Mobbing und sexuelle Übergriffe durch Kollegen

    Hallo zusammen


    ...schwieriges Thema, da ich nicht einmal selbst weiß, worum es mir geht:

    Um konkrete Lösungsvorschläge?

    Um eine Analyse meiner emotionalen Reaktion?

    Darum, zu verstehen, warum ich unwillig bin, mich aus einer unangenehmen bis bedrohlichen Situation zu befreien?


    Es geht um folgende Thematik: ich werde auf der Arbeit von einem Kollegen massiv gemobbt. Anhand von Beleidigungen, Kommentaren und Machtdemonstrationen wie absichtliches Anrempeln oder Fallenlassen von Unterlagen, die ich zum arbeiten brauche.

    Am Anfang war es nur unangenehm und ich konnte mir einreden, dass ich das nicht an mich heranlasse. Dachte, wenn ich nicht reagiere, wird ihm früher oder später langweilig und er gibt auf.

    Zu sagen, mit dieser Taktik hätte ich keinen Erfolg gehabt, ist untertrieben.
    Inzwischen ist er dazu übergangen, mir sexualisierte Kommentare und krude Beleidigungen an den Kopf zu werfen. Einmal ist er körperlich übergriffig geworden.

    Es gelingt mir nicht, diesen Vorfall zu verarbeiten oder auch einfach nur zu verstehen oder zu bewerten. Dieses Maß an Übergriffigkeit, Narzissmus, Vergnügen am Leid anderer, und auch die Selbstverständlichkeit, mit der er handelt, passt nicht in mein Menschenbild.

    Angst empfinde ich keine ihm gegenüber. Aber Machtlosigkeit und Unverständnis. Da ist ein Mensch, der mich wie Abschaum behandelt und dabei nicht nur meine Grenzen überschreitet, sondern auch die Grenzen dessen, was legal ist.

    Ich halte das nicht mehr aus, auch wenn ich mir immer wieder einzureden versuche, dass ich zurzeit oft tagelang nicht sehe und derartige Übergriffe daher nur sporadisch vorkommen und es deshalb aushaltbar ist.
    Die Arbeitsstelle zu wechseln ist für mich keine Option. Melden kann ich ihn nicht, da ich keinerlei Beweise für das habe, was er tut. Er ist nicht so dumm, sich erwischen zu lassen und selbst seine Formulierungen sind so zweideutig, dass man ihm nichts nachweisen könnte.
    Wahrscheinlich habe ich ein zu naives Menschenbild, denn ich verstehe nicht, wie jemand so sein kann. Und was ich ihm getan habe, dass er mich derart hasst.
    Manchmal erwische ich mich bei dem Gedanken, ihm einfach zu geben, was er will und es auszuhalten bis ich ihm zu langweilig werde. (...und sich ein anderes Opfer sucht? Wunderbare Lösung... nicht.)

    Was würdet ihr an meiner Stelle tun?

  • 84 Antworten
    Xander90 schrieb:

    was er will

    Was will er denn?!


    Klar kannst du das trotzdem melden. Ansonsten mal ne Actioncam in die Hand nehmen.

    Ich würdemit dem Chef sprechen - egal ob du es beweisen kannst. Von alleine hört er nicht auf , Und ich würde das auch dem Kollegen sagen - er muss merken, dass du es dir nicht gefallen lässt , von alleine hört sowas nie auf.

    ich würde ihm schon sagen, dass sein Verhalten für dich befremdlich ist. ruhig mal mit einer W frage. warum machst du das?


    wehre dich, auch deinem Seelenheil zuliebe. Ändert er sein verhalten nicht, würde ich die eskalationsstufe erklimmen, Chef, Chef-Chef, etc.


    und führe ein mobbing-tagebuch. Tag, was, uhrzeit, zeugen.

    was das menschenbild angeht: ich mache fast das gleiche durch. ich habe das gefühl, dass sich anderen daran aufgeilen, wenn es jemanden schlecht geht oder lästern können. was für ein armseliges verhalten. denk dir: leben und leben lassen, auf ein solches Niveau brauchst dich nicht einlassen.


    suche abwechslung und lass dich nicht hängen

    Ich habe selbst schon mit dem Gedanken gespielt, diese Vorkommnisse zu dokumentieren, auch anhand von Aufnahmen. Was mich bisher davon abgehalten hat: ich kenne mich selbst gut genug um zu wissen, dass ich das Material nicht verwenden würde. Angenommen, ich melde das: wenn ich es nicht beweisen kann, verliere ich meinen Job. Wenn ich es beweisen kann, verliert er seinen. Auf den ersten Blick klingt letzteres optimal. Aber: ich glaube nicht, dass er das einfach hinnehmen würde. Am Ende bin ich Schuld und hab ihm sein Leben versaut. Es ist klar, an wem er das auslassen würde.
    Ich verstehe, dass es absurd scheint, dass er ich ernsthaft überlege, es einfach auszuhalten. Nur geht es hier auch um meine Karriere. Und wenn ich das jetzt durchhalte, denke ich in ein paar Jahren vielleicht gar nicht mehr daran.
    Nicht handeln wollen, aber die derzeitige Situation nicht aushalten können, das ist mein Problem.
    Ich frage mich auch, ob ich der erste bin, mit dem er das macht, oder ob meine Vorgänger auch nichts gesagt haben.
    Er ist (leider) gut in dem was er tut. So jemanden wirft man auch nicht einfach raus, erst recht nicht auf der Grundlage, dass der Neuling behauptet, er wäre fies zu ihm gewesen.


    Das ganze hat eine sexuelle Komponente, die ich nicht verstehe. Auf der einen Seite beledigt er mich und nennt mich Schw*chtel, auf der anderen Seite macht er eindeutig sexuelle Kommentare. Er hat mich in den Toilettenräumen abgefangen und ich will nicht in allen Details erklären, was dort vorgefallen ist. Es war mehr als verbal.

    Xander90

    Dein Kollege ist selbst schwul,hat aber wohl grosse Problem,sich das selbst einzugestehen.Deswegen lässt er seinen Frust an dir aus.Sadist ist er anscheinend auch noch.Du musst dich dagegen wehren,weil Du sonst zugrunde gehst.

    Verhueter schrieb:

    Was will er denn?!

    TimFaber schrieb:

    was ist passiert?

    Lieber Te,


    Vielleicht sprichst du mal Klartext. Geht es nicht nur um psychisches Mobbing, sondern hat er dich auch (ins Gesicht?) geschlagen? Begrapscht er dich untenrum? Droht er einen sexuellen Übergriff an?


    Und wieso bewirbst du dich nicht woanders hin? Karriere kannst du überall machen. Ist der Stundenlohn es wert, dass du dort zugrunde gehst?

    Alfredo C. schrieb:

    Xander90

    Dein Kollege ist selbst schwul,hat aber wohl grosse Problem,sich das selbst einzugestehen.Deswegen lässt er seinen Frust an dir aus.Sadist ist er anscheinend auch noch.Du musst dich dagegen wehren,weil Du sonst zugrunde gehst.

    Das glaube ich eher wenig.

    Gibt es in eurer Firma einen Betriebsrat?

    Mir hat ein Betriebsrat mal in einer ähnlichen Situation geholfen.

    Allerdings hatte ich ebenfalls betroffene Kolleginnen.

    Ich denke es macht Sinn, wenn du mal Beweise sammelst.

    Falls der Typ auch Anderen gegenüber so sein sollte, würde es Sinn machen denen zu verklickern dass er es bei dir auch so macht.

    Falls er dir mit Sexismus Sprüchen kommt, mache ihm doch mal ein Angebot. ;-D

    Oh, du bist scharf auf mich? Wir können uns gerne mal nach Feierabend treffen.

    Und dass am besten laut in Gegenwart von Kollegen.

    Je leiser er spricht, desto lauter antwortest du dann.

    Und zwar so, dass die anwesenden Kollegen denken er will was von dir.

    Und dass jedes Mal, vielleicht macht er dann einen Bogen um dich.

    HAHAAAA! ;-D

    Das ist gut. Das Ganze auf eine Verarscheebene bringen. So eine Art nimmt beim Gegner immer am ehesten den Wind aus den Segeln. ]:D

    Xander90 schrieb:

    Nur geht es hier auch um meine Karriere. Und wenn ich das jetzt durchhalte, denke ich in ein paar Jahren vielleicht gar nicht mehr daran.

    Glaube mir, damit wirst du dich ruinieren. Dich und deine Gesundheit.


    Warum lässt du dir das gefallen? Das scheint mir deine Kernthema zu sein.


    Du musst anfangen zu reagieren. Bis anhin nimmst du einfach hin. Du musst den Mut aufbringen, Rückgrat und Reaktion zu zeigen. Wenn du dich nicht an Vorgesetzte wenden möchtest, dann musst du das Auge um Augen, Zahn und Zahn lösen.


    Bei der nächsten abfälligen Bemerkung, zeige klar Grenzen auf. Stopp - nicht mit mir. Übe deine Worte und Haltung allenfalls vor dem Spiegel, was weiss ich. Aber reagiere. Ansonsten bleibst du passives Opfer.

    Du könntest auch so tun, als würdest du den Kollegen nicht verstehen.

    Jedes Mal, wenn er leise seine Gemeinheiten los lässt, ganz laut sagen hast du was gesagt? Ich habe dich nicht verstanden, du musst lauter reden.

    du musst ihn zur Rede stellen, skandal machen und für dich die jonsequenzen ziehen.


    kein (!) Job der Welt ist es wert dich kaputt zu machen. betonköpfe, choleriker, narzissten gibt es überall.


    hast du Unterstützung durch deine Vorgesetzten? gut. hast du alles versucht dich zu wehren? gut. ändert sich etwas? gut. ändert sich nichts? auf wiedersehen.


    so ist es nunmal im Berufsleben, man ist nicht miteinander verheiratet

    DAnn sage deinem Kollegen, dass du ab sofort seine Beleidigungen nicht mehr hinnehmen wirst und wenn es noch einmal macht soll er damit rechnen, dass duihn meldest und auch, dass du das Verhalten dokumentierst. Dann kann er sich überlegen, ob er seinen Job riskiert .


    Du musst es nur entsprechend entschlossen und fest zu ihm sagen, damit er weiß bei dir ist jetzt Schluss.


    Aber wahrscheinlich ist, dass er trotzdem nicht aufhört.


    Ich hatte mit einem Kollegen mal ähnliche Probleme, der war Kolleriker und schrie mich immer an. Ich habe es auch zu lange hingenommen, bis das Fass voll war. Da hbe ich ihm gesagt, das nächste mal Sorge ich dafür, dass er Abmahnung bekommt. Hat er dann auch - allerdings hatte ich Zeugen für seinen nächsten Ausraster.

    Nach der Abmahnung hat er kein Wort mehr mit mir gesprochen ,kein guten Tag und nix - war mir aber egal.Auf jeden FAll war dann Schluss.

    Braunesledersofa schrieb:
    Verhueter schrieb:

    Was will er denn?!

    TimFaber schrieb:

    was ist passiert?

    Lieber Te,


    Vielleicht sprichst du mal Klartext.


    2 Beiträge weiter oben zu lesen:


    Xander90 schrieb:

    ...und ich will nicht in allen Details erklären, was dort vorgefallen ist.


    Wenn jemand über etwas nicht sprechen will sollte man das akzeptieren und nicht noch fordern oder nachhaken, dass man was erzählen soll was man nicht will.