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    Das sparen nicht immer und bei jeden möglich ist, ist mir auch klar. Da müssen dann eben spezielle Härtefallregelungen her oder man muss eben später zahlen. Eine notwendige Behandlung geht meiner Meinung nach immer vor, egal, ob sich dies der Patient momentan leisten kann oder nicht.

    Wie gesagt, ich kann deinen Grundgedanken ja schon nachvollziehen. Ich denke nur, dass er nicht umsetzbar ist oder die Situation für Betroffene noch auswegsloser macht, als es bisher schon der Fall ist. Es errichtet zusätzliche Hürden und Verzögerungen an einer Stelle, an der sie bereits wahnwitzig hoch sind. Die Härtefallregelungen würden, wie schon ausgeführt wurde, den Prozess nocheinmal deutlich länger und komplexer machen.

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    Aber davon mal abgesehen: Was unterscheidet einen psychisch Kranken so sehr von einem körperlich Kranken?

    Das kommt darauf an, welche körperliche Krankheit du meinst. Je nach Krankheitsbild lähmen psychische Krankheiten den Betroffenen vollkommen. Sie machen ihn Handlungsunfähig, körperlich und im Geiste. Zusätzlich sind die Krankheiten oft sehr kräftezehrend, weil sie extrem langwierig sind. Nicht selten endet das ganze mit dem Tode. Der Patient ist leicht in einen Zustand totaler Hoffnungslosigkeit zu versetzen. Sprich, wenn man ihn vor eine finanziell für ihn schwer zu überwindende Hürde stellt und er verzweifelt dann verschlimmert das die Krankheit. Wie gesagt, ich hatte das mit dem stationären Aufenthalt. Mir war nämlich nicht bewusst, dass ich das zahlen muss, weil ich noch nie im Krankenhaus war. Rücklagen hatte ich keine, weil ich Studentin war. ich war erstmal völlig verzweifelt. Was das für jemanden heißt, der sowieso schon komplett labil ist, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Bei mir ist der schmale Grat zwischen "Durchhalten" und "ich will nicht mehr leben" in den Hochphasen meiner Erkrankung extrem leicht überschritten worden. Und mir ist ja so schon bis heute nicht klar, wie ich es damals eigentlich überhaupt geschafft habe, mir Hilfe zu holen. Die Kassen tun nämlich jetzt schon alles dafür, um einen daran zu hindern.

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    Ich denke nur, dass er nicht umsetzbar ist oder die Situation für Betroffene noch auswegsloser macht, als es bisher schon der Fall ist. Es errichtet zusätzliche Hürden und Verzögerungen an einer Stelle, an der sie bereits wahnwitzig hoch sind.

    Hürden vielleicht ja... Verzögerungen? Wo?

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    Die Härtefallregelungen würden, wie schon ausgeführt wurde, den Prozess nocheinmal deutlich länger und komplexer machen.

    Inwiefern?


    Ehrlich gesagt, sind wir, was die Kostenübernahme für die Psychotherapie betrifft, noch recht gut dran. Die Frage ist nur, wie lange das noch so anhält...

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    Das kommt darauf an, welche körperliche Krankheit du meinst. Je nach Krankheitsbild lähmen psychische Krankheiten den Betroffenen vollkommen. Sie machen ihn Handlungsunfähig, körperlich und im Geiste. Zusätzlich sind die Krankheiten oft sehr kräftezehrend, weil sie extrem langwierig sind. Nicht selten endet das ganze mit dem Tode. Der Patient ist leicht in einen Zustand totaler Hoffnungslosigkeit zu versetzen. Sprich, wenn man ihn vor eine finanziell für ihn schwer zu überwindende Hürde stellt und er verzweifelt dann verschlimmert das die Krankheit.

    Ist doch bei manchen körperlichen Kranken – die, je nach Schwere der Erkrankung, nicht selten auch psychische Probleme haben – nicht viel anders.

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    Wie gesagt, ich hatte das mit dem stationären Aufenthalt. Mir war nämlich nicht bewusst, dass ich das zahlen muss, weil ich noch nie im Krankenhaus war.

    Nimms mir nicht übel, aber sowas sollte man wissen, selbst, wenn man noch nicht in einem Krankenhaus war. Spätestens, wenn man nicht mehr bei seinen Eltern familienversichert ist und sich selbst versichert, sollte man sich mit den Leistungen seiner Krankversicherung auseinandersetzen. Schon allein deshalb, damit es nicht mal zu so einem bösen Erwachen kommt, wie bei dir.

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    Rücklagen hatte ich keine, weil ich Studentin war. ich war erstmal völlig verzweifelt. Was das für jemanden heißt, der sowieso schon komplett labil ist, muss ich wohl nicht extra erwähnen.

    Das ist bei dir schlicht dumm gelaufen und ist zum Glück auch nicht die Regel.

    @ Parvati

    Sorry für die knappe Antwort, ich bin auf dem Sprung @:) Hoffentlich hab ich danach etwas mehr Zeit. Nur kurz dazu:

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    Nimms mir nicht übel, aber sowas sollte man wissen, selbst, wenn man noch nicht in einem Krankenhaus war. Spätestens, wenn man nicht mehr bei seinen Eltern familienversichert ist und sich selbst versichert, sollte man sich mit den Leistungen seiner Krankversicherung auseinandersetzen. Schon allein deshalb, damit es nicht mal zu so einem bösen Erwachen kommt, wie bei dir.

    Da ich, wie ich ja schrieb, noch Studentin war (ganz am Anfang des Studiums) war ich natürlich noch familienversichert. Und in dem Moment war es mir auch nicht möglich, vorher irgendwas zu recherchieren – ich habe den ganzen Tag im Bett gelegen und war nicht mal mehr in der Lage, mich selbst zu ernähren.

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    Hürden vielleicht ja... Verzögerungen? Wo?

    Wegen der Bearbeitungsdauer der Kostenübernahme für Härtefälle o.ä., also Fälle, in denen die Therapie nötig ist und derjenige nicht selbst bezahlen kann. In dem Zustand jemanden zu suchen, der einen Therapieplatz frei hat und mit dem man dann auch etwas anfangen kann und der dann noch die Zeit hat, zu warten, bis irgendwelche Befreiungen beantragt und durchgewunken wurden, ich weiß nicht.. scheint mir fast ein Ding der Unmöglichkeit zu sein.

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    Da ich, wie ich ja schrieb, noch Studentin war (ganz am Anfang des Studiums) war ich natürlich noch familienversichert. Und in dem Moment war es mir auch nicht möglich, vorher irgendwas zu recherchieren – ich habe den ganzen Tag im Bett gelegen und war nicht mal mehr in der Lage, mich selbst zu ernähren.

    Wenn man aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage ist, zu recherchieren, dann sehe ich das ein. Es geht mir aber eher darum, bevor man überhaupt erkrankt. Haben dass deine Eltern mit der Zuzahlung auch nicht gewusst? Haben die dich wenigstens unterstützt und eventuell gar die Zuzahlung für das KH getragen? Es gibt ja immer irgendwie einen Weg Hilfe zu bekommen und sei diese finanziell.

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    Wegen der Bearbeitungsdauer der Kostenübernahme für Härtefälle o.ä., also Fälle, in denen die Therapie nötig ist und derjenige nicht selbst bezahlen kann.

    Die Krankenkasse kann doch erst einmal in Vorleistung gehen. In der Zwischenzeit kann diese entscheiden, ob ein Härtefall vorliegt oder nicht. Am einfachsten kann man einen Härtefall am Einkommen festmachen, wird ja z.B. bei den Kosten für Zahnersatz schon so gemacht.


    Manchmal regeln sich solche Fälle eh schon von allein, da der Patient z.B. schon von der Zuzahlung befreit ist.