Ich dachte, das ist von Heinz Erhardt...???

    Früher, da ich unerfahren


    Früher, da ich unerfahren


    Und bescheidner war als heute,


    Hatten meine höchste Achtung


    Andre Leute.


    Später traf ich auf der Weide


    Außer mir noch mehr Kälber,


    Und nun schätz ich, sozusagen,


    Erst mich selber.


    (Wilhelm Busch)

    Schrott - Narzissten

    Massenmörder, Kinderschänder,


    Sado-Masos aller Länder,


    Neo-Nazis, Terroristen,


    Sektengründer, Exorzisten,


    alle Sorten Kriminelle,


    zerrt man heute auf die Schnelle,


    vor die Fernsehkameras,


    so 'was macht dem Seher Spaß.


    Der ganze Schrott wird ausgebreitet,


    keiner fühlt sich fehlgeleitet,


    schließlich ist man hier ja wer,


    wird vielleicht berühmt und mehr.


    Publicity ist nie verkehrt,


    weil das Int'resse sie vermehrt,


    um aus dem Schrott, ganz ohne Plagen,


    massig Kapital zu schlagen.


    (Hardy H.)

    Hunni ?

    Das Glöcklein im Walde


    Ein Kirchlein steht im Waldrevier,


    Da klingt ein Glöcklein für und für,


    Das Glöcklein läutet bim, bim!


    Ein Knabe und ein Mägdelein,


    Die wandeln da im Abendsein,


    Im Frühlingswinde rauscht der Baum,


    Die zwei, sie wandeln wie im Traum.


    Das Glöcklein läutet bim, bim!


    Der Knabe sprach: O Mägdlein lieb!


    Warum bist du so still und trüb?


    Das Glöcklein läutet bim, bim!


    Die Maid, sie sprach: Ich bin so stumm


    Und weiß doch selber nicht warum.


    Mein Herz das klopft und will nicht ruhn


    Als sollt' ich etwas Böses tun,


    Und ist mir wieder doch so wohl,


    So wonniglich, so ahnungsvoll!


    Bald möcht' ich dies, bald möcht' ich das


    Ich möchte wohl und – weiß nicht was.


    Das Glöcklein läutet bem, bem!


    Der Knabe zu derselben Stund


    Der küßt die Maid wohl auf den Mund;


    Das Glöcklein läutet bem, bem!


    Im Abendwinde rauscht der Baum,


    Die Zwei, sie wandeln wie im Traum,


    Das Gras ist grün, der Wald ist dicht,


    Ich sah die zwei – und seh sie nicht.


    Das Glöcklein läutet bum, bum!


    Das Glöcklein klingt bald dumpf, bald klar,


    So lieb, so süß, so wunderbar,


    Bim bim, bem bem, bum bum!


    (Wilhelm Busch)

    Hunni ???

    Verzeihlich


    Er ist ein Dichter; also eitel.


    Und, bitte, nehmt es ihm nicht krumm,


    Zieht er aus seinem Lügenbeutel


    So allerlei Brimborium.


    Juwelen, Gold und stolze Namen,


    Ein hohes Schloß, im Mondenschein


    Und schöne, höchstverliebte Damen,


    Dies alles nennt der Dichter sein.


    Indessen ist ein enges Stübchen


    Sein ungeheizter Aufenthalt.


    Er hat kein Geld, er hat kein Liebchen,


    Und seine Füße werden kalt.


    (Wilhelm Busch)

    Wenn ich dereinst


    Wenn ich dereinst ganz alt und schwach,


    Und's ist mal ein milder Sommertag,


    So hink ich wohl aus dem kleinen Haus


    Bis unter den Lindenbaum hinaus.


    Da setz ich mich denn im Sonnenschein


    Einsam und still auf die Bank von Stein,


    Denk an vergangene Zeiten zurücke


    Und schreibe mit meiner alten Krücke


    Und mit der alten zitternden Hand


    So vor mir in den Sand.(Ach Hunni sei mir wieder gut ! - d. Red.)


    (Wilhelm Busch)


    (1783)

    Er kann warten (ich auch - d. Red.)


    Gott ja, was gibt es doch für Narren!


    Ein Bauer schneidet sich 'nen Knarren


    Vom trocknen Brot und kaut und kaut.


    Dabei hat er hinaufgeschaut


    Nach einer Wurst, die still und heiter


    Im Rauche schwebt, dicht bei der Leiter.


    Er denkt mit heimlichem Vergnügen:


    Wenn ick man woll, ick könn' di kriegen!


    (Wilhelm Busch)

    Befriedigt


    Gehorchen wird jeder mit Genuß


    Den Frauen, den hochgeschätzten,


    Hingegen machen uns meist Verdruß


    Die sonstigen Vorgesetzten.


    Nur wenn ein kleines Mißgeschick


    Betrifft den Treiber und Leiter,


    Dann fühlt man für den Augenblick


    Sich sehr befriedigt und heiter.


    Als neulich am Sonntag der Herr Pastor


    Eine peinliche Pause machte,


    Weil er den Faden der Rede verlor,


    Da duckt' sich der Küster und lachte.


    (Wilhelm Busch)

    Der Einsame


    Wer einsam ist, der hat es gut,


    Weil keiner da, der ihm was tut.


    Ihn stört in seinem Lustrevier


    Kein Tier, kein Mensch und kein Klavier,


    Und niemand gibt ihm weise Lehren,


    Die gut gemeint und bös zu hören.


    Der Welt entronnen, geht er still


    In Filzpantoffeln, wann er will.


    Sogar im Schlafrock wandelt er


    Bequem den ganzen Tag umher.


    Er kennt kein weibliches Verbot,


    Drum raucht und dampft er wie ein Schlot.


    Geschützt vor fremden Späherblicken,


    Kann er sich selbst die Hose flicken.


    Liebt er Musik, so darf er flöten,


    Um angenehm die Zeit zu töten,


    Und laut und kräftig darf er prusten,


    Und ohne Rücksicht darf er husten,


    Und allgemach vergißt man seiner.


    Nur allerhöchstens fragt mal einer:


    »Was, lebt er noch? Ei Schwerenot,


    Ich dachte längst, er wäre tot.«


    Kurz, abgesehn vom Steuerzahlen,


    Läßt sich das Glück nicht schöner malen.


    Worauf denn auch der Satz beruht:


    »Wer einsam ist, der hat es gut.« ;-)


    (vom ganz alten Wilhelm Busch)

    Gut Nacht Narzissten und Fans !

    O Nacht ...


    O Nacht, du Sternenbronnen,


    ich bade Leib und Geist


    in deinen tausend Sonnen -


    O Nacht, die mich umfleußt


    mit Offenbarungswonnen,


    ergib mir, was du weißt!


    O Nacht, du tiefer Bronnen....


    (Morgenstern) ;-)

    Für Nethe - von Goethe !

    Johann Wolfgang von Goethe


    (*1749 - †1832)


    Fausts Vision


    Ein Sumpf zieht am Gebirge hin;


    Verpestet alles schon Errungene;


    Den faulen Pfuhl auch abzuziehn;


    Das letzte wäre das Höchsterrungene.


    Eröffn´ ich Räume viele Millionen,


    Nicht sicher zwar, doch tätig-frei zu wohnen.


    Grün das Gefilde, fruchtbar! Mensch und Herde


    Sogleich behaglich auf der neusten Erde,


    Gleich angesiedelt an des Hügels Kraft,


    den aufgewälzt kühn-emsige Völkerschaft!


    Im Innern hier ein paradiesisch Land,


    Da rase draußen Flut bis auf zum Rand,


    Und wie sie nascht, gewaltsam einzuschießen,


    Gemeindrang eilt, die Lücke zu verschließen.


    Ja! Diesem Sinne bin ich ganz ergeben,


    Das ist der Weisheit letzter Schluss:


    Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,


    Der täglich sie erobern muss!


    Und so verbringt, umrungen von Gefahr,


    Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.


    Solch ein Gewimmel möcht' ich sehn,


    Auf freiem Grund mit freien Volke stehn!


    Zum Augenblicke dürft ich sagen:


    Verweile doch du bist so schön!


    Es kann die Spur von meinen Erdentagen


    Nicht in Äonen untergehen. -


    Im Vorgefühl von solchem hohen Glück


    Genieß ich jetzt den höchsten Augenblick.


    (>Aus "Faust", II. Teil)

    Schleim - für Nethe...

    Hart hat das Schicksal zugeschlagen -


    Der Nethe will mir nichts mehr sagen.


    Soll ich es wagen,


    Dich zu fragen,


    Warum du mir nichts schreibst, seit Tagen ?


    Mich tut schon mein Gewissen plagen -


    Hat der Goethe dich erschlagen ?


    Ich wollte dich doch nicht verjagen!


    Jetzt tut an mir der Kummer nagen.


    Ich schlaf nicht mehr, in allen Lagen,


    Am Himmel steht der große Wagen,


    Und du erhörst nicht meine Klagen.


    Nun sitz ich hier, mit leerem Magen,


    Und hab so schwer daran zu tragen... :-(


    P.S. du darfst auch gern der Obernarzisst


    sein, wenn du willst...

    Narzissten Helau !!! - Frohsinn ist angesagt !!!

    Der einbeinige Trinker 8-)


    Geh nicht fort, hehrer Held!


    Laß die Welt, laß die Welt!


    Trinken könntest Du auch hier;


    O, trinke mit mir!


    Geh nicht fort, hehrer Held!


    Hast Du Zeit, Hab und Gut,


    Dann verbringst Du das auch hier;


    Verbrings doch mit mir!


    Morgen lacht, wer die Nacht


    Nicht zum Schlaf, nicht zum Schlaf


    Wie ein Murmeltier mißbraucht;


    Die Reue verraucht!


    Aber rennst Du mir weg,


    Wird mein Bein, dieses Bein,


    In die Schänke gehn allein;


    Ich liebe den Wein!


    Paul Scheerbart