Meine Partnerin und die Schizophrenie - Achtung, lang!

    Ich lebe in einer lesbischen Beziehung und bin mit meiner Partnerin seit ca. 2,5 Jahren zusammen, wir teilen uns einen Haushalt mit meiner kleinen Tochter, die dieses Jahr 6 jähre alt wird.

    Über ihre Erkrankung wusste ich von Anfang an bescheid, sie hatte verschiede Psychosen, Klinikaufenthalte und ist seit vielen Jahren in Therapie. Sie hat al Kind viel Gewalt duschen ihren Alkoholabhängigen, Narzisstischen Vater erleben müssen, hatte selbst eine Phase in der sie viel Alkohol getrunken, gespielt, gekifft oder anderen Süchten nachgegangen ist.


    Das leben mit ihr ist im großen und ganzen ganz harmonisch, wir verstehen uns gut, lachen viel, habe träume und plane für die Zukunft und sind, so meiner Auffassung nach, glücklich.

    Dann kommt es leider immer wieder zu starken Ausbrüchen ihrerseits, in denen sie mir vorwürfe macht, ich würde nicht genug geben.


    ich arbeite zu viel, bin zu wenig zuhause, sie hat permanent das Gefühl, dass ich sie nur ausnutzen würde. Sie wäre ja nur meine Putzfrau, mein Kindermädchen und mehr nicht. Auch würde ich sie wahrscheinlich gar nicht lieben, gehe ihr mit Sicherheit schon lange heimlich fremd und rede hinter ihrem Rücken schlecht über sie. Ich darf mich daher nicht mit anderen treffen, oder alleine verreisen, irgendwo hin fahren. Schreiben, telefonieren, auf der Arbeit im WhatsApp online sein - alles wird schnippisch und vorwurfsvoll hinter fragt. Dazu kommt, dass sie die Meisterin der Manipulation ist, so dass sie, wenn sie mit ihren freunden spricht, diese in Gesprächen in eine Richtung lenkt, in der die ihr diese Vermutungen auch noch bestätigen. In der Regel erreicht sie das, in der sie denen einen verzogene, übertriebene Version der Wahrheit präsentiert, die die dann nicht wirklich nachvollziehen können und sie sieht sich dann bestätigt.


    Schuld an allem bin dann also ich, ich unterhalte mich zu wenig mit ihr, schenke ihr zu wenig liebe und Aufmerksamkeit, zu wenig Zweisamkeit, zu wenig Sex.


    Die Realität sieht - aus meiner Sicht- wie folgt aus:


    ich arbeite momentan Vollzeit in einer anderen Stadt, habe also etwas zu fahren. Ich teile mir meiner Zeit selbst ein, so dass ich morgens die kleine fertig mache, sie in den KiGa bringe und dann zur Arbeit fahre. Meine Partnerin arbeitet momentan als Aushilfe und studiert in Teilzeit nebenbei, ist also die meiste Zeit zu hause. Sie erledigt kleine dinge im Haushalt, wie den Geschirrspüler ausräumen oder etwas Ordnung schaffen in der Zeit, in der ich arbeite. Die Betreuung der kleinen teile ich mir mit ihrem Vater, der in der nähe wohnt. Er betreut sie nachmittags, ich morgens und abends. Das bedeutet, wenn ich gegen 19 Uhr heim komme, wird sie zu mir gebracht und ich mache sie Bett fertig und kümmere mich noch eine Stunde um mein Studium, das ich berufsbegleitend absolviere und verbringe anschließend noch etwas Zeit mit meiner Partnerin, meist auf dem Sofa. Am Montag habe ich meist frei und nehme mir die Zeit für meine Partnerin, wie auch Sonntags.


    Meine Partnerin kann und möchte nicht mehr arbeiten und da es, aufgrund ihrer Diagnose, immer dazu kommen kann, dass sie in eine Klinik muss und für längere Zeit ein Gehalt wegfällt, arbeite ich Vollzeit. Damit ich unseren Grundbedarf denken kann, sie auffangen kann um ihr Zeit und Raum zu geben, dass sie wieder genesen kann. Ich möchte nicht auf Sozialhilfe angewiesen sein, wenn ich zb. 20 h arbeiten würde und sie evtl. auch und ihr einkommen dann für Monate, aufgrund einer akuten Krankheitsphase wegfällt.


    Das versteht sie allerdings gar nicht, beschimpft mich als schlechte Mutter, Fotze, Schlampe, Karrieregeil und nur weil sie mich so unterstützt, würde ich das ja alles schaffen und ich bin auch nur mit ihr zusammen, damit ich meiner Karriere nachgehen kann. Sie hat keinerlei Achtung vor mir und das sagt sie auch, stellt sich als etwas besseres da und sagt auch oft, das lässt sie mich auch spüren, dass sie klüger, erfolgreicher, schöner - einfach etwas besseres ist, als ich.


    Defacto kümmert sie sich, auf ihren eigenen Wunsch hin, ca. 3-6 Stunden pro Woche um die kleine, während ich mir die restlichen Stunden mit dem Vater teile. Ich versuche das Chaos der Woche am WE in den Griff zu bekommen, oder eben nach der Arbeit.


    Meistens bin ich einfach sehr ausgelaugt und Müde, würde mich aber gerne abends, im Bett zb. oder auch auf dem Sofa noch mit ihr unterhalten. Das scheitert meist daran, dass sie schon immer früh ins Bett möchte, oder aber abends über nicht ganz so leichte Kost philosophieren will, die ich einfach nicht mehr aufnehmen kann. Dazu kommt, dass sie am liebsten von sich spricht, ihr fällt es schwer, sich für die Geschichten anderer zu interessieren und lenkt die Themen relativ schnell wieder auf sich, was sich mitunter ziemlich hinziehen kann ohne den anderen in das Gespräch mit einzubeziehen. Mich persönlich stört das sehr, weil ich oft das Gefühl habe, sie interessiert sich überhaupt nicht für meine belange und ich möchte auch nicht ihr "Mülleimer" sein, den sie dann bequatschen kann.

    Genauso ist es morgens, ich bin absolut kein Morgenmensch und brauche einfach ein bisschen Ruhe, würde dann lieber mit ihr kuscheln und wach werden. Sie mag aber morgens nicht kuscheln, sowie sie abends nicht so gerne reden mag. Sondern springt morgens lieber direkt auf und weckt mich um mich in ein Gespräch zu verwickeln, an dem ich gar nicht teilnehmen kann.

    Und dann bin ich diejenige, die sich nicht genug für sie aufopfert, weil ich halt nicht so "funktioniere" wie sie es gerne hätte.

    Wenn ich zb. aktiv gemeinsame Zeit plane, Kaffee mit freunden, Spaziergänge mit der Familie, Eis Essen, Stadtbummel - dann ist es immer sie, die kurz vorher darauf überhaupt keine Lust mehr hat und zuhause bleiben will. Sobald ich mir aktiv zeit für sie nehme, braucht sie plötzlich ihre Ruhe - sie will und kann immer nur mit mir sein und fordert dieses ein, wenn ich mir keine Zeit nehmen kann. Wenn sie zb. einfordert, ich soll früher von der Arbeit heimkommen oder, der Klassiker, ich soll meinen Job kündigen und mit ihr zuhause bleiben.


    Ich fühle mich ausgelaugt, weil sie, nach meiner Auffassung nach, nur fordert. Sie redet mir Schuldgefühle ein, beschimpft mich und alles was ich ihr gebe, egal was, es ist nicht genug.

    Sie fordert alles ein, aber vor allem dann, wenn ich es ihr nicht geben kann.

    Will ich mich mit ihr unterhalten, will sie nicht, oder meine Themen sind ihr nicht persönlich genug, nicht tiefgründig genug und ich gebe nichts von mir preis. Will ich mit ihr kuscheln, will sie nicht kuscheln, weil der Zeitpunkt nicht passt, will ich Zeit mit ihr verbringen, braucht sie ihre Ruhe.


    Was mich auch schwer belastet ist, das von ihr aus gar nichts an nähe kommt. Sie umarmt mich von sich aus nie. Sie mag mich auch nicht so sonderlich gerne massieren, oder kraueln o.ä., erst wenn ich sie drum bitte und nach vielen wiederworten habe ich manchmal Glück. Das sie ständig Sex will und mein "nein" nicht akzeptieren kann. Der Sex ihr viel zu wenig ist und sie würde nicht auf ihre kosten kommen, weil ich mir zu wenig mühe gebe und ihr nicht genug Aufmerksamkeit schenke.


    ich bin ständig im Würgegriff , fühle mich eingeengt und ausgenommen. ich muss jede freie Minute für sie verfügbar sein, alleine freunde treffen, da will sie mit, ich will freunde besuchen fahren, dort übernachten, sie will mit. Verweigere ich ihr das, wird es hässlich. Sie beschimpft mich wieder, macht mir Vorhaltungen und wenn alles nicht hilft, holt sie meinen wunden Punkt hervor, meine Tochter. Sagt, dann soll ich zusehen, wer in der zeit auf die kleine aufpasst, sie macht das nicht, ich kümmere mich eh zu wenig um die kleine und treffen mich in meiner Freizeit dann lieber mit anderen als zuhause Zeit mit der kleinen zu verbringen.


    Sie ist aktuell in Therapie wie schon lange, aber manipuliert ihre Therapeuten wie alle anderen auch. Sie speilt mit gezinkten karten, sie öffnen sich vermeidlich bis zu einem Punkt, der ihr angenehm ist, und nicht schmerz. die Themen bleiben immer eher "leichte" Kost und sie bleibt das Opfer - trotzdem managed sie vermeidlich alles prima und sie ist sehr selbstständig und gefestigt und für ihre Diagnose wirklich gut im leben integriert und hat alles im Griff.


    Zuhause bringt sie dann zusammen, ich soll ich dir helfen, sie wüsste nicht wie sie mit ihrem Trauma umgehen soll, mit dem wie sie ist, weiss nicht wer sie ist, spürt sich nicht und möchte nicht mehr leben - wenn ich ihr sage, ich kann ihr nicht helfen und warum sie nicht in der Therapie darüber spricht, sagt sie, dass kann sie nicht - dann würde sie ja von den Therapeuten nicht so gut und "Taff" dastehen - und trotzdem beschwert sie sich, dass sie nicht erstgenommen wird und niemand erkennt, wie schlecht es ihr geht.


    Weil ich "nur" 1 mal die Woche Sex, will sie jetzt eine Sexualtherapie machen, weil unsere Beziehung bröckelt, möchte sie eine Paartherapie machen. Aber ich weiß, wie das ablaufen wird, wie alle ihre Therapien auch - sie wird den Leuten eine Geschichte auftischen, in der sie das Opfer ist und für alles nichts kann und schuld bin ich. Sie wird sagen, dass ich sie zwinge immer zuhause zu sein, damit sie die kleine empfangen kann, wenn sie gebracht wird. Dass ich ständig bis 22 Uhr arbeite und sie auf das Kind aufpassen muss. Das sie keine Zuneigung von mir bekommt und ich sie nur ausnutze, dass sie nur Sex bekommt wenn sie die Wohnung geputzt hat, ich wäre gemein zu ihr und würde sie beschimpfen - so wie sie es allen erzählt und es wird so laufen wie in allen Therapien auch.

  • 27 Antworten

    Ich habe mir schon eine angehörigen Gruppe gesucht, weil ich denke, das so eine Paartherapie nicht viel helfen wird. Aber die möchte nicht, dass ich in eine Selbsthilfe Gruppe gehe, weil ich da dann schlecht von ihr rede und die wissen dann wer sie ist und sie möchte nicht, dass privates von ihr dort besprochen wird. Außerdem würden die mir dann raten, dass ich mich ganz dringend trennen soll und das würde gar nicht gehen,


    Ich denke, sie will alle diese Therapien machen, um mich zu therapieren - damit ich mehr das mache, was sie möchte, mehr die werde, die sie gerne hätte. Ich fühle mich mittlerweile wie jemand, der nur geben soll, auf Abruf und zwar immer mehr und mehr, bis nichts mehr da ist, was ich geben kann.


    ich weiss nicht mehr weiter, ich weiss nicht, wie ich mit ihr umgehen soll und was ich noch tun kann. Ich liebe sie wirklich sehr und ich weiss auch, dass sie für vieles gar nichts kann. Ich möchte dass ihr effektiv geholfen wird und dass sie sich helfen lassen kann. ich will ihr auch nicht noch mehr zeigen, dass ich eigentlich nicht mehr kann unter diesen Bedingungen und die Schuldgefühle, die sie dadurch hat, noch größer machen. Sie ist tief in ihrem inneren ein wirklich guter und schöner Mensch, nur scheint dieser immer mehr und mehr von den hässlichen Gedanken und Gefühlen die ihn ihr sind, beschattet.

    hallo, ich gehe auch zu einer selbsthilfegruppe und gebe viel von mir preis, genau so wie die anderen, weiß wo sie arbeiten, wie sie ticken usw.


    es ist aber für uns selbstverständlich, dass wir intern besprochenes nicht nach außen tragen.


    meine mutter fragt schon mal nach, was wir besprochen haben, aber ich nenne weder namen, adressen oder wohnort.


    also denke ich dass die gefahr über eine selbsthilfegruppe etwas zu erfahren gering ist.


    in der tat, es werden auch unangenehme themen angesprochen und aus mehreren blickwinkeln betrachtet, dass was du daraus machst ist deine sache, die gruppe wird dich weiterhin unterstützen

    ich bin ja momentan noch in keiner Selbsthilfe Gruppe, habe mir aber schon eine herausgesucht und werden mich dort einmal melden. Ich habe halt manchmal die angst, da nicht so richtig aufgehoben zu sein, weil es ja mehr oder weniger um Beziehungsprobleme geht, denke ich. Und bin mir nicht sicher, ob dort über Probleme dieser Art überhaupt gesprochen werden?

    ich hatte eine psychose und meine familie ziemlich aufgewirbelt :-/ bei meinen erltern ging das ziemlich an die substanz. aber mit der zeit haben sie gelernt damit umzugehen, aber meine beschwerden sind nicht mit der (dauerhaften?) schizophrenie deiner partnerin zu vergleichen, ich habe mich zum glück wieder fangen können.


    ich finde es gut, dass du die selbsthilfegruppe angehst, mir tut sie zumindest sehr gut, wir treffen uns alle vierzehn tage für 1,5h.


    ich denke dass es wichtig ist, dass deine partnerin medikamentös gut eingestellt ist und weiterhin psychologische hilfe in anspruch nimmt. es wäre auch ganz gut, wenn sie akute phasen bereits im vorfeld wahrnimmt.


    vielleicht ist sich dieses öffnen und manipulieren auch ein schutzreflex. ich war zur behandlung auf einer traumastation, wenn du nähere infos möchtest, schreibe ich dir gerne eine PN. vielleicht ist genau so eine station das richtige für deine freundin (?!)

    Sie ist nicht Akut von der Schizophrenie betroffen, sie hatte bisher eine wirklich schlimme Psychose und hat daraufhin die Diagnose bekommen und dann wurde ihr ein Neuroleptikum verschrieben und hatte bis dato keine weitere Psychose und das ist jetzt auch schon 8 Jahre her.

    Sie hat außerdem die Diagnose PTBS bekommen, die Ärzte sind sich da etwas uneins. Sie selbst sagt auch, dass sie Manipulation auch eher ein Schutzmechanismus ist, um alles für sie erträglicher zu machen. Ihr tut alles immer sehr leid und sie schämt sich auch sehr für ihr verhalten. Wir haben nun den verdacht dass sie evtl an einer Persönlichkeitsstörung leiden könnte und sie möchte sich nun demnächst wieder in eine LVR Klinik einweisen und testen lassen.

    Eine Trauma-Klinik war auch schon im Gespräch, leider wurde sie dort bisher abgelehnt, weil die Schizophrenie als "erste" Diagnose steht und PTBS nur vermutet und nicht wirklich bescheinigt wurde.

    Ich würde mich sehr freuen wenn du mir ein paar infos geben könntest.

    Hallo

    da ist schwierig zu sagen was da jeweils der Schizophrenie geschuldet ist (könnt z.B. auch Narzissmus mit reinspielen oder schlicht Verantwortungsabschiebung (für ihre Probleme und Emotionen)) aber so oder so ich fürchte wenn du die Beziehung erhalten willst würde das Hardcoreabgrenzung und vllt tatsächlich einiges an Härte die an Kaltherzigkeit grenzt erfordern. Weiß nicht ob das machbar ist ohne emotional abzustumpfen. Oder du hast wirklich sehr viel Liebe und bist bereit noch länger viel Verletzung durchzuleben und kriegst das Kunststück hin nicht langfristig drunter zu leiden, schätze da müsste man mindestends so halb erleuchtet sein.


    Wieviel deines Nichtklarkommens hast du bisher schon versucht ihr zu sagen?


    Wie sieht es bei dir psychisch aus? Frag ich, weil sich psychisch unlädierte Menschen sowas eigentlich nicht längere Zeit antun. Da wär Reparierung dann hilfreich, könnt aber auch dazu führen dass du das nicht länger mitmachen wölltest.


    Unabhängig von deiner psychischen Lädiertheit oder Gesundheit, in solchen Beziehungsalltägen ist meistens (vermutlich immer) Dynamik vorhanden. Gewissermaßen "Spiele" oder Rollenabläufe die immer wieder und wieder abgespult werden, und sowas ist immer beidseitig, sind einfach Konsequenzen von Aktion und Reaktion, Dynamik halt, da rutscht jeder ganz automatisch/zwangsläufig rein der sich damit nicht bewusst auseinandersetzt/gesetzt hat (und selbst dann ist es emotional involviert noch sehr schwer glaub ich). Deine Seite kannst du evtl ändern und ihre Seite läuft dann sozusagen auf. Würde sie evtl recht aufregen aber könnte erstmal einen Stop in die Dynamik reinhaun. Sie würde es dann vermutlich auf x Weisen versuchen die Dynamik wieder herzustellen und du müsstest (nach vermutlich viel immer wieder drauf reinfallen) das dann immer wieder in Leere laufen lassen. Kann sein dass sie sich dann von dir trennt oder es entsteht doch ein Lerneffekt dass sie ihr Muster nicht mehr anbringen kann. Das ist aber selbst wenn du psychisch gesund bist mit viel Arbeit an dir selbst verbunden (würde da auch dir nen Therapeut empfehlen; Kommunikationsverhalten, bei sich selbst bleiben, Selbststabilisierung, sehr gute Selbstwahrnehmung (Bedürfnisse, Emotionen)) und die Chance dass es klappt (sprich dass ein Ändern allein deiner Seite maßgeblich was bewirkt) ist gering. Die größere Wahrscheinlichkeit ist leider dass du von der Beziehung krank wirst (z.B. Depries) oder zumindest arg runtergezogen (starker Energieverlust).


    Das ist alles intuitiv geschrieben und ich denk zwar auch rational dass es so sein könnte, aber ich bin kein Fachmensch (Schreibgrund: meine Mutter ist schizophren, hab den Kontakt abgebrochen) und den Beitrag solltest du mit Vorsicht lesen. Und wie gesagt: schlechte Chancen. Ein vermutlich verantwortungsvollerer Rat ist leider tatsächlich die Trennung. V.a. weil ihre Seite halt net grad rosig klingt was Änderungswillen/fähigkeit angeht. Bestimmt ist deine Einschätzung ihrer Therapiedurchwurschtelung recht zutreffend und das Rumgeeier müsste definitiv aufhören sonst bringt ihre Therapie halt eben einfach nichts.


    Ist zwar net die feine Art aber ich würde hier vllt sogar zur Erpressung geneigt sein, um sich net so erpresserisch zu fühlen nennt man es Ultimatum. Z.B. "arbeite ehrlich an dir oder ich gehe" (du musst bereit sein zu gehen, mach das auf keinen Fall wenn du nicht zu gehen bereit bist, also eher ein Ultimatum für ganz zum Schluss) oder "vertrau dich deinem Therapeuten gescheit an oder ich red selber mit ihm" (vorher gegen Ausraster stählen). Vor so harten Ultimatums (oder so) wär halt schon sinnvoll ihr möglichst liebe- und verständnisvoll, wertfreit, schachlich, unanklagend(!) zu erklären dass für dich so einiges an eurer Beziehung halt zu der Konsequenz führen wird dass du nicht mehr kannst (im Falle von Einsicht Tipp für sie: die Impulse (ausflippen, kritisierungen usw) nicht einfach unterdrücken (gäbe sehr wahrscheinlich erstmal Besserung und dann harten Rückfall) sondern wahrnehmen, analysieren, Mechanismen verstehen und eher langsam ausbremsen und ihr Therapeut sollte da von ihr wirklich gut genutzt werden).

    Danke für deine Einschätzung, da steckt viel Wahrheit drin.

    Wie schon vermutet, bin ich nicht ganz unversehrt, allerdings ist meine Panikstörung schon ein paar (mehr) Jährchen her und ich bin austherapiert.

    Das Problem sehe ich so wie du sagt, sie lässt sich nicht vernünftig therapieren und es ist auch so, dass sie nicht die richtige Therapie-Form bekommt.

    sie ist sehr reflektiert und auch bereit, an sich zu arbeiten und sich zu ändern. Was mir soweit reicht um das noch weiter durchzuziehen, denn ich sehe da noch Hoffnung.

    Auch die Dynamik spielt da eine große rolle, klar keine Reaktion ohne Aktion, aber ich kenne sie mittlerweile gut genug um ihre Manipulation zu erkennen und auch soweit, dass ich auf ihre Provokation nicht mehr eingehe (größten Teils)

    Wie schon weiter oben gehen wir davon aus, dass sie eine Persönlichkeitsstörung hat und wir versuchen nun, diesbezüglich eine andere, neue Therapie zu bekommen und sie erstmal einweisen zu lassen um einfach unsere Vermutung bestätigt zu bekommen und dass sie dann entsprechend therapiert werden kann, von einem Spezialisten in dem falle.

    Da sie momentan "nur" eine Verhaltenstherapie bekommt, natürlich auch ihre Medis nimmt und Psychiater geht, wird das im jetzigen zustand nichts zu viel ändern - daher die Idee mit der einweisen, reset und nochmal von vorne.

    Ich sehe das Problem momentan nicht ander Diagnose oder was jetzt von der Störung ausgeht und was sie selbst ist, sondern darin, dass sie nicht die entsprechende Diagnose bekommen hat und nicht richtig behandelt wird.

    BloodyNova schrieb:

    weil es ja mehr oder weniger um Beziehungsprobleme geht, denke ich.

    Das sind ganz typische Probleme, die man mit Menschen mit einer Schizophrenie hat.

    Ich habe beruflich solche Menschen begleitet (teilweise 10 Jahre). Davon lebten auch einige Menschen in einer Partnerschaft.


    Die Krankheit ist zwar behandelbar, aber nicht wirklich heilbar, ich kenne zumindest keine Heilung. Auch wenn es den Menschen gut geht und sie stabil bleiben, haben sie doch so ihre Probleme im Umgang mit anderen Menschen.

    Der Umgang ist oft sehr vereinnahmend und raubt viel Energie bei den Partnern/Angehörigen.


    Ich glaube eine Angehörigengruppe kann für dich sehr viel bringen.

    Dann kannst du besser zuordnen, was ihre Persönlichkeit ausmacht und was die Krankheit ist und vielleicht auch einen Umgang damit finden.


    Du solltest dich auch klarer abgrenzen, hinter deinen Bedürfnissen stehen und auf dich selbst achtgeben.

    In jeder Partnerschaft muss es auch Freiräume für beide Partner geben.

    Lies dir mal durch, was du über eure Beziehung schreibst, und dann überlege dir, was du einer Freundin raten würdest. Ich greife nur mal 2 Punkte raus - sie beschimpft dich als FOTZE und SCHLAMPE, hat keinerlei Achtung vor dir und manipuliert alles & jeden. Wo um Himmels willen nimmst du da die Hoffnung her, eine glückliche Beziehung führen zu können? Ihre psychiatrischen Diagnosen halte ich da für zweitrangig. Die Schizophrenie scheint ja aktuell keine große Rolle zu spielen. Und eine Persönlichkeitsstörung ist so ungefähr die am schwierigsten zu therapierende Erkrankung überhaupt. Das dauert Jahre, sofern sich der Patient überhaupt darauf einlässt. So wie deine Freundin in der Therapie manipuliert, sehe ich für eine Änderung um positiven im nächsten Jahrzehnt schwarz.


    Bleibt nur die Frage, was willst du für dein Leben? Sie kannst du weder ändern noch ihr helfen. Nur dir selbst und deinem Kind - die Kleine wird von der ganzen Scheiße, die zwischen euch läuft, mehr mitbekommen als gut für sie ist.

    danke für ein Einschätzung. was mich bei ihr hält, sind die Zeiten zwischen den akuten Phasen. es ist so, dass in den letzten jähren, die Probleme zurück gegangen sind, sie ausrastet, in denen sie mich beschimpft, sind weniger geworden, sie hat sich mehr unter Kontrolle und sie ist wesentlich stabiler als noch vor 2 jähren, was, denke ich, auch unsere Beziehung geschuldet ist. wir reden sehr offen, sie ist einsichtig und will, vor allem für sich selbst, dass das alles aufhört. Dass sie nicht mehr so mit mir umgeht, sie ihre Ausbrüche besser unter Kontrolle hat und ein relativ einfaches leben führen kann, ohne diese emotionale hin und her.

    ich habe auch daran gedacht, zusätzlich zu der Selbsthilfegruppe mir noch eine Therapie zu organisieren, in der nochmal konkret gesprochen wird, wie ich mich selbst schützen kann und wieder mehr für mich sein kann. ich bin eine recht gefestigte und auch starke Person und kann mich ihr gut widersetzen und auch meinen willen durchbringen.

    sie wie es oben beschrieben ist, ist es aktuell ca. 2 mal im Jahr für ein paar Tage oder Wochen - dazwischen kommen wir gut miteinander aus und sie hat sich, gerade der kleinen gegenüber sehr gut unter Kontrolle, da sie im sozialen Bereich tätig ist, agiert sie hier einfach "professionell" und das macht sie auch sehr gut.

    also 2 mal im Jahr klingt jetzt echt nicht so drastisch, dachte das wäre Dauerzustand, da würd würd ich wohl auch net so schnell an Trennung denken ("wochenlang" wär mir aber zu lang auch wenns nur selten wäre), aber der zwangsläufige Maßstab ist natürlich ob du leidest.


    Ich glaub irgendwie nicht dass es sonderlich viel ausmacht welche Diagnose da nun vergeben wird. Soll aber kein abraten von eurem Plan sein, vllt fällt die Änderung ihrer Therapiebereitschaft/-ehrlichkeit mit dem Vorgang zusammen, aber das wäre für dich das praktizieren von Hoffnung und das birgt die Gefahr dass du über deine Grenze des Aushaltbaren gehst nur weil ja sein könnte dass sich ja doch mal iiirgendwann mal was bessert. Ich versteh deinen Wunsch die Beziehung fortzuführen absolut, ich würde es genauso machen aber schau lieber dass du dein Verletztlichkeitspotential senkst (ohne Abzustumpfen) und solche Dinge an denen du was machen kannst, volle Kanne Selbstverantwortung und so.

    Zitat

    ich habe auch daran gedacht, zusätzlich zu der Selbsthilfegruppe mir noch eine Therapie zu organisieren, in der nochmal konkret gesprochen wird, wie ich mich selbst schützen kann und wieder mehr für mich sein kann

    klingt sinnvoll :)^