Midlife Crisis oder was

    Ich bin seit einiger Zeit in einer schwierigen Phase (vermutlich Midlife Crisis) und frage mich, wie ich damit umgehen soll. Objektiv ist eigentlich alles normal (Frau, Kinder, Haus, Arbeit). Mit Mitte 40 habe ich aber nun das Gefühl, dass mein Leben eigentlich vorbei ist. Es geht nicht mehr aufwärts, sondern langsam aber sicher bergab.


    Die Bezugspersonen meiner Jugend (persönlich und öffentlich) sterben weg; der Krebs scheint allgegenwärtig ((noch)nicht bei mir, sondern in meinem Umfeld). Mein Vater ist nur wenig älter geworden, als ich jetzt bin.


    Es scheint mir sinnlos, noch etwas zu beginnen. Ich warte eigentlich nur noch auf den nächsten Rückschlag. Auf der Arbeit schaffe ich es einigermaßen, den Schein zu wahre und funktioniere halbwegs; aber eigentlich ist mir das alles egal.


    Ich habe das Gefühl, dass mich die einfachsten Dinge überfordern; ich ziehe mich immer mehr zurück, damit niemand etwas von mir erwartet.


    Gibt's hier jemand, der ähnliches erlebt hat. Geht das irgendwann wieder vorbei? Kann/sollte ich irgendwas dagegen tun?

  • 5 Antworten

    Servus,


    einfach gut beschrieben. Dein Thread trifft auf tausende Menschen zu und trotzdem individuell. :)^


    Zu deinen Schilderungen:


    Es fühlen viel mehr Menschen als du denkst so, nur machen sie das nicht publik.


    Deine nachlassende Performance, dein Zurückziehen. - Das machst du durch deine Gedanken, aber die schon längst auch im Unterbewusstein wirken.


    Zu deinen Fragen:


    Gibt's hier jemand, der ähnliches erlebt hat. Geht das irgendwann wieder vorbei?


    Haben viele erlebt und erleben es gerade. Kann vorbei gehen, kann aber auch auch schlimmer werden.


    Kann/sollte ich irgendwas dagegen tun?


    Du kannst es dem Zufall überlassen.


    Du kannst es selbst anpacken, sofort. (ohne das du Beruf oder Familie vernachlässigst)


    Die Antwort ist einfach und effektiv:


    Tue das was dir Spaß macht und was dich glücklich macht.


    (Das ist der Schlüssel. Den hast du in deiner Tasche. Ins Schloss stecken und umdrehen, musst ihn aber selbst und da musst du hin.)


    Jetzt eine Frage an dich:


    Wenn Du nochmal in deinem Leben die "Reset"-Taste drücken und nochmal komplett Neustarten könntest, was würdest du anders machen, was würdest du beibehalten?


    LG

    Zitat

    Mit Mitte 40 habe ich aber nun das Gefühl, dass mein Leben eigentlich vorbei ist. Es geht nicht mehr aufwärts, sondern langsam aber sicher bergab.

    Bist du denn wirklich überfordert, oder einfach so satt, dass du Stillstand als Rückschritt wahrnimmst?


    Es geht natürlich im Leben nicht immer mit Vollgas weiter. Höher, schneller, weiter hat eine natürliche Grenze. Es tut auch gut, diese zu akzeptieren. Negativ kann man sagen, dass man sich auf den alten Lorbeeren ausruht. Man kann es aber auch positiv ausdrücken: man erntet die Früchte des Lebens.

    Zitat

    Ich warte eigentlich nur noch auf den nächsten Rückschlag.

    Ich kann in deinem Beitrag leider nicht erkennen, von welchen Rückschlägen du sprichst. Was waren denn bisher Rückschläge in letzter Zeit?

    So etwas kann auch passieren, wenn man vielleicht nicht so gelebt hat, wie man es eigentlich am liebsten tun würde. Das muss nicht einmal bewusst sein.


    In so einem Fall zehrt man von der Zukunft. Eine vage Hoffnung, irgendwann mal..


    Man ist ja noch nicht alt..


    Sie liegt noch vor einem, die Zukunft. Man ist noch erst 30, Mitte 30, Ende 30.. es kann ja noch was kommen.


    Mit zunehmenden Alter aber wird diese Zukunft immer kleiner.


    Das kann man ändern, wenn man sich dem Ganzen stellt, unangenehme Gefühle zulässt. Man kann sich dann neu orientieren.


    Aber das geht nicht zum Nulltarif, d.h. eben, mitunter kann es einem schlecht gehen dabei, wenn man sich stellt.


    Danach aber kann man das Steuer in die eigene Hand nehmen.

    Ich habe auch keine Lösung aber ich bewundere das Problem. :-)


    Im Ernst: Ich bin an einer ähnlichen Stelle wie Du und erkenne mich total wieder.


    Berufliche Stagnation, Krebs wohin man schaut, zunehmende Zipperlein und das Gefühl dass es ab jetzt bergab geht.


    Eine richtige Lösung habe ich auch noch nicht gefunden, aber da müssen wir wohl alle mal durch.


    Fürs erste habe ich mir einen Sportwagen gekauft, um zumindest das Klischee zu bedienen und dabei etwas Spaß zu haben.


    Ich glaube jeder muss seinen Weg finden. Mir wird vor allem immer öfter bewusst, das wir nur einmal leben. Das verschiebt so manche Prioritäten.


    Halt durch, die Berberitze

    Vielen Dank für eure Antworten. Tut schon mal gut, nicht alleine zu sein.


    Ich habe über das nachgedacht, was ihr geschrieben habt.


    Ich habe nicht das Gefühl etwas verpasst zu haben; habe auch kein Bedürfnis nach einem Sportwagen ;-)


    Ich glaube, meine größte Angst ist zu versagen und durch die nachlassenden Kräfte das gewonnene zu verlieren. Ich habe z.B. das irrationale Gefühl des Versagens, weil ich nicht verhindern konnte, dass meine Mutter gestorben ist.


    Ich habe auch über

    Zitat

    Tue das was dir Spaß macht und was dich glücklich macht.

    nachgedacht. Das Problem ist, dass mir im Moment echt nichts einfällt, was mir Spaß machen würde. Mir steht da wahrscheinlich auch das schlechte Gewissen im Weg, ich würde mich nicht wohl dabei fühlen, wenn ich etwas nur für mich machen würde.