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    Das ist doch aber alles mehr oder weniger normal bzw. von dir so gewollt - da willst du nicht sparen - okay. Wo rinnt dir denn aber nun das Geld durch die Finger?


    Oder kannst du dir das alles, was du oben beschreibst, evenutell doch gar nicht so einfach leisten, wie du das hier schreibst?

    Also von der reinen Einnahmen/Ausgaben-Gegenüberstellung müssten diese 400 Euro Sparrate locker drin sein. Da sind schon alle Fixkosten vom Gehalt weg und mehrere 100 Euro zum Leben eingeplant. Selbst wenn ich den Lebensunterhalt zu knapp angesetzt haben sollte, müsste trotzdem noch was übrig bleiben. Definitiv.


    Tut es aber nicht. Mein Problem sind wirklich diese Klecker-Sümmchen, mal hier teuer im Supermarkt eingekauft, dann dort zwei Gläser Wein, dann spontan was hübsches bestellt, dann ein neues Projekt für das ich uuuunbedingt genau jetzt was brauche...


    Meine Analyse bis dato ergibt eine Mischung aus undiszipliniertem Verhalten, dem permanenten Gefühl des Mangels (auch oder insbesondere wohl eher emotional glaube ich. Da spielt womöglich was mit rein wie Vorfreude auf die Sachen oder Freude darüber, das Gefühl, dass sie für mich da sind, dass sie bleiben etc) und auch ein wenig Unlust, mich mit diesem trockenen Thema auseinanderzusetzen.


    Und dadurch, dass ich ja zurecht komme, brauchte ich mich bis dato nicht damit auseinanderzusetzen. Jetzt bin ich aber insgesamt an einem Punkt, wo mich diese destruktive Bewältigungsstrategien aus der Vergangenheit nerven (hab noch eine), weil ich viel bessere, gesündere gefunden habe.

    Das trifft es absolut. Es geht also viel um Belohnen, emotionale Aspekte etc. Wie erwähnt kack Strategie von mir.

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    Input meinerseits:


    1. Was wäre ohne das Unsicherheitsgefühl? "Brauchst" Du es evtl.? Oder brauchst Du das Gefühl, Dir Dinge leisten zu können? Gerade dieses "moralische" Konsumverhalten hat ja sowohl etwas von "sich etwas gönnen/leisten" als auch "ich konsumiere nicht total hohl und hirnlos, sondern mit Anstand". Schau da mal hin.

    Ich muss darüber nochmal in Ruhe nachdenken, aber es dürfte beides sein. Ich glaube, ich brauche es. Aber warum, das muss ich ergründen.


    Und sich ! leisten können: Ich bin so froh, dass es mir nicht mehr so geht wie früher, sondern dass ich mir ohne nachzudenken Dinge leisten kann. Ich übertreibe es damit nur.


    Sich etwas gönnen spielt total oft eine Rolle (was es dann auch wieder ad absurdum führt, aber bei dem Thema spielen echt mindestens zwei "Teilpersönlichkeiten" mit rein), das ist dann bestimmt wieder Part dieser Bewältigungsstrategie. Und auch der Aspekt des mit Anstand konsumieren. Gefühlt spielt der aber die kleinere Rolle als das brauchen und gönnen.

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    2. Du reproduierst das Unsicherheitsgefühl. Ich mit meinem z.T. sehr sparsamen Verhalten das frühere Gefühl von "sich nichts leisten können". Wenn ich lieber stur Summe x im Monat zurücklege (obwohl bspw. Nebenkostennachzahlungen kommen, die problemslos aus dem laufenden Etat gezahlt werden können, wodurch sich aber die Sparsumme verringert) und ich dann mit jedem Cent jongliere, während ich gleichzeitig wirklich dringend ein paar Klamotten bräuchte (und das ist ECHTER Bedarf, nicht Luxuskonsumdenken) und eben einfach mal weniger sparen könnte, dann spare ich, aber sitz auch ziemlich erbärmlich da. Ich könnte und sollte mir auch ohne hirnlosen Konsumwahn öfter etwas gönnen, aber hypnotisiere lieber die Summe auf dem Sparkonto - und fühle mich dann ggf. etwas "schäbig" und "armselig".


    Das sind echt böse alte Muster, die sich bemerkbar machen...

    Vielleicht können wir uns zusammen tun, das müsste im Mittel ja vernünftiges Ausgabeverhalten ergeben. ;-)


    Danke euch allen nochmals, ich klink mich für heute aus. Beschäftigung mit alten Mustern ermüdet mich.

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    Mach ein Tagegeldkonto bei der Bank auf und lasse per Dauerauftrag jeden Monat den Betrag X, den du sparen kannst und möchtest, auf dieses Konto überweisen.

    Das hab ich mit meinem Tagesgeldkonto versucht, die theoretischen 400 Euro, die ich locker übrig haben müsste. Klappt nicht oder nur sehr bedingt. Vielleicht brauch ich was, wo ich keinen einfachen Zugang dazu habe, also die PIN nicht bei mir liegt oder so. Irgemdwas, womit ich mich selbst überliste.

    Du hast auch geschrieben, dass Du Geld zwischen mehreren Konten hin- und herschiebst, um den Kontostand auf dem Girokonto wieder auszugleichen.


    Ich hatte früher immer ein Girokonto und ein Sparbuch, und da habe ich das auch so gehandhabt. Um das zu vermeiden, hätte ich für Dich auch den Tipp, der hier bereits erwähnt wurde:


    Dauerauftrag, Geld direkt am Anfang des Monats, damit es quasi erst gar nicht auf dem Girokonto erscheint, auf ein anderes Konto überweisen. Dann aber auf ein Konto, an das Du nicht jederzeit ran kannst.


    Ich habe vor ein paar Jahren (zugegeben, da lohnte sich das von den Zinsen her auch noch ein bisschen mehr) Sparverträge eingerichtet. Jeden Monat zum Monatsanfang werden feste Sparraten vom Girokonto in diese Sparverträge eingezahlt (per Dauerauftrag). Ich habe mehrere Verträge laufen gehabt, mit relativ kleinen monatlichen Sparraten (25 und 50 €). Bei diesem Sparkonzept erhöhen sich die Zinsen je nachdem, wie lange das Geld im Vertrag liegen bleibt. D.h., je länger der Vertrag läuft, desto besser. Selbst in dem Vertrag mit der 25 €-Rate liegen jetzt mehrere tausend Euro. Da ich nie wieder den Zinssatz von vor ein paar Jahren kriegen werde, hab ich unheimlich Skrupel, dieses Geld anzugreifen. Ans Sparbuch gehe ich hin und wieder, wenn es nötig ist - aber diese Sparverträge werden nicht angefasst. Zwischendurch darf man aus den Verträgen kein Geld abheben, und man kann auch außerhalb der Sparraten kein zusätzliches Geld einzahlen. Für den Notfall und meinen Seelenfrieden habe ich aber eben mehrere Verträge laufen. Wenn wirklich mal alle Stricke reißen, kann ich den kleinsten Vertrag auflösen. Da muss dann aber wirklich die Hütte brennen. ;-)


    Das löst natürlich das Problem Deiner emotionalen Verbundenheit zum Geld nicht, ist aber sicherlich kurzfristiger durchführbar als viele Jahre alte Muster aufzubrechen.

    Puuuuhhhhhh.....schwierig

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    Zum Sparen (für mittlere und größere Ausgaben sowie Rücklagen) gebe ich dir einen ähnlichen Tipp mit dem Dauereinzug. Mach ein Tagegeldkonto bei der Bank auf und lasse per Dauerauftrag jeden Monat den Betrag X, den du sparen kannst und möchtest, auf dieses Konto überweisen. Das ist dann schon mal getrennt von deinem Geld, was du mit Geldautomat und Girokarte ausgibst.


    (Comran)

    Auf jeden Fall so machen!


    Und JA ein Haushaltsbuch führen. Und mit Textmarker größere Ausgaben markieren!


    Ich gebe auch manchmal (gerne) mehr aus, als ich eigentlich will. Vor allem für Hundebetten, Leinen und Co. ;-)


    Alias, wenn du aus einem Mangelgefühl (aus der Kindheit) gerne viel Geld ausgibst, könntest du das umwandeln in ein "Völlegefühl", wenn du deine Kontostände ansiehst.


    ABER: Ich habe mehrere Konten.


    Ein Sparbuch, auf das am Anfang des Monats ein bestimmter Betrag per Dauerauftrag geht. Dann ein kostenloses Onlinekonto für Autoreparatur, Tierarzt, usw. Und ein normales Girokonto für den alltäglichen Gebrauch.

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    Alias, wenn du aus einem Mangelgefühl (aus der Kindheit) gerne viel Geld ausgibst, könntest du das umwandeln in ein "Völlegefühl", wenn du deine Kontostände ansiehst.

    :)^

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    ABER: Ich habe mehrere Konten.

    Auch ne gute Sache. Jedes Konto ist nur für einen vorher definierten Zweck. Eins für Reparaturen ums Haus, eins für den Urlaub, eins für Tierarztrechnungen... (Es gibt Banken, die mehrere Tagesgeldkonten anbieten bzw. bei denen man das Konto in mehrere Unterkonten splitten kann. Falls das nicht ausreicht, weil man da zu leicht wieder Gelder von einem aufs andere Unterkonto verschieben kann, muss man tatsächlich mehrere Konten eröffnen, evtl. bei unterschiedlichen Banken.) Klar muss man sich da immer noch disziplinieren, die Gelder nicht zweckzuentfremden, aber der Vorteil liegt tatsächlich darin, dass man von Monat zu Monat auf jedem einzelnen Konto einen Erfolg sehen kann.

    Guten Morgen,


    wenn ich eure Beiträge resümiere und nach einer Nacht drüber schlafen, erscheint mir folgendes sinnvoll: Ich reaktiviere ein uraltes Sparbuch, das ich schon lange für die Unsummen an "Groschen" nutzen wollte, die ich zuhause habe. Ich habe gelesen, dass man zwar dorthin überweisen kann, aber nicht zurück. Da ich nicht an den Schalter gehen würde, wäre es dort sicher vor mir. Dorthin werde ich mir künftig etwas überweisen.


    Und sollte es je wieder Zinsen geben, lege ich ein Festgeldkonto an.


    Und ich brauche doch ein Haushaltsbuch. Ich habe es sonst einmal wöchentlich gemacht oder auch nur zum Monatsende, aber mir scheint, ich muss es zumindest ein paar Monate mal durchziehen und täglich eintragen, um zu sehen, wofür ich mein Geld ausgebe (also was sind in Summe die größten Posten) und wann, also aus welchen (emotionalen) Gründen. Erstmal als reine Analyse, Veränderungen wären erst die nächsten Schritte. Auch, ob mehr Konten dann sinnvoll sein könnten oder nicht.


    Das wäre das rationale.


    Mit dem emotionalen Aspekt werde ich mich weiter befassen müssen. Den Gedanken,

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    Alias, wenn du aus einem Mangelgefühl (aus der Kindheit) gerne viel Geld ausgibst, könntest du das umwandeln in ein "Völlegefühl", wenn du deine Kontostände ansiehst.

    finde ich sehr schön. Ich muss an den Punkt komme , an dem mir klar wird, dass das früher war, ich heute aber nicht mehr so handeln muss. Also alte Muster auflösen.


    Ich stückel den Text mal, mir ist eben schon mal das ganze Geschriebene verloren gegangen.

    So, Teil 2. Ich habe gestern darüber nachgedacht, ob und wofür ich das Unsicherheitsgefühl brauche. Ich glaube, es gibt mir auf paradoxe Art Sicherheit. Ich habe bei einer anderen Sache lange so gehandelt, dass ich die Dinge nie an mich herangelassen habe, aus der Befürchtung/Erfahrung heraus, dass es mir ohnehin genommen wird. Deshalb habe ich das quasi vorausschauend übernommen, damit es nicht so weh tun kann. Ich glaube hier ist das ähnlich.


    Meine Kindheit war aufgrund trauriger Umstände schon immer schwierig, aber materiell betrachtet ging es uns sehr gut. Bis sicb dann eben Fehlentscheidungen und Umstände summiert haben und die Firma mitsamt Eigentum in die Vollstreckung ging. Mein Vater hatte danach Suizidgedanken. Wenig verwunderlich, er hatte einen schweren Schicksalsschlag nie verkraftet und dann war die ganze Existenz weg. Kurze Zeit später ist er gestorben, meiner Ansicht nach an gebrochenem Herzen.


    Bislang hab ich den materiellen Verlust getrennt von dem meines Vaters betrachtet, aber in dem Fall gehört das wohl zusammen. Das war ein totaler Wendepunkt in meinem Leben, einmal alles umgekrempelt.


    Vielleicht agiere ich nun so, weil mir all die scheinbare Sicherheit im Endeffekt nur den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Ich also gelernt ha e, dass ich mich nicht darauf verlassen kann? Oder hab ich es doch noch nicht so verarbeitet wie ich dachte und reproduziere es deshalb?

    Hallo Alias,


    teilweise erkenne ich mich in Deinen Ausführungen wieder. Ich bin auch in einem ständigen Geldmangel aufgewachsen, ist nicht schön :-/ sobald Geld da war, war es auch schon wieder weg. aus meiner Kindheit kenne ich eigentlich nur dass wir gar kein Geld hatten und dass ich nichts mitmachen konnte, weil es selbst daran fehlte, zb das Geld für eine schwarze Hose aufzubringen, die ich aber gebraucht hätte, um in den Fanfarencorps gehen zu dürfen oder ich in der Schule beim nachmittäglichen Knusperhaus basteln nicht mitmachen konnte, weil kein Geld für die Süßigkeiten da war, die ich hätte mitbringen müssen. In meiner Jugend war es etwas besser aber wie ich recht schnell gemerkt habe, wurde ziemlich viel auf Cookie gekauft. An das Geld, was für uns Kinder von Verwandten gespart wurde und wir mit 18 hätten für uns bekommen sollen, wurde zum Großteil vorher seitens der Eltern schon dran gegangen für Wohnzimmermöbel und Co. Und mein Azubigehalt musste ich zur Hälfte abgeben und das war eh schon kein großes Gehalt; vom Rest konnte ich nichts sparen, weil ich mir wirklich alles, sogar Seife, davon selbst kaufen musste. Und ich wars ja auch leid, dass ich mir niemals auch nur ne Cola irgendwo leisten konnte. Das ganze führte dazu dass ich als ich nach Abschluss der Ausbildung ausgezogen bin zu dem Zeitpunkt nichts gespartes hatte.


    'Heute verdiene ich nicht schlecht, für jemanden der eigentlich nur Geldmangel kennt, sogar ziemlich gut. Ich habe auch ein bisschen was gespart. Aber es gibt Monate, da muss ich den Dauerauftrag aussetzen oder andere Monate, da muss ich das Sparbuch nehmen und dran gehen, weil doch wieder eine ungeplante Ausgabe war, zb bruachte ich ein neues Haushaltsgroßgerät (so Kleinkram wie Fön, Bügeleisen, Radio u.ä. zahl ich so aus dem Gehalt) oder am Fahrzeug musste was gemacht werden, was nicht aus dem laufenden bezahlt werden konnte oder ein größeres Geburtstagsgeschenk stand an oder der Urlaub.


    Bei mir ist es auch so paradox wie bei dir. Ich weiß, dass ich sparen muss. Ich habe mir ja auch schon einiges zusammengespart, so ist es nicht. Ich habe spät einen Führerschein gemacht und ein Fahrzeug gekauft (erst mit über 30) und ich habe das Geld für beides zusammen innerhalb von ca. 15 Monaten zusammengespart, das waren um die 5000 Euro, und da habe ich noch ca. 250 Euros weniger im Monat verdient. Ich weiß also dass ich es kann! (Blöd ist halt nur, dass es nicht mehr auf dem Sparbuch liegt, das sieht dann erst mal so aus, als wäre weniger gespart worden) Und es ist nicht so, dass ich in dieser Zeit hätte irgendwie auf was verzichten müssen.


    Bei mir ist es aber so, dass sich beim Ausgabeverhalten mit der Zeit ein gewisser Schlendrian einschleicht. Zb habe ich als ich so viel gespart habe, mein Mittagessen vorgekocht und mit ins Büro genommen. Mit der Zeit bin ich aber jeden Tag in die Kantine gegangen. Das ist natürlich erheblich teurer als vorkochen. Oder ich habe fast alles an Oberbekleidung gebraucht gekauft. Später dann nicht mehr.


    So, ich bin jetzt seit einigen Wochen in der Situation dass ich nicht mehr in die Kantine gehen kann, weil hier keine ist. Ich habe mir Kleidung bei ebay gekauft weil mir modisch grad kaum was gefällt und ich keine Lust hatte stundenlang durch die Geschäfte zu gehen (und das war nicht grade wenig Kleidung und gutes Zeug, ich habe schon scherzhaft gesagt andere kaufen sich für das Geld ein Oberteil und ich mir sechs) und siehe da, ich komme aufeinaml viel besser mit dem Geld hin und muss nicht an mein Sparkonto gehen, ich denk nicht mal dran. Ich spare nicht am Essen, ich koche für uns gutes Essen, aber wenn ich dabei mehr auf Angebote achten würde, ließe sich da auch noch was einsparen.


    Ich glaube, bei dir ist es auch eher der ganze Kleinkram, hier mal ein 5er und da mal ein 10er. Das tut erst mal nicht weh, über den Monat summiert sich das auch. Überlege mal, wo sich denn ohne große Einschränkung was am Ausgabeverhalten drehen lässt. Wie zb bei mir mit dem Kantinenessen. Ich habe im Monat bestimmt 100-130 Euro in der Kantine gelassen. 5 Euro das Mittagessen plus hier mal eine Flasche Cola, da ein Nachtisch oder ein Schokoriegel.


    Was meiner Meinung nach auch für ein blödes Gefühl sorgt, ist wenn man es nur kennt, nie Geld zu haben, dass man, wenn was da ist, sich endlich auch mal was leisten kann und will. Weil man immer nur sieht, dass "die anderen" sich ja auch alles leisten können. Ich glaube wer so aufgewachsen ist, den piesackt es immer, fianziell nicht mithalten zu können. und dann wird das Geld für Sachen ausgegeben, von denen man meint, man müsse das jetzt unbedingt haben. Aber wofür? damit man angeben kann, dass man da und da Klamotten gekauft hat oder hier und da im Urlaub war, der x tausend Euro gekostet hat.


    Ich weiß noch, ich bin vor ein paar Jahren aufgrund Trennung gezwungen gewesen umzuziehen und mir alles an Möbel und Co neu zu kaufen, bzw natürlich auch gebrauchtes. Teuer war das aber alles und es hat auch ein paar Monate gedauert bis das alles so war , wie ich mir das vorgestellt hatte. Aber dann war Sommer und ich wurde gefragt, wohin ich denn im Urlaub fahre, ich sagte, kann ich mir dieses Jahr nicht leisten, der Umzug war teuer genug, da wurde abfällig gelacht. Jemandem wie mir, der so aufgewachsen ist, von anderen wegen der Armut in der er lebte, gehänselt zu werden, tut so was weh. Ich weiß rational, dass ich mich nicht rechtfertigen muss warum ich in dem Jahr keinen Urlaub bezahlen kann, aber in mir löst sowas immer ein Schamgefühl aus. Dass ich mich schämen muss, mir nicht all das leisten zu können, was andere sich leisten, dass ich unfähig und ja... wertlos bin.


    Ich muss das Gefühl des "ich muss das jetzt haben" mal mehr auf mein Sparverhalten übertragen bekommen. Da liegen ein paar tausend Euro, aber eben nicht genug. (Gut man muss auch die o.g. 5000 dazu zählen, dann sieht das schon etwas besser aus). Ich habe die Sparrate ab nächsten Monat um 50 erhöht und nächstes Jahr gibt's ne Gehaltserhöhung, dann hab ich noch mal 100 mehr, die spare ich auch. Dann bin ich bei 400 Euro mtl. Ich guck mal ob ich das hinkriege oder ob weniger nicht doch besser wäre. Bei mir ist es echt so, dass ich nicht das Gefühl haben darf, ich versage mir zu viel. Weil dann krieg ich Frust und gebe zu viel Geld aus.


    Naja... war jetzt viel langer Text, aber du wolltest ja von Menschen lesen, die auch ein schwieriges Verhältnis zum Geld haben.


    Also kurz zusammengefasst zum Thema Sparen leichter gemacht:


    Schau, ob Du etwas an deinem Ausgabeverhalten drehen kannst. Schau, ob die Sparrate nicht zu hoch angesetzt ist. Achte darauf, dass Du beim Sparen nicht das Gefühl hast, dir zu viel zu versagen, damit du nicht aus Frust mehr ausgibst als du solltest.

    Guten Morgen,


    Ich find mich auch in dir wieder. Dabei hab ich nie das Problem das bei mir in der Familie gespart wurde. Ich wohn noch zuhause, und was ich mir nebenbei zum Studium verdiene, darf ich komplett behalten (Wohn noch daheim). Und trotzdem geb ich immer mein Geld aus :-/


    Größere Ausgaben hab ich mir damals immer zusammen sparen müssen, vom Taschengeld. Jetzt kann ich es mir leisteen. Und dann die Tatsache das ich gerne jemand ne Freude mache. (Vorallem meinen Freund). Eigentlich will ich mir das Geld sparen für den Zeitpunkt wenn ich mal ausziehe.


    Deswegen werde ich die Tipps hier mal auch ausprobieren ;-)


    Du bist nicht allein ^^ @:)

    Alias

    im endeffekt (ich habe leider die meisten beiträge nur überflogen, verzeih also, wenn es schon jemand anders schöner formuliert hat), geht es doch darum, dass du spaß finden solltest zum geld haben, frieden schließen könntest mit auch mal nichts übrig zu haben und keine angst mehr hast, nichts/miese zu haben, oder?


    erst wenn du das für dich klarstellst, dann funktionieren bestimmte tipps, tricks, hilfsmittel - und auch da nur die, die dir selber entsprechen. :)_

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    Ich reaktiviere ein uraltes Sparbuch ... Ich habe gelesen, dass man zwar dorthin überweisen kann, aber nicht zurück. Da ich nicht an den Schalter gehen würde, wäre es dort sicher vor mir. Dorthin werde ich mir künftig etwas überweisen.

    ganz genau so habe ich das auch angefangen! und ich habe eben nicht dieses ziel laut meinen berechnungen sollten doch echt 400€ drin sein gesteckt, sondern an einem freitag, als ich so gerne irgendwas eingekauft hätte gesagt: och nö, ich überweise mir lieber den von mir genehmigten 50er auf mein sparbuch ;-) hatte irgendwie die gleiche belohnungsbefriedigung, wie ein nettes (überflüssiges) shirt.


    mittlerweile sind zwar nur ein paar hunderter auf diesem sparbuch, aber ich konnte davon schon zwei urlaube zahlen, meine tochter mal aus der scheiße holen, ohne darauf sparen zu müssen, oder deswegen miese zu machen - fühlt sich echt schön an!

    Also erstmal ist es sehr schön (naja, in gewissem Sinne - ihr wisst, wie ich das meine), dass auch andere das Problem haben. Es hilft mir, es weniger als mein höchstpersönliches Versagen zu betrachten, sondern eher zu akzeptieren, dass es halt gerade noch so ist und es dafür auch Erklärungen gibt. Damit kann ich arbeiten, damit ich das

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    im endeffekt (ich habe leider die meisten beiträge nur überflogen, verzeih also, wenn es schon jemand anders schöner formuliert hat), geht es doch darum, dass du spaß finden solltest zum geld haben, frieden schließen könntest mit auch mal nichts übrig zu haben und keine angst mehr hast, nichts/miese zu haben, oder?

    mal erreiche.


    Ich halte euch bestimmt immer mal wieder auf dem Laufenden, ob und wie ich vorankomme. Einfach mal darüber zu schreiben und eure verschiedenen Erfahrungen mitzubekommen hat mir schon sehr geholfen - da arbeitet gerade einiges in mir. :)z

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    interessant finde ich, dass ja dein "ausgeben bis zum letzten cent" im widerspruch zu deinen ängsten steht!

    tut es doch gar nicht, sparen heißt auf psychisch zuwenig zu haben und ausgeben dass was zum ausgeben da ist. Wo ist da die Unlogik, klar gibt's die Scheffler die auf ähnliche Probleme eher mit ansparen ragieren würden aber das eine macht das andere nicht widersprüchlich.

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    Beschäftigung mit alten Mustern ermüdet mich.

    :-D jeden ;-) Aber ich finde du machst das super. Allein schon die Bereitschaft in der Richtung überhaupt zu schaun find ich außergewöhnlich, aber du bist echt mehr als nur bereit. Wenn dich der Faden ermüdet/nahegeht ist das ein gutes Zeichen.


    Dass hier eher praktische Tipps kommen ist halt wohl der Tatsache geschuldet dass bzgl Geld doch praktisch jeder nen Hau hat, das Zeug ist ne Droge die sich jeder völlig bedenkenlos reinzieht, je mehr desto besser^^ und dargestellt wird's halt wie Wasser was jeder braucht. Wasn Schmarrn, aber ich hab natürlich auch gern ein bißchen Wasser ;-D Aber es ginge tatsächlich auch ohne und das wär glaube ich das heilsamste an praktischen Varianten was du machen könntest, aber wär natürlich bissl zweifelhaft z.B. zum Obdachlosenfrühstück zu gehen wenn man versorgt ist^^ Gibt auch angeblich so krasse Tauscher die alles nur tauschen und so klarkommen aber da hab ich keine Ahnung davon und schätze das beißt sich damit dass du ja auch noch ner normale Beschäftigung nachgehen musst. Bliebe noch Pfandflaschen sammeln was aber nur in Städten ginge und natürlich auch auch ein krasser Zeitfresser ist um davon über die Runden kommen zu können, Schnorrn wär wieder moralisch etwas zweifelhaft (ich fänds net so schlimm wenn du mal ne Woche Testschnorrst, find es sollte eh nen freiwilligen Pflicht-Schnorrmonat geben den jeder am Ende seiner Jugend bestreiten sollte^^). Schätze das wär alles nichts für dich, oder? :-D


    Wär halt ne Konfrontationstherapie für die du dein Konto und Gehalt ausblenden müsstest (Miete und so wird ja wahrscheinlich eh automatisch eingezogen) und in der Freizeit einfach versucht "zu überleben", ohne dein Geld. Ein Survivalurlaub könnte da vllt auch was bringen. Das wär halt eher so die Verhaltenstherapie statt Psychoanalyse, dein Muster was das alles auslöst würde damit nicht direkt bearbeitet aber du würdest sehen: oh es passiert ja gar nichts schlimmes und das könnte Ressourcen schaffen das ursächliche Problem mal ohne die belastende Angst des drohenden Nichtshabens mal objektiver zu betrachten, bzw deutlich befreiteter danach suchen zu können. Keine Ahnung was da bei dir drunter liegen könnte, glaub irgendwie nicht dass es um Existenzängste und materiellen Mangel geht, die sind vermutlich eher nur Aufbau. Vllt geht's z.B. auch um ein generelles überhöhen von Geld (lediglicher Lebensinhalt Geld-haben und Konsumieren... es ist aber kein Wasser^^) oder um Ansehen, gesellschaftlicher Status (Bei letzteren wär sone Konfrontationstherapie wie Pfandflaschensammeln natürlich wirklich der Hammer! ]:D ).


    Ich denke es ist hier wie bei vielen Problemen, es ließe sich sehr wahrscheinlich mit Tricks, Ritualen und/oder Disziplin angehen und vllt ist das eh sinnvoll und vllt reicht das, oder zusätzlich :-) ...du scheinst wirklich geneigt da rumzubohren, find ich wie gesagt super. "Zusätzlich" wär ein sehr praktikabler Weg, der hardcore Weg wäre nichts begünstigendes mehr zu tun, Kontoauszug anglotzen z.B. :-D auch wenn das im Vergleich zum Geldausgeben natürlich eine sehr harmlose Kompensationsmethode wäre die vllt auch gar net mal so wenig Selbstergründungspotential haben könnte.




    Mein Onkel hat auch mal alles verloren was sozusagen Konsequenzen für die ganze Familie hatte (mich hat das nie gekümmert *angeb*), er war sogar der Meinung dass er damit letztendlich seine Mutter umgebracht hat (ist mittelmäßig früh verstorben und er meinte eben deswegen so früh) und für sie war das vermutlich auch wirklich hart weil gesellschaftliches Ansehen sozusagen ihr heiliger Gral war, aber das ist schon hart das Leute glauben dass einen sowas vernichten kann, das ginge doch nur wenn da unter dem Geld oder dem Ansehen oder was auch immer nichts anderes positives war, keinerlei Halt als nur den des Geldes und Co, keinerlei Selbstzufriedenheit die mit dem Außen nichts zu tun hat usw. Naja, und als ich das mit deinem Vater laß wie ihn das fertig gemacht hat musst ich da wieder dran denken (tu ich eh oft in letzter Zeit). Voll traurig dass es das gibt und wohl schon immer gab, durch unsere Gesellschaft durch ich sag mal mangelnde "Tiefe" und der beständigen Vermittlung der holyGralität des Konsums und Besitzes aber auch noch höllisch befeuert wird.


    Mein Onkel kam sozusagen durch die erzwungene Armut irgendwann klar damit materiell keine großen Sprünge mehr zu machen und hatte soweit ich weiß auch kein Problem mit Geldraushaun mehr, mit dem Ansehen angeblich auch nicht, aber das glaube ich nicht, aber das ist eine für mich völlig typische Verdachtsanmaßung weil sicher wissen kann ich es natürlich nicht. Er hat mir aber mal erzählt dass ihn der Besuch bei einem früheren Freund der recht wohlhabend lebt doch recht getroffen hat, hab ein bißchen rumgebohrt aber er wollt net zugestehen dass es um Ansehen ging, aber worum sonst? Dass er den relativen Nichtluxus akzeptieren gelernt hat und diesbezüglich zufrieden war das glaubte ich ihm nämlich schon.


    Aber ich denke jedenfalls eventuelle Knackpunkte könnten in solche Richtungen gehen, es ist unglaublich was mit Geld und dem entsprechendem Konsum alles transportiert wird und das alles ist absolut nicht grundsätzlich schlecht, aber es verkommt alles zur schnöden leeren Hülle und pervertiert sich selbst wenn sich da kein Unterbau an Unabhängigkeit von solchen Dinge befindet. Woher hättest du solche Unabhängigkeiten lernen sollen wenn dein Vater quasi für's Geld gelebt hat und ihm mit dem Verlust damit alles entzogen wurde. Wie sieht es aus mit Liebe und Leistung, war erstere an zweiteres gekoppelt? Rein intuitiv würd ich meinen da hattest du Glück (?), aber wenn meine Intuition trügt musst vllt gar net weitersuchen (stimmt natürlich nicht wirklich, der emotionale Zugang ergibt sich ja nicht automatisch mit rationaler Erkenntnis), dann würdest du dir mit dem Ausgeb-Ausrutschern sozusagen Selbstliebe kaufen und Existenzängste wären der Aufbau darauf (wer/was liebt mich wenn nichts da ist (durch Leistung erwirtschaftetes Geld) mit dem ich mir Liebe kaufen/verdienen kann).


    Möglicherweise könnte das Problem auch mehrfaktoriger Art sein, das ist immer besonders speziell weil man bei jedem gefundenen Faktor denkt und richtigerweise ja auch fühlt dass es zutrifft, nur ist's dann halt nicht alles, vllt nicht mal das großfaktorigste. Soll dich aber nicht abhalten, wenn ich da drauf reinfalle denk ich mir nachher immer dass es halt Zeit für's erkennen des einen Faktors war und ein weiterer halt eben eine andere Zeit hatte und jede Faktorerkennung macht die Sache natürlich trotzdem schon mal besser.


    Viel Erfolg und fröhliches Selbstergründen. Super Faden, sind selten geworden die Fäden die in die Tiefe gehen und hinter denen echter Selbsterkenntniswillen steckt. :)^ :)* (Ich wüsste ja echt zu gern wer du bist ;-D (ich bin da aber so richtig schlecht im erraten also keine Sorge ;-)))