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    Dé.liée schrieb:

    Wie lange versuche ich schon dagegen anzukämpfen? Ewig und bisher habe ich immer verloren.

    Hast du nicht. Du hast jedes einzelne Mal gewonnen, denn du bist noch DA. Schaetzchen hat verloren. Du bist bisher deutlich auf der Siegerseite.


    Deine Parameter stimmen nur nicht. Es ist nicht nur dann ein Sieg, wenn du gar nicht mehr darüber nachdenkst und beschwingt hüpfend, ein Lied auf den Lippen, durchs Leben tänzelst. Man gewinnt schon, wenn man am Ende eines Tiefschlages den Kopf noch heben kann.


    Ich hab regelmäßig anflüge von meinen alten Tiefs, inklusive plötzlichem Todeswunsch und Selbstverletzungsdruck. Deshalb hab ich aber nicht verloren, als ich dem den Kampf angesagt habe, sondern gewinne jedesmal, wenn ich meine Strategien anwende und weiter gehe. Sieh hin und lobe dich dafür.

    Dé.liée schrieb:

    Mein Umfeld hat nur sehr sehr beschränkt Verständnis für psychische Krankheiten und das konnte ich auch nicht ändern, so sehr ich es auch versucht habe.

    Das wird auch nie kommen, weil sie das offenbar wahlweise nicht können oder nicht wollen oder beides. Aber du kannst das anerkennen und wir tun es und deine Therapeutin tut es und sogar an deiner Uni besteht Verständnis dafür, dass so nicht Standard läuft. Wieso ist die Meinung deiner Familie soviel wichtiger als die aller anderen? Was macht die soviel klüger, wichtiger, weiser als mich oder sunflower oder deine Dozenten und Freunde?

    • Neu

    Klausur ist überstanden, aber kann schwer sagen, wie es lief. Weiß ja letztendlich nur so halb, ob ich alles Wichtige habe oder nicht. War aber auch mehr ein Zeitproblem und weil meine Hand sich ständig verkrampft hat, argh. Vom Lernen her war es okay, ich musste eigentlich nie groß überlegen und da hätte mehr lernen wohl auch wenig gebracht.

    Ansonsten war da ganz kurz Erleichterung, dass ich jetzt endlich mal durchatmen kann, aber kann ich gar nicht so wirklich, weil ich jetzt direkt hier weitermachen muss ;-D. Habe morgen viel vor, wobei ich mich frage, wie das kräftemäßig aussieht mit dem Geschleppe.

    Sunflower_73 schrieb:

    Dann hast Du mit dem Bild ja einen guten Ansatzpunkt zur bewussten Gedankenänderung. Du hast Therapieerfahrung (kein Vorwurf, sondern Hinweis, es bei einem so klaren Aspekt zumindest alleine zu versuchen). Setze da an. Und letztlich (so brutal es klingt) muss man SELBER eine eigene Haltung haben. Klar ist Anerkennung schön und wir brauchen sie, aber zur EIGENEN Haltung gehört halt auch Abgrenzung. Nein sagen, weil man selber es nicht will, egal ob andere es wollen. Das ist im Großen betrachtet die selbe Richtung: Eigene Meinung, erstmal losgelöst von anderen.

    Ja, schon... aber das ist bei mir ja sowieso ein leidiges Thema mit eigene Haltung, Abgrenzung und so. Da bin ich schon dran und es wird wohl auch ein wenig besser, aber ist noch - wie bei allem - ein weiter Weg... ich glaube, ich habe schon eine gewisse Haltung, denn bei anderen denke ich ja grundsätzlich anders als bei mir, aber ich muss halt noch lernen, das irgendwie auf mich zu übertragen und anzuerkennen und dazu zu stehen.

    Sunflower_73 schrieb:

    Oder akzeptiere die Situation, wie sie IST - und mache daraus das Beste. In Anbetracht der Gesamtsituation. Das eine ist sinnloser Kampf, das andere konstruktive Strategienentwickling (wobei man das IST ja dennoch doof finden darf!!!).

    Ich meine, irgendwie akzeptiere ich ja? Oder nicht? Also die Frage meine ich ernst ;-D. Ich habe gewisse Strategien, immerhin hat sich mein selbstverletzendes Verhalten reduziert, wenn auch teilweise nur mal wieder verlagert. Aber diese Strategien sind halt auch nicht sonderlich konstruktiv. Ich wurde da schon für gelobt, aber ein Leben ist das für mich auch nicht, wenn ich über 12 Stunden am Tag schlafe, weil ich die wache Realität nicht ertrage. Vorerst gerade okay, aber das raubt mir genau so den Lebenswillen wie so manch anderes.

    Aber ich bin da ja auch dran. Ich hadere - schon wieder oder immer noch ;-D - mit dem Klavier. Ich wollte eigentlich nie ein Digitalpiano, aber ein akustisches Klavier ist nicht drin (WG, Wohnung und 5. Stock + die Tatsache, dass ich oft nachts spiele) und mein bisheriges Keyboard funktioniert als Skill wirklich so gar nicht mehr, seit ich in der Klinik stundenlang (manchmal 8 Stunden am Tag, wenn der Druck groß war) am Flügel saß. Ich glaube, das war schon ein Skill... aber da reicht nicht simples Tastendrücken, wie es gerade beim Keyboard nur geht, sondern da muss der Klang und die Dynamik stimmen, damit da irgendein Gefühl bei raus und rum kommt. Hmmm.... ich tendiere ja mittlerweile mehr zu ja, aber mal sehen.

    Sonst fiel mir das Thema Strategien und Skills ja grundsätzlich schwer. Mache ich Sport, dann ist es zu viel und zu extrem, nur Serien schauen ist halt irgendwie auch nur eine Flucht und alles verschiebt sich nur zu einem anderen Zeitpunkt. Malen und Schreiben und Fotografieren, da fehlt momentan komplett die Energie.

    Gibt es skillunfähige Menschen? ;-)


    Sunflower_73 schrieb:

    Bzgl. "krank" vs. "Loser/zusammenreißen": Dir haben einige Menschen üble Dinge angetan, die Spuren hinterlassen haben. Du behandelst Dich selber aber mit solchen Aussagen nicht besser als die Dich. Ja, da kommt kein Verständnis. Tut weh, ist scheiße - aber ist so. Aber Du verdienst kein Verständnis, nicht mal von Dir, nur weil andere Menschen (deren Verhalten eh kritisch zu sehen ist), es nicht haben? Willst du so werden wie diese Menschen? Nein. Warum bist du dann so zu Dir, wie sie sind? Löse Dich von denen, die keine Ahnung und kein Interesse haben. Da bist nicht Du das Problem, sondern die.

    Und: Solange Du es Dir nicht zugestehst, wird es eh noch schwieriger, Verständnis etc. zu bekommen.

    Die Aussagen habe aber ja auch nicht ich mir gegenüber getätigt, sondern sie wurden mir an den Kopf geknallt. Ich glaube, das Verständnisproblem mir gegenüber liegt immer noch in der Schuldfrage. Ich habe auch nicht viel Verständnis für mich, weil ich eben immer mehr und mehr erwarte UND mir gleichzeitig denke, dass ich halt eben selbst schuld bin an dem, was mit mir ist. Und dann kommt eben die altbekannte Spirale.

    Ich erhoff(t)e mir halt, dass ich durch das Verständnis von meinem Umfeld hier einen Weg zu Verständnis von mir für mich finde, aber ist wohl nicht so.

    Problematisch ist halt aber so langsam auch, dass ich noch ungeduldiger werde und daher das Verständnis noch weiter sinkt, so im Sinne von "Jetzt warst du schon ein Jahr in der Klinik bzw. insgesamt schon fast 2 Jahre", "Du hattest schon so viel Therapie und nur so wenig gelernt/verändert", etc. und daraus resultierend auch die Willensfrage: "Würdest du es richtig wollen, dann....".

    Sunflower_73 schrieb:

    Aber ehrlich, das Leben wird Dir noch öfter reingrätschen bei Dingen. So wie bei uns allen. Bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger, aber stumpf nach Plan mit voller Konzentration auf EINE Sache: Vergiss' es. :-P

    Ist das Leben nicht schön? ;-):-D Meine Ärztin sagt immer: "Das Leben ist halt nicht leicht". Schon, dem stimme ich zu.

    luomaren schrieb:

    Letztere lässt sich definitiv nicht an irgendwelchen Zahlen festmachen.

    Nichts in Bezug auf das Leben lässt sich so wirklich an Zahlen festmachen. Das ist es ja und das weiß ich auch. Wobei es ja doch für jeden individuell schon eine Rolle spielen kann.... aber das ist ja auch okay, solange man sich nicht zu 100% über die Zahlen definiert, sondern sie nur als Richtwert und gesunden Ansporn nimmt.

    Für mich sind sie leider der Lebensinhalt und ich komme da nur sehr schwer von los. Richtig und gut ist das ganz und gar nicht, aber das ist wohl momentan eins meiner eher kleineren Probleme...

    luomaren schrieb:

    Ich nehme ihre Sicht auf das Leben mittlerweile auch nicht mehr als Maßstab für mein Handeln, weil es mir selbst definitiv nicht gut tut.

    Und wie hast du Dich davon gelöst?

    Wenn man ein Mensch ist, der sich (zu) viel aus der Meinung anderer macht, dann geht das ja irgendwie nicht so schnell und leicht... wie hast dus gemacht?

    Souha schrieb:

    Denk mal jetzt nur an Dich. Wie viel Du schon geschafft hast, trotz aller Widrigkeiten. DAS finde ICH bewundernswert. Man darf ruhig stolz auf sich sein. Du bist immer noch da und machst weiter, zermarterst Dir Dein Gehirn. Das alles würde nicht sein, wenn Du an dem Punkt wärst an dem Du Dich gerade selbst siehst. Du bist umgemein stark. Glaub mir das ruhig. Die "Krankheit" kriegt von dir sowas von einen Tritt in den Arsch. Wäre doch gelacht, wenn Du das nicht in Deinem Sinne gebacken bekämst. Nämlich wirklich in Deinem Sinne.

    Danke, wirklich! @:)

    Manchmal kann ich es rückblickend sehen, immerhin! Aber auch nur, so lange mir niemand drauf trampelt. Hatte aber heute ein interessantes Gespräch mit einer Kommilitonin dazu, ich mag ihre Ansichten dazu, aber natürlich war das eher allgemein und nicht auf mich bezogen.

    danae87 schrieb:

    Deine Parameter stimmen nur nicht. Es ist nicht nur dann ein Sieg, wenn du gar nicht mehr darüber nachdenkst und beschwingt hüpfend, ein Lied auf den Lippen, durchs Leben tänzelst. Man gewinnt schon, wenn man am Ende eines Tiefschlages den Kopf noch heben kann.

    Naja... schon. Also ich erwarte gar nicht mehr, dass ich frei von dem ganzen Kram bin, aber eben, dass es nicht mehr den Großteil meines Lebens und meines Tages einnimmt. Es ist okay, wenn es ab und an da ist, das wird auch mein ganzes Leben lang so bleiben, aber derzeit ist der Zustand halt eher, dass das Gegenteil nur ab und an da ist und doch alles eher von der Krankheit überschattet wird. Andersherum wäre schön, wenn ich wenigstens ein paar Stunden am Tag mal nicht so gefangen wäre.

    Aber ja, gewinnen tue ich schon irgendwie. Wobei, nein. Es ist mehr noch das dauerhafte Kämpfen. Ja, ein Sieg wäre es (für mich) erst, wenn ich mal kurz nicht kämpfen müsste.

    danae87 schrieb:

    Aber du kannst das anerkennen und wir tun es und deine Therapeutin tut es und sogar an deiner Uni besteht Verständnis dafür, dass so nicht Standard läuft. Wieso ist die Meinung deiner Familie soviel wichtiger als die aller anderen? Was macht die soviel klüger, wichtiger, weiser als mich oder sunflower oder deine Dozenten und Freunde?

    Wie gesagt, das fällt mir schwer. Ich hätte mir niemals die Änderung der Prüfung erlaubt und habe sehr damit gehadert und tue es immer noch. Das war mehr Überredung.

    Ich bin damit aber gar nicht klüger oder weiser, sondern nur näher an mir. Ich bin jeden Tag mit mir zusammen und sehe jeden Fall, jedes Tief, aber auch jede Faulheit. Ich erlebe mich jeden Tag und denke mir ganz oft, dass das doch jetzt auch nicht sein muss und dass ich ruhig mal aufstehen könnte. Das Gesamtbild quasi, das fehlt euch.

    Vielleicht macht das nicht so viel aus, aber es macht gerade so viel aus, dass ich mich mit der Anerkennung schwer tue. Die Dozenten haben einen Wisch bekommen, die Beraterin und ihr bekommt meine geballten Probleme und das wirkt dann wahrscheinlich deutlich dramatischer, als wenn man das im Gesamtkontext betrachtet? Ich kanns gerade schwer erklären.

    Das ist so meine Erklärung für mich. Heißt ja - mal wieder - nicht, dass ich das bei anderen auch so sehen würde, wahrscheinlich nämlich eben nicht.

    Ich müsste wohl mehr visualisieren, um etwas "greifbar" vor mir zu haben. So ist das alles immer nur ein riesiger Sog in meinem Kopf, den ich unheimlich schwer zerteilen und zuordnen kann. Beim Schreiben (und hier aufzählen) schimmert es tatsächlich dann doch manchmal durch.

    Aber wieso ichs dann trotzdem nicht anerkennen kann, das weiß ich eben nicht.


    Ich weiß da so einiges nicht. Ich weiß bis heute nicht, warum ich nicht aufhören kann mich selbst zu hassen und das macht Therapie weiterhin so verdammt schwer, weil wir keine wirklichen Anhaltspunkte haben.

    • Neu
    Zitat

    Aber ja, gewinnen tue ich schon irgendwie. Wobei, nein. Es ist mehr noch das dauerhafte Kämpfen.

    Doch, genau da gewinnst du. Denn du stehst auf, auch wenn du es scheiße findest und du isst und du trinkst und du machst weiter. Klar ist jeder Tag gerade zerfetzt von vielen einzelnen Minischlachten, aber du gewinnst immer wieder. Und natürlich steckst du auch Niederlagen ein, wenn du beispielsweise liegen bleibst anstatt deinen Hintern aus dem Bett zu bewegen, aber eine verlorene Schlacht macht keinen verlorenen Krieg.


    Du stehst auf und gehst zur Uni? Eine Schlacht gewonnen, solltest du dich vorher auch noch duschen und so, dann ist es sogar so eine Art überweltigender Sieg gewesen. Du lernst? Sieg. Du hörst wieder auf zu lernen bevor du umfällst? Ganz großer Sieg. Es ist egal wenn zwischen dem Start des Lernens und dem wieder aufhören weil Grenze nur 5 Minuten liegen. Es ist jeweils ein Sieg.


    Du schreibst du müsstest das vielleicht mehr visualisieren und da bin ich ganz bei dir. Ich glaube sogar, du brauchst es haptisch, fühlbar, eventuell lässt sich sogar deine Zahlenfixierung an der Stelle nutzen. Wie wäre es wenn du die Achtsamkeitsübung mit den Steinen umwandelst? Du kennst sie, die wo man immer einen Stein für etwas schönes das man erlebt oder gesehen oder sonst wie wahrgenommen hat von einer Tasche in die andere schiebt. Wie wäre es, wenn du stattdessen mal deine Siege zählen würdest, so? Bisher zählst du ja vorallem deine Niederlagen, aber so bist du halt die Schlange die sich selbst hypnotisiert. Immer auf die Niederlagen starrend, egal wie vorhersehbar sie waren, egal wie verständlich und egal wie unwichtig, bestätigst du ja den Selbsthass und soweiter immer wieder. Daraus kann nichts anderes erwachsen. Aber Siege, die müsstest du bewusst zählen lernen. Damit sie zumindest genauso viel gewicht bekommen wie die Niederlagen.

    Dé.liée schrieb:

    Ich bin jeden Tag mit mir zusammen und sehe jeden Fall, jedes Tief, aber auch jede Faulheit. Ich erlebe mich jeden Tag und denke mir ganz oft, dass das doch jetzt auch nicht sein muss und dass ich ruhig mal aufstehen könnte. Das Gesamtbild quasi, das fehlt euch.

    Das fehlt dir aber auch bei mir und bei allen anderen und damit fehlt dir die vergleichsoption wieviel Schwäche und Faulheit total normal ist. Wieviel Verzweiflung und bäh und kein Bock und lass-ich-heute-mal, selbst bei echt wichtigen Sachen alle anderen Menschen erleben, dass siehst du ja auch nicht. Ich beispielsweise vergammle gerade einen Tag den ich am besten vollpower für Dissertationskram nutzen sollte, weil die nächste Chance in mehr als zwei Wochen kommt.


    Versuch mal die anderen anzusehen, wie oft die so einfach liegen bleiben, wenn sie auch mal aufstehen könnten, wie oft sie sich nur für sich interessieren, obwohl andere unter ihrem Verhalten leiden und soweiter.

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    Dé.liée schrieb:

    Und wie hast du Dich davon gelöst?

    Wenn man ein Mensch ist, der sich (zu) viel aus der Meinung anderer macht, dann geht das ja irgendwie nicht so schnell und leicht... wie hast dus gemacht?

    Na ja, ich habe mir irgendwann überlegt, inwieweit mir die Ratschläge wirklich weiterhelfen können. Jeder Ratschlag kommt aus der Lebenswirklichkeit der Person, die ihn gibt. Meine Eltern haben nie in einer großen Firma gearbeitet. Ich habe mich auf der Arbeit mit Zahlen herumschlagen müssen, die jenseits ihrer Vorstellungskraft lagen. Das hat mich dazu geleitet, dass ich ihnen weniger Gewicht gegeben habe.


    Ich gehe ja auch zu einem Optiker und nicht zu einem Autohändler, wenn ich etwas an meiner Brille etwas reparieren lasse. Für mich haben dann die Kenntnisse eines Spezialisten mehr Wert. Ich wohne seit mehr als 20 Jahren von meinen Eltern getrennt. Sie sind einfach nicht mehr Experten für mein Leben.

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    Zitat

    Wieviel Verzweiflung und bäh und kein Bock und lass-ich-heute-mal, selbst bei echt wichtigen Sachen alle anderen Menschen erleben, dass siehst du ja auch nicht.

    Eben. Ich bin auch so ein Mensch. Bei mir ist Schriftkram im Job ja nicht unwichtig, aber ich HASSE HASSE HASSE Antragsgutachten und reibe mich auch nach 12 Jahren daran auf. Schiebe ohne Ende, habe schon auf Einkommen verzichtet. Also ECHT wichtig, aber ich krieg's manchmal einfach nicht hin. Lust, Zeit, falsche Stimmung, keine Konzentration, akutes Leben NOCH wichtiger (aktuell bspw. mein Vater-Drama - joah, irgendwann hat man sie umgekehrt an der Backe).

    Oder meine Steuererklärung. Stundenöanger Aufwand zum Belege sortieren, jedes Jahr aufs Neue das Fazit "dieses Mal SOFORT abheften und in Software eingeben". Hält bis Februar. Dann Pappbox, Deckel hoch, Beleg rein. Und im Mai die erste Krise und im September/Oktober die endgültige. Durchackern wie blöde, fluchen ohne Ende - und der Lerneffekt bleibt aus.

    Ich ärgere mich, mein Freund schmunzelt in Jahr 4 nur noch udn geht in Deckung, wen ich mies drauf bin. Nimmt mich nicht mehr ernst und hat gelernt, meine "scheiße ich muss Gutachten schreiben"-Scheißlaune nach netten Aktivitäten nicht als Vorwurf an ohn zu interpretieren, sondern als Frust mit mir selber. Prokrastination vom Feinsten, gepaart mit Selbstvorwürfen vom Feinsten - und dann STOP, erlebte Freizeit würdigne und als "wichtig" bewerten. Neuer Plan und dann joah... mal sehen...

    Aber irgendwie kriege ich es hin. Wohl wissend, dass ich mich zu sehr aufreibe. Entweder akzeptiere ich das oder muss es ändern. Momentan arbeite ich am "weniger aufreiben", denn es ist unrealistisch, dass ich den Kram JEMALS gerne und entspannt mache. Das ist gefühlt immer noch wie Diplomarbeit schreiben.

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    Jap. Oder wie mein Therapeut mal so trocken sagte:"Glauben sie etwas das ich jeden Morgen beseelt und kraftvoll aus dem Bett springe um mir Probleme anderer Leute anzuhören? Pah. Vor dem ersten Kaffee lauf ich auf Zombie-Modus und mach das alles automatisch und dann, wenn ich hier sitze, dann hab ich oft, aber auch nicht immer, genau den Job der mir gefällt."