Mutter psychisch krank? Was genau?

    Ich versuche mich so kurz zu fassen wie es geht aber es beschäftigt mich Tag für Tag! Ich bin 28 und mache mir große Sorgen um meine Mutter weil ich denke, dass es immer schlimmer wird mit ihr! Schon vor Jahren als ich noch zu Hause wohnte fiel mir immer mehr auf , dass sie sehr unzufrieden wirkte. Jeden Tag machte sie meinen Vater zur Sau obwohl er wirklich der netteste Mensch ist, den ich kenne. Einfach so. Wegen ganz banalen Dingen! Jeder hatte in der Wohnung später sogar sein eigenes Zimmer! Irgendwann fiel mir auf ,dass sie abends in ihrem Zimmer heimlich Wein trank. Jeden Abend! Wieviel genau kann ich nicht sagen aber mein Vater brachte ständig leere Flaschen zum Container! Das geht wohl bis heute immer noch so! Sie arbeitet halbtags (Büro) und schläft danach den ganzen Nachmittag!sie hat keine Freunde, keine Bekannte- fixiert sich nur auf meinen Vater, der am Wochenende mal mit ihr spazieren fährt denn in der Woche macht sie außer putzen und schlafen ja kaum was. Sie kapselt sich immer mehr ab - von selbst kommt kaum was! Kein Interesse an den Kindern- nichts! Phasenweise ist es mal mehr, mal weniger!


    Sie findet alle Menschen scheisse und hasst den Sommer, sowie Weihnachten und Silvester! Man kann sagen, alles was andere Menschen lieben lehnt sie ab! Gespräche mit ihr zu führen ist schwierig weil sie sich nach kürzester Zeit immer wiederholt ( nach einigen Gläsern Wein). Es dreht sich nur um sie oder um andere Menschen die ja alle scheisse sind!In jedem Menschen sieht sie nur das schlechteste! Sie gönnt ihren eigenen Kinder nichts! Sie sagt es zwar aber hinterher stellt sich heraus, dass sie doch schlecht geredet hat! Manchmal scheint es mir als sei sie eifersüchtig auf mich!


    Niemand aus meiner Familie redet darüber! Alle spielen es herunter! Meine Tante will davon nichts wissen und mein Vater erst recht nicht! Er sagt : ,,ach lass die doch abends ihr Weinchen trinken" oder ,, ach du weißt doch wie sie ist!" ! Das macht mich verrückt! Ich habe so oft Gespräche geführt aber alle ignorieren es! Ich könnte sie niemals darauf ansprechen weil sie es sofort runterspielen würde! Sie schenkt zum Geburtstag und Weihnachten nicht gerne sondern nur weil sie es muss! Sie macht Dinge nur um gut da zu stehen aber ich merke nichts kommt von herzen! Ich denke sie hat ein Alkoholproblem ,welches ihr psychisches Problem immer mehr verstärkt und ich weiß nicht wie dies mal enden soll !


    Hat jemand einen Namen für diese Erkrankung? Wie soll ich weiter verfahren? Sie erhält diesen Schein schon seit bestimmt 10 Jahren aufrecht....

  • 12 Antworten

    Die erste Frage, die mir in den Sinn kommt: Wie viel trinkt sie abends genau?


    Zweite Frage: Wie viele Kinder wart ihr?


    Dritte Frage: Wann kommt dein Vater abends nach Hause?

    Einige Gläser würde ich sagen aber sicher bin ich mir nicht...was an sich ja bestimmt auch viele andere machen...Bloß dieses heimliche- nicht mal im Weinglas...kommt mir nicht so vor , als würde sie es aus Genuss zu sich nehmen! Am Wochenende habe ich schon oft mitbekommen,dass es auch schon mal eine Flasche war! Ich habe noch einen drei Jahre jüngeren Bruder!mein Vater geht meistens nach der Arbeit noch zum Sport oft ist er bestimmt erst nach acht zu Hause ...

    Ich denke in die Richtung, dass die Kinder aus dem Haus sind und der Mann erst später abends nach hause kommt.


    Wo / was ist JETZT ihr Lebensinhalt? Oft fallen Mütter in ein Loch, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Dann kommt der Mann abends irgendwann nach Hause und spricht auch oft nicht viel. Zumal deine Mutter nur vormittags arbeitet.


    Ich denke, ihr fehlt Gesellchaft und jemand zum Reden.

    Und wenn alle damit klar kommen, nur du nicht, dann wird da auch nichts passieren, warum auch?


    Wenn deine Mutter so ist und auch so sein will, dann ist es ihr Recht, auch wenn diese Lebensweise nicht die gesündeste ist.


    Das ist wieder so ein Fall von: Angehöriger will Angehörigem andere Lebensweise aufzwingen.


    DU hast doch das Problem damit. Dann arbeite an deiner Situation, dass du besser damit umgehen kannst. Alle anderen kommen damit ja klar, nur du nicht.

    Zitat

    Das ist wieder so ein Fall von: Angehöriger will Angehörigem andere Lebensweise aufzwingen.


    DU hast doch das Problem damit. Dann arbeite an deiner Situation, dass du besser damit umgehen kannst. Alle anderen kommen damit ja klar, nur du nicht.

    Hm.... die TE macht sich (meiner Meinung nach berechtigt) Sorgen um ihre offenbar labile Mutter. Jetzt kann es sein, dass die anderen tatsächlich damit klarkommen... oder es kann sein, dass die anderen sich nicht trauen das Thema anzugehen, weil sie ein Familiendrama fürchten. Ist doch viel bequemer, die Dinge einfach laufen zu lassen. Ich finde es ehrlich gesagt nicht gut, da wegzuschauen. Natürlich ist es Mutters Ding, wie sie lebt. Aber ob sie so glücklich ist, wage ich zu bezweifeln und am Ende ist sie vielleicht froh wenn ihr einer Hilft, aus diesem Sumpf herauszukommen.


    Liebe TE, ich kann deine Sorge sehr gut verstehen. Täglich heimlich im Zimmer Wein trinken klingt schon irgendwie nach einem Alkoholproblem. Das was du zusätzlich schilderst, klingt nicht nach einem erfüllten Leben und vielleicht sogar ein Stück weit nach Depressionen. Kann sein, muss natürlich nicht.


    Ist die Frage, ist dein Vater Co-Abhängig und deckt das Verhalten deiner Mum in Bezug auf Alkohol, oder ist es ihm schlussendlich egal???


    Ich würde mit ihm darüber sprechen, ob er das normal findet, oder ob er sich da auch Gedanken macht. Und ich würde auch die Mama ansprechen und ihr Hilfe anbieten. Vielleicht (bzw. sehr wahrscheinlich) wird sie diese nicht sofort annehmen und vielleicht wird es lange dauern. Im schlimmsten Fall wird sich nie etwas ändern. Aber ich würd's wenigstens versuchen.


    Alles Liebe

    Zitat

    Das ist wieder so ein Fall von: Angehöriger will Angehörigem andere Lebensweise aufzwingen.


    DU hast doch das Problem damit. Dann arbeite an deiner Situation, dass du besser damit umgehen kannst. Alle anderen kommen damit ja klar, nur du nicht.

    Das kann ich so gar nicht in dem Beitrag erkennen ":/


    Man sorgt sich nun einmal auch um Menschen, die einem etwas bedeuten. Mindestens beschäftigen sie einen, vor allem, wenn sich deren Verhalten radikal ändert. Hat doch nichts mit Vorschreiben zu tun. Hat auch nichts damit zu tun, dass der Besorgte das Problem hat.


    Umgekehrt würde es im schlimmsten Fall doch sofort heißen: "Das ist wieder so ein Fall von: Angehöriger wollte nicht sehen, dass Angehöriger ein Problem hatte. Hätten die mal miteinander geredet!!."

    @ TE:

    Deine Mutter ist in jedem Fall frustriert.


    Mit dem Frust fängt meistens die Negativsicht an und eben auch der Neid auf frustfreie und glückliche Leute. Scheint schon recht weit fortgeschritten zu sein, wenn sogar den eigenen Kindern alles missgönnt wird. Sie hat sich wohl auch unnahbar gemacht.


    Es könnte sich auch eine Depression ausgebildet haben.


    Ich denke, da kann man nur offen mal ansprechen: ,,Ich hab den Eindruck, du bist frustriert. Das zeigt sich, indem du.....tust oder ...... sagst. Wie kam das? Wie kann man da helfen?"


    Echte frustrierte Leute werden eigentlich gerne darüber reden wollen. Und deine Mutter scheint ja auch mittelpunktfixiert zu sein. Schlussendlich würde ich aber nicht damit rechnen, dass du ihr da helfen kannst. Sie muss es selbst erkennen und verstehen. Das ist aber echt schwer, wenn man die schwarze Brille auf hat.

    ashenpuddels Blickwinkel ist nicht ohne Berechtigung finde ich, man muss schon trennen ob man wirklich ausschließlich helfen will oder ob man sich selbst helfen will indem man einen anderem "hilft". Spricht ja nix dagegen wenn das beides zusammengeht und beide Parteien willig sind. Das ist hier leider nicht gegeben und der Rat für sich einen besseren Umgang damit zu finden das naheliegendste überhaupt.


    Irgendwelche Optimismus für Einsicht bei deiner Mutter hab ich hier leider nicht im geringsten, Abgrenzung ist sehr wahrscheinlich das einzige was dir helfen wird. Dafür anzunehmen dass von Sucht und Frust abgesehn noch andere psychische Krankheiten da sind ist es der Schilderung nach nicht schlimm genug, das müsste ein Facharzt ansehn, aber dafür müsste sie natürlich Einsicht zeigen und was die Therapierung ursächlicher Probleme beträfe würden wohl leider auch die meisten Therapeuten erstmal die Bewältigung der Sucht verlangen.

    Zitat

    Ist die Frage, ist dein Vater Co-Abhängig

    klingt absolut danach, er wird dir also wahrscheinlich nicht nur nicht helfen sondern vielleicht sogar was dagegen haben dass sich die Situation ändert. Hilf dir also selbst, zur Not nimm bis hin zum totalen Kontaktabbruch soviel Abstand wie du brauchst.

    Hallo Lilly,


    wollte noch einen weiteren Aspekt einbringen bzw. was fragen: kann es sein, dass deine Mutter von deinem Vater enttäuscht ist? Er lebt sein Leben und kommt erst spät nach Hause, entzieht sich dadurch der Situation und gibt sich nach außen als der freundliche nette, mit dem man keine Probleme haben kann. Aber deine Mutter hat(te) vielleicht welche mit ihm?


    Aber unabhängig von dem Verhältnis deiner Eltern zueinander: es tut mir leid, dass du unter der Situation leiden musst und vielleicht ist es wichtig, dass du im gleichen Maße, wie du deiner Mutter helfen willst, dich selbst in Richtung emotionaler Unabhängigkeit entwickelst. Ein Freund von mir schwärmt von einer Selbsthilfegruppe, in der sich Angehörige von Alkoholikern anonym miteinander beraten und stärken.


    Alles Gute!

    Hallo,


    @Hat jemand einen Namen für diese Erkrankung? Wie soll ich weiter verfahren? Sie erhält diesen Schein schon seit bestimmt 10 Jahren aufrecht....


    Mit Sicherheit ist es nicht eine Erkrankung sondern mehrere Probleme.


    Alles beginnt im Prinzip in der Kindheit. Ein Mensch kommt wenn er positive Erfahrungen gemacht hat zu der Meinung "Ich bin ok" und andere Menschen sind auch ok. -> Sich selber nahe und anderen nahe.


    Deine Mutter ist anderen nicht "Nahe" -> sind nicht ok.


    Sich selber nahe? Das müsste man noch genauer anschauen. Wenn Ihre eigene Haltung in keinster weise zur Diskussion steht wäre das so, dass sie sich für ok hält. Auf der anderen Seite, wenn sie sich mit Alkohol zerstört oder sonst auf ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden nicht achtet wären das Anzeichen dass sie sich selber auch nicht nahe ist. -> Ich bin nicht ok.


    Aus der Kombination oder auch zwei Kombinationen kann man nun die Art der Persönlichkeitsstörung vermuten. Das Verhalten Deiner Mutter gibt dann weitere Hinweise und auch wenn ihre Jugend bekannt ist, wo die Probleme waren.


    Ein weiteres Problem ist sicher mittlerweile der Alkoholismus. Ein Thema für sich. Tiefer oder dahinter dann das Persönlichkeitsproblem, wie ich schon geschrieben habe.


    Dann die eingefahrenen Verhältnisse und das verbrauchte Umfeld, das man auch nicht so leicht umkehren kann. Die Frage ist auch wie Deine Mutter im Büro gesehen wird. Es kann auch sein dass sie dort schon 10Jahre schikaniert wird und deshalb trinkt und sich zurückzieht.


    Von Deinem Vater erwartet die Mutter sicherlich dass er ihr hilft. Da das Dein Vater wohl nicht kann gibt sie ihm vermutlich indirekt die Schuld an ihren Verhältnissen und macht ihn jeden Tag zur Sau.


    @ Sie kapselt sich immer mehr ab - von selbst kommt kaum was! Kein Interesse ....


    Wenn sie schon Nachmittag schläft hat sie vermutlich auch nicht mehr Energie und Fitness als nur das Nötigeste zu machen. Das wäre dann auch ein eigenes Thema für sich.

    @ Wie soll ich weiter verfahren?

    Sie ist ein mündiger Mensch. Niemand wird sie zwingen können sich zu verändern und niemand wird ihr Umfeld verändern können falls dort die Probleme liegen. Sie muss es selber wollen und zulassen. Von selber wird Deine Mutter da aber nicht mehr herauskommen. Ansonsten könnt Ihr nur warten ob sich etwas wendet und sich die Verhältnisse ändern. Dadurch dass sie bei Deinem Vater wohnt und er sie machen lässt hält das aber ehr nur die bestehenden Verhältnisse aufrecht.


    Ihr könnt euch nur selber schützen. Wenn Dein Vater jeden Tag beschimpft wird macht ihn das auf Dauer auch krank.

    Für mich klingt das einfach nach einer leichten Depression.


    Und der Wein am Abend könnte dazu dienen, dass sie besser einschlafen kann.


    Alles halb so wild, keinen Grund sich sonst was für Sorgen zu machen.

    trinkt sie dann schon, wenn sie aus dem büro kommt?


    dein vater bagatellisiert, also will er seine ruhe.


    du selber wirst da nich viel machen können.


    kannst du deine mutter da mal raus holen? aufn kaffee einladen, beide zum mittag einladen? irgendsowas..