Mit 24 noch nie eine Freundin gehabt, kann mit Frauen im Alltag nicht umgehen, jetzt asexuell?

    Ich bringe eine längere und komplizierte Geschichte mit mir und versuche deshalb nur das Wichtigste zu erzählen:



    Ich bin jetzt 24 Jahre alt, männlich und studiere aktuell an einer Universität in Deutschland. Zu meiner Vorgeschichte: Ich war eigentlich glücklich als Kind und würde sagen, dass ich eine allgemein schöne Kindheit hatte, dennoch war diese vorallem durch verbale Gewalt von meiner aggressiven Mutter aus, geprägt. Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, aber kurzfassend kann man sagen, dass mein Kopf wohl damals durch die Ungerechitigkeit, die mir meiner Schwester und meinem Vater zugefügt worden sind, dachte dass alle Frauen nur Schmerz und Leid bringen. In der Schulzeit habe ich deshalb immer versucht, Mädchen auf Abstand zu halten. Ich hatte meine erste große Liebe die nicht erwidert wurde, aber danach konnte und wollte ich mit Mädchen nichts anfangen. Zwei Mädchen hatten mir ihre Gefühle mit 16-18 Jahren ans Herz gelegt und ich hatte auch Gefühle für Sie (nacheinander, nicht gleichzeitig), aber hatte wohl zuviele negative Gedanken/Angst und habe beide ablitzen lassen. Mit 18 war ich mit der Schule fertig und es folgte eine depressive Zeit für mich. Zum Glück habe ich mit 20/21 größenteils alleine aus diesem Tief rausgefunden. Habe wieder angefangen mehr raus zu gehen, abzunehmen, mit wohlzufühlen.



    Nun mit 23/24 ist mein Selbstbewusstsein gegenüber meinem Leben/meines Körpers etc. so groß wie noch nie zuvor in meinem Leben. Im Studium läuft es, ich mache weiterhin viel Sport und gehe gerne mit Freunden aus. Dennoch macht es mich oft psychisch fertig, wenn ich darüber nachdenke, dass ich noch nie in einer Beziehung war. Keine Erfahrungen habe, nicht weiß wie ich Frauen ansprechen soll, Sie kennenlernen kann, weil ich bis 20 nichts in der Richtung versucht habe. Ich hatte nie eine Freundin und habe im Moment auch keine weiblichen Freunde, einfach weil ich im alltäglichen Leben keine Möglichkeit habe, auf diese zu stoßen oder welche kennenzulernen.



    Das Schlimmste ist jedoch, weshalb ich eigentlich diesen Post mache ist, dass ich seit einigen Wochen mit dem Gedanken spiele, dass ich vielleicht asexuell geworden bin?!Denn mir fehlt JEGLICHE Lust auf fremde Frauen zuzugehen.



    Wenn ich beim Sport oder unterwegs doch mit einer ins Gespräch komme, versuche ich das Gespräch so sachlich wie möglich zu führen und auf ein Lächeln o.ä. kommt von meiner Seite eig nichts. Ich fühle keinen TRIEB, keine Anziehung zu Frauen (und zu Männern auch nicht). Weder emotional, was aber auch schwierig ist, wenn man niemanden kennenlernt, aber auch sexuell. Mir ist aufgefallen, dass ich z.b beim Pornokonsum garkeinen "Spaß" mehr verspüre. SB wirkt entspannend, aber nichts weiter. Bilder von nackten Frauen o.ä. sind nicht mehr "attraktiv" für mich, nicht erregend.


    Eigentlich könnte ich das an mehreren Stellen posten. Sexualtität, Psychologie, Alltag, Soziales Verhalten. Habe es jetzt mal hier reingepackt aber es ist wirklich oft ein "alltägliches" Problem, weil es manchmal einfach schon damit losgeht, dass ich mich in der Öffentlichkeit gezielt von Frauen fernhalten möchte.



    Was meint ihr zu der ganzen Sache? Wo befinde ich mich jetzt? Was soll ich tun? Ich bin weder super unglücklich noch mega glücklich mit der ganzen Story. Irgendwie fühlt es sich halt an, als ob etwas "fehlt" im Leben, die Interaktionen mit mehr Menschen, Gefühle...

  • 29 Antworten

    Schätze deine Hemmschwelle ist in den Jahren zu einer Wand hochgewachsen.

    Da du dich jetzt mittlerweile sicherer und besser fühlst, ist es nur eine Frage der Zeit, wann auch wieder sexuelle Gefühle spürbar werden. Diese hast du zwar sehr weit weggeschoben und zugebaut, aber tief in dir drin gibt es sie und das dazugehörige genetische Programm noch. Betrachte dich als Spätzünder, nicht mehr und nicht weniger.

    Ich würde auch sagen, dass du ein Spätzünder bist.


    Hast du mal dran gedacht, in einer Therapie das schwierige Verhältnis zu deiner Mutter bzw. das Bild von Frauen, das sie dir vermittelt hat, aufzuarbeiten?

    Milky_e77 schrieb:

    Hast du mal dran gedacht, in einer Therapie das schwierige Verhältnis zu deiner Mutter bzw. das Bild von Frauen, das sie dir vermittelt hat, aufzuarbeiten?

    Daran gedacht habe ich schon öfters, aber ich sehe halt wie weit ich es ohne Hilfe geschafft habe und ich weiß auch nicht wie so eine Hilfe aussehen sollte und wie mir das etwas bringen soll.


    Die Frage dich ich mir eben nur stelle, ist ob sich das selbst mit fortlaufender Zeit wieder löst oder ob diese Gedanken/Vorurteile/Ängste schon bleiben werden.


    Luci32 schrieb:

    Also, wärst du asexuell, würdest du keine SB betreiben.


    Also nein. Du bist nicht asexuell.

    Bist du dir sicher? Nur weil ich SB betreibe um Stress abzubauen, heißt das doch noch nicht, dass mir das Spaß macht?! Das ist doch dann eben genau die Definition von Asexuallität, nein?


    Evoluzzer schrieb:

    Schätze deine Hemmschwelle ist in den Jahren zu einer Wand hochgewachsen.

    Da du dich jetzt mittlerweile sicherer und besser fühlst, ist es nur eine Frage der Zeit, wann auch wieder sexuelle Gefühle spürbar werden. Diese hast du zwar sehr weit weggeschoben und zugebaut, aber tief in dir drin gibt es sie und das dazugehörige genetische Programm noch. Betrachte dich als Spätzünder, nicht mehr und nicht weniger.


    Die Hemmschwelle ist manchmal gigantisch. Selbst wenn ich Interesse an "Interaktionen" habe, passiert meistens nichts, weil mir die ganzen Basics fehlen, die ich in den 20+ Jahren nicht wirklich gesammelt habe.

    (An)sprechen zählt schon zu den unmöglichen Sachen, weil ich es eben Jahrelang nicht als nötig gesehen habe.

    Zitat

    Also, wärst du asexuell, würdest du keine SB betreiben.

    Natürlich gibt es asexuelle Menschen, die masturbieren.

    Asexualität bedeutet viel mehr das Fehlen von sexueller Anziehung. Deshalb kann trotzdem das Bedürfnis nach Masturbation vorhanden sein. Manche haben auch trotzdem Sex.

    Zitat

    Bist du dir sicher? Nur weil ich SB betreibe um Stress abzubauen, heißt das doch noch nicht, dass mir das Spaß macht?! Das ist doch dann eben genau die Definition von Asexuallität, nein?

    S.h. meinen Beitrag oben. Asexualität bedeutet aber auch nicht, dass man keinen Spaß am Sex oder der Masturbation hat, manche mögen es, manche lehnen Sex komplett ab.

    Man fühlt sich von anderen Menschen nicht sexuell angezogen.

    Eigentlich ist das doch gar nicht so schlecht. Emotionale und sexuelle Anziehung durchs andere Geschlecht ist zu einem großen Teil ja auch stressig und frustrierend und offenbar ein der größten Quellen menschlichen Leids überhaupt (z.b ist es das zentrale Motiv in den meisten Songs und Filmen). Wenn Du auch ohne das zufrieden sein kannst, ist das streng genommen eher ein Vorteil.


    Ansonsten wär mein Rat, sieh es so locker wie möglich, akzeptiere Dich und den ist-Zustand so wie er ist und setz Dich möglichst wenig unter Druck, dann ist die Chance, dass es sich positiv entwickelt, zumindest am größten.

    Es ist gut, dass Dir die Ursache für Deinen Konflikt in Sachen Frauen und Sexualität bewußt ist. Dann kannst Du Dich besser davon abgrenzen, oder es zumindest versuchen und daran arbeiten.

    Rein funkionell ist bei Dir mit Sicherheit noch alles vorhanden, nur ist alles in eine Kiste verpackt worden, die Du geschlossen hast. Aber asexuell bist Du deswegen nicht geworden. Alles lässt sich zur gegebenen Zeit wieder reaktivieren. Viel Glück!

    Ich mache es mir wohl zu bequem und habe Angst wie die Person reagieren könnte und vermeide deshalb das Ansprechen von anderen FREMDEN Frauen.


    Aber ja, was mir heute zufällig noch aufgefallen ist, dass ich nicht nur das Gefühl habe, dass niemand mehr "Flirtinteresse" hat (kommt warhscheinlich wegen meinem fehlenden sichtbaren Interesse?!), sondern dass ich heute z.B wenn mir eine Frau gegenüber in der Bahn sitzt, unbewusst NIE in ihre Richtung schaue. Ich schaue also durch die Gegend, überall hin, leicht links/rechts/über ihr, aber nie direkt in ihr Gesicht. Keine Ahnung, warum.

    Entspanne dich ...

    Ich bin 38 und hatte bisher noch keine einzige Bezhiehung.

    2016 mal eine ... Liebelei für ca. 8 - 12 Wochen. Aber das war eher nix und ich würde es nicht als Beziehung bezeichnen. Ich lebe in Hamburg und sie lebte in Baden-Würtemberg.

    Unsere tatsächliche gemeinsame Zeit lässt sich an zwei Händen abzählen.


    Also 24 ist da noch gar nix ....

    Ok, aber das hilft mir ja nicht wirklich weiter, oder ?

    Ich suche Hilfe um meine Probleme in Hinsicht zu anderen Menschen (spez. Frauen) zu reparieren.


    Wenn jemand Probleme mit 18 hat sein Führerschein zu bestehen, dann bringt es ja auch nichts, dass jemand kommt und sagt "calm down", wir sind 50/80/100 und haben es auch noch nicht geschafft?

    Na, dann eben nicht ...


    Dein Titel sagt, "Mit 24 noch nie eine Freundin gehabt, kann mit Frauen im Alltag nicht umgehen, jetzt asexuell?"

    Und ich wollte nur sagen dass man mit 24 nicht gleich asexuell sein muss.

    Ich bin 38 und stelle das "noch immer nicht" in frage.


    Aber falls dir meine Antwort nicht gefällt kann ich es auch mit einfachen Worten beantworten.


    NEIN !