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    Das Haushaltsbuch hat nichts gebracht (Disziplinfrage?), aber vielleicht machst du ein "Haushaltsbuch der Zukunft"? Liste dort alle unregelmäßigen Ausgaben auf, die du schätzen kannst (damit kannst du deine Gedanken schon mal bisschen ordnen). Nur mal als Stichworte

    Was ich auch schon überlegt habe: Ich kenne einige Leute, die diverse Konten haben, eines für den Urlaub, ein anderes zum Sparen, ein weiteres für Reparaturen etc. Ich habe nur mein Girokonto/Kreditkarte und das Tagesgeldkonto. Könnte es sinnvoll sein, ein weiteres z. B. für diese Zukunftsaufgaben anzulegen und das aktuelle Tagesgeldkonto auch fürs Sparen zu nutzen, aber mit der Option ggfs benötigtes Geld von dort aufs Giro wieder umzuschichten (also dass, was ich jetzt schon praktiziere plus eines ohne einfachen Zugang zum richtigen Sparen)?!


    Oder bringt mir das ggfs nur mehr Chaos? ":/

    @ verhueter

    ich hab die erfahrung gemacht, dass die lebensmittel bei uns hier in deutschland im vergleich zu anderen ländern in europa aber auch in ünersee extrem "preisgünstig" sind.

    @ alias

    kfz fällt mir noch ein.

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    Ich teile Deine Meinung, dass es nicht um das Führen eines Haushaltsbuches geht bzw. es damit nicht getan ist. Und ich bin die Die Seherin auch darüber gestolpert, dass Du das Gegenteil Deiner Ängste lebst. Schau' da noch mal hin!

    Mir ist das vor einer Weile schon mal aufgefallen, aber eben nur das - aufgefallen, noch keine Lösung dafür. Da ihr beiden auch darüber gestolpert seid, werde ich mich damit nochmal intensiver befassen.


    Du schreibst weiter, dass es bei dir nicht für ein tieferes Gefühl der Sicherheit langt, trotz aller Disziplin. Das "klingt bei mir an", beim Lesen sind mir direkt Tränen in die Augen geschlossen. :°( Irgendwie torpediere ich mich selber, weil ich durch meine ungezügelten Ausgaben immer wieder dieses Unsicherheitsgefühl reproduziere, obwohl ich das bewusst ja nicht haben möchte, im Gegenteil.

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    welche sachen sind das denn?

    "Vernünftige" Lebensmittel, d. H. wenn Fleisch, dann Bio, grundsätzlich eher Biomarkt und teurere Supermärkte, keine Discounter (bzw nur für bestimmte Sachen), Kleidung, die qualitativ hochwertiger ist, aber auch dementsprechend lange hält, mal spontan irgendwo hinfahren, wenn ich mal weggehe, dann nicht darauf achten, was ich jetzt genau ausgebe (wobei das i.d. R. auch bei 20 Euro am Abend bleibt, beim Essen gehen natürlich mehr), den Eckladen unterstützen, auch wenn die Sachen mehr kosten als im Supermarkt, Friseur - sowas in der Richtung.

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    Das hab ich mit meinem Tagesgeldkonto versucht, die theoretischen 400 Euro, die ich locker übrig haben müsste. Klappt nicht oder nur sehr bedingt. Vielleicht brauch ich was, wo ich keinen einfachen Zugang dazu habe, also die PIN nicht bei mir liegt oder so. Irgemdwas, womit ich mich selbst überliste.

    Als ich angefangen habe zu arbeiten und erstmals Gehalt bekommen habe, habe ich einen solchen Dauerauftrag eingerichtet. Ich wusste einerseits, dass ich Geld sparen muss weil in absehbarer Zeit wieder finanziell schlechtere Zeiten auf mich zukommen und hatte gleichzeitig die Sorgen, dass ich das Geld komplett ausgeben würde wenn ich denn endlich mal ordentlich Geld verdienen würde. Das Geld ging direkt am ersten des Monats ab und ich habe einfach von vorne herein nur den geringere Betrag zu Verfügung gehabt und gerlernt nur diesen Betrag auszugeben. Und den auch ohne schlechtes Gewissen bis auf den letzten Cent, da ich eben bereits Geld zur Seite geschafft hatte.


    Ich habe dafür ein Tagesgeldkonto meiner Großmutter genutzt, welches diese selbst nicht mehr nutzte. Theoretisch hatte ich zwar dank Vollmacht Zugriff auf dieses Konto aber praktisch hätte ich dafür immer in die Filiale fahren müssen, welche gut 60 km entfernt lag. Da überlegt man sich halt doch zweimal ob das denn wirklich sein muss und oftmals hatte ich gar keine Chance, innerhalb der normalen Banköffnungszeiten rechtzeitig in der Filiale zu sein. Da war dann einfach die Hürde größer, doch mal an das Konto zu gehen und so hat sich im Laufe der Zeit doch eine hübsche Summe angesammelt.

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    Das hab ich mit meinem Tagesgeldkonto versucht, die theoretischen 400 Euro, die ich locker übrig haben müsste. Klappt nicht oder nur sehr bedingt. Vielleicht brauch ich was, wo ich keinen einfachen Zugang dazu habe, also die PIN nicht bei mir liegt oder so. Irgemdwas, womit ich mich selbst überliste.

    Also doch eine Disziplinfrage, weil du an dieses Geld für andere Dinge wieder drangehst?


    Ich hatte in deinem Eingangsposting eher den Eindruck, dass du keinen Überblick hast, wofür du wieviel Geld ausgibst, ohne dass du es nachgucken musst. Dabei hat ein Tagegeldkonto ja schon eine kleine mentale Sperre - du hast keine EC-Karte dafür. Das bedeutet, du musst erst wieder Geld vom Tagegeldkonto auf dein Giro schieben, um es verfügbar zu haben. Solltest du so handeln hat das eher so bisschen Suchtaspekte. Du weißt genau, dass du das nicht sollst, machst es aber trotzdem.

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    Könnte es sinnvoll sein, ein weiteres z. B. für diese Zukunftsaufgaben anzulegen und das aktuelle Tagesgeldkonto auch fürs Sparen zu nutzen, aber mit der Option ggfs benötigtes Geld von dort aufs Giro wieder umzuschichten (also dass, was ich jetzt schon praktiziere plus eines ohne einfachen Zugang zum richtigen Sparen)?!

    Mehr Konten helfen dir nicht, wenn du sowieso wieder ans Geld rangehst. Das Tagegeldkonto hat ja den Zweck, symbolisch zu signalisieren, dass es für normale Ausgaben nicht zur Verfügung steht. Wenn du das nicht schaffst, die Finger davon zu lassen, dann kannst du so viele Konten aufmachen wie du willst - eine Möglichkeit, diese zu liquidieren, hast du als Konteninhaber eigentlich immer. Die einzige Möglichkeit wäre ein Treuhänder, der das tatsächlich von dir fernhält. Das muss aber eine Person sein, zu der du absolutes Vertrauen hast.


    Wäe aber doch schöner, wenn du selbst das Geld auf diesem Konto in Ruhe lassen könntest, hmm? :-D

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    Irgendwie torpediere ich mich selber, weil ich durch meine ungezügelten Ausgaben immer wieder dieses Unsicherheitsgefühl reproduziere, obwohl ich das bewusst ja nicht haben möchte, im Gegenteil.

    Vielleicht ist das Gefühl, kein Geld auszugeben, einfach ein schlechter Trigger wegen der familiären Vorgeschichte, weil es dich genau an die Zeit erinnert, in der man es nicht konnte?

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    "Vernünftige" Lebensmittel, [...], Kleidung, die qualitativ hochwertiger ist,[...], mal spontan irgendwo hinfahren, wenn ich mal weggehe, dann nicht darauf achten, was ich jetzt genau ausgebe (wobei das i.d. R. auch bei 20 Euro am Abend bleibt, beim Essen gehen natürlich mehr), den Eckladen unterstützen, [...], Friseur - sowas in der Richtung.

    Das ist doch aber alles mehr oder weniger normal bzw. von dir so gewollt - da willst du nicht sparen - okay. Wo rinnt dir denn aber nun das Geld durch die Finger?


    Oder kannst du dir das alles, was du oben beschreibst, evenutell doch gar nicht so einfach leisten, wie du das hier schreibst?

    Kenne dein Problem....


    Ich hatte mal einen Job, da wurde das Geld wöchentlich ausgezahlt. Vielleicht war es eben das, dass man jede Woche einen positiven Push gekriegt hat durch die Auszahlung. Mir ist es bei diesem Job zum ersten und letzten mal gelungen Geld zu sparen. Jetzt verdiene ich mehr, die auszahlung ist monatlich und Sparen ist ein Ding der Unmöglichkeit.


    Ich finde es mies, dass man sein Geld alle 4 Wochen bekommt. Ich glaube wirklich, dass viele Menschen (nicht alle) dadurch Schwierigkeiten haben zu sparen.


    Es heisst ja auch Lohn. Kommt ja von Belohnung. Das ist wie ein Erfolgserlebnis.


    Wenn man nur alle 4 wochen für seine Leistung belohnt wird. Ist doch mies.


    Durch die Erfahrung weiss ich auch, dass man (ich) , durch das wöchentliche Auszahlen, das Gewicht des Geldes besser spürt.


    So hatte ich z.b. jede Woche mindestens 250euro zur verfügung. Mehr als ich in einer Woche ausgebe im Schnitt. Damit blieb also meistens was über, so dass ich automatisch sparte.


    Mit der monatlichen Auszahlung habe ich am anfang gaanz viel. Denke dann, ach dann kann ich noch dass und das kaufen. Dinge die aufgrund dee großen Summe auf dem Konto erschwinglich erscheinen. ??das angesparte tatscht man dann komischerweise nicht mehr an, weil es so wertvoll scheint und man stolz ist. ??


    Nach zwei Wochen hab ich dann für die letzten zwei Wochen


    bspw weniger als 250 zur verfügung, geld ist dann knapp, Stress und Panik kommt auf. Zwei wochen lang dann 'stress' wegen.schelchtem Gewissen. Selbst wenn dann noch eine größere Summe auf dem Konto ist, kommt man dann erst recht in die Versuchung sich wasbextrw zu gönnen. Man war ja die ganze Zeit über so brav und sollte sich jetzt mal belohnen. Na wenn der Arbeitgeber es nicht tut, dann muss man es eben selber...


    Also wieder wird das Geld knapp.


    Wenn dann endlich nach der Durststrecke der Lohn wieder kommt, muss der Stress und das Gewissen der letzten Wochen irgendwie kompensiert werden.


    Gut ich verdiene auch nicht so viel, aber immerhin mehr als vorher und dennoch geht sparen nicht. Bei mir ist's +- 0. :-|


    Ich finde wirklich vier Wochen auf Auszahlung warten eine Frechheit. Das meine ich hinter einer leichten Ironie dennoch ernst.


    Hat sich bestimmt irgendein Wirtschaftsheini in den 50ern ausgedacht um die Armen noch ärmer zu machen.


    Das war dann bestimmt Mr. Donald Trumps böser Zwillingsbruder. >:(

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    Du schreibst weiter, dass es bei dir nicht für ein tieferes Gefühl der Sicherheit langt, trotz aller Disziplin. Das "klingt bei mir an", beim Lesen sind mir direkt Tränen in die Augen geschlossen. :°( Irgendwie torpediere ich mich selber, weil ich durch meine ungezügelten Ausgaben immer wieder dieses Unsicherheitsgefühl reproduziere, obwohl ich das bewusst ja nicht haben möchte, im Gegenteil.

    Das wirkt wie gesagt erstmal paradox. Und Deine gelisteten Ausgaben wirken so unvernünftig nicht, aber es hat einen sehr "moralischen Überbau" (den ich von mir auch kenne, daher "meine" Formulierung, die vielleicht etwas hart klingt).


    Input meinerseits:


    1. Was wäre ohne das Unsicherheitsgefühl? "Brauchst" Du es evtl.? Oder brauchst Du das Gefühl, Dir Dinge leisten zu können? Gerade dieses "moralische" Konsumverhalten hat ja sowohl etwas von "sich etwas gönnen/leisten" als auch "ich konsumiere nicht total hohl und hirnlos, sondern mit Anstand". Schau da mal hin.


    2. Du reproduierst das Unsicherheitsgefühl. Ich mit meinem z.T. sehr sparsamen Verhalten das frühere Gefühl von "sich nichts leisten können". Wenn ich lieber stur Summe x im Monat zurücklege (obwohl bspw. Nebenkostennachzahlungen kommen, die problemslos aus dem laufenden Etat gezahlt werden können, wodurch sich aber die Sparsumme verringert) und ich dann mit jedem Cent jongliere, während ich gleichzeitig wirklich dringend ein paar Klamotten bräuchte (und das ist ECHTER Bedarf, nicht Luxuskonsumdenken) und eben einfach mal weniger sparen könnte, dann spare ich, aber sitz auch ziemlich erbärmlich da. Ich könnte und sollte mir auch ohne hirnlosen Konsumwahn öfter etwas gönnen, aber hypnotisiere lieber die Summe auf dem Sparkonto - und fühle mich dann ggf. etwas "schäbig" und "armselig".


    Das sind echt böse alte Muster, die sich bemerkbar machen...

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    Als ich angefangen habe zu arbeiten und erstmals Gehalt bekommen habe, habe ich einen solchen Dauerauftrag eingerichtet. Ich wusste einerseits, dass ich Geld sparen muss weil in absehbarer Zeit wieder finanziell schlechtere Zeiten auf mich zukommen und hatte gleichzeitig die Sorgen, dass ich das Geld komplett ausgeben würde wenn ich denn endlich mal ordentlich Geld verdienen würde. Das Geld ging direkt am ersten des Monats ab und ich habe einfach von vorne herein nur den geringere Betrag zu Verfügung gehabt und gerlernt nur diesen Betrag auszugeben.

    Das ist clever. Hab ich leider nicht von vorneherein so gehandhabt und außerdem greife ich meine Rücklagen ja auch immer wieder an.


    Aargh, das ist echt hart hier für mich, selbst als anonymisierter Nutzer eines ohnehin schon anonymen Forums. Aber gut, es darf ja auch ans Eingemachte gehen, ich will das gelöst bekommen.

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    Also doch eine Disziplinfrage, weil du an dieses Geld für andere Dinge wieder drangehst?


    Ich hatte in deinem Eingangsposting eher den Eindruck, dass du keinen Überblick hast, wofür du wieviel Geld ausgibst, ohne dass du es nachgucken musst. Dabei hat ein Tagegeldkonto ja schon eine kleine mentale Sperre - du hast keine EC-Karte dafür. Das bedeutet, du musst erst wieder Geld vom Tagegeldkonto auf dein Giro schieben, um es verfügbar zu haben. Solltest du so handeln hat das eher so bisschen Suchtaspekte. Du weißt genau, dass du das nicht sollst, machst es aber trotzdem.

    Es ist beides, einerseits habe ich wirklich keinen Plan wofür ich das Geld ausgebe. Es sind nie so außergewöhnliche Sachen oder besonders teure, das macht es für mich noch schwieriger.


    Und ja, meistens ist es so, dass ich den Dauerauftrag einfach unterbreche, weil ich den Betrag brauche, um das Girokonto auszugleichen. Manchmal ist es aber auch so, dass ich Geld zurück überweise. Ich habe diesen Sommer z. B. diverse Dinge anschaffen müssen (waren tatsächlich benötigte Sachen), war aber auch im Urlaub und habe dort deutlich mehr Geld ausgegeben als gedacht. Dann habe ich diesen Monat auch noch Klamotten gekauft (war nicht nötig, war "haben will" bzw hatte bestimmt auch emotionale Gründe - ohne konkreten Anlass) und hatte ein paar andere Ausgaben und der Blick auf mein Konto zeigte mir nun, dass von meinem Gehalt Ende Oktober praktisch nichts überbliebe, wenn ich laufende Kosten und Kontoausgleich berücksichtige. So extrem hatte ich es noch nicht oder ewig nicht mehr und ich fühle mich deswegen schlecht und deshalb der Faden hier. So kann es ja nicht weitergehen.

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    Wäe aber doch schöner, wenn du selbst das Geld auf diesem Konto in Ruhe lassen könntest, hmm?

    Ja, da will ich hin. Ich schaff das auch, auch wenn ich gerade noch nicht 100%ig weiß wie.

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    Vielleicht ist das Gefühl, kein Geld auszugeben, einfach ein schlechter Trigger wegen der familiären Vorgeschichte, weil es dich genau an die Zeit erinnert, in der man es nicht konnte?

    Das ist interessant, darüber muss ich nochmal nachdenken.