisch. Ich habe das in vielen Jahren anders erlebt. Oft sind es auch prägnante oder traumatische Erlebnisse, die in diesen Träumen auftauchen.

    Nun, prägnante und traumatische Erlebnisse sind ja im Grunde ungelöste Konflikte, wenn auch das Wort "Konflikt" bei Traumatisierungen etwas harmlos klingen mag. Ein innerer Konflikt wie auch eine Traumatisierung können ein starker Spannungszustand sein, den man nicht einordnen oder lösen kann, womit man nicht zurecht kommt.

    Sehe ich nicht so. Wenn z.B. ein Mensch unter den eigenen Händen weg stirbt, liegt darin ja kein Konflikt. Wie genau willst Du das denn lösen? Der Tod gehört zum Leben, genauso wie Unfälle oder andere Todesursachen.

    So wie sich das Gehirn an prägnante schöne Erlebnisse erinnert, so erinnert es sich auch an solche Dinge. Unser Kopf ist doch keine schön Marketingmaschine, die immer nur mit schönen Bonbon-Erlebnisse gefüllt ist. Zum Leben gehört immer beides.

    Erstaunlicherweise scheint dieses Problem vorallem Frauen betreffen. Ich hab noch nie von einem Mann gehört, dass er schlecht geträumt hätte":/

    Kann man luzide träumen erlernen?

    Mein Sohn hat schon mehrmals behauptet, dass er seine Träume kontrollieren kann, mir ist das nie richtig gelungen