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    Hier eine Gedankenwelt auszubreiten und gleichzeitig zu argumentieren, diese sei nicht realisierbar, stellt deinen Faden prinzipiell in Frage.

    Das finde ich überhaupt nicht. Sie stellt sich ja Fragen über ihre Gedanken. Sie selbst fragt sich, ob das schräg ist und es belastet sie, weil sie niemanden zum Reden darüber hat oder einbeziehen möchte. Und dann finde ich hier so ein anonymes Forum ganz gut dafür geeignet. Es geht ihr also nicht primär um die Erfüllung ihrer Fantasien, sondern erstmal den Umgang damit. Eine Einordnung, ein Verständnis dafür. Dafür passt es auch bei Psychologie ganz gut rein, wo sonst ja auch Sexualität als Kategorie zur Verfügung gestanden hätte.

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    Wer soll sich da bitteschön überhaupt noch Gedanken darüber machen, was deiner Meinung nach sowieso nicht geht. Dann behalte es als Phantasie für dich und gut.

    Die Suche nach dem Unerreichbaren oder Unwahrscheinlichen wäre dann das neue Thema. Oder der Umgang mit unerfüllbar scheinenden sexuellen Fantasien. Der Leidensdruck der inneren Sehnsucht. Und die Angst vor der zu vermutenden Ablehnung, wenn sie mit ihren Wünschen an die Frauen der genannten Berufe des genannten Alters zum Zeitpunkt ihrer Berufsausführung herantritt.


    Wer doch wieder in Richtung realisierbare Realität denken möchte, kann sexualpraktische Berufe einbeziehen. Diese entstanden, da


    klassische Physiotherapie (med. Massagen) den sexuellen Bereich ja ausspart. Und Psychotherapie spart alle körperlichen Aspekte aus.


    Also gibt es neue Angebote, die diese Lücken füllen:


    Tantramasseurinnen (privat zu bezahlen, keine Kassenleistung). Wobei Geschlechtsverkehr da nicht im Mittelpunkt steht, sondern liebevolle, empfangende Körpermassagen auf Wunsch inkl. aller erogenen Zonen und der Vagina (dort Yoni genannt), Body-to-Body-Massagen und der tiefe Respekt vor der sexuellen Seite des Gegenübers und seinen Bedürfnissen und Grenzen. In beide Richtungen. Es bleibt halt etwas dienstliches, und es entsteht keine partnerschaftliche Seite dabei. Aber es entsteht ein echtes sexualpraktisches Erleben und bleibt nicht beim Reden. Wer mehrmals hingeht, hat auch eine Vertrauensseite, die sich aufbauen kann. Und komplett "fallen lassen" kann und soll sie sich da.


    Oder bei einer Sexualtherapeutin (auch bei ihren schwachen Symptomen privat zu bezahlen, Kassenleistung wird sowas nur bei großem Leidensdruck), die kompetent beliebig sexuelle Gesprächsthemen zulässt, aber je nach Qualifikation gesetzlich oder aus einer Berufsethik oder aus eigenen Prinzipien heraus in ihren praktischen sexuellen Handlungen im Umgang mit Patienten/innen begrenzt ist. Das kann bei einer Heilpraktikerin schon wieder anders aussehen.

    @ Pythonist

    Das mit dem Tantra klingt super interessant, allerdings passt auch nicht jede Frau in mein Schema und dann sind mir Berührungen sehr unangenehm. Ist bei diesen Tantramassagen eigentlich üblich, dass dann auch Frauen von Frauen massiert werden? Kann man sich das wünschen? Ich kenne mich da nicht aus ":/


    Damals hatte ich auch eine Psychotherapeutin, zu der ich diese Gefühle hatte, mich hat es gänzlich erfüllt nur mit ihr zu reden (ja, auch irgendwie sexuell), allerdings hat dann die Therapie keinen Sinn gemacht, weil ich nicht ganz bei der Sache war.


    Ich frage mich einfach, weshalb ich so empfinde als eigentlich hetereosexuelle... Gibt es so etwas öfter? Vielleich hat es auch keine Ursache und ich mache mich einfach bekloppt.

    warum soll das nicht gehen? gib doch eine kontaktanzeige mit deinen wünschen auf. es kann ja eine ärztin oder therapeutin sein, halt nur niemand, der dich behandelt. da gibt es bestimmt bisexuelle oder lesbische frauen mit so einem beruf, die sich gerne mit dir treffen würden. alles andere musst du dann eben sehen.

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    Das mit dem Tantra klingt super interessant, allerdings passt auch nicht jede Frau in mein Schema und dann sind mir Berührungen sehr unangenehm. Ist bei diesen Tantramassagen eigentlich üblich, dass dann auch Frauen von Frauen massiert werden?

    Das geht ganz nach Wunsch. Es arbeiten aber fast immer deutlich mehr Frauen dort als Männer (wenn Tantra-Studio mit mehreren Mitarbeitern). Manche Frauen bieten es auch allein an.

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    Kann man sich das wünschen? Ich kenne mich da nicht aus ":/

    Ja, du kannst dir das wünschen, dass eine Frau dich massieren soll und du kannst dir von den Mitarbeiterinnen auch diejenige wünschen, die dir besonders zusagt. Eine Übersicht gibt's oft schon auf der Webseite, und dann halt nach Verfügbarkeit. Die Termine sind üblich recht lang: mind. 1 Stunde, üblich 2 Stunden, gern auch 3 Stunden, denn Entspannung und Stressabbau sind gepaart mit dem Erleben sexueller Energien - und die brauchen Zeit, bis sich da jemand wirklich für öffnet. Mach vorher einen Termin aus für ein Vorgespräch, dann kannst du dort Vieles nachfragen, einige Tantra-Masseurinnen kennenlernen (zwischen den Terminen) und dir auch die Räumlichkeiten anschauen. Das ganze hat einen gewissen spirituellen Touch, der das Ambiente so ein bisschen bestimmt, aber nicht überbewertet wird. Kennt man ein paar Worte (yoni=Vagina, lingam=Penis, Shakti = Frau, Shiva = Mann, Namaste= Ich grüße dich, Chakren=irgendwelche esoterisch verschwurbelten Energiezentren, ich blende das einfach aus), dann hat man den wirklich wichtigen Wortschatz an sich drauf. Am Ende geht's um Körpererleben, nicht in erster Linie um romantische Gefühle. Solltest du auf der Suche sein, nach einer Paarbeziehung zweier Frauen, wäre es eher nicht das richtige.

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    Damals hatte ich auch eine Psychotherapeutin, zu der ich diese Gefühle hatte, mich hat es gänzlich erfüllt nur mit ihr zu reden (ja, auch irgendwie sexuell), allerdings hat dann die Therapie keinen Sinn gemacht, weil ich nicht ganz bei der Sache war.

    Kenn ich. Ging mir genau so bei einer Psychotherapeutin. Ich habe sie sehr gemocht. Aber mir hat das geholfen und ich war geistig sehr bei der Sache. Ich habe mit ihr über alles reden können, wirklich alles. Sie war wundervoll! Nur der Abschied fiel mir schwer.

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    Ich frage mich einfach, weshalb ich so empfinde als eigentlich heterosexuelle... Gibt es so etwas öfter?

    Erstmal nur bisexuelles Interesse? Ja, man kann davon ausgehen, dass das vage Interesse an sich häufig ist. Schau mal hier rein, da gibt's einige Zahlen, auch wenn oft die Stichprobengrößen nicht dabei stehen: https://de.wikipedia.org/wiki/Bisexualit%C3%A4t


    Es wirklich mal (oder regelmäßig) in sexueller Form erleben machen aber deutlich weniger.