Meine Vergewaltigungen und die Folgen - Hilfe!

    Hallo!


    Mein Ex hat mich 2002 mehrfach von anderen Männern vergewaltigen lassen.


    Fügig hat er mich mit Gewalt, Drohung, Erpressung gemacht

    . Von dieser Zeit habe ich unter anderen einen gebrochenen Kiefer davon getragen.


    Ich war danach 14,5 Jahre mit einem lieben Mann zusammen, der zwar sehr viel Verständnis aufgebracht hat wegen gewisser Probleme, Hemmschwellen beim Sex, aber so recht kapiert hat er die Tragweite der sexuellen Gewalt von damals nicht.


    Wir haben uns vor 2,5 Monaten getrennt und ich habe kurz vor der Trennung einen anderen Mann kennen gelernt.


    Er weiß von dem ganzen und ich kann mich bei ihm auf der einen Seite gut fallen lassen. Aber auf der anderen Seite habe ich enorme Probleme damit.


    Mir graut vor einem jeden Treffen (bisher nur auf neutralem Boden), schon Tage zuvor werde ich unruhig, meine Verdauung spielt verrückt, kann nicht schlafen und wenn es dann soweit ist habe ich riesiges Lampenfieber so das ich schon einige Treffen kurz davor abgesagt habe und ich dann sofort total erleichtert darüber war.


    Wenn wir uns dann sehen habe ich in den ersten Minuten wahnsinnige Schweißausbrüche, bin klatschnass am ganzen Körper, ich zittere obwohl ich eigentlich weiß, dass er mir nichts tut.


    Wir treffen uns immer erst Abends, da für mich das Licht und die Hektik Unruhe bedeuten und Abends bei Dunkelheit einfach viel ruhiger bin als unter Tags


    Wir machen es jetzt immer so, dass wir die ersten 20 Minuten gemeinsam in seinem Auto eine Spazierfahrt mache so das ich mich beruhigen und entspannen kann.


    Nach der Fahrt darf er mich dann auch umarmen, streicheln und küssen. Ich kann mich dann auch bei ihm fallen lassen und fühle mich in seiner Nähe sehr wohl.


    Allerdings ist bei einem jeden Treffen das gleiche Spiel.

    Ich dreh am Rad und es wird nicht besser.:|N


    Langsam drängt er schon Richtung Bett und natürlich würde auch ich gerne mit ihm schlafen aber mir graut davor wenn ich mich vor ihm ausziehen muss, oder er mich auszieht.


    Langsam verzweifle ich mit mir selbst.

    Geht es jemanden ähnlich?

    Was kann man denn tun das es eventuell etwas besser wird???


    LG

  • 14 Antworten
    places schrieb:

    Das tut mir leid, was dir passiert ist! Hast du einmal eine Therapie gemacht, um das aufzuarbeiten?

    Danke.

    Ja, ich habe eine Therapie gemacht die mir in der vorigen Beziehung sehr geholfen hat, aber bei dem neuen Mann ist es leider so als wäre ich nie in Therapie gewesen.

    Das tut mir auch sehr leid. Ist ja grauenvoll!!


    Kann es sein, dass Du dem neuen Mann noch nicht traust? Sich seit 2,5 Monaten kennen ist ja nicht so viel. Ist eventuell eine neue Therapie nötig? Oder mehr Zeit, um Vertrauen fassen zu können? Wenn es das sein sollte, was müsste geschehen, damit Du ihm mehr vertrauen könntest? Hast Du noch Kontakt zu der Therapeutin von damals und kannst sie fragen? Wenn nicht, vielleicht so eine Beratungsstelle wie Wildwasser? "Nur" weil das so lange her ist heißt es ja nicht, dass man keine weitere Hilfe mehr in Anspruch nehmen darf.


    Nochmal, das ist ja furchtbar! Ich wünsche Dir wirklich alles Gute und dass der neue Mann Verständnis und Geduld für Dich aufbringen kann.

    Vielleicht könntest du bei deiner Therapeutin wieder ein paar Stunden nehmen, um aufzufrischen was du dir dort erarbeitet hast?

    Oh mein Gott wie schrecklich, was dir passiert ist. Respekt, dass du überhaupt Beziehungen danach führen kannst.


    Ich glaube, dass es mit dem neuen Mann zu schnell geht. Die letzte Beziehung ist ja noch gar nicht so lange her. Und auch, dass dich der Neue schon Richtung Bett ziehen will, geht meiner Meinung nach zu schnell. Ich würde auf jeden Fall auf die Warnsignale hören und alles Schritt für Schritt machen und auch wenn es einen Schritt zurück geht nicht enttäuscht sein. Wenn du Glück hast, ist der Typ ein lieber und geht den Weg mit dir. Und wenn nicht, kannst du froh sein auf die Warnsignale gehört zu haben.

    Hallo Pelzkrokodil


    Ich habe Deine Worte gelesen.


    Ein Gedanke: die Therapie war für Dich damals alleine, während dieser erwähnten 14,5 Jahre war auch Dein langjähriger liebevoller Partner sehr verständnisvoll, obwohl er nicht die ganze Tragweite verstanden hatte, sie hätte ihn womöglich auch überfordert.


    Zitat

    Mir graut vor einem jeden Treffen (bisher nur auf neutralem Boden), schon Tage zuvor werde ich unruhig, meine Verdauung spielt verrückt, kann nicht schlafen und wenn es dann soweit ist habe ich riesiges Lampenfieber so das ich schon einige Treffen kurz davor abgesagt habe und ich dann sofort total erleichtert darüber war.

    Natürlich spielen da auch viele Erwartungen hinein - von beiden Seiten! Diese "Treffen" auf neutralem Boden beunruhigen vermutlich wohl auch, weil ihr Ausgang noch offen ist und an dieser Stelle denke ich, ob es eine Option wäre, mit professioneller Hilfe diese Schritte der Annäherung zu bearbeiten. Genauer gesagt Schritt für Schritt in einem Tempo, das Deinen Bedürfnissen entspricht, begleitet auf neutralem Boden.


    Es scheint beim Lesen, dass das Gefühl von Kontrolle noch zu kurz kommt. Die erste Stufe - das Denken an ein Treffen - löst gleich eine Kaskade von Gefühlen aus, die vielleicht noch therapeutischer Begleitung bedürfen?


    Wäre denn für einen solchen Gedanken der stützenden und unterstützenden Hilfe (für den Mann im Sinne des Miteinander ebenfalls) genügend Platz in Deinen (und auch seinen) Versuchen, die Treffen für Dich entspannter zu gestalten?


    Zitat

    Allerdings ist bei einem jeden Treffen das gleiche Spiel.

    Ich dreh am Rad und es wird nicht besser.:|N

    Eine Beobachtung von "außen" kann durchaus einen anderen Blickwinkel ergeben. :)*

    Liebe Grüße und viel Mut!

    Es tut mir leid was dir passiert ist!


    Ich kenne das Gefühl, wenn man bei einem neuen Partner anfangs immer wieder Panik bekommt @:), wenn es bei mir vielleicht auch aus einem anderen Grund war, ich konnte es nie genau erörtern.


    Er weiß von der Geschichte und drängt dich Richtung Sex?

    Zitat

    und natürlich würde auch ich gerne mit ihm schlafen aber mir graut davor wenn ich mich vor ihm ausziehen muss, oder er mich auszieht.Willst du wirklich gerne mit ihm schlafen? Bist du von dir aus wirklich bereit dazu?

    Was, wenn alle Befürchtungen weg wären und du ganz frei entscheiden könntest, ob du mit ihm schlafen willst?

    Wenn es keine Befürchtungen gäbe wie: Wenn ich das nicht mache, bin ich vielleicht uninteressant für ihn, verlässt er mich, kriegt er schlechte Laune, wird er ungeduldig, irgendwann muss man es ja machen, man macht das halt.

    Wenn es wirklich nur darum geht, ob es für dich passt und du willst. Würdest du auch gerne mit ihm schlafen? (im Moment)


    Wenn du das mit nein beantworten kannst, dann kann ich dir nur raten auf dich zu hören und ihm das mitzuteilen. Das muss ja nicht heißen, dass du nie willst. Aber zumindest nicht für den Moment.


    Oder es kommt raus, dass du das von dir auch wirklich willst. Dann kannst du wenn du magst überlegen, wie die Situation sein müsste, dass es dir nicht davor graut, dich auszuziehen. Dich freiwillig auszuziehen, und nicht: dich auszuziehen zu müssen.


    Mir hilft es, (generell in Situationen vor denen ich irgendwelche Bedenken habe), wenn ich sie mir vorstelle, wie sie für MICH schön wären und wie ich das gerne machen würde, unabhängig davon, wie MAN das eigentlich macht. Und dann weiß ich, was ich tun kann, damit es für mich schön wird und ich fühle mich der Situtation nicht ausgeliefert.


    Ich wünsche dir alles alles gute!@:)

    Pelzkrokodil schrieb:

    Langsam drängt er schon Richtung Bett und natürlich würde auch ich gerne mit ihm schlafen aber mir graut davor wenn ich mich vor ihm ausziehen muss, oder er mich auszieht.

    sorry, das sollte das zitat sein ":/

    Erst mal tut es mir sehr leid,was dir passiert ist. Ich persönlich finde ,dass du das noch lange nicht verarbeitet hast. Du schreibst selbst,dass du Panik hast,wenn du ein Treffen mit dem neuen Freund vereinbarst. Dich total unwohl fühlst. Du warst aber jetzt voher sehr lange in einer Beziehung. Von deiner Schilderung gehe ich davon aus,das du dich da wohler gefühlt hast. Auch,wenn es da Probleme gab,hast du nichts von Angst ,Unwohlsein erwähnt. Von daher,würde ich sagen, daß dein neuer Partner nicht der Richtige ist.Das muss weder an dir noch an ihm liegen.

    Hallo,


    Das ist krass, was passiert ist, das tut mir leid für dich, sowas erleben zu müssen, an deiner Stelle würde ich ihn anzeigen, es gibt einige, die sagen um Gottes willen, warum hast du vorher nicht angezeigt, aber das ist deine Entscheidung, jede frau braucht lange um ein anzuzeigen, weil jeder ist sehr unterschiedlich, wenn du 30 Jahre alt bist, ist die verjährungszeit 10 Jahre.

    ...ich glaube auch, dass der neue Mann nicht der richtige für Dich ist; so hart es klingt. ODER: dass es gar nichts mit Deinem Trauma zu tun hat, auch, wenn das für Dich das Naheliegenste ist. Tatsächlich hattest Du ja danach professionelle Begleitung und Therapie, das Thema "Bewältigung" war doch gar nicht mehr aktuell die letzten 12,5 Jahre.

    Ob es ihr Problem löst, Nähe zuzulassen, wenn sie den Täter von 2002 anzeigt. Zumal sie nicht geschrieben hat, ob sie das getan hat oder nicht. Ich glaube, eine Anzeige kann ein Teil der Bewältigung sein, aber damit sind noch lange nicht alle Folgeschäden "repariert" (wenn das überhaupt möglich ist bei sowas).