Muss ständig an Atmung denken

    Hallo allerseits, seit über zwei Monaten plagt mich im Rahmen einer Angststörung das Gefühl, ständig bewusst zu atmen. D.h. dass ich ständig ein- und ausatme und das Gefühl habe, es bewusst tun zu müssen. Hat so etwas schon mal jemand erlebt und weiß, wie man wieder einen Normalzustand herstellen kann?

  • 12 Antworten

    Das ist Zwangsdenken und dieses bedarf in vielen Fällen einer Therapie, vielleicht brauchst du auch Medikamente.

    Ja, ich hab noch ewig lange Wartezeit bis ich einen Platz bekomme. Bin im Großraum Frankfurt und da ist es wahnsinnig schwer, einen Platz zu bekommen. Darum dieser erste Versuch etwas zu finden.

  • Anzeige

    Ich hatte das schon mehrmals in meinem Leben. Manchmal ging es schnell wieder weg, einmal dauerte es Jahre.


    Nun habe ich es erneut, und zwar seit über einem Jahr. Ausgelöst wurde es bei mir tatsächlich durch eine Angststörung, ich bin aber bis heute noch nicht vollständig sicher, ob es nicht doch einen körperlichen Hintergrund gibt, obwohl ich so ziemlich alle Untersuchungen habe machen lassen, die es überhaupt gibt. Laut fachärztlichem Gutachten sind Herz und Lunge (und so weit untersucht, auch alle anderen Organe) völlig in Ordnung, und es gibt keine organische Erklärung für die Beschwerden. Einige Ärzte und Heilpraktiker führen die Beschwerden allerdings (zumindest teilweise) auf Verspannungen bzw. Haltungsfehler zurück. Zwei Orthopäden konnten mir allerdings auch nicht wesentlich weiterhelfen. Physiotherapie hilft zeitweise, für Stunden oder allenfalls einen Tag.


    Hatte hier vor etlichen Monaten mal einen großen Thread gestartet über meine Krankheitsgeschichte, aber du wirst dir kaum alles durchlesen wollen?


    http://www.med1.de/Forum/Krankheitsaengste/720364/


    Mir geht es jetzt durchaus viel besser als damals, was wohl vor allem auf die Psychotherapie zurückzuführen ist bzw. auf die Einsicht, dass ich nichts weiter tun kann als die Beschwerden zu akzeptieren und mit ihnen zu leben, da bei mir sowieso kein Arzt weiterkommt.


    Wie ist es bei dir? Hast du organmedizinisch hoffentlich auch alles abklären lassen (Herz, Lunge, Schilddrüse als übliche Verdächtige bei Atembeschwerden)?


    Wenn ja, ist die 'Chance' auf eine psychische Ursache doch zumindest sehr groß.


    Bist du in Psychotherapie?


    Kannst dich auch gerne per PN mit mir austauschen, da ich mit dieser 'Krankheit' (falls es eine ist) schon viel 'Erfahrung' habe.


    LG Klaus


    P.S. Medikamente waren und sind bei mir keine Lösung. Bei mir hilft nur Umdenken.

    Nö, das sag ich nicht. Das hilft auch, aber eben nicht dauerhaft. Ich versuche viel Sport zu machen, normal zu arbeiten etc.


    Aber vielleicht gibt es ja noch einen Trick, den man anwenden kann.

  • Anzeige

    Da haben sich ein paar Antworten überschnitten.


    Meine Frage bezüglich Psychotherapie hat sich damit anscheinend erledigt. Obwohl ich es nicht ganz verstehe, dass hier immer alle schreiben, dass sie monatelang auf einen Termin warten. Ich bekam da innerhalb von 1-2 Wochen einen Termin bei einem Psychotherapeuten, ich wohne allerdings auch in München.


    Meine anderen Kommentare bzw. Fragen stehen allerdings immer noch zur Debatte.


    Und was Ablenkung betrifft, so ist das auch bei mir das Einzige, was wirklich hilft. Je stärker ich mich auf meine Symptome konzentriere, desto schlimmer werden sie. Wenn ich total abgelenkt bin, so dass ich mich gar nicht auf das konzentrieren kann, was in meinem Körper (scheinbar) vorgeht, dann merke ich auch kaum Symptome, manchmal überhaupt keine. Allerdings stelle ich immer erst hinterher überrascht fest, dass ich jetzt eine ganze Zeit lang beschwerdefrei war. Also sind die Beschwerden anscheinend gar nicht so dominierend, dass man die ganze Zeit daran denken müsste.

    Hallo Klaus,


    In meinem Fall gab es keine Untersuchung, allerdings bin ich mir ziemlich sicher, da auch nix zu finden.


    Ja, Ablenkung ist richtig und wichtig, allerdings klappt es nicht immer.


    Zum Termin: Das ist wohl äußerst unterschiedlich. In meiner Heimat (Ruhrgebiet) ging das auch sehr sehr schnell. Hier in FFM dauert es quälend lange Monate überhaupt einen Termin zum Erstgespräch zu bekommen.


    Habe deine Krankheitsgeschichte mal überflogen und wir scheinen beide ähnlich neurotisch zu sein. Medikamente versuche ich auch erstmal zu vermeiden. Sport löst genauso viele Endorphone aus – meiner Meinung nach. Ich versuche ebenfalls regelmäßig zu meditieren. Das hilft mir meistens auch gut. Vielleicht ist das ja auch was für dich.

    Versuch einfach, loszulassen. Schalte etwas entspannende Musik ein, ließ ein Buch, meditiere, ...


    Solche Sachen eben. Hast du solche Zwangsgedanken öfter?

  • Anzeige

    Ich kann mich jetzt nicht wirklich in die Lage versetzen, wovor Du da Angst hast und wie Du Dich fühlst. Aber vielleicht ist es ja hilfreich, dass Du Dir vergegenwärtigst, dass nachts, wenn Du schläfst, Deine Atmung auch ohne Dein bewusstes Zutun funktioniert?

    @ Borstelmann:

    Ja, ich bin mir darüber im klaren. Ich habe zwar auch Schlafprobleme deswegen, aber ich bin mir (logisch) darüber bewusst, dass ich nicht ersticken werde aus heiterem Himmel. Die irrationale Angst davor ist trotzdem da.

    @ Perseida:

    Ja, ich habe oft diverse Zwangsgedanken und Ängste.

    In meiner schlimmen Phase (vor ca. einem dreiviertel Jahr) hatte ich auch Schlafprobleme. In dem Moment, wo ich mich ins Bett legte, dachte ich, dass die Atmung stoppt bzw. dass die Bauchdecke sich nicht mehr hebt, wenn ich es nicht bewusst tue. Ich bekam Schweißausbrüche, schlief irgendwann doch ein (notfalls mit Schlafmittel), aber selbst im Traum hatte ich noch das Gefühl, keine Luft zu bekommen (ich träumte z.B., ich müsse mit dem Fahrrad einen extrem steilen Berg hinauffahren, so dass ich ganz außer Atem kam), und wachte davon wieder auf, atmete beim Aufwachen dann auch wie wild und hatte irrsinniges Herzklopfen. War dann auch überzeugt, etwas an Herz oder Lunge zu haben. Aber sämtliche Untersuchungen ergaben keine Befunde (oder so minimale Befunde, dass die Ärzte sagten, es sei unmöglich, dass die Beschwerden davon kämen).


    Jetzt sind die Beschwerden längst nicht mehr so stark, obwohl sie phasenweise auch wieder stärker bzw. unangenehmer werden. Aber meist sind sie eher als 'Missempfindung' zu beschreiben und erzeugen keine wirkliche Panik mehr. Ich habe nicht mehr das Gefühl, keine Luft zu bekommen oder unbedingt bewusst atmen zu müssen, da ich sonst ersticke, sondern es fühlt sich eher so an, als wenn die unbewusste Atmung sehr wohl funktioniert, aber ein wenig zu 'schwach' ist. Zwar ausreichend, um sich keine Sorgen ums Überleben machen zu müssen, aber nicht völlig ausreichend, um sich wohl zu fühlen oder konzentrierten Tätigkeiten mit voller geistiger Leistungsfähigkeit nachzugehen. Dies ist das Hauptproblem: ich fühle mich durch die scheinbar etwas unzureichende Atmung in meiner geistigen Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit deutlich eingeschränkt. Aber weder der Lungenfacharzt, noch der Kardiologe, noch der Neurologe haben irgendetwas gefunden, was auf irgendeine Einschränkung hindeuten würde.

    Zitat

    In meinem Fall gab es keine Untersuchung, allerdings bin ich mir ziemlich sicher, da auch nix zu finden.

    Ich denke das in deinem Fall schon auch, vor allem weil bei fast allen, die diese oder ähnliche Symptome schildern (und ich habe viele Fälle gelesen), nichts herauskam.


    Trotzdem würde ich dir zur Sicherheit empfehlen, wenigstens beim Hausarzt folgende Untersuchungen machen zu lassen:


    - Blutbild (inkl. Entzündungsparameter und Schilddrüsenwerte TSH, T3, T4)


    - Abhören Herz und Lunge (macht wirklich jeder Arzt und sollte wirklich was Auffälliges sein, zeigt es sich meist schon bei dieser simplen Untersuchung, habe ich gelesen)


    - EKG (Hausarzt macht meist nur Kurzzeit-Ruhe-EKG, was ebenfalls in den meisten Fällen vollkommen ausreicht; für Belastung, Langzeit und Herzecho muss man zum Kardiologen, was in meinem Fall auch zu nichts führte)


    Wenn das alles negativ ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Atemprobleme keine organische Ursache haben, schon recht hoch.


    Den Orthopäden (evtl. auch Chiropraktiker, Osteopathen etc.) zu konsultieren, ob Verspannungen die Ursache sein können, ist auch keine schlechte Idee (das war die bisher einzige Anlaufstelle, wo bei mir wirklich etwas festgestellt werden konnte, denn verspannt bin ich ohne Ende; das aber wiederum hat der Hausarzt bei mir bereits durch Anschauen festgestellt).


    Mittlerweile habe ich beim Schlafen überhaupt keine Probleme mehr, die entstehen nur tagsüber und vor allem dann, wenn ich an etwas Unangenehmes denken muss oder mich unter Druck gesetzt fühle, sei es beruflich oder privat.


    Meine Selbstbeobachtung ist natürlich extrem (und es ist auch so, dass ich mich oft ganz wohl fühle und keine Beschwerden spüre, wenn ich von dieser Selbstbeobachtung wegen starker Ablenkung mal loslassen kann), aber gerade durch diese Selbstbeobachtung merke ich in letzter Zeit (wo Angst und Panik nicht mehr im Vordergrund stehen) auch, dass die Beschwerden oft wirklich von meinen Gedanken oder von bestimmten Situationen ausgelöst werden. Das ist dann schon ein starkes Indiz für eine nicht-körperliche Ursache (die natürlich dann umgekehrt zu einer körperlichen wird, da es ja mein Körper ist, der auf die Situation oder den Gedanken reagiert, was dann wiederum neue Gedanken wegen der Beschwerden auslöst etc.).

  • Anzeige