Zitat

    Ich habe es nicht lange mit mir ausgehalten, so gar nicht lange.

    War ja auch wieder ein völliger bescheuerter Anspruch. Nicht umsonst darf man sich für die Schweigeexerzizien in den Klöstern nur anmelden wenn man psychisch und körperlich total stabil ist. Diese Einsamkeit, dies mit-sich-alleine-sein haut nämlich auch Leute um die total fest im leben stehen und keine Traumatas unterm bett haben die nur darauf warten sich auf einen zu stürzen.


    Du hast etwas von dir erwartet was die allermeisten Leute an die Grenzen treibt und bist gescheitert. Das war ja total überraschend. Törööööö Das ist als ob ich versuchen würden nen Halbmarathon zu laufen. Mit Venenentzüngung, ohne Training und dem Knöchelschaden. Da würde mich mein Scheitern nach 800 Meter auch nicht überraschen.


    Die restlichen Fragen. :=o

    Da ich ja noch den Qi-Fluss erklären sollte, hier mal ein Versuch:


    Der Körper hat eine gewisse Menge an Lebensenergie namens Qi, den man auch unter anderem dadurch vergrößern kann, indem man ins Grüne geht und sich Energie aus der Natur holt. Um keine Krankheiten zu bekommen, ist es wichtig, dass das Qi im Körper frei zirkulieren kann. Es ist ein bisschen anders als der Blutkreislauf, der vom Herzen mechanisch aufrecht erhalten wird, weil es eher eine mentale, aber auch gefühlsmäßige Kraftverteilung ist. Der Fluss von Qi wird dann gestört, wenn ich irgendwo die Muskeln verkrampfe. Wenn du eine unnatürliche Spezialhaltung einnimmst, damit du nicht zerfließt, störst du den Kreislauf des Qis. Und damit steht dir weniger Energie zur Verfügung.


    Ein anderer Aspekt von Qi besteht darin, dass deine Aufmerksamkeit sich über den gesamten Körper erstreckt. Du weißt jederzeit, wie sich dein rechter großer Zehennagel oder deine linke Augenbraue fühlt. Wenn du Kissen zwischen die Beine stopfst, nur damit du nicht fühlst, wie sie aufeinanderliegen, das fühlt sich für mich so unkomplett an, als ob die Beine abgeschnitten wären. Das würde bedeuten, dein Qi ist auf den Rumpf konzentriert. Dieses wäre auch wieder nicht gesund.


    Wenn es unverständlich sein sollte, liegt es auch daran, dass dies schwer zu beschreiben ist.

    Manchmal schlafe ich auch länger. Ich höre den Wecker aber auch nicht. Bzw. wenn ich wach bin, bleibe ich so lange liegen bis ich wieder einschlafe. Wenn ich einen guten Tag habe, mache ich mir Hörbuch oder Serien an.


    Das Haus verlasse ich nur selten. Eigentlich wollte ich wieder anfangen, laufen zu gehen, aber ich werde nicht richtig gesund. Das zieht sich auch wieder gewaltig. Eigentlich ist das Wetter hier momentan total schön, warm und ich wohne direkt am Main, aber ich schaffe es nicht. Wenn meine Mutter da ist, helfe ich ihr beim Räumen. Aber ich hoffe immer, so lange wie möglich alleine zu sein, weil ich ein schlechtes Gewissen habe, nichts zu tun, während die hier arbeiten. Dann stehe ich zumindest neben dran und reiche mal was.

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    Diese Einsamkeit, dies mit-sich-alleine-sein haut nämlich auch Leute um die total fest im leben stehen und keine Traumatas unterm bett haben die nur darauf warten sich auf einen zu stürzen.

    Ich finde es aber voll wichtig, dass man sich selbst aushalten kann!

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    Du hast etwas von dir erwartet was die allermeisten Leute an die Grenzen treibt und bist gescheitert.

    Ich erhoffe mir halt, dabei herauszufinden, was ich will. Gesund werden oder nicht?

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    Ich habe es nicht lange mit mir ausgehalten, so gar nicht lange.

    Ich momentan nach einem halben Tag von mir selbst angenervt, so mal als Maßstab.

    Zitat

    Ich erhoffe mir halt, dabei herauszufinden, was ich will. Gesund werden oder nicht?

    Gesellschaftliche Isolation ist ein sehr gutes Mittel, um krank zu werden. Deswegen ist auch Einzelhaft so schlimm.


    Momentan gehst du mir etwas auf den Keks, weil du möchtest, dass es besser wird, aber es soll sich nichts ändern. Merkst du den Widerspruch?

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    Ich finde es aber voll wichtig, dass man sich selbst aushalten kann!

    Schon, aber das ist doch die Kür (und über einen längeren Zeitraum als mal nen Nachmittag ist es schon eher eine Kunst) und nicht die Pflicht. Du bist an einem ganz anderen Punkt. Wenn du es innerhalb eines gesunden Umfelds einigermaßen aushälst, dann ist das eine verdammte Menge.


    Hörbuch? Sehr gut. Ist da auch was lustiges bei? Was hörst du so? Psychokram? Drückst du dich deshalb darum es mir zu schreiben? ;-D ;-D

    Hast du mal versucht das Leiden oder den Schmerz zu externalisieren? Es gibt ja Menschen, die arbeiten mit dem inneren Kind. Wenn es verletzt wurde ist es das Kind, das den Schmerz hat, und du versuchst dich als Erwachsene darum zu kümmern und es aufzufangen. Das hat zwei Vorteile. Zum einen identifizierst du dich nicht komplett mit dem Schmerz, zum anderen fällt es dir vielleicht leichter Dinge zu tun, die gut für das Kind sind, als Dinge, die gut für dich sind. Also zum Beispiel: Ich gehe jetzt in der Sonne spazieren, weil ich als Verantwortliche für dieses Kind, dafür sorgen möchte, dass es ihm gut geht und es was Schönes sieht. Ich muss essen, weil ich Kraft haben muss um mich um das inneres Kind zu kümmern. Ich darf mich nicht destruktiv verhalten, weil ich es dann noch mehr verletzte. Das gleiche gilt natürlich auch für Suizid. Und gleichzeitig ist das Mitfühlen vielleicht einfacher als das Fühlen, weil klarer wird, dass du nicht ganz die Verletzung bist und da nochmal etwa Abstand eingebaut ist. Da gibt es auch noch die Dé.liée, die schlau ist und studiert, die malen kann, die reiten ganz gut findet, die sich um andere sorgt usw.usw. Und diese erwachsene Dé.liée kann Verantwortung übernehmen, dass es der kleinen Dé.liée gut geht. Ich finde das einen ganz hilfreichen Zwischenschritt zum Selbstmitgefühl, weil man es ein bisschen von sich trennt.


    Nur so als Idee @:)

    Na gut, es geht nicht so direkt ums Alleinsein. Ich bin hier ja so gut wie nie wirklich alleine, weil ich schließlich wieder Zuhause wohne. Ich sehe also die meiste Zeit des Tages Menschen, weil es mir schwer fällt, mich in mein Zimmer zurückzuziehen, wenn hier gearbeitet wird. Alleine bin ich nur so wirklich, wenn ich schlafe (und vielleicht will ich deshalb auch so lange schlafen, eben weil mir Menschen eigentlich zu viel sind). Ich helfe hier ein bisschen rumzuräumen, aber bei vielem kann ich nicht helfen und dann stehe ich mehr oder weniger doof daneben rum.


    Es ist mehr das, das ich mich nicht ständig mitteilen muss. Also Dinge alleine mit mir ausmachen? Dass ich nicht jede meiner Entscheidungen hier durchdiskutiere oder mir Rückhalt suche. Das ist verdammt schwer, man sieht es ja schon am Beispiel mit dem Reiten, dass ich da zu keinem Punkt komme. Ich verschiebe es jeden Tag auf den nächsten, mich dort zu melden und zu sagen, dass ich gerne weitermachen würde, damit ich Zeit habe, zu durchdenken, ob ich es will oder nicht. Aber da drehe ich mich im Kreis.


    Oder dass ich aufhöre, hier ständig über die BA zu jammern. Das ändert ja nichts. Auch da drehe ich mich gewaltig im Kreis, weil ich überhaupt nicht weiterkomme und jetzt schon wieder alles umschmeißen muss, aber das nicht gut schaffe. Die Angst wird dadurch immer größer.

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    Momentan gehst du mir etwas auf den Keks, weil du möchtest, dass es besser wird, aber es soll sich nichts ändern. Merkst du den Widerspruch?

    Natürlich. Deshalb gehe ich mir selbst ja auch so auf die Nerven und will erstmal herausfinden, was ich eigentlich will, bevor ich hier öffentlich wieder weiter im Kreis tanze. Ich weiß viele Dinge, die ich will, aber das meiste davon widerspricht sind, einiges davon schaffe ich eh nicht und ein anderer Teil ist destruktiv. Hmpf. Ich will Dinge, die ich so nicht haben kann, aber ich kann mich nicht entscheiden, was mir wichtiger ist und wofür ich jetzt kämpfen will, also tue ich gar nichts.


    Ich sehe das Dilemma hier gerade sehr wohl.


    Ich bin so nervig und motzig und schlecht gelaunt, aber kann das gar nicht so wirklich raushängen lassen. Das häuft sich halt gerade immer mehr und mehr an und schlägt mir dann jeden Morgen ins Gesicht, wenns darum geht: Aufstehen oder Liegenbleiben. Aufstehen bedeutet Menschen und irgendwie Funktionieren, weil dann die Realität so ins Gesicht klatscht.

    Zitat

    Hörbuch? Sehr gut. Ist da auch was lustiges bei? Was hörst du so? Psychokram? Drückst du dich deshalb darum es mir zu schreiben? ;-D ;-D

    Immer noch Käpt'n Blaubär ;-) . Ich komm nicht wirklich vorwärts. Häkeln tue ich gerade nicht.


    Ich schaue Serien, ja, Psychokram. Aber das belastet mich nicht, so Psychokram. Ich finde es anstrengender, irgendeiner Liebesrotze zu folgen ;-D . Es gibt nur sehr wenige Serien, die ich gut finde, aber lustig ist eigentlich keine davon. Ich bin wählerisch ;-D .

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    Es gibt ja Menschen, die arbeiten mit dem inneren Kind.

    Ich habe da ein Buch zu. Seit Jahren schon, aber habe nur mal kurz reingelesen. Ich kann mich damit gerade schwer befassen, weil eigentlich so viel zu tun ist und danach die Kraft gegen Null ist. Ich schaffe es nicht einmal, einen Roman oder so zu lesen oder danach überhaupt irgendwas zu machen. Ich schaue dann meistens nur noch TV abends (mit meiner Familie, also wieder nicht alleine).


    An sich finde ich das Konzept interessant, aber kann schwer sagen, ob ich das gerade kann. Also ob ich mich einlassen kann.


    Ich weiß, dass ich nicht gut darin bin, meine Ressourcen einzuteilen. Sobald ich Pflichten habe, stehen die vorne an und alles andere muss warten. Ich kann meine Kraft nicht so einteilen, dass beides geht, weil dann mache ich beides nur so larifari und schlecht, dass ichs lassen kann, weil es mich noch mehr frustriert.


    Z.B. laufen gehen. Ich will seit Anfang der Woche wieder laufen gehen, aber ich weiß, dass ich wieder so abgebaut habe durch die heftige Erkältung, dass ich so demotiviert bin. Ich kann nicht nach 5km sagen, dass es jetzt gut ist. Ich laufe weiter und weiter und dann wieder jeden Tag und nach einer Weile klappt alles zusammen und ich bin wieder bei Null.


    Aber wenn ich das nicht tue, hat laufen für mich nicht den Skill-Effekt. Ich muss mich dabei spüren, aber dabei laufe ich mich immer wieder kaputt, weil ich keine Grenzen kenne.


    Dieser Leistungsgedanke ist bei mir einfach so präsent? Und ja, am besten kann ich diesen gerade durch die Essstörung füttern. Ich kann kleine Erfolgserlebnisse haben, jeden Tag, ganz einfach. Ich glaube, ich muss nicht erklären, warum das in so dunklen Zeiten so verdammt verlockend ist.

    blue heron, wie machst du das denn? Entgegen dem Hass was Gutes für sich tun und dabei nicht innerlich zerreißen?


    Wie macht man sowas?


    Ich weiß nicht, wie man als so ambivalente Person es schaffen kann, nicht an dem Geschrei im Kopf kaputt zu gehen.

    Ich übe auch noch. Das Gefühl daran innerlich zu zerreissen kenne ich auch. Es tut richtig weh. Bei mir ist es aber so, dass der Schmerz eine andere Qualität bekommt, wenn er nur indirekt meiner ist. Dann ist er getrennt vom Selbsthass. Das wirklich furchtbare war dann, dass meine Kompensationsstrategien das Kind noch mehr verletzen und ich mich noch mehr dafür verurteilt habe, dass ich quasi die Verletzungen immer noch verstärke, dass ich weiter auf das Kind einschlage (bei mir durch SVV), anstatt Verantwortung zu übernehmen und für es da zu sein. Das Geschrei in meinem Kopf mit Brutalität totzuschlagen ist ja dann so ungefähr, als würde ich ein bedürftiges schreiendes Baby totschlagen wollen, damit es endlich still ist... An dieser Ambivalenz bin ich zu Beginn fast zu Grunde gegangen (und tue es manchmal noch). Ich fühlte mich wie ein Monster. Aber das ist genau der Punkt, ich verhalte mich mir selbst gegenüber ja genau so.


    Als ich durch diese Krise durch war, habe ich es zum ersten Mal geschafft, die Gefühle da sein zu lassen ohne mich sofort zu verletzen und so was wie Empathie für diesen Teil aufzubringen (was immer noch weh tut, aber anders. Der Unterschied ist vielleicht der zwischen Trauer und Depression. Beides ist schlimm, aber eines ist gesünder). Und das ist ein Prozess, den durchlaufe ich in der Form immer wieder. Dann schaffe ich es, dann geht es wieder verloren und beim nächsten Mal denke ich wieder, es ist unmöglich. Aber mit jedem Mal wird das Wissen stärker, dass ich es schaffen kann und die Hoffnung größer, dass es mir eines Tages gelingt, diese Haltung zu bewahren.

    Das Gefühl kenne ich. Dies irgendwann traurig um das sein, was passiert ist, was einem angetan wurde und man sich selbst angetan hat. Und das in Schleifen immer wieder, oft in besonders schönen Situationen.


    Und zu dem Reiten: Wirf eine Münze. Du kannst vorher nicht wissen ob es gut oder schlecht wird. Ist unmöglich. Niemand weiß das je. Man probiert es einfach und wenn es doof ist, hört man wieder auf. Oder man lässt es und sucht sich etwas anderes. Und man wird niemals erfahren wie es im Falle der anderen Entscheidung weiter gegangen wäre. Niemals. Also wenn du es nicht kannst, wirf einfach eine Münze, es gibt kein richtig oder falsch.


    Häkelst du mir ein Weihnachtsgeschenk? ;-D ;-D

    Wie schon geschrieben ist es gerade ziemlich schwierig für mich dir gute Ratschläge zu geben weil ich dich sagen wir mal vorsichtig als etwas negativ eingestellt empfinde .


    Man macht dir einen Vorschlag oder erzählt dir von Erfahrungen die uns weitergeholfen haben und sofort kommt von dir aber das kann ich nicht weil ....


    Hast du es denn mal ausprobiert ?


    Wenn etwas nicht sofort deine absolute Zustimmung bekommt wird es gleich verworfen oder erst gar nicht probiert .


    Ja ich weiß dass ist deine Krankheit doch wie willst du jemals gesund werden wenn du nicht das geringste dafür bereit bist zu investieren ?


    Ich würde dir am liebsten noch um einiges deutlicher schreiben tue es aber nicht weil ich weiß dass es dir nicht gut geht und du richtig leidest.


    Aber indem du alles so schleifen lässt wird sich dein Leben nicht verändern geschweige denn lebenswerter und glücklicher werden .


    Ich verstehe ehrlich gesagt auch nicht wie man dich in diesem Zustand aus der Klinik entlassen konnte .


    Bisher dachte ich immer Menschen die suidzidal sind werden nicht entlassen da man sie nicht ohne Hilfe lassen darf.


    Ich werde mich jetzt aus deinem Thread zurückziehen da ich merke dass es mir momentan nicht gut tut hier zu schreiben .


    Mein Problem ist das Abgrenzen und da bin ich gerade dabei Fortschritte zu machen .


    Der Gedanke dir nicht helfen zu können obwohl ich es so gerne würde zieht mich gerade runter doch das Ist MEIN PROBLEM und deshalb verabschiede ich mich mal für eine Weile .


    Ich wünsche dir dass du es schaffst den " Nebel " zu durchbrechen um die Sonne wieder sehen und spüren zu können .


    Für mich scheint sie gerade wieder nach einem harten Jahr das geprägt von Verletzungen Verlusten und Enttäuschungen war das mich an meine Grenzen gebracht hat aber mir auch die Hoffnung zurückgebracht hat und mich erkennen ließ wie schön das Leben sein kann wenn ich es zulasse .


    Ich darf glücklich sein weil ich es wert bin Glück zu haben und zu erleben .


    Dies kannst du leider gerade nicht so empfinden und dies tut mir um deinetwillen leid doch es ist deine Entscheidung und diese akzeptiere ich .


    Ich wünsche dir von ganzem Herzen dass du irgendwann sowas wie Hoffnung Zuversicht und den Glauben an dich selbst empfinden kannst und vorallem es auch zulassen kannst


    Es ist dein Leben und du hast es in der Hand wie du es dauerhaft verbringen willst .


    Fallen darf jeder aber man muss danach auch bereit sein wieder aufzustehen .


    Aber auch das liegenbleiben ist okay wenn du das für dich als richtig empfinden kannst .


    Das Zauberwort heißt Verantwortung für sich selbst übernehmen .


    Auch ich habe lange gebraucht bis ich gemerkt habe dass ich aus meiner Opferrolle heraus kommen muss wenn ich endlich ein erstrebenswertes Leben führen möchte .


    Niemand hat gesagt dass es leicht ist dass es ohne Kampf geht aber das was man daraus macht lohnt allemal jegliche Mühe .


    Doch ich weiß dass ich dich mit meinem Beitrag gerade nicht erreichen kann aber es ist in Ordnung für mich denn jeder muss das tun was er für richtig erachtet und in dem Tempo dass er aufbringen kann


    Ich hoffe ich bin dir jetzt nicht zu nahe getreten mit meinen Worten .


    Alles Gute für dich !

    Zitat

    Bisher dachte ich immer Menschen die suidzidal sind werden nicht entlassen da man sie nicht ohne Hilfe lassen darf.

    Es gibt einen Unterschied zwischen Suizidalität, in der man absprachefähig ist, und akuter Suizidalität, in der man es nicht mehr ist. Kliniken nehmen meines Wissens nach bei letzterem gar nicht auf, dass wäre dann ein Fall für die Psychiatrie. Und wenn jemand über Jahre latent suizidal ist, bezahlen die Kassen sicher keinen jahrelangen Klinikaufenthalt... Bei manchen Störungen dauert es aber eben länger als einen Klinikaufenthalt.


    Es ist auch klar, dass wir über ein Internetforum nur sehr bedingt helfen können. Wenn es so einfach wäre, dass ein paar Tips helfen, trotz Störungen, die sich über Jahre und Jahrzehnte manifestiert haben, dann hätte es Dé.liée schon lange ohne uns geschafft.


    Aber tatsächlich fände ich es aus eben dem Grund wichtig Dé.liée, dass du dir auch für zu Hause wieder einen ambulanten Therapeuten suchst. Das ist frustrierend und dauert wahrscheinlich lange, aber gerade wenn du dich den Dingen doch aussetzen magst ist es wichtig, Unterstützung zu haben und dadurch vielleicht das Gefühl weiter zu arbeiten. Da ist noch ein Weg zu gehen. Ein Forum reicht nicht aus. Ich meine auch irgendwo gelesen zu haben, dass du einen Psychiatertermin brauchst, wegen deiner Medikamente. Bitte kümmere dich drum, jetzt einfach absetzen wäre sicherlich keine gute Idee.


    Eine Frage hätte ich noch zu der Reittherapie-Sache. Irgendwie war die einzige Frage, ob Reiten genug Spaß macht. Aber ist das bei Reittherapie wirklich der entscheidende Faktor? Seit wann geht es in Therapie um Spaß? Ich dachte das Ziel ist, eben durch den Kontakt mit den Pferden bei sich unbewusste Veränderung herbei zu führen oder so? Ich kenne mich mit dem Konzept nicht aus. Aber wäre es eine Idee, es zu versuchen und nicht die Erwartung zu haben, dass sich alles super anfühlen muss? Das ist ja schon wieder eine Form des Leistungsdrucks. Ich darf nur Geld für mich ausgeben, wenn ich es dann auch genießen kann. Irgendwie passt das für mich ins Muster?

    @ blue heron,

    sehr guter Beitrag von dir !


    Und ja mir ist durchaus bewusst dass wir hier im Forum nicht die Art von Hilfe geben können die die TE braucht .


    Ich habe das auch etwas unglücklich formuliert und wollte nicht so rüber kommen wie es nun offensichtlich leider doch angekommen ist .


    Meine Motivation hier zu antworten war von Anfang an diese dass ich meine Erfahrungen weitergeben wollte und etwas Mut machen wollte


    Und es liegt und lag mir fern Oberlehrerhaft und als Besserwisser in Erscheinung getreten zu sein .


    Nach einer Weile habe ich gemerkt das ich ja doch schon um einiges weiter bin als die TE und ihr schlechter werdender Zustand hat mich etwas heruntergezogen und ich musste mich daraufhin auch zurückziehen .


    Leider habe ich es nicht ohne Worte getan sondern hier gepostet warum ich mich zurücknehmen werde .


    Heute würde ich dies nicht mehr tun denn ich weiß es war falsch hier so offen damit umzugehen denn es kam einfach ganz anders an als von mir gewünscht .


    Ich weiß dass man nicht von heute auf morgen gesund werden kann schließlich habe ich auch Jahre dafür gebraucht und werde wohl noch weiter Hilfe in Anspruch nehmen .


    Doch ICH bin leider von mir ausgegangen und habe darüber nachgedacht was ich alles unternehmen würde um aus diesem schlimmen Zustand wieder etwas herauszukommen .


    Leider eat dies der falsche Weg denn hier geht es nicht um mich sondern um die TE.


    Mein Wunsch war einfach der TE etwas Zeit ersparen zu können in der sie sich so hilflos und überfordert vorkommt.


    Dies war wohl viel zu vermessen von mir denn jeder hat ein anderes Tempo um voran zukommen und dies ist ja auch vollkommen legitim so .


    Liebe TE es tut mir leid dass ich dir wohl keinen Gefallen mit diesem Beitrag getan habe .


    Ich wünsche dir dass es dir bald etwas besser gehen wird und du wenn du bereit dazu bist deinen für DICH richtigen Weg zu gehen die Kraft und Hilfe hierfür bekommen wirst.

    danae

    Zitat

    Das Gefühl kenne ich. Dies irgendwann traurig um das sein, was passiert ist, was einem angetan wurde und man sich selbst angetan hat.

    Hm, keine Ahnung, ich habe das nicht und hatte es bisher auch nie. Klingt für mich nach "sich selbst verzeihen" und eben auch nach dem von blue heron schon schön ausgedrücktem Selbstmitleid.


    Ich fühle mich momentan, als wäre ich davon meilenweit und irgendwie unerreichbar weit entfernt.


    Ankelina


    Wieso hast du mir damit keinen Gefallen getan? Du hast gesagt, dass Dir das zu viel ist, das ist vollkommen okay! Auch, weil du es ganz richtig machst und auf Dich achtest und das müssen ganz viele lernen.


    Und du kamst mir nie besserwisserisch vor ;-).


    Ich wünsche Dir auch alles Gute!


    Wie ich damit umgehe, ist dann mein Problem ;-) . Ich neige dann dazu, zu verlassen, um nicht verlassen zu werden. Ist irgendwie leichter. Auch ein Grund, warum ich hier gerade nicht viel schreiben mag. Ich weiß um meine negative Einstellung gerade Bescheid, aber will sie nicht raushängen lassen, eben, damit sich Menschen nicht von mir abwenden. Das ist so eine klassische Dynamik, die mir ständig passiert. Ich fühle mich dann, als hätte ich die Wahl, ob Menschen bei mir bleiben oder nicht, wenn Menschen von sich aus gehen, hatte ich sie nicht.


    blue heron

    Zitat

    ich mich noch mehr dafür verurteilt habe, dass ich quasi die Verletzungen immer noch verstärke, dass ich weiter auf das Kind einschlage (bei mir durch SVV), anstatt Verantwortung zu übernehmen und für es da zu sein.

    Hm ja, ich verstärke wohl die Schuld- und Schamgefühle und nicht den Schmerz an sich. Weil ich ja weiß, dass ich Dinge tue, die ich nicht soll. Und das kleinere Übel ist für mich dann immer die Essstörung, weil die nicht so akut gefährlich ist wie SVV, was bei mir immer extrem ausartet. Und wenn ich die Essstörung nur ein klein wenig loslasse oder in den Hintergrund schiebe, verstärkt sich sofort SVV wieder in eben gefährliche Ausmaße. ??Früher hat mich meine Mitbewohnerin dann mal ins Krankenhaus gefahren, hier geht das nicht und wahrscheinlich würde ich nicht einmal zum Arzt gehen, weil ich so Angst hätte, dass ich eingewiesen werden würde. In meiner alten Stadt hat das eine Notaufnahme gemacht, sobald genäht werden musste.?? Davor habe ich viel zu viel Angst, weil meine Familie das mitkriegen würde, deshalb spielt die Essstörung gerade diese existenzielle Rolle.

    Zitat

    Kliniken nehmen meines Wissens nach bei letzterem gar nicht auf, dass wäre dann ein Fall für die Psychiatrie.

    In der Klinik muss man auch absprachefähig sein. Ist aber eine Psychiatrie, bloß keine geschlossene. In den schwereren Zeiten wurde ich intensivüberwacht (stündliche Absprache, ob ich mich noch ausreichend distanzieren kann, ziemliche hohe Dosierung von Medikamenten, um das zu unterstützen), immer mit dem Vorbehalt, dass ich verlegt werde, was dann ja auch passiert ist, weil ich mich nicht an Absprachen gehalten habe ??in Bezug auf angeblich lebengefährliches SVV??

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    Aber tatsächlich fände ich es aus eben dem Grund wichtig Dé.liée, dass du dir auch für zu Hause wieder einen ambulanten Therapeuten suchst.

    Ich war noch nie ambulant in Therapie. Mich wollte bisher nie jemand behandeln, weil niemand die Verantwortung tragen wollte, auch wegen der Suizidalität bzw. weil ich unter Stress dissoziiere, verstärkt in der Therapie, was auch niemand ambulant machen wollte. Gut, da waren es weniger Anlaufstellen als hier, gerade in Bezug auf Traumatherapie, aber da ich immer noch nicht weiß, wo ich wohnen werde, macht das keinen Sinn, mir hier einen Therapeuten zu suchen. Dann lieber den Deckel nicht noch weiter aufmachen, als er es eh schon ist und irgendwie zumindest über den Tag kommen.

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    Ich meine auch irgendwo gelesen zu haben, dass du einen Psychiatertermin brauchst, wegen deiner Medikamente.

    Alle, die ich angerufen habe, wollen keine neuen Patienten aufnehmen. Die PIA auf der anderen Seite vom Fluss ist nicht für mich zuständig, meine zuständige ist ziemlich weit weg und irgendwie klingt das auf der Internetseite nicht so richtig nach dem, was ich brauche.

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    Aber ist das bei Reittherapie wirklich der entscheidende Faktor?

    Nein, aber das hier ist ja auch keine Reittherapie ;-) . In der Reittherapie geht es erstmal viel um Bodenarbeit, führen, Nähe vom Tier spüren, Grenzen wahrnehmen und setzen, usw.. Reiten ist nur ein Bestandteil, der bei mir dann aber am Ende eben im Vordergrund stand, damit ich an meinem Körpergefühl arbeiten kann. Inwieweit das jetzt funktioniert hat, keine Ahnung, aber anscheinend ja nicht, sonst wäre es jetzt nicht immer noch so schlecht bzw. schlechter?


    Das hier wären ganz normale Reitstunden und wenn ich da keinen Spaß dran habe, dann ist es mir das nicht wert. Damit ich Geld für etwas ausgebe, muss ich richtig davon überzeugt sein.

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    Nein, aber das hier ist ja auch keine Reittherapie ;-) . In der Reittherapie geht es erstmal viel um Bodenarbeit, führen, Nähe vom Tier spüren, Grenzen wahrnehmen und setzen, usw.. Reiten ist nur ein Bestandteil, der bei mir dann aber am Ende eben im Vordergrund stand, damit ich an meinem Körpergefühl arbeiten kann. Inwieweit das jetzt funktioniert hat, keine Ahnung, aber anscheinend ja nicht, sonst wäre es jetzt nicht immer noch so schlecht bzw. schlechter?

    Liebe De.liée, du arbeitest gerade an einem ganz großen Puzzle. Da macht die Reittherapie vielleicht 30 Teile aus. Beschwer dich nicht, dass es kein Allheilmittel ist. Wenn du wissen möchtest, was es gebracht hat, kannst du dein Unterbewusstsein fragen.


    Mal eine andere Frage: Du bist gerade ganz schön damit beschäftigt, dich zu stabilisieren. Wie können wir dich momentan überhaupt unterstützen, dass du durch den Alltag kommst. Brauchst du jemanden, der dir einen Tritt in den Hintern gibt, damit du die BA schreibst? Brauchst du noch weitere Tipps zur Esstörung?


    Ich würde mich zum Beispiel einfach nur zurückhalten, wenn ich merke, dass du weiteren Input eh nicht verarbeiten kannst. Damit lasse ich dich aber nicht im Stich. Es ist auch nicht so, dass ich dich verlasse. @:)